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photographer peter heeger portrait

Sport vor der Linse … Rauch dahinter

Wir treffen uns in der eleganten Cigar Lounge des Taj Hotels in Kapstadt. Peter Heeger kommt gut gelaunt vom Two-Oceans-Marathon, einem beliebten Mega-Event am Tafelberg. Der Fotograf entzündet seine Montecristo No. 5 und freut sich über die spektakulären Motive, die er in seiner Heimatstadt wieder einmal vor die Linse bekam: „So ein multikulturell gemischtes Völkchen von Marathonläufern wie hier an der Südspitze Afrikas, das ist genauso einmalig wie unsere Marathonstrecke vom Atlantik zum Pazifik.“

Seine Nikon mit dem beeindruckend langen Teleobjektiv deponiert Heeger behutsam neben sich auf der Couch: „Hier am Kap pfeifen wir auf elitäre Etiketten, das betrifft auch die Parlamentarier vom Abgeordnetenhaus gleich vis-à-vis, die hier Zigarren rauchen. Wenn ich nach Terminen in Jeans komme und den Laptop aufklappe, stört das keinen. Meine Favoriten aus Kuba und Nicaragua – ich mag Robustos – sind hier im Humidor perfekt gelagert; zudem bekomme ich meinen Lieblingswhisky, einen zwölf Jahre alten Yamazaki Single Malt Whisky aus Japan.“

Ich schoss beim 2010 FIFA-Worldcup-Eröffnungsevent Bilder an vorderster Front für Agenturen wie AFP, Gallo und Getty Images.

Dann zeigt mir Heeger seine Action-Aufnahmen von Cricket-Wettkämpfen, die er in Südafrika und Australien organisiert, und Fotos vom 1,94-Meter-Hünen Pierre Spies aus Pretoria: „Er gilt bei uns als Superman der Springboks, unser führendes Rugby-Team.“ Voller Enthusiasmus erzählt der Fotograf vom 2010 FIFA Worldcup Südafrika. „Ich schoss beim Eröffnungsevent Bilder an vorderster Front für internationale Agenturen wie AFP, Gallo und Getty Images. Mein improvisiertes Büro hatte ich in der Cigar Lounge der Bascule Bar. Bis in den frühen Morgen saß ich da und verschickte Bilder. Dabei rauchte ich so viele Partagás D4 wie nie in meinem Leben.“

Begegnung mit Nelson Mandela

Um sich seinen Traum als Freelance-Fotograf erfüllen zu können, musste der Sport-Enthusiast Heeger überdurchschnittliche Leistungen in seinem Hauptberuf als Finanzberater erbringen. „Heute bin ich flexibel, kann mir Wettkampf-Termine unter der Woche frei halten“, betont der BMW-Fahrer, der jedes Wochenende in einem anderen Stadion unterwegs ist.

„Vor 20 Jahren hatte ich eine berührende Begegnung mit Nelson Mandela“, vertraut mir der heute 55-Jährige noch an. „Das war 1994, in Südafrikas Schicksalsjahr, als die Apartheid endlich politisch besiegt war und wir eine neue Regenbogen-Nation schaffen wollten … frei von Rassendiskriminierung“, betont Heeger. „Zu dieser Zeit organisierte ich ein Gastspiel für britische Fußballteams, die in Cape Town ihr Sommer-Trainingslager hatten.

Da nutzte ich die Gunst der Stunde und lud Nelson Mandela als Ehrengast ein“, erzählt Heeger bewegt. „Er kam tatsächlich. Dabei schoss ich ein Foto von ihm mit Fußballern aus Großbritannien, unserer einstigen Kolonialmacht, das Geschichte geschrieben hat; quasi als Mandelas spontane herzliche Geste an alle Welt, dass er als schwarzer Präsident auch weißen Sportlern die Hand zum Frieden reicht.“

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2013 veröffentlicht. Mehr

Gabriela Greess

Since 2005, Gabriela Greess has been traveling the world to report on top cigar destinations for Cigar Journal’s Travel Corner. She also writes our business features, often interviewing top tobacco industry representatives. Her Tobacco & Arts articles highlight cigar-loving artists and artisans.


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