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Maya Selva

15 Jahre Maya Selva

Maya Selva

Photo: Maya Selva Cigars | Maya Selva in ihrem Element: auf einer Tabakplantage in Honduras

Der Kalender zeigt den 21. Juni 2010, ein lauer Sommerabend in Paris. Eine der ersten Adressen der Stadt – der Cercle Interallié auf der noblen Rue du Fauburg Saint-Honoré – öffnet seine Tore für Gäste aus aller Welt. Mitbewerber, Importeure, Fachhändler, Politiker, Journalisten, Genießer und Freunde sind gekommen, um Maya Selva und die vergangenen 15 Jahre ihres Unternehmens Maya Selva Cigars zu feiern. 

BRÜCKEN SCHLAGEN 

Nicht umsonst wählt Maria-Pia Selva, in der Cigarrenwelt bekannt als Maya Selva, den 21. Juni 2010 für die Feierlichkeiten: Vor genau 15 Jahren verkaufte sie die erste Kiste Flor de Selva – und importierte damit erstmals honduranische Zigarren nach Frankreich. Mit der Gründung ihres Tabakunternehmens in Honduras schlägt sie außerdem eine persönliche Brücke zwischen Frankreich, wo sie geboren wurde, und Honduras, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Auch ihr Fest steht unter dem Zeichen, spannende Verbindungen einzugehen: Vier verschiedene Ateliers – Workshops – bieten den Gästen Geschmacks-Crossovers mit Zigarren aus dem Hause Selva.

Jean Miot und Maya Selva

Photo: Maya Selva Cigars | Maya mit dem französischen Gourmetkritiker und Journalist Jean Miot

So moderiert etwa kein Geringerer als Genussexperte und Journalist Jean Miot das Atelier mit J. M. Rhum, gereift in französischen Eichenfässern und produziert in Martinique, der sein rundes, komplexes Aroma mit einer Flor de Selva Tempo perfekt entfaltet. Aber auch die wahren Protagonisten der vergangenen 15 Jahre werden an diesem Abend rauschend gefeiert. Einerseits sind Mayas Zigarren, mittlerweile drei Linien mit insgesamt 24 Formaten, die auf einem Boulevard mit rotem Teppich zu Verkostung geboten werden, die Stars des Abends. Andererseits streicht Maya Selva deutlich heraus, welche Menschen in Honduras und Nicaragua die Eckpfeiler ihres Erfolges sind und teilt mit ihnen die Bühne: Conrado Plasencia (Flor de Selva, Honduras), Andrès Diaz (Villa Zamorano, Honduras) und Aghmed Fernandes (Cumpay, Nicaragua). 

„Es war ein unvergesslicher Abend für mein Team und mich. Politiker, Personen aus dem Finanzbereich und der Geschäftswelt sowie Vertreter der Pariser Medienwelt waren zugegen. Und das einzig und allein, um eine gute Zigarre zu genießen. Es war ebenso einzigartig, unsere Produktionsmanager, Hauptkunden, Repräsentanten der besten französischen Geschäfte und unsere Vertriebshändler aus ganz Europa anlässlich dieser Veranstaltung alle unter einem Dach zu haben. Wir verbessern Jahr für Jahr unsere Qualität in jederlei Hinsicht, und diese Feier stellte eine gute Gelegenheit dar, dies mit allen Anwesenden zu teilen“, freut sich Maya über ihr gelungenes Fest. 

WANDERIN ZWISCHEN DEN WELTEN 

Maya Selva Sonderserie

Photo: Maya Selva Cigars | Anlässlich des 15. Jahrestages von „Maya Selva Cigars“ ent- wickelte Maya eine Sonderserie,
die N° 15 – drei Cigarren, je eine pro Markenlinie

Nach ihrer Jugend in Tegucigalpa kehrt Maya Selva nach Frankreich zurück, macht dort ihr Abitur, um dann Ingenieurin zu werden. In den USA, während des Studiums, beginnt sie Zigarre zu rauchen. „Es war lustig, ungewöhnlich. Es erinnerte mich an meinen honduranischen Großvater, der Zigarren aus der Region rauchte“, erinnert sich die heutige Zigarrenproduzentin. 1991 reist Maya Selva nach Honduras, speziell um die diversen, dort produzierten Zigarren zu verkosten – mit dem Ergebnis, dass keine gut genug war.

Daraus und aus dem Wunsch, in diesem bitterarmen Land Arbeitsplätze zu schaffen und damit die Entwicklung voran zu treiben, entsteht die Idee, eigene Zigarren zu kreieren. Mehr als ein Jahr verbringt Maya in einer Fabrik in Danlí und lernt die Zigarrenherstellung von A bis Z kennen. Am Ende dieses Lehrjahres steht eine einzige, aber entscheidende Aussage von ihr: „Ich habe mich in den Tabak verliebt!“ Damit beginnt für die Französin mit honduranischem Background ein Leben zwischen mehreren Ländern und Kulturkreisen: zuerst „nur“ zwischen Frankreich und Honduras. 

DER ABDRUCK DES BODENS 

Dann, als sich Flor de Selva etabliert, kreiert Maya 1999 die Marke Cumpay, eine Zigarre, deren Tabake auf Nicaraguas Vulkanböden wachsen. Und wieder interessiert sie sich auch hier für den ganz speziellen Stempel, welchen der Boden des Anbaugebietes hinterlässt, sie nennt ihn den „Abdruck des Bodens“. Alle ihre Marken spiegeln diesen wider – neben Klima und Professionalität der Herstellerin und ihres Teams. 2002 entwickelt sie die Linie Villa Zamorano – die „Basic-Zigarre“, welche handgefertigt zum Preis einer maschinell hergestellten Zigarre erhältlich ist.

Inzwischen teilt Maya Selva ihre Zeit zwischen dem Firmensitz in Paris (zehn Mitarbeiter) und den Regionen Danlí in Honduras und Estelí in Nicaragua, wo sich die Tabakplantagen befinden und mehr als 200 Menschen arbeiten – dort verbringt sie 20 Wochen im Jahr. „Die Größe unseres Unternehmens reflektiert unsere Philosophie der Handarbeit. Der gesamte Prozess der Produktion, von der Landarbeit bis zur Herstellung der Kisten, wird durch qualifizierte Arbeitskräfte gewährleistet. Das ist unser wesentlicher Vorteil“, erklärt die Unternehmerin. 

Die drei Marken Flor de Selva, Cumpay und Villa Zamorano bilden zusammen das Label „Maya Selva Cigars“ und haben zur Zeit eine jährliche Produktion von über einer Million handgerollter Zigarren für den europäischen Markt. 

Jubiläumsedition: Maya Selva

Photo: Maya Selva Cigars

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2010 veröffentlicht. Mehr 

Katja Gnann

Bei einer regionalen Tageszeitung erlernte sie das journalistische Handwerk von der Pieke auf und erstellte dort langjährig redaktionelle Beiträge. Durch die Mitarbeit bei der Zeitschrift „Der Spiegel“ in Rom bekam sie die Chance, ihre Kenntnisse im Medienbereich zu professionalisieren. Katja Gnann studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg, Palermo und Rom und verbrachte im Zuge des Studiums viele Jahre in Italien. Das Land war ihr Lehrmeister in Sachen Genuss und Lebensstil. Seit 2004 arbeitet sie für das Cigar Journal, seit 2010 als Chefredakteurin.


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