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Flor de Copan Factory

Die Geschichte der Fabrik Flor de Copán

Offiziell begann die Geschichte von Flor de Copán in Santa Rosa de Copán im nördlichen Honduras im Jahr 1975, als Mitglieder von Tabacos Hodureños – einem etwa zehn Jahre zuvor entstandenen Tabakunternehmen – einen Betrieb zur Zigarrenherstellung gründeten. Die Geschichte des Tabaks in der Region nahm allerdings viel früher ihren Anfang, lange bevor Danlí zum bedeutendsten Tabakanbaugebiet des Landes wurde.

„Tabak gewann in Danlí erst in den 1980er- und 1990er-Jahren an Bedeutung, als sich Kubaner und Nicaraguaner aufgrund der politischen Situation in ihren Heimatländern dort ansiedelten“, informiert Jorge Portillo, Geschäftsführer von Flor de Copán. „In Santa Rosa de Copán hingegen wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Tabak kultiviert.“ Noch heute fertigen Menschen außerhalb der Stadt Zigarren in diesem ortsüblichen, traditionellen Stil an. Deshalb gilt die Gegend um Copán auch als die älteste der Tabakindustrie in Honduras. Es gibt sogar ein jährliches Zigarrenfestival in der Stadt. „Seit nunmehr 14 Jahren krönen wir jeden August eine Tabakkönigin und organisieren nette Veranstaltungen rund um das Thema Tabak“, erzählt Portillo.

Tabak hat hier also eine lange Tradition und Flor de Copán zählt bis heute zu einem der größten Arbeitgeber in der Stadt. „Wir sagen unseren Mitarbeitern stets, dass die Fabrik ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft der Stadt ist und wir unser Qualitätsniveau halten müssen, um gleichbleibende Produktionsmengen garantieren zu können. Heute haben wir etwa 650 Angestellte und beschäftigen für jede Ernte weitere 60 bis 70 Leute. Seit den 1970er-Jahren ist unsere Fabrik die einzige, die es in der Gegend noch gibt.“

Portrait

Photo: Simon Lundh

Die Fabrik wurde ein Jahr nach der Betriebsgründung eröffnet. „Wir begannen mit 30 Buncher/Roller-Paaren und stellten täglich 5000 Zigarren für verschiedene Auftraggeber in den Vereinigten Staaten her.“ 1980 gewann Flor de Copán seinen ersten großen Klienten und begann, die Produktion für den europäischen Markt zu steigern. Ende der 1980er-Jahre gingen die Umsätze aufgrund des instabilen amerikanischen Marktes, von dem das Unternehmen die meisten Aufträge erhielt, zurück, doch „dank des europäischen Marktes, der einen großen Aufschwung erlebte, wendete sich das Blatt, und 1994, während des Booms, begannen wir, unsere Produktion wieder zu erhöhen“, so Portillo.

Drei Jahre danach erwarb die Consolidated Cigar Corporation, die später eine Fusion mit Seita einging, den Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits beschlossen, in die derzeitige, viel größere Fabrik zu ziehen, wo dann 65.000 statt 30.000 Zigarren pro Tag produziert wurden. An der Unternehmenspolitik änderte sich nichts.

2004 war ein weiteres wichtiges Jahr in der Geschichte von Flor de Copán. Damals wurde Seita, nach dem Merger mit der Tabacalera S. A. nun als Altadis U.S.A. bekannt, an Imperial Tobacco [seit 2016 Imperial Brands] verkauft. „Wir behielten abermals das gesamte Team und änderten nichts an unserer Philosophie. Darauf sind wir stolz“, verkündet Portillo. „Die Fabrik wird nach wie vor von Honduranern geleitet.“ Es heißt, dass Zigarren ursprünglich aus Honduras stammen.

Die gebirgige Gegend Copán ist aufgrund der Kombination warmer Tage, kühler Nächte und trockener Luft perfekt für den Tabakanbau. In der archäologischen Stätte, die sich nahe der Fabrik und Tabakfelder befindet, wurde angeblich die älteste Zigarre der Geschichte gefunden: ein gedrehtes Stück Tabak, das ein Maya-Priester vor über 1500 Jahren halbgeraucht zurückließ.

Die Fabrik ist auch Namensgeberin ihrer in Europa am besten bekannten Marke Flor de Copán, die 2008 mit dem Cigar Trophy Award als „Best Brand Honduras“ ausgezeichnet wurde, während die FdC Linea Puros Robusto im Jahr 2010 die Cigar Trophy „Best Cigar Honduras“ gewann. Eine Marke mit langer honduranischer Tradition seit 1795, deren engagierte und erfahrene Produzenten ein wachsames Auge auf jedes Detail des handgefertigten Herstellungsprozesses werfen, um ihre hohe Qualität zu garantieren.

Die Essenz der Flor de Copán-Zigarre bildet ein Blend honduranischer Long Filler, geerntet in den exklusivsten Tabakregionen des Landes. Gemeinsam mit der Tabacalera de García in der Dominikanischen Republik produziert Flor de Copán für den US-Markt auch Imperial-Marken, denen einst Kuba zu Ruhm verhalf, darunter H. Upmann, San Luis Rey, Gispert und Romeo y Julieta. „Honduranische Zigarren haben einen anderen Charakter als dominikanische. Beide sind hervorragend, aber honduranische sind bekanntlich sehr süß und aromatisch“, sagt Elmer Suarez, Leiter des Bereichs Tabak und Entwicklung neuer Produkte.

Nun freut man sich darauf, das 40-jährige Bestehen der Fabrik zu feiern. „Wir werden eine spezielle Jubiläumsauflage schaffen, die vermutlich im Dezember herauskommt“, verrät Portillo. „Honduranischer Tabak und unsere Leute sind unser wertvollstes Kapital. Wir werden uns auch in Zukunft darauf konzentrieren, indem wir mehr Jobs und Möglichkeiten für unsere Leute schaffen und unsere Kunden mit den besten honduranischen Tabakprodukten überraschen.“

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2016 veröffentlicht. Mehr

Simon Lundh

Nachdem Simon Lundh 2005 sein Ingenieursdiplom in Vermessungstechnik erwarb, entschied er sich für eine journalistische Laufbahn. Er entdeckte die Welt der Zigarren während er für eine nichtstaatliche Organisation in Estelí, Nicaragua, arbeitete und verdient seinen Lebensunterhalt nun größtenteils mit Artikeln über Zigarren, Metal Music und Tattoos sowie Reiseberichten.


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