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Lorscher Tabakprojekt

Das Lorscher Tabakprojekt bleibt in Zeiten von Corona aktiv

Das Lorscher Tabakprojekt ist ebenfalls von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen und muss umorganisieren. „Als wir mit dem Fermentieren der letzten Ernte im Januar begonnen haben, waren wir noch ganz unbesorgt“, so der Projektleiter Bernhard Stroick. Das war kurz vor Fastnacht.

Doch das Tabakjahr 2020 stellt die Betreiber vor neue Herausforderungen: „Die Pandemie-Auflagen fordern nun ganz genaue Einsatzpläne“, erklären die Tabakpflanzer. Schon bei der Aussaat dürfen nicht mehr als zwei Leute zusammenarbeiten und dann nur mit dem vorgegebenen 2-Meter-Abstand.

Die Gruppe hat in diesem Jahr den Platz für das Frühbeet gewechselt, ist näher zum historischen Trockenschuppen gerückt. Dort wird nun am 28. März der vorgequollene Samen ausgebracht. Danach folgt das Wässern und Lüften des abgedeckten Beetes bis Mitte Mai. „Erst nach den Eisheiligen dürfen die Pflänzchen ins Freie“, weiß Annemarie Remeza, die schon als Kind „im Douwagg“ war. Bis dahin können die anfallenden Arbeiten von Einzelnen oder auch Tandems ohne Probleme bewältigt werden. „Aber schade ist das schon“, bedauern viele, nicht beim traditionellen Aussäen dabei sein zu können.

„Wir kriegen das schon hin“

Keine Option war es, auf die Anzucht der Tabaksetzlinge zu verzichten. „Gerade jetzt brauchen die Leute Projekte, die sie verbinden!“ zeigt sich Gabi Dewald vom koordinierenden KULTour-Amt überzeugt. „Wir müssen das umstrukturieren und dann kriegen wir das schon hin! Und das Tabakprojekt zeigt jetzt, was wir auch in unserem UNESCO-Antrag betonen: Dass gerade diese agrarische Kultur ungeheuer verbindenden Einfluss auf die Gemeinschaften hat, die damit befasst sind.“

UNESCO Antrag Tabakkultur: Gespannte Ruhe

Noch warten die Initiative und vier weitere Kommunen auf den Entscheid des Hessischen Ministeriums, ob der eingereichte UNESCO Antrag auf Eintrag der Tabakkultur als immaterielles Welterbe an die Bundesministerkonferenz weitergereicht wird. „Der Entscheid war für Mitte März angekündigt“, so Dewald. „Aber bei der derzeitigen Lage ist man natürlich auch im Ministerium mit der Bewältigung der Corona-Krise mehr als ausgelastet.“

Warum über den Antrag noch so wenig nach außen gelangte? Andere Antragssteller haben schon aus diesem ersten Bewerbungsschritt große PR-Aktionen gemacht. „Naja“, lacht Dewald, „wir halten nichts davon, sich einen Mantel aus dem Fell eines Bären zu schneidern, den man noch nicht geschossen hat!“ Die Daumen dürfen also gedrückt bleiben.

Bild: Lorscher Tabakpflanzerinnen im Jänner beim Lüften der fermentierten Tabak-Büschel
Foto: Gabi Dewald

 

 


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