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Enrique Sanchez, Global Premium Cigars, 1502

1502 Cigars: Enrique Sánchez und der Stolz Nicaraguas

Enrique Sánchez, Gründer von Global Premium Cigars, ist seine nicaraguanische Herkunft sehr wichtig. Als er 2010 in Néstor Plasencias Büro saß, wurde ihm geraten, auf seine Wurzeln Wert zu legen. Es war nicht das erste und gewiss nicht das letzte Mal, dass Sánchez seinen Rat zu Herzen nahm.

„Er erklärte, dass viele Zigarrenhersteller Nicaragua hoch ansehen, dass aber die wenigsten tatsächlich von dort stammten“, erzählt Sánchez im Blending Room der Plasencia-Fabrik. „Wenn man sich etwas zu eigen macht, kann es dir niemand mehr wegnehmen. Deshalb bringe ich zu Events immer eine nicaraguanische Fahne mit.“

Aus demselben Grund nannte er seine Marke 1502: Es war das Jahr, in dem Christoph Kolumbus in Nicaragua ankam. „Damals hat alles begonnen. Auf seiner vierten und letzten Fahrt verirrte sich Kolumbus in der Karibik, bis er endlich ein Stück Land sichtete. Er küsste die Erde, auf der er heil ankam, und nannte sie Cabo Gracias a Dios, (Kap Dank sei Gott). Es handelte sich um das Gebiet zwischen Nicaragua und Honduras und es war das erste Mal, dass Nicaragua erwähnt wurde.“

Der Einstieg in die Zigarrenproduktion

Zurück zu dem Tag, an dem ein selbstbewusster Enrique Sánchez Plasencias Büro betrat. Er präsentierte der Zigarrenlegende stolz seine Geschäftsidee und bekam eine Abfuhr. „Er sagte mir ins Gesicht, dass das nicht funktionieren würde. Ich war hartnäckig, aber er meinte lediglich, ich solle unsere Zeit nicht verschwenden. Ich war am Boden zerstört, all die Arbeit der letzten sechs Monate umsonst. Witzig, ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was meine Idee eigentlich war.“ 

Enrique Sanchez, Global Premium Cigars, 1502

Markengründer Enrique Sanchez in der Plasencia-Fabrik. | Photo: Simon Lundh

Die Besprechung war allerdings noch nicht vorüber. „Er drehte den Spieß um und fragte mich, weshalb ich nicht selbst eine Zigarre kreieren wolle. Darüber hatte ich ehrlich noch nie nachgedacht. Ich rauchte zwar seit 28 Jahren Zigarren, hatte aber nicht den blassesten Schimmer, wie man sie herstellt. Die Idee war sehr verlockend. So sehr, dass ich ihr nicht widerstehen konnte. Meine Frau meint, Néstor muss etwas an mir erkannt haben, was mir selbst nie bewusst war.“

Sánchez ergriff die Gelegenheit und gründete seine eigene Marke – zunächst mit zwei Partnern und schlussendlich alleine. „Meine Partner wollten die Firma schließen, also machte ich alleine weiter und taufte sie auf Global Premium Cigars um.“ Ein Name, der nicht zufällig entstand. 

„Mein Ziel war es immer, meine Premiumzigarren weltweit zu verkaufen. Sie müssen nicht in jedem Shop sein, aber in jedem Land.“ Unter der Marke 1502 führte er zunächst die Linien Emerald, Ruby und Black Gold. „Ich musste alles lernen, aber die Leute, die mit mir arbeiteten waren sehr geduldig und lehrten mich Schritt für Schritt. Am Ende war ich von dem Ergebnis sehr positiv überrascht.“ 

Heute umfasst die Marke drei weitere Linien: Nicaragua, XO und Blue Sapphire. „Als meine Frau mit unserem ersten Kind schwanger war, begann ich den Blend für Nicaragua. Da mein Sohn in den USA geboren wurde, war es mir wichtig, ihn an seine Wurzeln zu erinnern. Ich entschied mich deshalb bei dieser Zigarre für einen Blend aus 100 Prozent nicaraguanischem Tabak aus den verschiedenen Regionen. Die erste Kiste bewahre ich für den 18. Geburtstag meines Sohnes auf. Unsere Blue Sapphire wird auch aus nicaraguanischem Tabak hergestellt, aber nicht aus allen Regionen. Für XO verwendeten wir 18 Jahre alten Tabak.“

1502 wird zurzeit in den USA, Deutschland, der Slowakei, Guatemala, Nicaragua und Israel geführt. Während dieser Artikel geschrieben wird, arbeitet Global Premium Cigars daran, nach Brasilien, Argentinien, Mexiko, Russland, Ukraine und Rumänien zu expandieren. 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2017 veröffentlicht. Mehr

Simon Lundh

Nachdem Simon Lundh 2005 sein Ingenieursdiplom in Vermessungstechnik erwarb, entschied er sich für eine journalistische Laufbahn. Er entdeckte die Welt der Zigarren während er für eine nichtstaatliche Organisation in Estelí, Nicaragua, arbeitete und verdient seinen Lebensunterhalt nun größtenteils mit Artikeln über Zigarren, Metal Music und Tattoos sowie Reiseberichten.


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