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Maya Selva Cigars: Globale Präsenz durch Passion & Perfektion

Kaum ein anderes Zigarrenlabel ist so fest, geradezu bildhaft mit einer Frau verbunden wie die Marke Maya Selva Cigars. Das mag vordergründig daran liegen, dass die Gründerin der Marke ihren Namen gab. Wer jedoch die Gelegenheit hat, die Franco-Honduranerin persönlich kennenzulernen, spürt auf Anhieb, dass diese energische und starke Frau für „ihre Zigarren“ lebt.

 

Nicht zuletzt darin liegt der Grund für die enge Verbundenheit zwischen Marke und Eigentümerin. Verfolgen wir Maya Selvas Weg zur Zigarrenmacherin genauer. Er beginnt mit der berührenden Idee einer jungen Frau, die ihr Herkunftsland liebt, und mündete unlängst in die Zielgerade – Maya Selva Cigars kann seit diesem Jahr als globale Marke bezeichnet werden.

100 Prozent Honduras

Maya Selva, Tochter einer Französin und eines Honduraners, geboren und aufgewachsen in Honduras und erst mit 16 nach Paris verpflanzt, hatte einen Traum: „Ich wollte ein Produkt herstellen, das zu 100 Prozent in meinem Heimatland gefertigt werden kann – und so kam ich auf die Zigarre.“

maya selva tobacco field sitting

Photo: Maya Selva Cigars/Marc Dantan

Die studierte Ingenieurin kannte sich bereits ein wenig aus: sie war Zigarrenraucherin, aber die honduranischen Exportzigarren der 1990er-Jahre empfand sie als enttäuschend – mild, süßlich und von schlechter Qualität. Noch ein Grund mehr, selbst Zigarren zu kreieren. 1994 traf Maya Selva auf die Tabakgröße Mittelamerikas schlechthin – Nestor Plasencia.

Auch wenn sie inzwischen alle Arbeitsschritte der Zigarrenherstellung durchlaufen hatte, war sie bis dahin noch unentschieden, ob sie eine Karriere als Zigarrenproduzentin einschlagen sollte. Die Begegnung mit dem Exilkubaner und Tabakexperten brachte dann die Entscheidung: mit ihm erarbeitete sie noch im selben Jahr Qualitäts- und Produktionsstandards für ihre Zigarren.

Bis heute produzierte Plasencia die Flor de Selva-Zigarren für das Unternehmen. „Ingenieurin zu sein und von der Wesensart logisch zu agieren, helfen mir bis heute, meine Ziele in dieser Branche zu verwirklichen“, erklärt Maya Selva.

Nach zahllosen Verkostungen einzelner Blätter und ebenso vielen Blends kam 1995 die erste Kiste Flor de Selva in Frankreich auf den Markt. „Damit lernte Europa erstmals den tatsächlichen Geschmack von Honduras kennen“, kann die Franko-Honduranerin stolz behaupten. Die Zigarren spiegelten nicht nur das Terroir von Mayas Heimat wider, sondern auch sie selbst: elegant, trotzdem stark, unverwechselbar und entschieden.

Perfektion und Charakterstärke

Neben ihrer Leidenschaft für Perfektion macht zudem Mayas Art, nicht in Stereotypen zu denken, ihren Charakter aus. Das schlägt sich ebenfalls auf den Geschmack und die Qualität ihrer Zigarren nieder. Gefragt nach Meilensteinen ihrer Karriere als Zigarrenmacherin, antwortet Maya Selva differenziert, offen und nachdenklich, nennt Höhepunkte ebenso wie Tiefpunkte.

„Meilensteine waren die erste Story über Maya Selva Cigars gedruckt zu sehen, die erste Cigar Trophy zu erhalten, von den Passionados akzeptiert zu werden, auf der InterTabac den ersten eigenen Messestand zu haben, aber auch berufliche Partnerschaften, wie etwa jene mit Nestor Plasencia Senior und Andrés Diaz.“

Ingenieurin zu sein und von der Wesensart logisch zu agieren, helfen mir bis heute.

Maya erwähnt weiter als große Schritte ihrer Karriere die Eröffnung – gemeinsam mit Andrés Diaz – der eigenen Fabrik San Judas Tadeo 1998 in Danlí, das von ihr initiierte Zigarrenfestival Humo Jaguar, aber auch traurige Wendepunkte wie den Verlust ihrer langjährigen Ratgeber und Geschäftspartner Aldo Pajarín und Andrés Diaz im vergangenen Jahr. „Zwei so wichtige Begleiter wie meinen Farmmanager und Verkaufschef innerhalb weniger Wochen zu verlieren, war einschneidend, traurig und bedeutete für mich und mein Unternehmen fast so etwas, wie erwachsen zu werden.“

Grenzen überschreiten

Nach nur vier Jahren ist Flor de Selva in Europa ein Klassiker. 1995 lanciert das Unternehmen 50.000 Stück, 1999 sind es bereits 600.000. Eine gute Zeit, die Firma auszubauen, denn ein Motto von Maya Selva ist: „Nie aufhören zu lernen, sich Jahr für Jahr weiterentwickeln.“ Was die Branche in den letzten beiden Jahren erkannte, sah Maya Selva bereits 1999: das Potenzial einer Puros Nicaragua.

maya selva nestor placencia senior

Photo: Katherine Agurcia

Sie lancierte eine zweite Marke, Cumpay. Sie ist kräftiger und würziger als die elegante Flor de Selva und transportiert perfekt das Terroir der Vulkanerde des Jalapa-Tales, im nördlichen Nicaragua gelegen.

Nur drei Jahre später, 2002, brachte Maya Selva eine dritte Linie auf den Markt: Villa Zamorano, die in Mayas Manufaktur San Judas Tadeo in Honduras gefertigt wird. „Neben dem Eintritt 1998 ins Duty-free-Geschäft ist die Lancierung von Villa Zamorano mein größter Geschäftserfolg der letzten 20 Jahre.“

Die Zahlen geben der Unternehmerin in jeder Hinsicht recht: ausnahmslos alle Importeure sprechen von Villa Zamorano als Top-Seller. Dieser Longfiller schmeckt rustikaler als eine Flor de Selva und ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar. Das Format El Gordo heimste im Blindtasting (CJ 1/14) 92 Punkte ein, kostet EUR 3,10 (USD 5.80) und schaffte es sogar auf die Finest-25-Liste 2014 des Cigar Journals.

Treue Partner

Perfektion in Herstellung und Vertrieb gelingt Maya Selva nicht zuletzt deshalb, weil sie auf langjährige Partnerschaften setzt – einerseits mit Nestor Plasencia, der bis heute in Nicaragua Cumpay herstellt, andererseits aber durch Vertriebspartnerschaften, die schon seit den Gründungstagen von Flor de Selva bestehen.

maya selva cj award

Photo: Michael Collins

„Seit fast 20 Jahren begleiten wir Maya nun auf ihrem Erfolgskurs. Es ist erstaunlich, wie herausragend sie sich in dieser Männerdomäne behauptet hat. Mit viel Hartnäckigkeit, Durchsetzungsvermögen und unermüdlicher, absoluter Hingabe schafft sie den Spagat zwischen ihrer Leidenschaft, der Produktion von Zigarren, ihrer Familie und Mutter von zwei Kindern zu sein“, verrät Adam Kohlhase, Geschäftsführer von Kohlhase und Kopp. Der größte deutsche Longfiller-Importeur Kohlhase und Kopp importiert Maya Selva Cigars seit 1996.

Ähnlich treu sind Mayas Anhänger unter den Zigarrenhändlern. Der Schweizer René Wagner, Eigentümer des legendären Tabaklädeli, ist ein bekennender Flor-de-Selva-Fan.

Und auch im hohen Norden gibt es loyale Bewunderer: „Als ich Maya das erste Mal traf, war ich fasziniert von ihrer Vision, ihrem Enthusiasmus und ihrer Persönlichkeit. Ich verliebte mich Hals über Kopf in die Flor de Selva mit ihrem makellos abgestimmten Geschmacksprofil und ihrer einwandfreien Struktur. Für mich stellt sie die perfekte Zigarre dar! Heute ist Flor de Selva unsere meistverkaufte Marke und ich bin besonders stolz darauf, Taufpatin der Flor de Selva Egoista zu sein“, bekennt Merja Jusélius. Eine fast 20-jährige Freundschaft verbindet die Besitzerin von Cigarrummet, einem der bestsortierten Zigarrengeschäfte mit Lounge in Stockholm.

Maya Selva selbst bestätigt, dass ihr Unternehmen zwar – im Vergleich mit anderen Produzenten – klein ist, aber sehr schnell wächst. Inzwischen arbeiten für die Firma mehr als 200 Personen. Für die Zigarrenmacherin ist jedoch wichtig, dass sie ihren Mitarbeitern, Importeuren und Händlern weiterhin treu verbunden bleibt.

maya selva factory workers

Photo: Reinhold C. Widmayer

Sie teilt ihre Anwesenheit zwischen der Farm und Manufaktur in Danlí, der Produktionsüberwachung in Nicaragua, dem Headoffice im Herzen von Paris und dem neuen Büro in den USA auf. Mehr als die Hälfte des Jahres aber ist sie auf den Tabakfeldern oder bei den jeweiligen Produktionsstätten. Nur so kann sie ihre Passion für Perfektion leben und für beste Ergebnisse garantieren.

Raymondo Bernasconi importiert Maya Selva Cigars seit 2008 in die Schweiz und bestätigt: „Flor de Selva, Cumpay und Villa Zamorano-Zigarren zeichnen sich durch eine Top-Verarbeitung und eine extrem hohe qualitative Beständigkeit aus. Seit wir für Flor de Selva den Vertrieb übernommen haben, hatten wir kaum Kundenreklamationen, was man leider von anderen Marken nicht behaupten kann. Die Flor de Selva ist bei uns eines der Leader-Produkte. Es ist Maya Selvas Anspruch, nur absolute Qualitätszigarren auf den Markt zu bringen.“

Neue Märkte

2013 debütierte das Unternehmen in den USA mit einem Messestand auf der IPCPR und eröffnete einen Standort in Hollywood, Florida. Zigarrenprofi Gabriel Alvarez leitet das US-Büro und führt mit Leidenschaft und Wissen alle drei Markenlinien in den USA erfolgreich ein.

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Photo: Luc Monnet

Maya Selva kennt die jeweiligen Märkte genau: „US-Amerikaner haben einen anderen Bezug zu Tabak – für sie waren traditionell Virginia- und Kentuckytabak geschmacksbildend. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Zigarre etwas anderes bedeutet als bei uns in Europa, sie hat in den USA einen weniger exklusiven Touch.“ Mit Flor de Selva ist das Unternehmen dort besonders erfolgreich.

Den neuesten Meilenstein bezüglich Expansion setzte die Unternehmerin im Frühjahr: Sie übergab an Asienexperten Eric Piras die Aufgabe, mit seiner neu gegründeten Firma Cigraal den Vertrieb für ihre Produkte für Asien und den Mittleren Osten aufzubauen.

Maya Selva ist gespannt: „Die Asiaten haben einen sehr gut geschulten Gaumen aufgrund ihrer exquisiten Küche; ich denke, auch hier wird die fein strukturierte Flor de Selva sehr gut ankommen.“

Piras, ehemals Asien-Pazifik-Präsident von Altadis, freut sich auf die Aufgabe: „Seit März 2015 geht die neue internationale Entwicklung des Maya Selva Cigars-Portfolios zügig voran. Ich erschließe derzeit Märkte in Hongkong, Macau und Duty-free-Verkauf für China, Japan, Malaysia, Südostasien und im Libanon und wir rechnen im Laufe des ersten Jahres der Partnerschaft mit weiteren Marktöffnungen. Ich setze hohe Erwartungen in Flor de Selva im Raum Großchina, denn diese Zigarre entspricht dem aktuellen Trend. Ich glaube, dass der neue Blend – die No. 20 – hier ebenfalls ein Hit sein wird. In einem von Habanos geprägten Markt punktet diese Zigarre, indem sie das Beste des Habanos-Geschmacks mit dem Besten von in Honduras gezogenem Tabak vereint.“

Stark, Klar, Global

Passend zur inzwischen globalen Präsenz von Maya Selva Cigars wurden die Logos der drei Linien überarbeitet. Noch immer elegant, transportieren sie die jeweilige Marke, zeigen jedoch mehr Stärke, Kraft, Klarheit und Gegenwärtigkeit. Auch wenn es schwer war, sich in der Branche als Frau zu behaupten, wie Maya offen bekennt, sind ihre Zigarren in den Humidoren der Passionados nicht mehr wegzudenken.

Aus dem Traum einer jungen Ingenieurin, ein Produkt 100 Prozent Made in Honduras herzustellen, wurde eine unverkennbare und einzigartige Zigarrenmarke, die weltweit präsent ist.

Maya Selva Cigars Portfolio

FLOR DE SELVA

Origin: Honduras, Wrapper: Honduras Connecticut,
Binder: Honduras, Filler: Honduras;

Petit Cigares 3 1⁄2 x 20 | 89 x 6,0
EUR 0,91; USD 1.00; CHF 1,40;

Egoista 3 1⁄2 x 52 | 89 x 20,6
EUR 6,20; USD 9.00; CHF 8,90;

Siesta 4 1⁄4 x 40 | 108 x 15,9
EUR 5,10; USD n/a; CHF 8,50;

Panetela 4 1⁄2 x 30 |114 x 11,9
EUR 4,30; USD n/a; CHF 6,20;

Robusto 4 3⁄4 x 50 | 121 x 19,8
EUR 6,50; USD 9.00; CHF 10,60;

Petit Corona 5 1⁄2 x 42 | 140 x 16,7
EUR 5,80; USD n/a; CHF 8,90;

Corona 5 1⁄2 x 48 | 140 x 19,0
EUR 7,20; USD n/a; CHF 12,50;

Toro 6 x 52 | 152 x 20,6
EUR n/a; USD 10.00; CHF n/a;

No. 15 5 1⁄2 x 55 | 140 x 21,8
EUR 8,10; USD 11.00; CHF 11,80;

El Galán 6 x 49 | 152 x 19,5
EUR 13,00; USD n/a; CHF 11,00;

Fino 6 x 44 | 152 x 17,5
EUR 6,80; USD n/a; CHF 11,30;

Tempo 6 x 60 | 152 x 23,8
EUR 8,00; USD 14.00; CHF 12,40;

Churchill 7 x 49 | 178 x 19,5
EUR 8,20; USD n/a; CHF 13,30;

Doble Corona 7 1⁄2 x 52 | 191 x 20,6
EUR 8,70; USD 14.00; CHF 14,80;

Extremo 11 x 54 | 279 x 21,4
EUR 18,00; USD n/a; CHF 28,50;

20 Años Lancero (Ltd. Ed.)
Wrapper: Honduras Habano Jamastran,
Binder: Honduras Azacualpa Olancho,
Filler: Honduras;
7 x 38 | 178 x 15,1
EUR 15,00; USD 15.00; CHF n/a;

 

FLOR DE SELVA MADURO

Origin: Honduras, Wrapper: Honduras Habano,
Binder: Brazil Mata Fina, Filler: Honduras;

Robusto 4 3⁄4 x 50 | 121 x 19,8
EUR 7,00; USD 9.50; CHF 12,90;

Toro 6 x 52 | 152 x 20,6
EUR n/a; USD 10.50; CHF n/a;

No. 15 5 1⁄2 x 55 | 140 x 21,8
EUR 9,60; USD 12.00; CHF 12,80;

Tempo 6 x 60 | 152 x 23,8
EUR 9,40; USD 15.00; CHF 13.50;

 

CUMPAY

Origin: Nicaragua, Wrapper: Nicaragua,
Binder: Nicaragua, Filler: Nicaragua;

Short 4 x 46 | 102 x 18,3
EUR 4,80; USD 6.00 CHF 7.20;

Robusto 4 ¾ x 50 | 121 x 19,8
EUR 5,50; USD 8.00; CHF 8,20;

Volcán 5 x 58 | 127 x 23
EUR 7,90; USD 12.00; CHF 10,20;

Corona 5 ½ x 42 | 140 x 16,7
EUR 5,00; USD n/a; CHF 7,70;

No. 15 5 ½ x 55 | 140 x 21,8
EUR 8,20; USD 9.00; CHF n/a;

Piramide 6 x 50 | 152 x 19,8
EUR 5,80; USD n/a; CHF 9,00;

Churchill 7 x 48 | 178 x 19,0
EUR 7,00; USD 9.50; CHF 9,70;

 

CUMPAY MADURO

Volcán 5 x 58 | 127 x 23
EUR n/a; USD 13.00; CHF n/a;

 

VILLA ZAMORANO

Origin: Honduras, Wrapper: Indonesia Sumatra,
Binder: Honduras, Filler: Honduras/Nicaragua;

Expreso 3 ½ x 52 | 90 x 20,6
EUR 2,10; USD 4.40; CHF 3,20;

Intenso 4 x 46 | 102 x 18,3
EUR 2,20; USD n/a; CHF 3,20;

Corona 5 x 42 | 127 x 16,7
EUR 2,40; USD n/a; CHF 3,45;

Robusto 5 x 50 | 127 x 19,8
EUR 2,60; USD 5.20; CHF 4,00;

El Gordo 5 x 56 | 127 x 22,2
EUR 3,10; USD 5.80; CHF 4,80;

No. 15 5 ½ x 55 | 140 x 21,8
EUR 3,30; USD 6.00; CHF 4,80;

Churchill 7 x 46 | 178 x 18,3
EUR 3,60; USD n/a; CHF 4,80;

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2015 veröffentlicht. Mehr

Katja Gnann

Bei einer regionalen Tageszeitung erlernte sie das journalistische Handwerk von der Pieke auf und erstellte dort langjährig redaktionelle Beiträge. Durch die Mitarbeit bei der Zeitschrift „Der Spiegel“ in Rom bekam sie die Chance, ihre Kenntnisse im Medienbereich zu professionalisieren. Katja Gnann studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg, Palermo und Rom und verbrachte im Zuge des Studiums viele Jahre in Italien. Das Land war ihr Lehrmeister in Sachen Genuss und Lebensstil. Seit 2004 arbeitet sie für das Cigar Journal, seit 2010 als Chefredakteurin.


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