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Manny Iriarte

Manny Iriarte: The Art of Cigars

Manny Art

Detailverliebt lenkt Manny das Auge auf scheinbar unwichtige Einelheitein | Photo: Manny Iriarte

Jeder Passionado kennt seine Fotografien, und doch hat kaum einer je seinen Namen wahrgenommen. Zigarrenmagazine ohne seine Werbesujets sind schier unvorstellbar. Und auch wenn es um die Illustration einer wichtigen Story geht, hat Manny Iriarte den „heißen Draht“ zu den Herstellern. Er ist (im Sinne des Wortes) der Shooting Star der Fotografen rund um das braune Gold. Für das European Cigar Cult Journal hat er die aktuelle Titelstory illustriert – mit ein Grund, warum ein Blick hinter die Kulissen für den Konsumenten durchaus aufschlussreich ist. 

„Manny Iriarte hat schon mit vielen bekannten und angesehenen Unternehmen der Zigarrenindustrie gearbeitet“, expliziert der Videograf Rafael Gonzalez, der die Schlüsselszenen des Shootings für unsere Coverstory auf YouTube veröffentlicht hat (www.youtube.com/watch?v=n1hAbSmtSDU). „Seine Aufnahmen hängen in den angesehensten Lounges, er fotografiert Werbesujets, setzt Zigarren für Broschüren, Kataloge und Displays in Szene … er schlägt einfach immer die passende Brücke zwischen Produkt und Betrachter.“ 

Ein Freund … und hoch professioneller Fotograph

Bei der Vorbereitung zur Padrón-Titelgeschichte war die (sonst eher heikle) Frage nach dem Fotografen in wenigen Augenblicken abgehandelt: „Wie wär’s mit Manny Iriarte?“, lautete mein Vorschlag an den Unternehmenssprecher bei Padrón Cigars, César A. Gadea. „Ja, natürlich, perfekt“, gab er kurz und bündig sein Wohlwollen zum Ausdruck. Iriarte hat in der kubanischen Gemeinschaft Miamis einen klingenden Namen. „Ich erachte Manny als Freund“, hält auch Firmenchef Jorge Padrón nicht mit Anerkennung zurück. „Ich arbeite nun schon vier, fünf Jahre mit ihm zusammen. Irgendwie erinnert er mich an meinen Vater, jedenfalls was seine Herkunft, seine Leidenschaft und den wachsenden Erfolg betrifft. Er ist mit Leib uns Seele bei der Arbeit … als Fotograf und für die Zigarre. Und er arbeitet hoch professionell.“ 

Der amerikanische Traum … 

Manny Shooting

den Shootings verausgabt sich der Sportschwimmer auch körperlich | Photo: Manny Iriarte

Aufgewachsen ist Manny in Santa Clara, mitten in Kuba. Als begeisterter Sportschwimmer schaffte er es bis ins kubanische Nationalteam. Dennoch verlegte er sich nach seinem Studium
an der Universidad del Deporte aufs Fotografieren. „Jeder weiß, dass man in Kuba nicht gerade leicht zu einer Ausrüstung für solch ein Hobby kommt. Ich hatte das Glück, auf einen spanischen Touristen zu treffen, der mir eine besorgte“, deutet der junge Künstler auf eine Olympus OM-10, 1973. „Ja, die Kamera habe ich noch immer. Und mit meinem spanischen Freund stehe ich nach wie vor in Kontakt“, lacht er. Als Sportler hatte Iriarte einiges von der Welt gesehen. An seinem 30. Geburtstag fasste er schließlich den schweren Entschluss, seine Familie zu verlassen und in die USA zu flüchten: „Nach all der Mühsal und Anstrengung, mit der das Leben in Kuba einhergeht, hatte ich nur ein Ziel vor Augen – den amerikanischen Traum zu verwirklichen.“ Als Sportlehrer in den USA konnte er nicht nur für sich selbst recht gut sorgen, sondern gleichzeitig auch seiner Familie zu Hause unter die Arme greifen und sich als Fotograf weiterbilden. 

 Jede Rauchschwade hat Leib und Seele

Die Fotografie wurde zu seiner „exzentrischen Leidenschaft“, bekennt der Gewinner der National Photo Awards 2006 in heftigem spanischen Akzent: „Es ist ein überwältigendes Gefühl, die Welt durch ein Objektiv zu sehen. Irgendwie steckt es zwanghaft in mir, alles im Leben in Bildern festhalten zu müssen.“ In seinem fotografischen Enthusiasmus für die Zigarre spiegelt sich auch seine Sentimentalität rund um seine Heimat Kuba wider. „Eine Zigarre … das bedeutet für mich Eleganz, Begeisterung, Macht.“ Jede Rauchschwade aus einer Zigarre hat für ihn Leib und Seele. Genau das bringt er in seinen künstlerischen Arbeiten auch zum Ausdruck und lenkt so die Aufmerksamkeit der bedeutendsten Zigarrenhersteller auf sich: 601, Alec Bradley, Don Pepin Garcia, Jesus Fuego, Matasa/Fonseca, Oliva, Perdomo, Reyes Family, um nur einige zu nennen. 

„Anzeigensujets“: Alec Bradley, Jesus Fuego und Don Pepin Garcia | Photo: Manny Iriarte

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Frühjahrs-Ausgabe 2009 veröffentlicht. Mehr 

Reinhold C. Widmayer

His journalistic career began in 1979 as a freelancer for German-language newspapers in the US, and later for Austrian media including Die Wochenpresse and Das Wirtschaftsblatt. For ten years he also produced programs for over 60 radio stations around the world. In 1994, Reinhold C. Widmayer devoted himself to all things cigar, publishing technical articles in cigar magazines. He began working for Cigar Journal in 2001 and became editor-in-chief in 2005; under his auspices the journal has established itself as the world’s leading cigar magazine.


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