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Cigar Family Charitable Foundation: Leben verändern durch Bildung

„Kopf hoch, du gehörst zur Cigar Family“. So lautet der Ratschlag eines kleinen Jungen, der versucht, einen schmollenden Schulkameraden aufzuheitern, indem er ihn darauf hinweist, welch privilegiertes Leben er führt. Ein Ratschlag, der zu einem gängigen Spruch geworden ist – nicht nur unter den Leuten hinter der Cigar Family Charitable Foundation (CFCF), sondern auch unter den Spendern, die sich beim jährlichen Treffen der Stiftung einfinden.

 

Der Cigar Family Community Complex ist die Vision von Carlos „Carlito“ Fuente, Jr. von der Arturo Fuente Cigar Company, seinem Freund und Geschäftspartner Eric Newman von der J. C. Newman Cigar Company und David Luther, dem geschäftsführenden Direktor des Dominikanischen Instituts für integrale Entwicklung (IDDI). Gegründet wurde dieser, nachdem Carlito am Standort seiner neuen Tabakfarm die folgende Erfahrung machte: „Wir organisierten dort Lunch-Veranstaltungen, und jedes Mal, wenn ein Auto am Gelände eintraf, kamen dutzende Kinder angelaufen. Sie waren schmutzig, barfuß, hatten geschwollene Bäuche aufgrund von Parasiten und baten um Geld.

Die Cigar Family Charitable Foundation hat das Leben von tausenden Kindern und deren Familien in der Dominikanischen Republik verändert.

Es war eine traurige und seltsame Situation für die Gäste. Bei ihrem nächsten Besuch brachten sie Bunt- und Bleistifte sowie anderes Schulmaterial. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste war, dass es keine Schulen gab.“ Einen Schlüsselmoment stellte der Besuch des dominikanischen Baseball-Stars Sammy Sosa bei einer dieser Lunch-Veranstaltungen dar. „Danach schickte er den Kindern Handschuhe und Bälle. Einen Monat später kam ein Bub zu mir und wollte einen neuen Handschuh, weil sein Vater seinen verpfändet hatte, um Rum zu kaufen. Da wurde mir klar: Man kann das Leben eines Kindes nicht ändern, indem man ihm einen Bleistift schenkt, wenn es keine Schulen gibt. Und man kann ein Kind nicht ändern, wenn man ihm einen Handschuh gibt, weil man ihm so bloß beibringt, nach mehr zu fragen. Der einzige Weg für Veränderung ist Bildung.“

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Photo: Simon Lundh

Der Cigar Family Community Complex begann mit dem Bau einer Volksschule. Ein Jahr später folgte ein medizinisches Zentrum und seither hat es sich zu einem Projekt entwickelt, das 20 Gemeinden mit insgesamt 237.000 Menschen erreicht. Eine High School, ein Baseball-Feld und ein Basketball-Platz wurden errichtet. Die Schulkinder können Unterricht in Tanz, Musik sowie verschiedenen Sportarten nehmen und sie bauen sogar ihre eigenen Bioprodukte an.

Das Resultat: 90 Prozent der Schüler setzen ihre Ausbildung an höheren Lehranstalten fort. „Sie sind jetzt voller Lebensfreude“, erzählt Carlito. „Zuvor hatten sie keine Träume, aber nun sind sie ehrgeizig und wissen, dass sie eine Chance haben.“ Eric Newman schildert eine andere Episode: „Es gab diesen Jungen namens Nelson, der davon träumte, Arzt zu werden, doch seine Mutter meinte, er solle sich das aus dem Kopf schlagen. ‚Leute wie wir werden keine Ärzte. Wenn du Glück hast, dann wirst du in den Tabakfeldern arbeiten‘, sagte sie. Und es spricht auch nichts gegen die Arbeit auf den Feldern, doch Nelson gab seinen Traum nie auf und studiert nun, um Neurochirurg zu werden.“

Der einzige Weg für Veränderung ist Bildung.

Das Projekt ist von großer Bedeutung für die gesamte Gegend. Die Schüler erhalten nicht nur eine gute Ausbildung, sondern haben auch Zugang zu medizinischer Versorgung. „Unsere zwei zentralen Erfolgsfaktoren sind Kontinuität und die Tatsache, dass wir uns neben Schulleistungen auch auf Gemeindeentwicklung konzentrieren“, erklärt David Luther. „Jährlich wird eine Summe von einer Million Dollar in das Projekt investiert, einschließlich Kosten für Schulbusse und Arbeit in den umgebenden Dörfern.

Was die Cigar Family Charitable Foundation von anderen Non-Profit-Organisationen unterscheidet ist, dass sämtliche Spendengelder unmittelbar für gemeinnützige Zwecke verwendet werden, während die Familien Fuente und Newman alle Verwaltungs-, Rechts-, Buchhaltungs- und Fundraising-Kosten übernehmen.“

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Photo: Simon Lundh

Die Cigar Family hat etwa 20.000 Mitglieder, darunter Jeremy „Mic“ McGrath aus Saco, Maine. Er nimmt zum zweiten Mal an dem Event teil und hat eine Spendenaktion mit seinen Motorrad-Kameraden der Maine Masonic Riders Association organisiert.

„Nach meinem ersten Besuch des Cigar Family Community Complex lag es mir am Herzen, diesen Kindern zu helfen, und so fuhren wir alle von einem Geschäft in Saco zu einem anderen in Epping, New Hampshire. Jeder steuerte 20 Dollar bei und so konnten wir insgesamt 1000 Dollar aufbringen. Heuer wollen wir 3000 Dollar aufstellen, womit wir zwei Kinder ein Jahr lang sponsern können.“

Wir haben derzeit rund 450 Schüler.

„Es gibt 10.000 Kids in dieser Gegend, die in die Schule gehen sollten“, meint Carlito abschließend. „Wir haben derzeit rund 450 Schüler und mein Dad sagte mir jüngst, dass er vor seinem Tod eine Steigerung dieser Zahl auf 1000 erleben möchte. Wir wollen uns außerdem im infrastrukturellen Bereich engagieren – Häuser, Schulen und Hotels errichten. Wir möchten die Welt verändern.“ Die Vereinten Nationen haben die Cigar Family Charitable Foundation als Modell für andere Entwicklungsländer und Gemeinden anerkannt.

Kinder, die vormals nur Landarbeiter werden wollten, haben sich nun eine Karriere als Architekt, Wissenschafter oder Diplomat zum Ziel gesetzt. Bildung hat der gesamten Gemeinde ein Gefühl von Hoffnung und einen neuen Lebenssinn geschenkt.

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2014 veröffentlicht. Mehr

Simon Lundh

Nachdem Simon Lundh 2005 sein Ingenieursdiplom in Vermessungstechnik erwarb, entschied er sich für eine journalistische Laufbahn. Er entdeckte die Welt der Zigarren während er für eine nichtstaatliche Organisation in Estelí, Nicaragua, arbeitete und verdient seinen Lebensunterhalt nun größtenteils mit Artikeln über Zigarren, Metal Music und Tattoos sowie Reiseberichten.


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