Nördliche Interessenvertretung: die Cigar Association of Canada

    In den Vereinigten Staaten setzen sich die Premium Cigar Association (PCA) und Cigar Rights of America (CRA) sehr aktiv für die Rechte und Interessen amerikanischer Zigarrenliebhaber ein. Aber wie sieht es jenseits der Grenze in Kanada aus? Glücklicherweise haben die Kanadier mit der Cigar Association of Canada (CAC) nun eine etablierte, unabhängige Stimme.

    Mehr denn je dienen Gruppen, die Rechte und Interessen rund um Zigarren verfechten, als integrale Vertretung zur Unterstützung von Zigarrenherstellern, Distributoren, Einzelhändlern und vor allem Zigarrenliebhabern. Diese Gruppen arbeiten hart daran, Gesetzgeber über die Einzigartigkeit zu informieren, die eine Premiumzigarre von anderen Tabakerzeugnissen unterscheidet. Mit dem Ziel, faire Gesetze zu erreichen, setzen sich Interessenvertretungen für den Erhalt und das Wachstum der Branche ein, um letztlich dafür zu sorgen, dass Premiumzigarren weiterhin verantwortungsvoll genossen werden können.

    Obwohl die PCA in der Vergangenheit eine Graswurzelbewegung zur Unterstützung Kanadas initiiert hat, brauchen kanadische Passionados eine eigene Stimme. Das ist nun die CAC, die von Sheldon Lloyd Smith in Vancouver gegründet wurde. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die eine zentrale Rolle bei der Förderung der kanadischen Zigarrenindustrie und dem Schutz der Rechte erwachsener kanadischer Konsumenten spielen soll. Vor Kurzem bat ich Sheldon Lloyd Smith, mir mehr über die CAC und ihre Initiativen zur Wahrung der Zigarrenrechte für Kanadier zu erzählen.

    Cigar Journal: Wann hat Ihre persönliche Wertschätzung von Zigarren begonnen? Gab es einen bestimmten Moment oder eine bestimmte Zigarre, an die Sie sich erinnern?

    Sheldon Lloyd Smith: Es gab nicht den einen entscheidenden Moment. Ich genieße Zigarren schon seit Jahren, und mit der Zeit ist mein Respekt vor der Handwerkskunst und dem vielschichtigen Geschmack einer handgerollten Zigarre nur gewachsen. Wenn dann noch gute Gesellschaft dazu kommt, ist es die gemeinsame Erfahrung, die mich jedes Mal wieder zurückbringt.

    Cigar Journal: Welche Aspekte des Zigarrengenusses sprechen Sie besonders an?

    Sheldon Lloyd Smith: Der Geschmack steht natürlich im Mittelpunkt, aber Zigarren halten auch Momente der Zeit fest. Das Anschneiden der Kappe, das vorsichtige Toasten des Fußes und der erste Zug veranlassen mich, langsamer zu werden und ganz präsent zu sein. Es ist eine willkommene Pause in einer schnelllebigen Welt.

    Cigar Journal: Kanada hat eindeutig einige der strengsten Gesetze der Welt, wenn es um Tabak geht. Wann wurde Ihnen erstmals bewusst, dass das Land mit besonders strikten Tabakvorschriften konfrontiert ist, und und wie haben Sie diesen Moment wahrgenommen?

    Sheldon Lloyd Smith: Der Druck hatte sich schon seit Jahren aufgebaut, aber der eigentliche Weckruf war die sogenannte Bill S-5 [von 2022] und ihre Vorschriften hinsichtlich Einheitsverpackungen. Die Verbrauchssteuern waren bereits hoch, doch die Abschaffung des Brandings fühlte sich wie der endgültige Schlag an. Damals wurde mir klar, dass gemeinsames Handeln notwendig war.

    Cigar Journal: Wann haben Sie beschlossen, die Cigar Association of Canada zu gründen, und wie fing alles an?

    Sheldon Lloyd Smith: Ich habe mich immer wieder gefragt, warum die Regulierungsbehörden bei Premiumzigarren so streng vorgehen. Als ich nach einem kanadischen Gegenstück zu Gruppen wie der PCA oder der CRA suchte und keines fand, wurde die Notwendigkeit einer nationalen Stimme offensichtlich. Da ich sah, dass Premiumzigarren zunehmend restriktiven Vorschriften unterworfen waren und es keine nationale Stimme gab, entwarf ich das Rahmenkonzept für die Cigar Association of Canada, die wir im November 2023 offiziell gründeten.

    Cigar Journal: Welche staatlichen Stellen sind für Zigarrenvorschriften in Kanada zuständig?

    Sheldon Lloyd Smith: Das Parlament, das über das Unterhaus und den Senat den Rahmen vorgibt und dabei vom Gesundheitsminister geleitet wird. Die Abteilung für Tabakkontrolle von Health Canada setzt den Tobacco and Vaping Products Act durch und überprüft Verpackung, Etikettierung und Werbung. Die kanadische Steuerbehörde und die Grenzschutzbehörde sind für Verbrauchssteuern und Einfuhren auf Bundesebene zuständig, während jede Provinz ihre eigenen Vorschriften für Tabaksteuer und Raucherbereiche erlässt. Die Gemeinden fügen dann spezifische Verordnungen hinzu, wie etwa die Festlegung des Mindestabstands, der eingehalten werden muss, wenn jemand in der Öffentlichkeit vor einer Tür raucht.

    Cigar Journal: Was sind die größten Herausforderungen, mit denen kanadische Zigarrenraucher heute konfrontiert sind?

    Sheldon Lloyd Smith: Kosten und Zugang. Die Steuern sind ausgesprochen hoch, und Orte, wo legal geraucht werden darf, sind begrenzt und sehr schwer zu finden. Das Ergebnis ist ein Umfeld, das erwachsene Enthusiasten ausgrenzt, die ein legales, handwerklich hergestelltes Produkt genießen möchten, während andere Freizeitbeschäftigungen für Erwachsene mit weniger Hindernissen konfrontiert sind.

    Cigar Journal: Welche Kosten fließen in den Endverkaufspreis einer Premiumzigarre in Kanada ein?

    Sheldon Lloyd Smith: Stellen Sie sich den Preis wie eine siebenschichtige Torte vor. Es beginnt mit dem Großhandelspreis, der üblicherweise in US-Dollar angegeben wird. Dies ist die Rechnung des Herstellers an den Importeur. Hinzu kommt die Bundesverbrauchssteuer in Höhe von CAD 41,52 pro tausend Zigarren, plus 14,9 Cent oder 88 Prozent des Verkaufspreises pro Stück, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Jede Provinz legt dann noch ihre eigene Tabaksteuer drauf: 90,5 Prozent in British Columbia [mit einer Obergrenze von sieben Dollar], 56,6 Prozent in Ontario und 142 Prozent in Alberta. Daraufhin folgt die GST [Goods and Services Tax] oder HST [Harmonized Sales Tax]: 5 Prozent in British Columbia, 13 Prozent in Ontario, fast 15 Prozent in Québec. Die Vorschriften für Einheitsverpackungen führen in der Regel zu zusätzlichen Kosten für spezielle Kisten und Gesundheitswarnungen, und dann kommt die logistische Schicht hinzu: Versand, Versicherung, Maklerdienste – das ganze Programm. Schließlich muss der Einzelhändler noch eine Marge von 30 bis 100 Prozent aufschlagen, um Kosten für Miete, Personal, Befeuchtung und Expertise zu decken. Nimmt man alle sieben Schichten zusammen, so kann eine Zigarre, die im Großhandel ein paar Dollar kostet, im Regal das Dreizehnfache davon ausmachen. Das ist – gelinde gesagt – jede Menge!

    Cigar Journal: Wie hoch ist der Anteil von Premiumzigarren am Gesamttabakumsatz in Kanada?

    Sheldon Lloyd Smith: Handgefertigte Premiumzigarren machen nicht mal ein „sattes“ Prozent des gesamten kanadischen Tabakmarktes aus. Auf maschinell hergestellte Zigarren und Zigarillos entfallen etwa zwei bis drei Prozent. Mit anderen Worten: Premiumzigarren sind ein winziges Nischensegment auf dem Markt, für das jedoch einige der strengsten Vorschriften gelten – Vorschriften, die die Gefahr bergen, dass diese Kategorie durch Besteuerung verschwindet.

    Cigar Journal: Wie können Kanadier bei der Cigar Association of Canada mitwirken?

    Sheldon Lloyd Smith: Werden Sie Mitglied, spenden Sie für unseren Interessenvertretungsfonds, schicken Sie uns Ihre Geschichten, teilen Sie unsere Updates online und ermuntern Sie Ihren örtlichen Tabakhändler, sich uns anzuschließen. Wir bauen eine Koalition von Küste zu Küste auf, um Zigarrenrechte zu schützen und das Handwerk zu feiern. Wenn die Gesetzgeber sehen, dass wir vereint sind und unsere Stimmen entsprechend abgeben, werden sie keine andere Wahl haben, als die sinnvollen Veränderungen umzusetzen, die unsere Branche verdient.

    Cigar Journal: Wie verbreiten Sie die Nachricht in ganz Kanada?

    Sheldon Lloyd Smith: Wir sind auf sozialen Plattformen aktiv, nehmen an Zigarrenveranstaltungen teil und stehen in direktem Kontakt mit Einzelhändlern, Importeuren und Konsumenten. Manchmal reicht es schon aus, zum Telefon zu greifen. Basisverbindungen sind wichtig.

    Cigar Journal: Das kalte Klima in Kanada macht den Zigarrengenuss im Freien schwierig. Wie gehen Sie persönlich damit um?

    Sheldon Lloyd Smith: Es hilft, in Vancouver zu leben. Die Winter sind milder, aber der Regen bedeutet trotzdem eine Einschränkung. Obwohl wir das Beste aus den wenigen privaten Lounges machen, die es in diesem Land gibt, würde Kanada von mehr Innenbereichen für Enthusiasten profitieren.

    Cigar Journal: Ich weiß, dass es verpönt sein kann, bei einer Zigarre über Politik zu reden, aber welche Auswirkungen könnten US-Tabakzölle auf den kanadischen Zigarrenmarkt haben?

    Sheldon Lloyd Smith: Nehmen wir mal an, dass kanadische Importeure ihre Zigarren direkt aus Nicaragua, der Dominikanischen Republik oder Kuba einführen, aber niemals über die USA. Ein US-Zoll wirkt sich immer noch auf den Norden aus. Die Frachtraten sind global, was bedeutet, dass die Spediteure bei einem Rückgang des US-Volumens die Kosten umlegen und der Versand nach Kanada teurer wird. Hersteller erhöhen dann die Exportpreise anderswo, um die Umsatzeinbußen in den USA auszugleichen, indem sie unsere Großhandelskosten in die Höhe treiben. Und wenn amerikanischen Zigarrenraucher anfangen, online in Geschäften in Übersee zu kaufen, wird das Angebot knapper und die kanadischen Regalpreise steigen. Selbst Zölle, die nur auf die USA abzielen, können also Kanada bei Kosten, Angebot und Preis weiter unter Druck setzen.

    Cigar Journal: Wie gehen Tabakhändler und Konsumenten mit der wachsenden Zahl von Verordnungen um?

    Sheldon Lloyd Smith: Einzelhändler haben eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen und versorgen ihre treue Community trotz steigender Kosten. Konsumenten erkennen zunehmend, dass nicht die Geschäftsbesitzer schuld sind, sondern die Politik. Dennoch führen Einheitsverpackungen und hohe Zölle dazu, dass manche Einkäufe ins Ausland verlagert werden, was den lokalen Umsatz und ironischerweise auch die Staatseinnahmen schmälert.

    Cigar Journal: Da Reisen in die USA im Vergleich zum Vorjahr um über 70 Prozent zurückgegangen sind, werden vielleicht mehr Kanadier in Tabakgeschäften vor Ort einkaufen. Glauben Sie, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Rücknahme der Gesetze möglich ist, oder liegt der Fokus eher darauf, weitere Beschränkungen zu verhindern?

    Sheldon Lloyd Smith: Beide Ziele sind wichtig. Mit ausreichender Unterstützung von Konsumenten, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern können wir auf gezielte Reformen drängen, insbesondere die Abgrenzung von Premiumzigarren von Zigaretten und Nikotinprodukten, und gleichzeitig daran arbeiten, weitere Übergriffe zu verhindern.

    Cigar Journal: Welche kulturelle Rolle spielen Zigarren in Kanada?

    Sheldon Lloyd Smith: Zigarren sind hier viel mehr als nur ein luxuriöses Vergnügen nach dem Essen. Um 1900 gab es in Kanada Fabriken, die Zigarren im eigenen Land rollten, darunter Flor de Claro in Montréal, wo kubanischer Tabak verwendet wurde. Bereits während der Großen Depression begann die Familie Horvath, Zigarren in Ontario herzustellen – und tut das bis heute. Diese Zigarren reisten mit Eisenbahn-Crews, markierten die Heimkehr nach dem Krieg und wurden zu einer kurzen Art zu sagen: „Wir haben es geschafft.“ Heutzutage ist ein ähnliches Ritual in Kanadas kulturellem Mosaik zu finden. In kubanischen, dominikanischen und nicaraguanischen Vierteln werden Zigarren bei Hochzeiten, Quinceañeras und lateinamerikanischen Festen am Wochenende entzündet. Veteranen verteilen immer noch Zigarren am Remembrance Day, und ein Deal in der Bay Street [Torontos Version der Wall Street] endet oft mit einer Zigarre samt einem „Toast“. Die Zigarre ist also nicht nur ein Luxusgut, sondern ein soziales Symbol, das von Halifax bis Vancouver eine Brücke zwischen Geschichte, Meilensteinen und Gemeinschaften schlägt. Für viele Kanadier haben Zigarren Momente des Krieges und des Friedens, des Feierns und des Vermächtnisses geprägt, und die Bewahrung dieses Erbes ist uns ein zentrales Anliegen.

    www.cigarassociationcanada.org

    Instagram: @cigarassociationcanada

    E: [email protected]



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