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Barclay Rex Cigar Shop New York

New York’s ältestes Zigarrengeschäft: Barclay Rex

Ein Hund und der ursprüngliche Standort gaben dem ältesten Tabakladen in New York seinen Namen – Barclay Rex. Das Zigarrengeschäft samt Lounge befindet sich heute zwar in der Pearl Street im Zentrum von Manhattan, aber alles begann ein paar Häuserblocks weiter nördlich. „Mein Großvater war Pfeifenhersteller und eröffnete 1910 ein Geschäft in der Barclay Street, Ecke Church Street“, erzählt der derzeitige Besitzer Vincent Nastri. „Er hatte eine Dogge namens Rex, und weil er es sich nicht leisten konnte, in Zeitungen zu inserieren, warf er dem Hund eine Decke über den Rücken, auf welcher der Name des Ladens stand, und engagierte einen Burschen, der mit ihm herumspazierte.“ Damals wurden nur Pfeifen und Pfeifentabak verkauft, doch in den frühen 1950er-Jahren kamen auch Zigarren dazu. „Das Geschäft wurde in die Broad Street verlegt, wo es bis 2000 seinen Standort hatte.

Vom Pfeifen- zum Zigarrengeschäft

Mein Großvater stellte fest, dass die Nachfrage nach Zigarren stieg, und begann welche zu verkaufen. Er baute selbst einen ordentlichen Humidor, wobei man bedenken muss, dass es damals ja nur drei, vier Dutzend verschiedene Marken gab.“ Als Nastris Großvater 1967 starb, übernahm sein Vater für kurze Zeit das Geschäft. Ende der 1970er-Jahre ging es in den Besitz von Vincent über. „Mein Vater blieb noch eine Weile, aber die langen Arbeitstage wurden ihm bald zu viel.“ Für Vincent lag die Übernahme des Geschäfts keineswegs auf der Hand. „Ich bin noch in die Schule gegangen und hatte wohl jede andere berufliche Laufbahn als diese im Sinn. Aber das Geschäft ist mir langsam ans Herz gewachsen. Ich habe immer mehr Zeit hineingesteckt und bald war klar, dass niemand anderer die Fackel weitertragen würde.“

Im Jahr 1986 expandierte er. Er eröffnete eine Filiale gegenüber der Grand Central Station. Zehn Jahre später folgte ein weiterer Laden in der Lexington Avenue und 2002 kam ein vierter im World Financial Center hinzu. Heute gibt es keinen mehr davon; der letzte, jener bei der Grand Central Station, schloss im Oktober 2016. „Das liegt nicht nur daran, dass die Mieten drastisch gestiegen sind, sondern auch daran, dass Vermieter heutzutage keinen Zigarrenladen in ihren Räumlichkeiten möchten. Unser Vermieter wollte uns einfach nicht dort haben.“ Genau das war auch in der Broad Street der Fall, was zum Umzug des einzig verbleibenden Geschäfts in ein vierstöckiges Ziegelgebäude in der Pearl Street – umgeben von den Wolkenkratzern der Wall Street – führte.

Barclay Rex im neuen Glanz

„Der neue Shop wirkt wie zwei in einem. Es ist viel mehr Platz. Wir haben eine öffentliche Lounge im Keller, das Geschäft im Erdgeschoss und einen Privatclub im ersten Stock“, erklärt Nastri. Nachdem Barclay Rex eineinhalb Jahre lang in provisorischen Räumlichkeiten untergebracht war, eröffnete der neue Laden im Juli 2016. Die große Neuigkeit ist der Club, der nur für Mitglieder zugänglich ist. „In der öffentlichen Lounge kann es manchmal sehr laut werden. Das ist schon okay, aber manche Leute kommen her und wollen ein Buch lesen und relaxen. Das können sie in der Lounge nicht, und dafür gibt es den Club, der sieben Tage die Woche und länger als das Geschäft offen hat.“

Derzeit bietet dieser Platz für 50 bis 60 Personen, doch es besteht die Möglichkeit, in Zukunft mehr Mitglieder aufzunehmen. „Bei entsprechender Nachfrage könnte ich den zweiten Stock ausbauen und diesen ein wenig anders ausstatten, zum Beispiel mit Billard- und Spieltischen. Ich könnte auch noch den dritten Stock verwenden. Aber eines nach dem anderen!“ Bewacht werden die neuen Räumlichkeiten natürlich von Rex. „Ich habe eine Bronzestatue des Hundes anfertigen lassen. Er wird vor dem Humidor im Privatclub sitzen und den Raum im Auge behalten.“

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2017 veröffentlicht. Mehr

Simon Lundh

Nachdem Simon Lundh 2005 sein Ingenieursdiplom in Vermessungstechnik erwarb, entschied er sich für eine journalistische Laufbahn. Er entdeckte die Welt der Zigarren während er für eine nichtstaatliche Organisation in Estelí, Nicaragua, arbeitete und verdient seinen Lebensunterhalt nun größtenteils mit Artikeln über Zigarren, Metal Music und Tattoos sowie Reiseberichten.


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