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lighting up a cigar with cedar shavings

Das Anzünden einer Zigarre: Keine Kunst

Damit wir uns richtig verstehen: Das Anzünden einer Zigarre ist keine Wissenschaft. Dennoch haben selbst erfahrene Zigarrenraucher bisweilen ihre liebe Not mit dem Feuer.

 

Das falsche Instrument, ungünstige Windverhältnisse oder ungezügelte Eile vor dem Rauchgenuss genügen und schon ist das Vergnügen vergällt. Ich habe in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten die kuriosesten Arten erlebt, wie Leute ihre geliebte Zigarre entflammen … von der Herdplatten-Technik bis zum Grill. Darüber wollen wir hier nicht weiter diskutieren.

Einige Grundregeln möchte ich aber der Vollständigkeit halber wiederholen. Entzünden Sie die Zigarre nicht in der Flamme, sondern an der Flamme. Je nach Intensität des Feuers rotiert man das Brandende in leichter Schräghaltung knapp über der Flammenspitze – etwa drei Millimeter (1/8 Inch) über einer weichen oder rund 12 bis 25 Millimeter (1/2 – 1 Inch) über einer Strahlflamme (Jet Flame oder Torch). Mit dem Torch kann man auch – andersherum – die Zigarre ruhig halten und die Flamme in Kreisbewegungen bewegen, sodass das Brandende von außen nach innen zum Glimmen gebracht wird.

xikar torch lighters allume pearl single flame black white

Photo: Xikar, Inc

Beim Anzünden gilt es eigentlich nur zwei Ziele zu verfolgen. Erstens: wir wollen eine möglichst gleichmäßige Glut erzeugen. Und zweitens: Unter allen Umständen wollen wir verhindern, dass das Deckblatt an der Außenseite angekohlt wird. Das wär’s. Falls die Zigarre während des Rauchens einmal ausgeht, entfernen Sie einfach die lose Asche und wiederholen Sie den Vorgang des Anzündens.

Die Instrumente

Das Streichholz: Sein Zündkopf enthält Schwefel (an sich geruchlos; nur die gasförmigen Schwefelverbindungen riechen), der beim Verbrennen Schwefeldioxid freisetzt und dann ziemlich stechend riecht. Wenn schon ein Streichholz, dann nur eines aus Holz verwenden und bitte warten, bis der Zündkopf vollkommen abgebrannt ist.

Die Kerze: 90 Prozent aller Kerzen werden aus Paraffin hergestellt und setzen Stoffe wie Toluol, Benzol und vor allem Ruß frei – alles Stoffe, die man in seiner Zigarre nicht haben will, weil sie übel riechen. Daher: Zigarre und Kerze vertragen sich nicht!

Der Zedernspan: Ein unbedenkliches Instrument, wenngleich etwas kompliziert und langwierig in der Handhabung.

Feuerzeug: Benzin – nein! Auch wenn das Feuerzeug noch so schön klickt, der Benzinduft in der Zigarre macht das Vergnügen hinfällig. Es sind zahllose Gasfeuerzeug-Typen erhältlich, die für jede erdenkliche Situation konstruiert sind: sogenannte Soft-Flame-Feuerzeuge (also mit weicher Flamme) und Jet-Flame-Feuerzeuge (auch Torch genannt). Beide Typen gibt es mit einer, zwei, ja sogar drei Flammen. Eine Übersicht über die vielfältigen Modelle, deren Preiswürdigkeit, Handhabung und Wartung legen wir immer wieder in den Printausgaben des Cigar Journals vor. Einem wichtigen Aspekt widmen wir uns aber gleich hier, nämlich dem „richtigen“ Gas – weil Funktionalität und Lebensdauer eines Feuerzeugs unmittelbar damit zusammenhängen.

Das beste Gas?

Feuerzeuggas besteht üblicherweise aus Butan, Isobuten, Propan und vaporisiertem Butan. Ein Irrglaube, der sich unter Zigarrenrauchern hartnäckig hält, besagt: je öfter das Gas raffiniert ist, desto besser funktioniert das Feuerzeug. In Wahrheit sagt die Anzahl der Raffinierungsvorgänge allein nicht alles über die Qualität aus; es kommt darauf an, ob und welche Fremdstoffe bzw. Verunreinigungen im Gas zu finden sind (Anmerkung: Das reinste Gas verliert seine Qualität, wenn es in unreine Behälter abgefüllt wird).

Es kommt darauf an, ob und welche Fremdstoffe bzw. Verunreinigungen im Gas zu finden sind.

Bei den Recherchen zur Qualität der am Markt erhältlichen Nachfüllflaschen ist mir aufgefallen, dass nicht viele Anbieter exakte Angaben über den Reinheitsgrad ihrer Gase geben. Eine Ausnahme ist Xikar; das Unternehmen kommuniziert den Wert offen auf seiner Website. Das schafft Vertrauen. Ein britisches Testlabor fand in diversen Produkten Restmengen zwischen einem und mehreren hundert Teilchen pro Million (ppm – parts per million) an Fremdstoffen.

Recht schlecht abgeschnitten hat dabei ein Produkt von Ronson mit 224 ppm. Zum Vergleich: Im Purofine von Xikar lassen sich laut Anbieter weniger als 15 ppm messen. In diversen Foren scheinen die bevorzugten Produkte jene von Colibri, Lucienne, Vector und Xikar zu sein. Billig sind gute Gase nicht. Zwischen EUR 3,50 und 12,50 je 100 Milliliter (1,9 oz.) kann man schon ausgeben; je größer die Behältnisse, desto günstiger allerdings der Inhalt.

How To

Auf YouTube finden sich jede Menge „How to light a cigar“-Videos. Sehr aufschlussreich sind auch die Anleitungen des Xikar-Gründers für die verschiedenen Feuerzeug-Typen. Suchen Sie einfach im Youtube-Channel von Xikar nach seinem Namen: Kurt van Keppel.

Information:

Xikar, Inc.
www.xikar.com

Colibri
www.colibri.com

Lucienne
www.lucienne.com

Vector Lighters  – KGM Industries Co., Inc.
www.vectorkgm.com

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Frühjahres-Ausgabe 2014 veröffentlicht. Mehr

Reinhold C. Widmayer

His journalistic career began in 1979 as a freelancer for German-language newspapers in the US, and later for Austrian media including Die Wochenpresse and Das Wirtschaftsblatt. For ten years he also produced programs for over 60 radio stations around the world. In 1994, Reinhold C. Widmayer devoted himself to all things cigar, publishing technical articles in cigar magazines. He began working for Cigar Journal in 2001 and became editor-in-chief in 2005; under his auspices the journal has established itself as the world’s leading cigar magazine.


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