C.L.E. Corojo Robusto

Den deutschen Text finden Sie unter der englischen Version!

Some cigars have already become much more than just a means of enjoyment. They have become a myth. Such cigars can rarely still be evaluated objectively, because how can you hide the myth? How do you approach a product that is so shrouded in legend? In the world of cigars, no product is so associated with expectations, prejudices and myths as a cigar from Cuba.

I would like to invite you to join me in approaching the myth of the Cuban cigar. But we will do this through a small detour. We will approach the Cuban taste from another side. This “little detour” will take us to Honduras, where a venerable family has been cultivating tobacco that had its home in Cuba for generations. And for some, a cigar that is Cuban through and through has been created in Honduras for generations. We would like to get to the bottom of this theory today. And whether there is truth behind it or not, one thing is certain: the letters C.L.E. have long stood for the highest quality and absolute craftsmanship.

Christian Luis Eiroa is almost undisputed as the “King of Corojo,” and so it is not surprising that today we taste a C.L.E. Corojo Robusto. This 127 x 19.8 | 5 x 50 cigar is for many the epitome of Cuban flavor, but from Honduras. The average price of EUR 8.00 to 10.00 additionally makes passionados’ hearts euphoric. So scan the QR code, and visit me in our smoking room. Let’s enjoy a cigar together!

Tasting C.L.E. Corojo Robusto

Es hat sich viel geändert in der Welt der Zigarre. Doch der Mythos der karibischen Insel, die einst als die Blüte der Antillen galt, ist ungebrochen. Doch so manche Passionado-Seele leidet entweder unter einem immer noch bestehenden Handelsembargo, der Kehrseite von Angebot und Nachfrage oder schlichtweg unter der Unerschwinglichkeit so mancher „Schönheit“ aus Kuba. Alternativen werden gerne unter dem Prädikat „echter kubanischer Geschmack“ angeboten. Es gibt viele, die behaupten ihre Kreationen liegen nahe am Original, doch es gibt eine Familie ­- die in Honduras eine neue Heimat fand – die es tatsächlich schafft, diesen typischen Geschmack in ihren Kreationen aufleben zu lassen. Damit erstmal herzlich willkommen in unserem gemeinsamen Rauchsalon.

Heute widmen wir uns einer ganz besonderen Zigarre. Wir genießen gemeinsam eine CLE Corojo Robusto. Wie vielen Passionados bekannt ist, ist Corojo der Tabak der gemeinsam mit vielen begnadeten Blendern seine Heimat Kuba verließ und der heute vielerorts kultiviert wird. Die Familie Eiroa hat sich wohl wie keine andere darauf spezialisiert, genau diesen Tabak bis zur Perfektion zu kultivieren. So verwundert es nicht, dass die Zigarre, die wir heute rauchen die Initialen eines Mannes trägt, der gerne als der „King of Corojo“ bezeichnet wird – Christian Luis Eiroa.

Also greifen Sie zu ihrem favorisierten Schnittwerkzeug und einer Zündquelle. Begleiten Sie mich die nächste Stunde auf einer Reise der – so viel darf ich verraten – fröhlich tanzenden Geschmacksnerven.

Ich staune immer wieder aufs Neue, wie wunderbar leicht diese Zigarre die Flamme entgegennimmt. Es wirkt beinahe so, als würde Sie auf diesen Moment schon all die Jahre in ihrer Kiste gewartet haben.

Achten Sie bereits auf den ersten Zug. Etwas kommt Ihnen auf seltsame Art vertraut vor. Doch zu diesem Zeitpunkt lässt es sich noch nicht genau greifen. Der Rauch ist unglaublich dicht, der Zugwiderstand ist meistens perfekt, hin und wieder sogar ein Hauch zu leicht. Der nächste Zug bringt bereits etwas mehr von dem Altbekannten, dass wir immer noch versuchen im Rauch zu erahnen. Nach den ersten Zügen beginnt der Corojo für den Christian Eiroa berühmt ist, sich allmählich zu entfalten und nun kitzeln einige Aromen über die Zungenspitze unseren Gaumen. Es sind Zedernnoten mit leichten Anklängen von Zitrus eingehüllt in etwas Nussigkeit und jeder Abgang trägt in sich die Seele der kubanischen Heimat. Zug um Zug wird deutlicher, woran uns diese Zigarre erinnert. Es ist die Insel, auf der auch die Ursprünge der Familie Eiroa liegen. Die Zigarre startet bereits leicht kubanisch und dieses Gefühl nimmt deutlich zu je länger man diese Zigarre genießt. Auch Sie werden es merken. In der Mitte des ersten Drittels spürt man es eindeutig. Der Rauch ist cremig und fett, es läuft einem das Wasser im Mund zusammen, denn die Holznoten regen den Speichelfluss an. Das ist genau der Moment, um nach einem retronasalem „Schluck“ des Rauchs die Zigarre beiseite zu legen. Trinken Sie einen Schluck. Ich habe mich heute für kohlensäurehaltiges Mineralwasser entschieden. Manchmal braucht es nicht mehr als ein bisschen Wasser und ein wenig Prickeln auf der Zunge.

Es ist unglaublich, wie lange der Geschmack auf der Zunge bleibt und wie großartig dieser Abgang ist.

Lassen Sie die Zigarre ruhig ein paar Minuten ruhen, sie wird es Ihnen verzeihen und mehr noch, sie wird Sie sogar belohnen. Denn wenn Sie sie wieder aufnehmen, verströmen die nächsten Züge ein unglaubliches Aroma. Gegen Ende des ersten Drittels melden sich kaum merklich ein paar erdige Untertöne und der Duft von frisch gebrühtem Espresso streicht durch die Nase und kitzelt auch den Gaumen. Der Rauch bleibt seidig weich und dicht. Die Zitrusnote ist ein steter Begleiter und rundet den Geschmack von Zedernholz ab.

Machen Sie vor dem zweiten Drittel wieder eine kleine Pause. Lehnen Sie sich zurück und genießen den Moment. Denn das zweite Drittel beginnt direkt mit etwas mehr Power als das erste. Der typische Corojo-Geschmack legt zu. Das Erdaroma drängt in den Vordergrund verbunden mit zarten Anklängen von Leder. Genau jetzt, im Hauptakt, erinnert diese Zigarre an die glorreichen Tage kubanischer Zigarren aus den 1990er Jahren, die noch etwas kräftiger waren als ihre heutigen Nachfolger. Es ist das Ende des zweiten Drittels, dass ähnlich wie so manche Montecristo einen Hauch süßer Vanille offenbart. Und diese Süße nimmt nun deutlich zu. Es ist erstaunlich, wie die Aromen oft radikal in eine andere Richtung schwenken, ohne dabei das Gesamtkonzept zu stören. Die CLE Corojo Robusto bleibt stets stimmig. Zug um Zug offenbart dieser glorreiche Tabak sein volles Potential.

Im letzten Drittel erwartet uns noch mehr Vanille-Süße und Kaffeearomatik. Die anfängliche Zitrusnote ist verflogen und macht nun Platz für einen holzigen Schlussakt, der zu begeistern weiß. Ich hoffe, Ihr Abbrand war so geradlinig wie meiner und dass die Asche genauso schneeweiß war. Die letzten Züge bringen etwas Bitterkeit zu Tage, jedoch kann dies niemals das Gesamtbild beeinflussen. Vor allem bringen die letzten Züge aber eine Erinnerung an Kubas glorreiche Tage und an Zigarren, die man so nicht mehr bekommen kann.

Die CLE Corojo Robusto ist ein Meisterstück und der Beweis, dass Christian Eiroa sein Handwerk bestens versteht. Wer also den kubanischen Geschmack vermisst, kann seinen Blick gefahrlos in Richtung Honduras wenden. Es ist ein Ort, an dem eine Familie wirklich sagenhaften Tabak kultiviert und das bereits seit Generationen. Und es ist ein Ort an dem altes Wissen bewahrt und letztendlich zu neuer Blüte gebracht wurde. Einfach herrlich!

 

Info:
C.L.E. Corojo Robusto
Origin: Honduras
Wrapper: Honduras
Binder: Honduras
Filler: Honduras
Maße: 127 x 19,8 | 5 x 50
Preise: EUR 8,00 bis 10,00, USD 8.00

 

Klaus Hruby learned his trade as a journalist at a young age and published articles in various media such as Die Zeit, Der Falter, as well as in renowned literature competitions in German-speaking countries. His love for cigars was ignited during his apprenticeship; his great-grandfather still owned a tobacco field. Klaus Hruby has been writing Austria’s biggest cigar blog, www.derblauedunst.com, since 2014.


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