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Hans Kristian Hoejsgaard

Davidoff ist weiterhin an einer Produktion in Kuba interessiert

„Das Thema Kuba ist nach wir vor aktuell für uns. Aber im Moment sind die Voraussetzungen für uns noch nicht gegeben“, sagte Oettinger Davidoff-CEO Hans-Kristian Hoejsgaard im Rahmen seiner Jahres-Medienkonferenz gestern in Zürich. „Wir werden erst nach Kuba zurückkehren, wenn wir auch selber die Qualität vom Samen bis zur fertigen Zigarre kontrollieren können. Ein Standort in Kuba würde auch keinesfalls unsere Produktionsstätten in der Dominikanischen Republik, in Honduras oder Nicaragua ersetzen, aber es wäre eine vierte Säule für die Marke Davidoff.“

Im 140. Jahr ihres Bestehens hat die Basler Oettinger Davidoff AG ihre global starke Marktposition weiter ausgebaut. Zwar ging der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2015 aufgrund rückläufiger Nachfrage in Europa und China, den Auswirkungen des starken Schweizer Frankens sowie der leicht rückläufigen Umsätze im Zigaretten- und Generalvertretungsgeschäft um 8.2% (währungsbereinigt 3%) auf CHF 1.126 Mrd. (Vorjahr CHF 1.227 Mrd.) zurück. Aufgrund der wachsenden nordamerikanischen und asiatischen Märkte und teilweise markanter Absatzverbesserungen der Kernmarken gelang es dem Unternehmen dennoch, weltweit erneut Marktanteile zu gewinnen. Gegenüber einem rückläufigen Markt verzeichneten beide Kernmarken Davidoff und Camacho mit +10,5 % respektive +34,4% ein Wachstum im zweistelligen Bereich. Zudem erreichte Oettinger Davidoff zum dritten aufeinanderfolgenden Mal einen Produktionsrekord: insgesamt 45.8 Mio. Zigarren (Vorjahr 44 Mio.) wurden 2015 produziert, was einer Zunahme von 4,1% entspricht. Hoejsgaard kündigte für das laufende Geschäftsjahr 2016 einee Reduktion des Gesamtumsatzes und des Personalbestandes an. „Diese Entwicklung ist gewollt und Ausdruck der seit fünf Jahren konsequent angestrebten Fokussierung auf das Kerngeschäft Premium Zigarren und Tabakaccessoires.“

Zur positiven Entwicklung haben vor allem Innovationen und Neulancierungen bei den Kernmarken Davidoff und Camacho sowie der neu aufgelegten AVO Linie beigetragen: Inzwischen liefern die neuen Davidoff-Linien Winston Churchill, Escurio und Nicaragua rund einen Drittel der Gesamtverkäufe der Davidoff Zigarren. Während die Nachfrage im Zigarrenmarkt Europa zurückging, nahm sie in Asien und in den USA zu. In den USA konnte Oettinger Davidoff das Marktwachstum von 2% mit einer Steigerung von 15% um ein Mehrfaches übertreffen.

Mit dem Erwerb von 150 Hektar Land in Nicaragua und Honduras, auf denen zurzeit nicht nur neue Anbauflächen, sondern auch modernste Produktionsanlagen entstehen, hat das Unternehmen erheblich investiert.

Die Herausforderungen

Die regulatorischen Auflagen werden sowohl in Europa als auch in den USA im laufenden Jahr die Industrie weiter fordern. In Europa wird die Tabak-Richtlinie TPD2 der EU am 20. Mai in den einzelnen Mitgliedstaaten in Kraft treten. Diese neue Regulierung erhöht u.a. durch neue Packungsvorschriften die Komplexität und Compliance-Anforderungen, welche zu erheblichen zusätzlichen Kosten führen. Auch in den USA plant die FDA-Behörde noch dieses Jahr eine Verschärfung der Vorschriften zum Tabakkonsum, die vermutlich auch die Zigarrenindustrie betreffen wird. Zudem befasst sich die zuständige Kommission des Schweizerischen Ständerates mit dem Entwurf des Bundesrates für ein Tabakproduktegesetz. „Der Entwurf schießt weit über das Ziel hinaus, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die derzeit in der Schweiz geltenden gesetzlichen Regelungen bezüglich Tabakprodukte sehr detailliert sind und vollauf genügen“, so Hans-Kristian Hoejsgaard. „Wir freuen uns, dass die vorbereitende Kommission des Ständerates diesen Entwurf letzte Woche an den Bundesrat zur Überarbeitung zurückgewiesen hat.» Diese regulatorischen Entwicklungen werden zu einer weiteren Konsolidierung in der Tabakindustrie führen, weil die neuen Auflagen und Kosten nicht mehr von allen Marktteilnehmern erfüllt bzw. getragen werden können.

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His journalistic career began in 1979 as a freelancer for German-language newspapers in the US, and later for Austrian media including Die Wochenpresse and Das Wirtschaftsblatt. For ten years he also produced programs for over 60 radio stations around the world. In 1994, Reinhold C. Widmayer devoted himself to all things cigar, publishing technical articles in cigar magazines. He began working for Cigar Journal in 2001 and became editor-in-chief in 2005; under his auspices the journal has established itself as the world’s leading cigar magazine.


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