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Portrait of Axel-Georg André

Axel-Georg André im Interview

Cigar Journal: Herr André – nach meinem Besuch gestern in Ihrem Stammhaus in Bünde wurde mir klar, wie stark Sie doch im Unternehmen präsent sind. Das ist schön, aber überraschend. Familienunternehmens-Eigentümer wie etwa Heinrich Villiger oder Dr. Schneider bei Oettinger Davidoff stehen oder standen viel mehr im Rampenlicht. Was ist da Ihre Philosophie?

Axel-Georg André: „Weniger ist mehr“ würde es wohl auf den Punkt bringen. Der Erfolg unseres Unternehmens basiert sehr stark auf der Leistung seiner Mitarbeiter. Mich in den Vordergrund zu bringen, wird den Mitarbeitern nicht gerecht. Darum halte ich es auch nicht für zielführend. Meine Leidenschaft und mein Wissen bringe ich mit viel Engagement gerne ein. Aber im Hintergrund.

Cigar Journal: Wer Bünde hört, dem fällt das Filmreife Wort Zigarrenbaron ein. Die Ära dieser Persönlichkeiten liegt lange zurück. Was würden Sie einem jungen Unternehmer, der es heute wagt, in das Zigarrengeschäft einzusteigen, raten?

Axel-Georg André: Das Unternehmertum an sich hat sich nicht verändert, daher kann ich nur den allgemein gültigen Rat weitergeben: Seiner eigenen Mission folgen, Risiken eingehen, Misserfolge hinnehmen, daraus lernen und sich weiterentwickeln – all dies gehört zum unternehmerischen Denken und Handeln damals wie heute dazu. Wenn dann noch die Liebe zur Zigarre vorhanden ist … Wenn nicht, sollte man lieber die Finger von einem der schönsten Naturprodukte der Welt lassen.

Cigar Journal: Herr André, was ist Ihre früheste Erinnerung bezüglich Zigarre?

Axel-Georg André: Das kann ich nicht mehr genau sagen, mir wurde der Bezug zur Zigarre ja quasi in die Wiege gelegt, aber ich glaube mit ca. elf Jahren war es dann soweit und es erfolgte der erste Geschmackstest. Wenn ich mich richtig erinnere, war Genuss dabei kein Thema. Der kam dann erst Jahre später und wird mit jedem Jahr intensiver.

Cigar Journal: Wenn Sie an alle notwendigen Schritte vom Tabaksamen bis zur Zigarre denken, welche Tätigkeiten haben Sie selber schon probiert bzw. welche finden Sie am anspruchsvollsten?

Axel-Georg André: Ich war schon als Kind gerne und oft nahe am Geschehen und habe schon früh eine Menge mitbekommen und erfahren dürfen. Dieses Wissen habe ich im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut. Bei der Neuentwicklung von Zigarren, wie zuletzt der Marke Beast, kommt es ebenso darauf an, die entsprechenden Tabake zu finden und dann richtig zu kombinieren, eine handwerklich hochwertige Fertigung zu gewährleisten, aber auch ein passendes Marketingkonzept zu entwickeln. Eine Präferenz einzelner Tätigkeiten habe ich nicht.

Katja Gnann

Bei einer regionalen Tageszeitung erlernte sie das journalistische Handwerk von der Pieke auf und erstellte dort langjährig redaktionelle Beiträge. Durch die Mitarbeit bei der Zeitschrift „Der Spiegel“ in Rom bekam sie die Chance, ihre Kenntnisse im Medienbereich zu professionalisieren. Katja Gnann studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg, Palermo und Rom und verbrachte im Zuge des Studiums viele Jahre in Italien. Das Land war ihr Lehrmeister in Sachen Genuss und Lebensstil. Seit 2004 arbeitet sie für das Cigar Journal, seit 2010 als Chefredakteurin.


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