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Boutique Cigars: Pete Johnsons erste Dekade mit Tatuaje

Vom Musiker zum Zigarrensommelier zum Zigarrenproduzenten: Niemals herrscht Stillstand bei Pete Johnson. Nun vollendet der Kalifornier hinter Tatuaje Cigars sein zehntes Jahr als Zigarrenhersteller – bisher ein ziemlich wilder Ritt.

 

Der reichlich tätowierte Ex-Musiker entdeckte seine Liebe für Zigarren als Musiker in seiner Band in Los Angeles. Weil sich die Formation in den 1990er-Jahren langsam aufzulösen begann, arbeitete Pete halbtags in Gus’s Smoke Shop, einem der ältesten Tabakgeschäfte Südkaliforniens – es war damals der Beginn des Zigarren-Booms. Die Anfänge waren alles andere als glamourös, erinnert er sich: „Ich war Laufbursche und half Pfeifentabak zu mischen. Doch innerhalb von sechs Monaten schaffte ich es zum Zigarreneinkäufer.“

In relativ kurzer Zeit entwickelte Johnson ein hervorragendes Sensorium für Zigarren. Zu seinen Favoriten zählten geschenkte Havannas, und er fand Gefallen an der Marke Henry Clay – wie Rudyard Kipling in seinem Gedicht Die Verlobte („Eine Frau ist nur eine Frau, aber eine gute Zigarre kann man rauchen“, „Eine Larrañaga bringt Frieden, Gelassenheit eine Henry Clay“). Bald kannte er sich ziemlich gut aus mit Zigarren und Tabak.

Was heisst Tätowierung auf Spanisch? Er antwortete ,Tatuaje‘ und ich wusste, das war’s.

Im Jahr 1995, zum Höhepunkt des Booms, verließ er Gus’s und überlegte, eigene Zigarren zu lancieren. Aufgrund des enormen Interesses an Zigarren war aber kaum ein Hersteller ernsthaft interessiert – viele boten Bestände von Zigarren an und meinten, er könne ja seine Banderole darum wickeln. Das war aber nicht, was ihm vorschwebte. Ab 1997 jobbte er im exklusiven Zigarrenclub Grand Havana Room in Beverly Hills, wo er weitere Zigarren – kubanische wie einheimische – kennenlernte und seinen Geschmack verfeinerte.

Als Zigarrensommelier in dem renommierten Club lernte Pete etliche Hersteller und Vertreter kennen. Einer von ihnen rief ihn 2003 an und berichtete von einem Unternehmen mit einem großartigen Zigarrenroller. Das Unternehmen hieß Tropical Tobacco und der Roller José „Pepin“ García. Die ersten Kostproben, die Pete erhielt, waren zwar gut, aber nicht das Gelbe vom Ei.

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Photo: Christian Lünig

Im darauf folgenden April kam Pepin zu einem Event nach Kalifornien und rollte weitere Probeexemplare für Johnson. Aber auch die entsprachen nicht ganz seinen Vorstellungen. Nach einem persönlichen Gespräch über kubanische Zigarren versuchte Pepin einen weiteren Blend … und Pete wusste, er hatte seine Zigarre gefunden. Jetzt suchte er einen Namen dafür. „Nach einigen Versuchen fragte ich schließlich einen der Angestellten im Grand Havana, ,Was heißt Tätowierung auf Spanisch?‘ Er antwortete, ,Tatuaje‘ und ich wusste, das war’s.“

Die erste Produktion, die 2003 bei Tropical in Miami gerollt wurde, umfasste nur 300 Kisten. Heute produziert Johnson etwa zwei Millionen Zigarren, die konsequent hohe Bewertungen erzielen und für den Markt in den USA, den karibischen Raum, Europa, Japan und Russland bestimmt sind. Dabei nicht berücksichtigt ist sein jüngstes Projekt L’Atelier mit seinem Bruder K.C., Freund Dan Welsh und Sean Johnson (nicht verwandt), das als separates Unternehmen agiert, obwohl Pete bei den Blends mithilft.

Und was kommt als nächstes? Pete, ein großer Weinliebhaber, füllt seinen ersten Wein ab – französischen Bordeaux. Der Name? Tatouage – das französische Wort für Tätowierung. Er weiß noch nicht so genau, ob er ihn verkaufen, einfach nur bei Veranstaltungen ausschenken oder selbst trinken wird. Wie auch immer, man wird Pete nie im Stillstand vorfinden.

Information:

Tatuaje Cigars Inc.
www.tatuajecigars.com

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Winter-Ausgabe 2012 veröffentlicht. Mehr

Frank Seltzer

A 2-time Emmy award winner, Frank Seltzer is a former Correspondent for CNN, Voice of America and a producer for ABC News. He has been regularly covering the cigar industry for over 15 years.


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