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Encuentros de Amigos de Partagás – Patronin der Amigos

Am Ende des XXV Encuentro de los Amigos de Partagás geht das Licht aus in der Casa del Habano Partagás, dem legendären Geschäft an der Calle Industria. Stromausfall! Kein Problem für die Gäste in der VIP-Lounge, die mit dem Licht einer iPhone-Taschenlampe in Ruhe weiterrauchen.

 

Auch die neue Chefin der Casa, Grecia Anely Quiñones Marrero, lässt sich von diesem vorübergehenden Problem nicht mehr aus der Ruhe bringen. Sie hat ihre Feuertaufe bestanden und ihr erstes Treffen der Freunde von Partagás erfolgreich über die Bühne gebracht. Die Lounge-Besucher schwärmen vom Eröffnungsdinner unter offenem Himmel auf der Plaza de la Catedral in der Altstadt Havannas und der tadellosen Organisation.

Das Treffen wuchs in den vergangenen Jahren stetig, konnte seinen familiären Charakter aber beibehalten.

Seinen Ursprung hat das Partagás-Treffen in den Neunziger-Jahren. Der damalige Geschäftsführer der Casa, Abel Expósito Diaz, initiierte diesen einwöchigen Anlass, um die Freunde des Hauses zusammen zu bringen. Abel integrierte die Mitarbeiter der Partagás-Manufaktur, was den Habanos-Fans die einmalige Möglichkeit gab, die Fachleute persönlich zu treffen, welche ihre geliebten Zigarren herstellten. „In den ersten Jahren chauffierte uns der gelbe Partagás-Bus zusammen mit den Mitarbeitern der Fabrik zu Ausflügen“, erinnert sich Hotelier Mario Cioffi aus Sardinien, der die Anfänge des Festivals miterlebt hat. „Einmal verwehrte man den Kubanern den Zutritt in ein Hotel, in dem ein Essen stattfinden sollte. Wir haben protestiert und so lange vor der Türe gewartet, bis eine Bewilligung für die Kubaner ausgestellt wurde.“ Das Treffen wuchs in den vergangenen Jahren stetig, konnte seinen familiären Charakter aber beibehalten. Es findet immer im November und manchmal zusätzlich im Frühjahr statt. Traditionell beginnt und endet es mit einem Dinner, dazwischen organisiert das Team der Casa Ausflüge nach Pinar del Rio, Fabrikbesuche, einen Strandplausch usw.

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Photo: Manuel Fröhlich

Vor einem Jahr erschütterte die Verhaftung von Abel Expósito Diaz kurz vor dem Event die Partagás-Freunde. Abel war nicht nur der Initiator der Treffen, sondern auch lange Jahre das inoffizielle „Oberhaupt“ der Partagás-Familie. Bis zum heutigen Tag gibt es seitens von Habanos S.A. keine förmliche Stellungnahme zu diesem Vorkommnis.

Die wie auch immer gearteten Vorwürfe haben sich auf jeden Fall nicht erhärtet; Abel ist wieder frei und von aller Schuld reingewaschen, die Rückkehr zu Partagás blieb ihm aber verwehrt.

Nach einer Übergangslösung im vergangenen Jahr hat nun Grecia Anely Quiñones Marrero, die zuvor als Store-Managerin in Cayo Coco und im Hotel Parque Central arbeitete, das Steuer übernommen.

An der engen Freundschaft, die viele Besucher verbindet, hat der personelle Neustart bei Partagás nichts geändert. „Das ist die Kraft der Zigarren“, sagt der Italiener Mario Cioffi, der die Treffen von Partagás seit 16 Jahren besucht. „Wenn ich eine Zigarre rauche, sitze ich zwei Stunden mit anderen Leuten zusammen. Man hat viel Zeit, um zu sprechen. So entstehen enge Beziehungen.“

Ähnlich wie das Festival del Habano sind auch die Encuentros de los Amigos de Partagás ein exzellenter Ausgangspunkt für eine Kuba-Reise. Zum Unterschied meint Casa-Chefin Grecia: „Das Festival del Habano hat einen geschäftlichen Charakter, es geht um die Vermittlung von Informationen. Das Encuentro de los Am1igos de Partagás hingegen ist ein großes Fest.“ Zu jedem kubanischen Fest gehören feine Zigarren. Und diese werden reichlich verteilt – am liebsten von Partagás, der Name verpflichtet eben.

Neben den Zigarren aus der Standard-Produktion sind die Puros aus den Händen von Hausrollerin La China besonders begehrt. Gerade rechtzeitig erhielten die Geschäfte in Havanna im November außerdem die El Rey del Mundo Infantes Edición Cuba 2013, was den allgemeinen Jagd- und Sammeltrieb anregte.

Zum familiären Charakter des Treffens gehören schließlich viele private Initiativen. Stammgast Alexandre Avellar aus Brasilien organisierte ein Tasting mit der Bolívar Redentor Edición Regional Brasil 2013, Cachaça und einer brasilianischen Zigarre. Und der Schweizer Händler Andreas Stachl lud zum Spanferkel-Essen ein. Die Versteigerung in der abschließenden Gala-Nacht brachte 28.000 Euro ein, insgesamt besuchten 250 Gäste die Ausgabe 2013 des Encuentros. Chefin Grecia Anely Quiñones Marrero ist am Ende zufrieden und froh, dass die Gäste, die lange mit dem Haus Partagás verbunden sind, ihre anfängliche Zurückhaltung abgelegt haben: „Die Partagás-Familie hat mich aufgenommen.“

Information:

Encuentros de Amigos de Partagás 2014
• April 14–18, 2014
• November 17–21, 2014

 

Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Frühjahres-Ausgabe 2014 veröffentlicht. Mehr

Manuel Fröhlich

Manuel Fröhlich aus der Schweiz gründete mit 18 Jahren einen Online-Handelsgeschäft für Zigarren. Während seines Studiums an der Universität St. Gallen baute er das Geschäft aus und eröffnete schliesslich 2014 in Zürich das Manuel’s, ein karibisches Genussmittelgeschäft für Zigarren, Kaffee und Rum. Für Cigar Journal berichtet Manuel Fröhlich aus Kuba und anderen Anbauländern, wo er regelmässig unterwegs ist, und recherchiert Hintergrund-Themen rund um den Zigarrengenuss.


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