{"id":877,"date":"2014-09-15T15:05:35","date_gmt":"2014-09-15T13:05:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=877"},"modified":"2015-05-04T20:58:42","modified_gmt":"2015-05-04T18:58:42","slug":"methoden-zigarre-richtig-oeffnen-schneiden-bohren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/methoden-zigarre-richtig-oeffnen-schneiden-bohren\/","title":{"rendered":"Eine Zigarre richtig \u00f6ffnen: Schneiden, Bohren, Beissen, Reissen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ist Ihnen schon aufgefallen, dass viele Leute, die in Zigarrenfabriken arbeiten, ihre Puros anbei\u00dfen oder mit dem Fingernagel aufrei\u00dfen? Im Prinzip ist dagegen gar nichts einzuwenden.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt viele Mo\u0308glichkeiten eine Zigarre zu o\u0308ffnen; einige sind elegant, andere eher rustikal. Alle verfolgen das eine Ziel: die Zigarre fu\u0308r den Genuss vorzubereiten. Abgesehen von der perso\u0308nlichen Vorliebe fu\u0308r eine bestimmte Technik bestimmt die Form der Zigarre u\u0308ber das richtige Werkzeug mit. Es fa\u0308llt schwer, eine Pyramid zu bohren oder mit einem V-Schnitt zu o\u0308ffnen; das gleiche gilt fu\u0308r Zigarren mit Zopfende [pigtail].<\/p>\n<p>Routinierte Zigarrenraucher verfu\u0308gen deshalb u\u0308ber eine Palette von Accessoires, und so mancher wa\u0308hlt die geeignete Klinge ebenso sorgfa\u0308ltig aus wie die Zigarre selbst. Das Angebot ist schier unu\u0308berschaubar, auch wenn wir eigentlich nur drei verschiedene Schnitte anwenden: den <strong>Flachschnitt<\/strong>, den <strong>V-Schnitt<\/strong> und den <strong>Rundschnitt<\/strong>.<\/p>\n<p>Thorsten Wolfertz aus Solingen (Deutschland) fertigt Zigarrenabschneider in dritter Generation und kennt die Eigenschaften von Stahl in allen Facetten. Er sagt: \u201eMan erkennt guten Stahl erst dann, wenn man mit ihm arbeitet. Es ist wie bei der Zigarre, die auch erst ihre Geheimnisse offenbart, wenn sie brennt.\u201c<\/p>\n<p>Als Fachmann fu\u0308r scharfe Klingen vertreibt Wolfertz nicht nur seine eigenen Produkte, sondern auch jene von <strong>Xikar<\/strong>. Das US-amerikanische Unternehmen hat mit dem \u201e<strong>Xi<\/strong>\u201c<strong>-Cutter<\/strong> ein Doppelklingen-Instrument entwickelt, das nicht nur mit den Fingerspitzen, sondern mit der Kraft und Sicherheit des gesamten Handballens bedient werden kann. Damit sind wir bei den Werkzeugen, mit denen wir die Zigarre flach anschneiden, genauer gesagt bei den <strong>Guillotinen mit Doppelklinge<\/strong>.<\/p>\n<p>Thorsten Wolfertz wei\u00df: \u201eEine gute Klinge zeichnet sich durch Ha\u0308rte und Verarbeitungsgu\u0308te aus. Die Ha\u0308rte muss mindestens 55 HR [Anm: Ha\u0308rte nach Rockwell, Ma\u00dfeinheit] betragen. Achten Sie auf eine polierte Schneide und darauf, dass die Klingen absolut plan laufen.\u201c Eine gute Fu\u0308hrungsschiene dru\u0308ckt die Klingen wa\u0308hrend des Schneidevorganges aufeinander. Sie sollten sehr eng aneinander liegen und auch im geo\u0308ffneten Zustand nicht wackeln. Hochwertige Guillotinen haben gestanzte Klingen, die diagonal angeschliffen sind.<\/p>\n<p>Es gibt mitunter auch hochwertige <strong>Abschneider mit nur einer Klinge<\/strong>. Deren Handhabung erfordert allerdings etwas Fingerspitzengefu\u0308hl. Die meisten derartigen Modelle zielen darauf ab, mo\u0308glichst klein, flach und leicht zu sein, womit natu\u0308rlich Abstriche an die Ergonomie verbunden sind. Und dann kennen wir noch die preiswerten Cutter mit nur einer Klinge aus Bandstahl. Wegen seiner geringen Dicke wird Bandstahl beidseitig geschliffen, bleibt aber nicht sehr lange scharf.<\/p>\n<p>Das wahrscheinlich u\u0308berlegene Werkzeug zum Anschneiden der Zigarre ist die <strong>Schere<\/strong>. Ihr gro\u00dfer Vorteil ist, dass man aufgrund der Hebelwirkung einen sehr langsamen Schnitt ausfu\u0308hren kann. Entscheidend ist, dass die Schnittfla\u0308chen die Zigarre umschlie\u00dfen und \u201edass die Schere eine gute Balance hat\u201c, wei\u00df der Experte. Er hat einen weiteren Tipp parat: \u201eScheren muss man nachstellen, damit sie ihren pra\u0308zisen Schnitt behalten. Dies ist nur mo\u0308glich, wenn die Schraube einen Schlitz aufweist.\u201c Beim Kauf sollte man auch erfragen, ob der Hersteller das Nachscha\u0308rfen des Produkts anbietet.<\/p>\n<p><strong>Zigarrenbohrer<\/strong> (auch: Puncher) sind sehr beliebt, weil meist einfach zu handhaben und weil die kleine O\u0308ffnung verhindert, dass Tabakbro\u0308sel in den Mund gelangen. Aber: Bei keiner anderen Schnittart gibt es gro\u0308\u00dfere Unterschiede hinsichtlich Qualita\u0308t der Klingen. Wolfertz: \u201eDie Klinge sollte von innen angeschliffen sein. Andernfalls vera\u0308ndert sich der Durchmesser der Klingenro\u0308hre und das Deckblatt kann Risse bekommen. Beidseitig geschliffene Klingen werden rasch stumpf \u201c, informiert Thorsten Wolfertz. Ein Zigarrenbohrer braucht eigentlich nicht mehr als zwei Klingen: eine mit acht bis neun Millimeter Durchmesser und eine zweite mit elf bis zwo\u0308lf Millimetern. Zwei Tipps: Bequem ist es, wenn der Tabakrest automatisch ausgeworfen wird und man nicht erst einen Gegenstand finden muss, um ihn aus der Ro\u0308hre zu dru\u0308cken. Ebenso wichtig ist, dass ausfahrbare Klingen mit 11\u20442 Umdrehungen ihre volle La\u0308nge zeigen.<\/p>\n<p>Eine gewisse Renaissance erfa\u0308hrt derzeit der <strong>V-Schnitt<\/strong>. Neu entwickelte Kerbschneider verfu\u0308gen u\u0308ber eine inversive Klinge, was das Schneideergebnis gegenu\u0308ber einer spitz zulaufenden Klinge verbessert. Wie bei allen Instrumenten gibt es auch hier Tisch- und Taschenformate. Kerbschneider verleihen der Zigarre eine O\u0308ffnung, die einem Katzenauge gleicht, weshalb man auch oft den Ausdruck \u201e<strong>cat-eye-cut<\/strong>\u201c ho\u0308rt. Vor allem bei eher trockenen Zigarren besteht die Gefahr, dass das Deckblatt beim Schneiden rei\u00dft. Wa\u0308hlen Sie aus. Im Notfall: einfach Anbei\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Herbst-Ausgabe 2013 \u2013 Nestor Plasencia Sr.\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2013-nestor-plasencia-sr\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt viele Mo\u0308glichkeiten eine Zigarre zu o\u0308ffnen; einige sind elegant, andere eher rustikal. 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