{"id":8708,"date":"2016-03-08T14:00:08","date_gmt":"2016-03-08T13:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/?p=8708"},"modified":"2016-03-16T16:02:24","modified_gmt":"2016-03-16T15:02:24","slug":"montecristo-80-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/montecristo-80-geburtstag\/","title":{"rendered":"Montecristo: Kubas meistverkaufte Marke feiert ihren 80. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer die Urspru\u0308nge von Habanos-Marken erforscht hat, kennt einen der Aspekte, der die Marke Montecristo urspru\u0308nglich von der Konkurrenz abhob: Es gab nur fu\u0308nf Formate und diese trugen Nummern statt den u\u0308blichen, blumigen spanischen Namen: No. 1 (eine Cervantes), No. 2 (eine Piramide), No. 3 (eine Corona), No. 4 (eine Mareva) und No. 5 (eine Perla).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Formate existieren zwar nach wie vor, stehen heute aber in einer Reihe mit anderen Vitolas, darunter Edmundo und die Open-Serie, die vorwiegend deshalb geschaffen wurden, um das neue Verlangen nach kr\u00e4ftigeren Zigarren zu befriedigen.<\/p>\n<p>Man ging stets davon aus, dass diese numerische Aufstellung seit den Anf\u00e4ngen von Montecristo im Jahr 1935 dessen Sortiment bildete. Im Zuge meiner Nachforschungen u\u0308ber die Vergangenheit von Hunters &amp; Frankau, dem exklusiven Habanos-Vertriebsh\u00e4ndler fu\u0308r das Vereinigte K\u00f6nigreich, der im Jahr 2015 sein 225-Jahre-Jubil\u00e4um feierte, fand ich jedoch einige Dokumente, die auf eine andere Geschichte hindeuten. In der Tat scheint es, dass Montecristos Markenzeichen erst einige Jahre sp\u00e4ter das Licht der Welt erblickte.<\/p>\n<div id=\"attachment_8715\" style=\"width: 205px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/montecristo-agency-letter-alonso-menendez.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8715\" class=\"wp-image-8715\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/montecristo-agency-letter-alonso-menendez.jpg\" alt=\"montecristo agency letter alonso menendez\" width=\"195\" height=\"260\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-8715\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Habanos S.A.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die erste \u00f6ffentliche Erw\u00e4hnung von Montecristo findet sich in der August-Ausgabe 1935 des Magazins \u201eHabano\u201c, der damaligen Hauptinformationsquelle fu\u0308r die Zigarrenbranche in Kuba.<\/p>\n<p>In einem Artikel u\u0308ber die ju\u0308ngst von einem jungen Spanier namens Alonso Menendez erworbene Fabrik Particulares wird neben deren Hauptmarken \u2013 Particulares und Byron, die vorwiegend im Vereinigten K\u00f6nigreich verkauft wurden \u2013 auch die Marke Montecristo kurz genannt.<\/p>\n<p>Zudem hei\u00dft es in dem Beitrag, dass Alonso Menendez\u2019 Partner Jos\u00e9 Manuel (P\u00e9p\u00e9) Garc\u00eda demn\u00e4chst nach England reisen wird, um seine Importeure zu treffen und sie u\u0308ber die neue Entwicklung bei Particulares S.A. zu informieren.<\/p>\n<p>Vor vielen Jahren erz\u00e4hlte mir der mittlerweile verstorbene Walter Kahn, dessen Vater in den 1930er-Jahren Habanos-Importeur war, dass P\u00e9p\u00e9 Garc\u00eda in Wirklichkeit die Absicht hatte, einen H\u00e4ndler fu\u0308r Montecristo-Zigarren im Vereinigten K\u00f6nigreich zu finden. Der Geschichte zufolge besuchte er alle britischen Importeure, aber keiner davon zeigte Interesse am Vertrieb einer neuen Marke. Doch dann traf er einen Mann namens Jack Benham, Gesch\u00e4ftsfu\u0308hrer von John Hunter, Morris &amp; Elkan Ltd., einem Vorl\u00e4ufer von Hunters &amp; Frankau. Benham, der damals Mitte Drei\u00dfig war, erkannte die Chance, welche Montecristo bot, und u\u0308berzeugte das Unternehmen trotz Einw\u00e4nden von mehreren Vorstandsmitgliedern, die junge Marke aufzunehmen.<\/p>\n<p>Eines der Dokumente, die ich fand, war ein von Alonso Menendez unterschriebener Brief vom 10. Februar 1936 an John Hunter, Morris &amp; Elkan, in dem Particulares S.A. P\u00e9p\u00e9 Garc\u00edas Angebot eines 15-j\u00e4hrigen Exklusivvertrags fu\u0308r Montecristo am britischen Markt best\u00e4tigt. Dieses wurde angenommen und die Marke wird seit dieser Zeit\u00a0 von demselben Hunters &amp; Frankau in Gro\u00dfbritannien vertrieben.<\/p>\n<p>Noch eine Spur interessanter ist jedoch, dass an das Schreiben eine Liste mit den zw\u00f6lf verfu\u0308gbaren Vitolas der Marke angeheftet war: Kohinoors, Coronas Manga (sic \u2013 Magna), Piramides, Cesares, Coronas, Petit Coronas, Half-a-Coronas, Grandes, Londres, Borlas, Faroles und Damas.<\/p>\n<p>Einige dieser Formate sind wiedererkennbar, wie zum Beispiel die Piramide (No. 2), Corona (No. 3) und Petit Corona (No. 4) oder auch die Half-a-Coronas (3\u00bd\u201d\/90 mm x 42) und Londres (5\u201d\/126 mm x 40), aber die restlichen sind \u2013 zumindest meines Wissens nach \u2013 im Laufe der Zeit verloren gegangen. Ich war v\u00f6llig verwirrt, bis Jemma Freeman, die derzeitige Gesch\u00e4ftsfu\u0308hrerin von Hunters &amp; Frankau, zuf\u00e4llig ein altes Buch mit Aufzeichnungen von John Hunter, Morris &amp; Elkan als Geschenk bekam, das alle Eingangsrechnungen fu\u0308r Zigarren zwischen 1939 und 1951 enth\u00e4lt.<\/p>\n<div id=\"attachment_8718\" style=\"width: 522px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/montecristo-vitola-especial-80-aniversario-single-cigar.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-8718\" class=\"wp-image-8718\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/montecristo-vitola-especial-80-aniversario-single-cigar.jpg\" alt=\"montecristo vitola especial 80 aniversario single cigar\" width=\"512\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-8718\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Habanos S.A.<\/p>\n<\/div>\n<p>Im Jahr 1939 trafen regelm\u00e4\u00dfige Lieferungen von Montecristos ein \u2013 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, als die britische Regierung strenge US-Dollar-Kontrollen einfu\u0308hrte, was alle Importe aus Havanna zum Stillstand brachte. Diese Einfuhrregulierung galt 14 Jahre lang, aber anscheinend inkludierte der Vertrag fu\u0308r Montecristo eine Kommission fu\u0308r Sendungen in die Schweiz und nach Irland, beides L\u00e4nder, die nicht unter Dollar-Kontrollen litten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich in den Lieferungen des Jahres 1939 Format-Namen wie Odeons und Coronas Reales finden, stammt die erste Rechnung, auf der die beru\u0308hmte Nummern-Serie auftaucht, vom Oktober 1946 und ist an eine Firma namens Mu\u0308ller in Basel adressiert. Demzufolge fand die \u00c4nderung der Vitola-Bezeichnungen irgendwann zwischen 1940 und 1946 statt. Genauere Informationen dazu gibt es vielleicht in den USA, da diese w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs der Hauptmarkt fu\u0308r Montecristo waren, aber ich muss mich erst auf die Suche danach machen.<\/p>\n<p>Kehren wir zuru\u0308ck in die Gegenwart: 2015 feiert Habanos S.A. den Geburtstag seiner gr\u00f6\u00dften Marke mit dem Launch von zwei neuen Formaten. Bei dem einen handelt es sich, wie nicht anders zu erwarten, um eine gro\u00dfe Jubil\u00e4umszigarre in limitierter Auflage: die Montecristo Aniversario 80 mit den Ma\u00dfen 165 x 21,8 (6\u00bd x 55). Bei dem anderen \u2013 u\u0308berraschenderweise \u2013 um eine neue Standardlinie, die winzig ist: die Media Corona, was so viel wie Half Corona hei\u00dft, hat nur eine L\u00e4nge von 90 Millimeter (3\u00bd\u2019\u2019) und ein Ringma\u00df von 17,5 mm (44), also buchst\u00e4blich dieselbe Gr\u00f6\u00dfe wie die alte Half-a-Corona aus den 1930er-Jahren.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass dieses Format bis zu Montecristos Anf\u00e4ngen zuru\u0308ckverfolgt werden kann und nehme an, dass dies auch in Havanna niemandem bewusst ist. Aber was w\u00e4re passender, als den gro\u00dfen Geburtstag der Marke mit einer winzigen Zigarre zu feiern, die einen so langen Stammbaum hat?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2015 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2015-maya-selva\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die Urspru\u0308nge von Habanos-Marken erforscht hat, kennt einen der besonderen Aspekte Marke Montecristo: Es gab nur fu\u0308nf Formate und man ging stets davon aus, dass deren numerische Aufstellung seit den Anf\u00e4ngen von Montecristo im Jahr 1935 dessen Sortiment bildete. 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