{"id":7915,"date":"2016-01-05T14:00:35","date_gmt":"2016-01-05T13:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/?p=7915"},"modified":"2016-01-08T14:09:39","modified_gmt":"2016-01-08T13:09:39","slug":"essentiell-der-zigarrenkleber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/essentiell-der-zigarrenkleber\/","title":{"rendered":"Essentiell und doch selten beachtet: Der Zigarrenkleber"},"content":{"rendered":"<p><strong>So mancher Zigarrenraucher wird wohl erst angesichts eines Rollers bei der Arbeit auf diese Substanz aufmerksam, \u00fcber die man sich sonst eher selten Gedanken macht.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In kleinen Tiegeln auf dem Rollertisch findet sich eine milchige, viskose Masse, in welche der Torcedor regelm\u00e4\u00dfig seine Finger taucht. Es handelt sich um den Zigarrenkleber, eine organische Substanz, ohne die die Herstellung von Zigarren in dieser Form kaum vorstellbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wenn man vom Zigarrenkleber spricht, ist im Grunde Lebensmittelklebstoff gemeint \u2013 ein Mittel, das auch bei Briefmarken oder Briefumschl\u00e4gen Verwendung findet. Diese klebenden Stoffe werden aus Pflanzenextrakten hergestellt und bestehen aus St\u00e4rke- oder Dextrinverbindungen, die zum Beispiel aus Maniok (Yuca) und \u00e4hnlichen st\u00e4rkereichen Pflanzenwurzeln bzw. Mais, Weizen oder Reis gewonnen werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_7993\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/cigar-glue-container-torcedor-hand.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-7993\" class=\"wp-image-7993\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/cigar-glue-container-torcedor-hand.jpg\" alt=\"cigar glue container torcedor hand\" width=\"260\" height=\"195\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-7993\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>Ihr wichtigstes Anwendungsgebiet findet die klebrige Substanz beim Anbringen von Deckblatt und Kappe. Ohne Kleber w\u00e4re es schwierig, das Deckblatt auf der Zigarre zu halten. Beim Rollen wird daher eine kleine Menge des Klebers auf den \u00e4u\u00dferen Rand des Deckblattes aufgebracht, bevor es um den Zigarrenwickel gerollt wird. Als einer der letzten Schritte wird dann, ebenfalls mithilfe des Klebers, die Kappe am Kopfende der Zigarre angebracht. Da die Masse aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen besteht, ist sie essbar und lebensmittelecht. Und weil sie daru\u0308ber hinaus sowohl geruch- als auch geschmacklos ist, beeinflusst sie nicht den Geschmack der Zigarre.<\/p>\n<p>In vielen Zigarrenfabriken findet der Kleber auch beim Anbringen der Zigarrenringe Verwendung. Die Verfu\u0308gbarkeit vor Ort, seine vielf\u00e4ltig anwendbaren Eigenschaften und die Lebensmittelechtheit sind schlagende Argumente hierfu\u0308r. Manchmal werden jedoch auch andere Kleber fu\u0308r die Ringe verwendet, etwa auf Mehlst\u00e4rkebasis. Da die Produktion des Lebensmittelklebers vor Ort zu aufwendig w\u00e4re, wird dieser u\u0308blicherweise in Pulverform gekauft und direkt vor Gebrauch angemischt. Durch das Aufl\u00f6sen in abgekochtem warmem Wasser gelangt der Kleber zu seiner gewu\u0308nschten viskosen Konsistenz und entfaltet seine adh\u00e4siven Eigenschaften. In der Tabacalera Perdomo zum Beispiel verwendet man Kleber auf Yuca-Basis. Bei einer j\u00e4hrlichen Produktion von zw\u00f6lf Millionen Zigarren liegt der Bedarf bei etwa 880 Kilogramm des Pulvers.<\/p>\n<p>Da das Gemisch eigentlich ein Lebensmittel ist und aus pflanzlichen Stoffen besteht, ist der Kleber nur beschr\u00e4nkt haltbar, sobald das Pulver mit Wasser vermischt ist. Daher wird jeweils nur jene Menge vorbereitet, die voraussichtlich gebraucht werden wird. Was am Ende des Tages nicht verwendet wurde, wird geku\u0308hlt gelagert und innerhalb von ein bis zwei Tagen aufgebraucht. Neben ihren vielen Vorteilen ist die Verwendung der st\u00e4rkebasierten Substanz daru\u0308ber hinaus auch noch beeindruckend preiswert. Fu\u0308r das Rollen und Beringen einer einzelnen Zigarre macht die Verwendung des Klebers im Durchschnitt weniger als das Viertel eines US-Dollar-Cents an Kosten aus.<\/p>\n<p>Bei den oftmals in Tabakfachgesch\u00e4ften erh\u00e4ltlichen L\u00f6sungen, die etwa zur Behebung von Deckblattsch\u00e4den von Zigarrenrauchern zu Hause verwendet werden, handelt es sich u\u0308brigens nicht um die gleiche Substanz wie jener, die von den Rollern in Zigarrenfabriken verwendet wird. Diese Notfallkleber enthalten u\u0308blicherweise Pektin oder Gummi arabicum, sind leicht auch selbst herstellbar und lange haltbar.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p>Weitere Zigarren-Trivia finden Sie auf:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.artofsmoke.de\" target=\"_blank\">www.artofsmoke.de<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Fr\u00fchjahrs-Ausgabe 2015 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/fruehjahrs-ausgabe-2015-the-rebirth-of-davidoff\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So mancher Zigarrenraucher wird wohl erst angesichts eines Rollers bei der Arbeit auf diese eigenartig wirkende Substanz aufmerksam, \u00fcber die man sich sonst eher selten Gedanken macht.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7984,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,1372,1373,21,1,39,15],"tags":[326,460,888,1437,1439],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7915"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7915"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7915\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7984"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}