{"id":7616,"date":"2015-12-04T14:00:57","date_gmt":"2015-12-04T13:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/?p=7616"},"modified":"2015-12-03T15:11:56","modified_gmt":"2015-12-03T14:11:56","slug":"hans-kristian-hoejsgaard-davidoffs-renaissance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/hans-kristian-hoejsgaard-davidoffs-renaissance\/","title":{"rendered":"Davidoff erlebt Renaissance mit Hans-Kristian Hoejsgaard"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kein zweiter Zigarrenhersteller hat in ju\u0308ngster Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit erregt als die Oettinger Davidoff AG. Seit Hans-Kristian Hoejsgaard (56) im Jahr 2011 das Ruder u\u0308bernommen hat, scheint Davidoff wie neu geboren.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Innovationen wie die Davidoff Nicaragua, Camacho und nun Davidoff Winston Churchill haben den Dornr\u00f6schenschlaf des Unternehmens endgu\u0308ltig beendet. Die Schweizer schie\u00dfen ein Dauerfeuerwerk an neuen Produkten ab und er\u00f6ffnen einen Flagship Store nach dem anderen. Unter der Flagge \u201eDavidoff of Geneva \u2013 since 1911\u201c findet man sie an den attraktivsten Adressen der Welt.<\/p>\n<p>Der ju\u0308ngste Coup: der luxuri\u00f6seste Zigarrentempel aller Zeiten entsteht derzeit im New Yorker Stadtviertel Lower Manhattan, gleich gegenu\u0308ber von Ground Zero. Hinter der zw\u00f6lf Meter hohen Au\u00dfenfassade aus Onyx und Lichtern erschlie\u00dft sich dem Kunden ab Sommer 2015 nicht nur ein tabakophiles Shopping-Eldorado, sondern auch ein stilvoller Ort zum Verweilen. Bald gibt es allein im Big Apple drei High-End-Shops. Ihnen werden weitere folgen: in Atlanta, Dallas, Houston usw.<\/p>\n<div id=\"attachment_7686\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_store_oro_blanco_release_presentation_2015.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-7686\" class=\"wp-image-7686\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_store_oro_blanco_release_presentation_2015.jpg\" alt=\"h-k hoejsgaard davidoff store oro blanco release presentation 2015\" width=\"260\" height=\"347\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-7686\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Christian Schmid\/Oettinger Davidoff<\/p>\n<\/div>\n<p>Hans-Kristian Hoejsgaard l\u00e4sst keinen Zweifel an seinem Willen, nach gr\u00f6\u00dferen Marktanteilen zu streben. Die eigenen Shops seien die ideale Basis dafu\u0308r: \u201eIn unseren Gesch\u00e4ften erzielen wir <strong>70 Prozent des Umsatzes mit Zigarren aus eigener Produktion<\/strong>. Und von diesen 70 Prozent entfallen wiederum 70 Prozent auf die Marke Davidoff. Das ist \u00e4u\u00dferst ermutigend.\u201c<\/p>\n<p>Das Kapital fu\u0308r die offensive Gangart des bis dahin nicht gerade sehr innovationsfreudigen Unternehmens holte sich Hoejsgaard aus dem Verkauf von Unternehmensteilen, die wenig oder nichts mit dem Kerngesch\u00e4ft zu tun hatten. \u201eDas gab uns Spielraum, uns wieder auf die Seele von Davidoff zu konzentrieren \u2013 die Zigarre und Raucheraccessoires.\u201c Seine Strategie hat durchgeschlagen. Das letzte volle Gesch\u00e4ftsjahr schloss er als das erfolgreichste in der Geschichte von Davidoff ab.<\/p>\n<p>Wenngleich Europa und die USA fu\u0308r das Unternehmen etwa gleichgewichtige M\u00e4rkte sind, so stellt der CEO dennoch zufrieden fest, \u201edass wir in den USA noch rascher wachsen\u201c. Gemeinsam mit <strong>Jim Young<\/strong>, Pr\u00e4sident Davidoff North America, m\u00f6chte er neben den Flagship Stores auch die Zahl der Deposit\u00e4re nach oben schrauben \u2013 von derzeit rund 250 auf etwa 300 allein in den USA. Den Globus hat Davidoff mit einem Netz von ca. 70 Flagship Stores u\u0308berzogen. \u201eIch kann mir gut vorstellen, dass wir die 100er-Marke in wenigen Jahren knacken\u201c, zeigt sich der Manager des weltweit gr\u00f6\u00dften Zigarrenunternehmens in Familienbesitz sehr zuversichtlich.<\/p>\n<h4>Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die 100er-Marke in wenigen Jahren knacken.<\/h4>\n<p>Hinsichtlich des globalen Vertriebsnetzes gibt es fu\u0308r Davidoff nur einen Gegenspieler: Habanos. W\u00e4hrend die Kubaner mit ihrem Casa del Habano-Konzept aber von Beginn an auf Franchising gesetzt haben, beginnt Davidoff erst jetzt vorsichtig damit.<\/p>\n<p>Vorreiter war u\u0308brigens Urs Portmann in der Schweiz mit seinem ku\u0308rzlich er\u00f6ffneten Edel-Shop \u201eDavidoff of Geneva \u2013 since 1911 \u2013 with Urs Portmann\u201c. Die Vertriebsmodelle der beiden Konkurrenten unterscheiden sich aber auch in einem zweiten Punkt wesentlich. W\u00e4hrend in den Casas ausschlie\u00dflich kubanische Ware angeboten wird, offeriert Oettinger Davidoff schlichtweg das gesamte Premiumsegment, auch aus Kuba.<\/p>\n<p>Hoejsgaard: \u201eIch kann mir gut vorstellen, dass wir der gr\u00f6\u00dfte Kunde der Habanos S.A. sind \u2013 sowohl in Asien als auch in Europa.\u201c Das Tempo, das Hoejsgaard vorlegt, ist atemberaubend, jedenfalls ungew\u00f6hnlich fu\u0308r die Zigarrenbranche. In den vergangenen zw\u00f6lf Monaten durchschnitt er Er\u00f6ffnungsb\u00e4nder in der Schweiz, in Malaysia, Deutschland, den USA und in Japan, stellte Tochterunternehmen in gut einem halben Dutzend L\u00e4ndern auf neue Beine, baute Joint-Ventures in China und dem Rest Asiens aus und errichtet \u2013 so nebenher \u2013 eine \u201eangemessene\u201c Firmenzentrale fu\u0308r 180 Mitarbeiter in Basel. Kostenpunkt: ca. 35 Millionen Schweizer Franken. Klingt viel; ist es auch. Man darf aber nicht u\u0308bersehen, dass die Oettinger Davidoff AG mit 1,2 Milliarden Schweizer Franken fast drei Mal mehr umsetzt als Habanos.<\/p>\n<div id=\"attachment_7672\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_tobacco_plantation_leaves.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-7672\" class=\"wp-image-7672\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_tobacco_plantation_leaves.jpg\" alt=\"h-k hoejsgaard davidoff tobacco plantation leaves\" width=\"260\" height=\"195\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-7672\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Christian Schmid\/Oettinger Davidoff<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Welt der Luxusgu\u0308ter ist dem D\u00e4nen Hoejsgaard auf den Leib geschrieben. Seit mehr als 25 Jahren managt er Unternehmen mit wertvollen und luxuri\u00f6sen Marken, darunter die Timex Group, die Georg Jensen Ltd., den Kosmetikriesen Lancaster und Guerlain Asia-Pacific. In der Oettinger Davidoff AG versteht er sich als Triebfeder fu\u0308r die Transformation des 140 Jahre alten Traditionsbetriebes von einem auf Europa fokussierten Markenunternehmen hin zu einem globalen Haus der Marken. Seine Entscheidung, diesen prestigetr\u00e4chtigen wie ku\u0308hnen Auftrag zu u\u0308bernehmen, f\u00e4llte er nicht von heute auf morgen.<\/p>\n<p>Die Eigentu\u0308mer erwarteten schlie\u00dflich nicht weniger als die v\u00f6llige Neuausrichtung des Unternehmens. Hoejsgaard erinnert sich: \u201eMir war klar, dass die Umsetzung dieses Ansinnens massive Eingriffe in die organisatorische und personelle Struktur sowie in die kulturelle Pr\u00e4gung des Hauses nach sich ziehen wu\u0308rde. So etwas geht man nicht leichtfertig an. Erst nach vielen Gespr\u00e4chen war ich mir gewiss, dass sich alle Beteiligten um die Tragweite der Pl\u00e4ne bewusst waren und diese auch vorbehaltlos mittragen wu\u0308rden.\u201c Der Schnitt war tief, wie sich bald herausstellen sollte. Hoejsgaard reduzierte das Management-Team von 39 auf 12 Personen und heuerte hochkar\u00e4tige Fachleute an, unter ihnen den schon erw\u00e4hnten Jim Young mit 17 Jahren internationaler Erfahrung bei Diageo, dem Weltmarktfu\u0308hrer fu\u0308r alkoholische Getr\u00e4nke.<\/p>\n<p>Der Finanzexperte <strong>Alex Lejeune<\/strong> zeichnet nun fu\u0308r den Bereich Corporate Development verantwortlich und mit <strong>Charles Awad<\/strong> kam ein Fachmann aus der Kosmetikbranche fu\u0308r Marketing und Innovation an Bord. Das Europa-Gesch\u00e4ft leitet <strong>Albert Manzone<\/strong>, der ebenso in der Tabakbranche Karriere machte wie <strong>Javier Plantada<\/strong>, dem nun die gesamte Produktion obliegt. Jene Mitarbeiter, die dem Druck der Neuerungen standgehalten haben, sind mittlerweile hoch motiviert und genie\u00dfen weitgehende Entscheidungsfreiheit in ihren Bereichen. Man spu\u0308rt geradezu die Zuversicht, mit der sie an der Weiterentwicklung des Unternehmens arbeiten. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_cigar_factory_visit.jpg\"><img class=\"alignleft wp-image-7671\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/hk_hoejsgaard_davidoff_cigar_factory_visit.jpg\" alt=\"h-k hoejsgaard davidoff cigar factory visit\" width=\"260\" height=\"347\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kein Wunder: Die Lancierung der Davidoff Nicaragua im Jahr 2013 l\u00f6ste einen Turbo-Effekt aus, der selbst die ku\u0308hnsten Erwartungen in den Schatten stellte. Die Nachfrage u\u0308bertraf die Produktion phasenweise um fast das Doppelte.<\/p>\n<p>\u201eTypischerweise sind zwei von drei Konsumenten, die eine Davidoff Nicaragua kaufen, Neukunden der Marke\u201c, begru\u0308ndet Hoejsgaard den Aufschwung. \u201eDie neue Serie hat aber auch das Interesse an unseren anderen Marken wieder geweckt und Davidoff insgesamt wieder ins Scheinwerferlicht gestellt.\u201c<\/p>\n<p>Selbst in Hongkong und Macao, den wichtigsten M\u00e4rkten Asiens, scheint die Nicaragua-Serie den Klassikern wie Mille Series oder Special Series den Rang abzulaufen. Der n\u00e4chste Paukenschlag gelang mit dem Relaunch von Camacho.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Linien wurde von 27 auf 6 reduziert, die meisten Blends neu kreiert sowie das Design der Marke verju\u0308ngt. \u201eMit dem Erfolg sind wir sehr zufrieden. Mit Camacho haben wir uns im Preissegment von fu\u0308nf bis acht Euro bzw. sechs bis neun Dollar gut aufgestellt\u201c, sagt Hoejsgaard. \u201eDamit ist Camacho unsere zweite internationale S\u00e4ule neben der Marke Davidoff.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Historie der Oettinger Davidoff AG<\/h3>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1875:<\/strong> Gru\u0308ndung der Max Oettinger Cigares AG in Basel<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1942:<\/strong> George Huppuch kauft das Unternehmen<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1961:<\/strong> Dr. Ernst Schneider wird General Manager<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1970:<\/strong> Oettinger kauft Zino Davidoffs Gesch\u00e4ft in Genf<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1991:<\/strong> Zigarrenproduktion wird in die<br \/>\nDominikanische Republik verlegt<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>1994:<\/strong> Zino Davidoff stirbt am 14. Januar<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>2009:<\/strong> Dr. Ernst Schneider stirbt am 13. Oktober<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>2011:<\/strong> Hans-Kristian Hoejsgaard wird CEO der<br \/>\nOettinger Davidoff AG<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Fr\u00fchjahrs-Ausgabe 2015 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/fruehjahrs-ausgabe-2015-the-rebirth-of-davidoff\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein zweiter Zigarrenhersteller hat in ju\u0308ngster Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit erregt als die Oettinger Davidoff AG. 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