{"id":744,"date":"2014-11-12T20:07:02","date_gmt":"2014-11-12T18:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=744"},"modified":"2015-05-11T18:42:54","modified_gmt":"2015-05-11T16:42:54","slug":"tobajara-eine-erfolgreiche-premiumzigarre-aus-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/tobajara-eine-erfolgreiche-premiumzigarre-aus-brasilien\/","title":{"rendered":"Tobajara: Eine erfolgreiche Premiumzigarre aus Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><strong>In Deutschland, man mo\u0308chte fast sagen, nur in Deutschland, spielt die Brasil-Zigarre eine wichtige Rolle. Allerdings in jahrhundertelanger Tradition als Shortfiller, dem auch andere Tabake beispielsweise aus Kuba hinzugefu\u0308gt werden. Die auf dem Markt vertretenen Longfiller kann man an einer Hand za\u0308hlen. Sie spielen zu Unrecht ein Schattendasein.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eBrasilianische Tabake kann man in ihrer Qualita\u0308t mit kubanischen Tabaken vergleichen\u201c, sagt Heinrich Villiger und will neuerdings als Schweizer Eulen nach Athen tragen. Der 84-ja\u0308hrige Villiger gilt als einer der besten Rohtabakkenner der Welt und stellt auch mit seiner ko\u0308rperlichen Fitness noch so manchen Jungspund in den Schatten. Sein Zuhause sind nicht nur die Tabakplantagen der Welt, sondern auch der Sattel seines Motorrads auf wochenlangen Touren durch Su\u0308damerika und Su\u0308dafrika.<\/p>\n<p>\u201eSchon vor zehn Jahren habe ich die Marke Tobajara Limitada als brasilianischen Puro auf den Markt gebracht \u2013 einen Longfiller ausschlie\u00dflich aus brasilianischen Tabaken. Leider war es seinerzeit kein Erfolg und wir haben die Produktion eingestellt. Wir haben aber die Shortfiller-Variante mit Bandtabak (HTL) beibehalten\u201c, erza\u0308hlt die Tabak-Ikone. Die Niederlage und seine Liebe zu brasilianischen Tabaken lie\u00dfen ihm aber keine Ruhe, und so kam es letztes Jahr zu einem Relaunch der Marke mit einem Robusto-Format in einer originellen und griffigen 4er-Metallschachtel fu\u0308r die Jackentasche. Dazu kreierte das Unternehmen neuen Shortfiller in zwei Formaten, ebenfalls mit den Natur-Deckbla\u0308ttern Maduro und Claro.<\/p>\n<p>\u201eDer gesamte Relaunch dauerte zwei Jahre\u201c, betont Clemens Gu\u0308termann. Sofern der 84-ja\u0308hrige Villiger sich dann doch einmal von der Unternehmensleitung zuru\u0308ckziehen sollte, wird er die Geschicke des Unternehmens leiten. \u201eDie Erstellung und das Testen der Zigarrenmuster, die Herstellung der Formen fu\u0308r den Wickel, der Markenauftritt, all dies braucht seine Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Als notwendige Basis hat Villiger im klassischen Tabakgebiet Brasiliens Bahia in Cruz das Almas die Manufaktur <strong>Charutos Tobajara Ltda<\/strong>. gegru\u0308ndet (das \u201ej\u201c wird u\u0308brigens portugiesisch als \u201esch\u201c ausgesprochen). Die Gru\u0308ndung einer eigenen Gesellschaft war eine Grundvoraussetzung fu\u0308r sein Engagement, denn in seinem langen Berufsleben hat er oft genug erlebt, dass er einen Brand aufgebaut hat und der Markeninhaber dann irgendwann die Pferde wechselte. Au\u00dferdem kann Heinrich Villiger mit einer eigenen Manufaktur natu\u0308rlich auch den Blend selbst bestimmen. Fu\u0308r den Relaunch hat er extra eine neue Mischung kreieren lassen. Dazu bediente er sich eines langja\u0308hrigen Partners, der die Rohtabake liefert. Das ist wichtig, denn das System des Tabakanbaus la\u0308uft in Brasilien anders ab als im Rest der Welt.<\/p>\n<p>In Indonesien existieren beispielsweise, vom Staatsmonopol organisiert, riesige Plantagen. In Brasilien sprechen wir aber vom Bauerntabak. Eine Menge von kleinen Bauern erha\u0308lt von den Rohtabakha\u0308ndlern eine Unterstu\u0308tzung in Form von Samen und Du\u0308ngemitteln, was dann bei der Ernte verrechnet wird. Au\u00dferdem findet die brasilianische Ernte anders statt. Die Tabakpflanze wird als Ganzes gefa\u0308llt und im Freien zum Trocknen ausgelegt. Der Exporteur oder der Rohtabakha\u0308ndler ist dann fu\u0308r die Selektion und Fermentation zusta\u0308ndig. In Indonesien und der Karibik hingegen werden die Tabakbla\u0308tter je nach Reifestadium einzeln gepflu\u0308ckt. Dies geschieht u\u0308brigens in Brasilien bei den begehrten Deckbla\u0308ttern auch. Diese wachsen mittlerweile auch unter Gaze\u0301-Tu\u0308chern, wodurch die Linie Claro mo\u0308glich geworden ist.<\/p>\n<p>Die Zigarillo-Formate Tobajara Senorita und Club, ebenfalls 100 Prozent Brasil, la\u0308sst Villiger von seinem langja\u0308hrigen Partner in der Dominikanischen Republik, Jose M. Maragoto von der Firma Abam in Santa Domingo, per Maschine herstellen. \u201eEs wa\u0308re zu aufwa\u0308ndig, in Brasilien diese Maschinen aufzustellen, wenn sie bei einem Partner ohnehin verfu\u0308gbar sind. Aufwa\u0308ndig, aber unvermeidbar ist allerdings der Umstand, dass wir die Rohtabake zuna\u0308chst in die Schweiz schicken, um sie selbst perfekt zu mischen\u201c, verra\u0308t Heinrich Villiger.<\/p>\n<p>Die na\u0308chsten Ziele sind weitere Formate und natu\u0308rlich die Eroberung des US-Marktes: \u201eWir werden hierfu\u0308r einen sta\u0308rkeren Tabakblend entwickeln, das erwartet dieser Markt\u201c, sagt der Doyen des Tabaks. \u201eEinfach wird es nicht werden, denn die Amerikaner kennen Premiumzigarren aus Brasilien so gut wie gar nicht. Auf der anderen Seite fordert dieser Markt immer etwas Neues, und das ko\u0308nnen wir in sehr guter Qualita\u0308t anbieten.\u201c<\/p>\n<p>Und dann hat Villiger noch ein langfristiges Ziel. Der Name Tobajara ist in Anlehnung an einen alten Indianerstamm aus dem Amazonas-Gebiet entstanden, der immer schon Tabak angebaut hat, nun aber in sehr a\u0308rmlichen Verha\u0308ltnissen lebt. \u201eVielleicht ko\u0308nnen wir diesen Indianern ermo\u0308glichen, Tabak wieder kommerziell anzubauen. Aber ich befu\u0308rchte schon jetzt, dass die WHO als fanatischer Feind des Tabaks dieses Projekt torpedieren wird. Auf der anderen Seite: Wer ku\u0308mmert sich sonst um diese Menschen?\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p>Villiger So\u0308hne, 1888 in der Schweiz gegru\u0308ndet, ist in Deutschland seit vielen Jahrzehnten derart erfolgreich und pra\u0308sent, dass der deutsche Raucher es quasi adoptiert hat und die schweizerischen Urspru\u0308nge womo\u0308glich gar nicht kennt.<\/p>\n<p><strong>Hier einige Eckdaten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1910:<\/strong> Louise Villiger, Gro\u00dfmutter von Heinrich Villiger, gru\u0308ndete die Niederlassung in Deutschland, Waldshut-Tiengen.<\/p>\n<p><strong>1934:<\/strong> So\u0308hne Max und Hans Villiger bauen in Mu\u0308nchen Deutschlands gro\u0308\u00dfte Zigarrenfabrik, bis zur Zersto\u0308rung im Zweiten Weltkrieg arbeiten dort 2000 Mitarbeiter.<\/p>\n<p><strong>1950:<\/strong> Heinrich Villiger, Sohn von Max, tritt dem Unternehmen bei und u\u0308bernimmt 1958 die Gescha\u0308ftsfu\u0308hrung. In den Folgejahren kauft sein Unternehmen diverse Mitbewerber wie Rudolf Holzapfel, Gebru\u0308der Scha\u0308fer und die Firma Gebr. Deter.<\/p>\n<p><strong>1976:<\/strong> Gru\u0308ndung von 5th Avenue, Grundlage fu\u0308r einen spa\u0308teren sehr wichtigen Unternehmensbereich, den Zentralimporteur fu\u0308r Havannas in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>1983:<\/strong> Expansion in Deutschland, Gru\u0308ndung der Niederlassung in Bu\u0308nde, heute europaweit eines der modernsten und leistungsfa\u0308higsten Werke zur Herstellung von Zigarillos. Neben neuen Premiummarken wie La Libertad, Villiger 1888, La Capitana, Tobajara und Talanga stellt Villiger So\u0308hne weiterhin die Klassiker wie Villiger Kiel und Virginias Original Krumme her.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde im Country Report Deutschland 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Country Report Deutschland 2014\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/country-report-deutschland-2014\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Qualita\u0308t seiner Tabake zu pru\u0308fen, ist dem 84-ja\u0308hrigen Heinrich Villiger auch eine Reise nach Brasilien zu seiner eigenen Manufaktur nicht zu weit.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6219,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,87,39,12],"tags":[215,214,216,187],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/744"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}