{"id":63286,"date":"2023-05-12T14:55:05","date_gmt":"2023-05-12T12:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=63286"},"modified":"2023-05-12T14:55:05","modified_gmt":"2023-05-12T12:55:05","slug":"matilde-serena-toro-bravo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/matilde-serena-toro-bravo\/","title":{"rendered":"Matilde Serena Toro Bravo"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bei Zigarren mit einem Connecticut-Deckblatt scheiden sich die Geister. Es gibt Passionados, die diesen Tabak partout nicht leiden k\u00f6nnen. Wieder andere lieben die Cremigkeit, die gelungenen Kreationen innewohnt. Und eines ist ebenfalls unbestritten: Es ist ein Tabak, der vielen Zigarren als Deckblatt dient, die weltweit den Anf\u00e4ngern empfohlen werden. Es gibt sicherlich Zigarren, die von vielen gerne als \u201eWarme-Luft-Zigarren\u201c beschrieben werden, doch lassen Sie mich gleich zu Beginn etwas klarstellen: Unsere heutige Zigarre geh\u00f6rt definitiv nicht dazu.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Und damit herzlich willkommen in unserem literarischen Rauchsalon. Es freut mich, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben und sich etwas Zeit reserviert haben. Machen Sie es sich gem\u00fctlich. Wir haben ungef\u00e4hr zwei Stunden Genuss vor uns, und ich werde mir wie immer die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche geben, als Ihr Reisef\u00fchrer durch die Nebelschwaden zu fungieren.<\/span><\/p>\n<p><img class=\" wp-image-63289 alignleft\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260559-1050x700-1-500x332.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260559-1050x700-1-500x332.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260559-1050x700-1-770x512.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260559-1050x700-1.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Deckblatt der Matilde Serena Toro Bravo f\u00e4llt einem sofort ins Auge: Es ist hell, seidig und f\u00fchlt sich unglaublich geschmeidig an. Bereits in kaltem Zustand verstr\u00f6mt es eine unglaubliche Fruchtigkeit, die Lust auf die ersten Z\u00fcge macht. Doch zun\u00e4chst sehen wir uns das Erscheinungsbild und die interessante Anilla an. Mittlerweile wei\u00df ich, dass sich ob des Designs der Marke die Geister scheiden. Ich f\u00fcr meinen Teil bin ein Fan davon. Die schlichten Kisten \u2013 im Falle der Serena \u2013 in einem zarten Gr\u00fcn, wenn nicht sogar T\u00fcrkis gehalten und mit einem Logo, das definitiv auch an den Wiener Jugendstil erinnert, wirken auf mich sehr elegant und gleichzeitig zeitlos sowie zeitgem\u00e4\u00df.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Cut ist schnell gemacht und das Brandopfer dargebracht. Die ersten Z\u00fcge sind sehr mild und Sie werden sofort bemerken, dass hier jemand sein Handwerk besonders feinf\u00fchlig versteht, auszuf\u00fchren. Die Zigarre vermittelt eine unglaubliche S\u00fc\u00dfe in einem sehr leichten, aber dennoch perfekten Zug. Kaffee ist m\u00f6glicherweise eine zu starke Begleitung. Die Zigarre ist cremig, beinah buttrig. Als Begleitung empfehle ich eine leichte Zitronenlimonade mit m\u00f6glichst wenig Zucker, doch auch ein Holunderbl\u00fctensaft sollte den Zweck erf\u00fcllen. Wer es klassischer haben m\u00f6chte, greift zu einer sch\u00f6nen Tasse Tee mit einem Tropfen Milch. Lehnen Sie sich zur\u00fcck und genie\u00dfen Sie diese Zigarre auf alle F\u00e4lle retronasal, denn so offenbart sich ein Unterton, der die ganze Zeit \u00fcber pr\u00e4sent sein wird. Es handelt sich um eine unglaublich schmackhafte Honignote.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Unter den kubanischen Zigarren gibt es eine Zigarre, die ber\u00fchmt f\u00fcr ihre Honignoten ist: Quai d\u2019Orsay. Die Honignote der Matilde Serena wirkt auf mich, als h\u00e4tte man eine Quai d\u2019Orsay genommen, sie f\u00fcnf Jahre reifen lassen und ausschlie\u00dflich den Honiggeschmack in eine dominikanische Zigarre importiert. Was meinen Sie? Schmecken Sie den Honig?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Legen Sie die Zigarre kurz in den Aschenbecher. G\u00f6nnen Sie sich und der karibischen Sch\u00f6nheit eine kleine Pause. Wenn Sie Musik h\u00f6ren wollen, empfehle ich leichte, jazzige Kl\u00e4nge \u2013 vielleicht <i>Autumn Leaves<\/i> von Eric Clapton oder ein Album von Chet Baker. Nach ein bis drei Minuten greifen Sie wieder zur Zigarre. Jetzt, wo sie ein wenig abgek\u00fchlt ist, nimmt die Reise der Aromen wieder volle Fahrt auf. Es ist unglaublich, wie eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig milde Zigarre so eine unglaubliche Dichte an Aromen aufweisen kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Am Beginn des zweiten Drittels gesellt sich zum Aromenspektrum ein g\u00e4nzlich neuer Geschmack. Ein Geschmack, der mich an Afternoon Tea erinnert, vielleicht sogar ein wenig an Bergamotte. Dieses Aroma passt perfekt zur Honigs\u00fc\u00dfe. Es ist eine unglaublich weiche Kreation, die wir hier genie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Cremigkeit des Connecticut-Tabaks ist stetig pr\u00e4sent, dr\u00e4ngt sich jedoch nicht in den Vordergrund, und wenn man bed\u00e4chtig raucht, entwickelt die Matilde Serena auch keine Bitterkeit, die viele Passionados beim Wort Connecticut f\u00fcrchten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><img class=\" wp-image-63291 alignright\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260562-500x334.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260562-500x334.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260562-770x514.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P9260562.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nehmen Sie sich an dieser Stelle wieder ein wenig Zeit f\u00fcr eine kurze Unterbrechung. Kleinere Pausen tun der Zigarre auf alle F\u00e4lle gut. Es ist immer ratsam, Zigarren mit einem Connecticut-Deckblatt langsamer zu rauchen, das gilt auch generell f\u00fcr mildere Zigarren. Befeuchten Sie Ihren Mundraum, g\u00f6nnen Sie sich einen kr\u00e4ftigen Schluck von einem Getr\u00e4nk Ihrer Wahl, und lehnen Sie sich zur\u00fcck. Wir haben Zeit und keinen Grund, durch den Genuss einer Zigarre zu hetzen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wenn Sie die Zigarre wieder aufnehmen, werden Sie \u00fcberrascht sein. Denn nach dieser kurzen Pause gesellen sich zarte Noten von frischen Wiesenkr\u00e4utern im Duett mit Zitrusfr\u00fcchten in den Rauch. Nein, die Zigarre wirkt nicht sauer. Keine Sorge, Sie m\u00fcssen nicht degasieren. Es ist nur der Anklang einer unterschwelligen Fruchtigkeit, die sich herrlich in den Rauch einbettet und die Cremigkeit und S\u00fc\u00dfe der Zigarre hebt. Es wirkt wie der Biss in eine Erdbeere, die man zum Champagner genie\u00dft. Bevor das letzte Drittel beginnt, nehmen Sie nochmals alle Aromen bewusst wahr. Zuerst sp\u00fcrt man die S\u00fc\u00dfe auf der Zungenspitze, danach breitet sich die Cremigkeit im Mundraum aus, kitzelt den Gaumen und schmiegt sich sanft an die Backen. Dann kommt das Honigaroma, gepaart mit Bergamotte und einigen Kr\u00e4utern. Anschlie\u00dfend folgt etwas Holz und unbemerkt im Hintergrund, ganz dezent, schwingt ein Hauch von Limette im Rauch mit. Nach dem Ausblasen hat die Matilde Serena einen unglaublich langen Abgang von Zeder und hellem Schwarztee. Eine herrliche Kreation.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Legen Sie nun eine letzte Pause ein. Benetzen Sie Ihren Gaumen. Hier gibt es einen kritischen Punkt: Wer zu hastig ist, der erntet etwas Bitterkeit. Wer sich beherzt die rechte Zeit nimmt, wird belohnt. Oft werden Zigarren im letzten Drittel s\u00fc\u00dfer, daf\u00fcr nimmt in der Regel die Cremigkeit etwas ab. Interessanterweise verh\u00e4lt es sich hier genau umgekehrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Greifen Sie wieder zur Zigarre und genie\u00dfen Sie den Schlussakt, der fulminanter nicht sein k\u00f6nnte. Es dominiert die absolute Cremigkeit, ein Hauch von Zimt trifft auf die vertraute Honignote, doch die S\u00fc\u00dfe ist beinahe komplett verschwunden. Es bleibt ein Hauch von Bergamotte, etwas Salz und eine kaum merkliche Nuance von Zedernholz und Nuss, die die Zunge umspielen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Erst gegen Ende der Zigarre wird einem bewusst, dass diese zwar unglaublich reich an Geschmack, jedoch nicht an Nikotin ist. Denn der Rauch der einem manchmal auch etwas angenehm zu Kopf steigt, ist hier mild und bek\u00f6mmlich wie ein langer Sonntagmorgen mit einem schier endlosen Fr\u00fchst\u00fcck. Ja, die Matilde Serena Toro Bravo ist mild und bek\u00f6mmlich und dabei doch so komplex. Genau das ist es, was eine meisterhafte Zigarre ausmacht.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zigarrenraucher werden oft von (Noch-)Nichtrauchern nach einer ersten Zigarre gefragt. Die Matilde Serena ist der perfekte Tipp. Und f\u00fcr den versierten Raucher ist sie die perfekte erste Zigarre des Tages, oder auch eine sanfte Begleitung nach einem Brunch, vielleicht w\u00e4hrend der ersten Herbsttage im Sonnenschein, dem eine leichte K\u00fchle innewohnt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Tabak, der vielen Zigarren als Deckblatt dient, die weltweit den Anf\u00e4ngern empfohlen werden. 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