{"id":62224,"date":"2023-02-11T16:39:26","date_gmt":"2023-02-11T15:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=62224"},"modified":"2023-02-11T16:39:26","modified_gmt":"2023-02-11T15:39:26","slug":"saga-short-tales-tomo-vi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/saga-short-tales-tomo-vi\/","title":{"rendered":"Saga Short Tales Tomo VI"},"content":{"rendered":"<p>Saga Short Tales Tomo VI<\/p>\n<p>Die Zeit vergeht rasend schnell und eingefahrene Gewohnheiten brechen auf, Vorlieben ver\u00e4ndern sich und so manch neue Geschmacksknospe wird wiedergeboren. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Vorliebe bei Zigarren f\u00fcr jeden Passionado hin und wieder \u00e4ndert. Zigarren, die mir heute als fad erscheinen, haben mich vor ein paar Jahren m\u00f6glicherweise total begeistert und Zigarren, die mir einmal die Nackenhaare zu Berge stehen lie\u00dfen, sind f\u00fcr mich heute ein milder Genuss. Und damit herzlich willkommen in unserem literarischen Rauchsalon. Nehmen Sie Platz und machen Sie es sich gem\u00fctlich. Dieses Mal erwartet uns eine besondere K\u00f6stlichkeit.<\/p>\n<p>Im Oktober 2017 bekam ich das erste Mal Zigarren von Saga in die Hand, und ich war wirklich sehr erstaunt. Blindverkostungen sind manchmal eine wirklich schwierige Aufgabe, und ich habe mich damals in allem geirrt, worin ich mir eigentlich sicher war. Herkunft, Tabak usw. \u2013 ich lag in allen Punkten daneben. Nichts ist sch\u00f6ner, als die eigene Meinung zwischendurch \u00fcber Bord werfen zu m\u00fcssen, denn nur so bauen sich Vorurteile ab.<\/p>\n<p>Saga Cigars sind mittlerweile einer der interessantesten Boutique-Brands auf dem Markt. Die Saga Short Tales waren die erste Reihe von Nirka Reyes, die auf den Markt kam, und mittlerweile gibt es sieben Formate. Alle Formate sind etwas ganz Besonderes und vor allem sind sie kompromisslos. Was diese Linie aber so spannend macht, ist, dass jedes Format seinen eigenen Blend hat. Somit gibt es sieben verschiedene Blends und jeder davon hat ein so einzigartiges Profil, dass man teilweise ein bisschen \u00fcberfordert ist. Der Gedanke dahinter sind absolut kompromisslose Blends, gerollt in dem Format, welches das Geschmacksprofil am besten verk\u00f6rpert.<\/p>\n<p>Heute ist es das gr\u00f6\u00dfte Format der Serie, die Tomo VI, der wir uns widmen m\u00f6chten. Ich habe mir zur Zigarre dieses Mal einen Three Legged Mule zubereitet. Wer es genau wissen will: Es sind 5 cl Jameson Whiskey, ordentlich Crushed Ice, ein bisschen Limettensaft und ein Limettenviertel. Das alles gibt man in ein Glas oder einen Mule-Becher und gie\u00dft es mit kaltem Ginger Ale auf. Herrlich erfrischend und interessanterweise kein Widerspruch zur Zigarre.<\/p>\n<p>Das dunkle Deckblatt der Tomo VI l\u00e4sst erahnen, dass hier ordentlich Aroma zu erwarten ist, und wie jedes Mal freue ich mich auf die ersten Z\u00fcge. In letzter Zeit erwische ich mich immer \u00f6fter dabei, dass ich die Zigarre erst anschneide, nachdem ich Feuer genommen habe, vor allem wenn mir die Zigarre schon wohlbekannt ist. Die Zigarre ist schnell gek\u00f6pft und den Flammen dargebracht \u2013 in meinem Fall umgekehrt.<\/p>\n<p>Die ersten Z\u00fcge sind herrlich w\u00fcrzig, begleitet von ein paar Kr\u00e4uter- und floralen Aromen. Der Rauch ist dicht und fett. Gleich zu Anfang offenbart die Zigarre ihre unglaubliche Kraft. Achten Sie hier auf das herrliche Aroma, das sich vor allem retronasal besonders wahrnehmen l\u00e4sst. Ziehen Sie nicht zu heftig an der Zigarre. K\u00fchl geraucht, entfaltet sich ein wunderbares Geschmacks- und Geruchsschauspiel. Zur H\u00e4lfte des ersten Drittels bringt das San Andr\u00e9s-Deckblatt leichte Schokoladet\u00f6ne ins Spiel, ohne dass die Zigarre dabei zu s\u00fc\u00df wird. Legen Sie die Zigarre in den Aschenbecher und greifen Sie zu Ihrem Drink. Die leichte Sch\u00e4rfe des Ginger Ale harmoniert herrlich mit der Zigarre. Auch die Schokolade, die der Tabak ins Spiel bringt, erg\u00e4nzt sich mit der Sch\u00e4rfe des Ginger Ale unglaublich gut.<\/p>\n<p>Nachdem die Zigarre Zeit hatte, sich von den ersten Z\u00fcgen zu erholen, entfachen Sie mit ein paar Z\u00fcgen die Glut von Neuem und Sie werden erleben, wie sich allm\u00e4hlich w\u00fcrzige Kr\u00e4uternoten mit der Schokolade verbinden. Erste Ankl\u00e4nge von Leder, Erde und etwas Weihrauch sind der Auftakt zu einem grandiosen Schauspiel.<\/p>\n<p>Im zweiten Drittel offenbart die Zigarre ihr volles Potenzial, das ich nur als fett beschreiben kann. Die W\u00fcrze kitzelt den Gaumen und sorgt f\u00fcr wohligen Speichelfluss. Es ist eine Zigarre f\u00fcr lange kalte Wintern\u00e4chte, in denen man nicht schlafen kann, weil der Wind um das Haus und durch die B\u00e4ume peitscht. Jedoch l\u00e4sst sich diese Zigarre genauso gut am Lagerfeuer in den lauen N\u00e4chten des Fr\u00fchlings und am Rand des Pools im Sommer genie\u00dfen. Sie offenbart in allen Lebenslagen ihr herrliches Aroma. Pfeffer, Nuss und Erde sind die Ouvert\u00fcre zu einem fulminanten Schlussakt, der sich erst im dritten Drittel zu erkennen gibt. Doch in diesem Moment hat der gerollte Tabak leichte Ankl\u00e4nge von Brot und Getreide, vielleicht auch etwas Kaffee. Rauchen Sie hier nicht zu schnell. Ermahnen Sie sich zur M\u00e4\u00dfigung. Die Zigarre wird es Ihnen danken.<\/p>\n<p>Die Zigarre nimmt an St\u00e4rke zu und langsam beruhigen sich K\u00f6rper, Geist und Gedanken. Sie k\u00f6nnen nun gen\u00fcsslich den Nebelschwaden hinterherblicken, die zur Decke schweben.<\/p>\n<p>Greifen Sie wieder zu Ihrem Drink. Der Mule mit Irish Whiskey ist in den letzten Jahren oft in Vergessenheit geraten und erst mit der letzten Jameson-Kampagne wieder en vogue geworden. Um edle Geister zu beruhigen, darf es auch mal ein etwas g\u00fcnstigerer Klassiker sein. Denn im Cocktail kommt sogar ein Jameson gut zur Geltung. Ich gestehe, ich mag ihn. Selbst wenn mir immer wieder erz\u00e4hlt wird, dass es eine S\u00fcnde w\u00e4re, Whiskey \u2013 egal welchen \u2013 mit Ginger Ale zu mischen. Tja, dann bin ich wohl ein S\u00fcnder.<\/p>\n<p>Greifen Sie nun wieder zur Zigarre. Ich gestehe, ich kann Saga-Zigarren nicht unbedingt unvoreingenommen begegnen. Beim Genuss denke ich unweigerlich an Nirka Reyes und an den Abend, an dem ich sie kennenlernen durfte. Ich denke an die Herzlichkeit, mit der sie den Menschen begegnet, an ihren nicht minder herzlichen Mann, mit dem man sich im \u00dcbrigen stundenlang \u00fcber Kochrezepte unterhalten kann, und an den Luxus, der uns Passionados verg\u00f6nnt ist, wenn wir solche Zigarren genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das letzte Drittel der Zigarre offenbart deutliche Noten von Kaffee, dunkler Schokolade mit einem Hauch Marzipan, umh\u00fcllt von leichter Sch\u00e4rfe. Es ist ein herrliches Erlebnis, und auch die an dieser Stelle aufkommende Hitze tut dem Genuss keinen Abbruch. Es ist immer gut zu wissen, dass die wundersch\u00f6nen 10er-Kisten, in denen diese Zigarren verpackt werden, leicht erschwinglich sind, denn bereits jetzt habe ich schon wieder Lust auf mehr. Die letzten Z\u00fcge der Tomo VI sind eine Geschichte von fetter Erde auf einer gr\u00fcnen Insel, auf der eine Familie seit Generationen Tabak kultiviert und herrlich kunstfertig Zigarren produziert.<\/p>\n<p>B\u00f6se Zungen behaupten, dass nur mittelm\u00e4\u00dfige Zigarren in aufwendig gestalteten Kisten verkauft werden. Tja, die Saga Short Tales strafen all diese Menschen L\u00fcgen. Die Tomo VI ist so gut, dass ihr die Kiste gerade mal gerecht wird. Und nicht nur deshalb bin ich \u00fcberzeugt, dass diese Zigarre das Zeug zum Klassiker hat \u2013 derzeit allerdings noch ein Klassiker, der in vielen L\u00e4ndern weit unter seinem Wert geschlagen wird.<\/p>\n<p><img class=\"alignleft size-full wp-image-62227\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SagaBuchOffen.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SagaBuchOffen.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SagaBuchOffen-500x347.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SagaBuchOffen-260x180.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Die Saga Short Tales Tomo VI ist eine Zigarre, die man mit einer wirklich guten Freundschaft vergleichen kann. Sie will gehegt und gepflegt werden, man muss zwar manchmal etwas investieren, doch am Ende des Tages wird man immer belohnt. Der letzte Zug dieser herrlichen Kreation erinnert mich an ein Zitat, das aus der Feder von William Shakespeare stammt: \u201eAbschied ist solch bitters\u00fc\u00dfer Schmerz.\u201c Das trifft es genau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Copyright Fotos: Klaus Hruby<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlich willkommen in unserem literarischen Rauchsalon. Nehmen Sie Platz und machen Sie es sich gem\u00fctlich. 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