{"id":61314,"date":"2022-12-07T14:23:29","date_gmt":"2022-12-07T13:23:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/vom-fass-in-die-kiste\/"},"modified":"2022-12-07T14:26:57","modified_gmt":"2022-12-07T13:26:57","slug":"vom-fass-in-die-kiste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vom-fass-in-die-kiste\/","title":{"rendered":"Vom Fass in die Kiste"},"content":{"rendered":"<p>Die Verwendung von Holz, um Getr\u00e4nken neue Geschmacksnoten zu geben, ist kein neues Konzept. \u00dcber die Jahrhunderte haben Hersteller von Wein und anderen Getr\u00e4nken dieses Verfahren genutzt, um so ihre Produkte reifen zu lassen, ihnen Komplexit\u00e4t und neue organoleptische Eigenschaften zu verleihen. Angesichts des wachsenden Verbrauchermarktes suchen Erzeuger in letzter Zeit nach verschiedenen Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt von F\u00e4ssern, um ihre Produkte zu differenzieren und neue sensorische Erlebnisse zu erforschen. Obwohl der Einsatz von F\u00e4ssern zur Fermentation oder Reifung von Tabakbl\u00e4ttern im Vergleich zu Getr\u00e4nken ein relativ neues Konzept ist, findet es in der Zigarrenbranche immer mehr Anh\u00e4nger. Die erste Marke, die von diesen Prozessen profitierte, war Cohiba. Die 1966 geschaffene Zigarre erregte aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t und Exklusivit\u00e4t stets Aufmerksamkeit. Eduardo Rivero, der Mann hinter den fr\u00fchen Blends beschloss, diesen einer zus\u00e4tzlichen Fermentation in F\u00e4ssern zu unterziehen, um mehr Ausgewogenheit und Komplexit\u00e4t zu erzielen. Die Verwendung von F\u00e4ssern zum Fermentieren des Tabaks in Verbindung mit den besten Rohstoffen und einer kontrollierten sowie limitierten Produktion trug dazu bei, die Aura der begehrtesten kubanischen Zigarrenmarke zu schaffen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit der Jahrhundertwende und Marken, die auf einem anspruchsvollen, innovationsfreudigen Markt konkurrieren, begannen viele Hersteller nach Wegen zu suchen, um ihre Zigarren attraktiver und komplexer zu machen. \u201eDie Perdomo Reserve 10th Anniversary Champagne Series stellte f\u00fcr Perdomo den Beginn der Bourbon Barrel-Reifung von Tabaken dar. Dieser besondere Prozess war jahrelang ein Familiengeheimnis von Perdomo, und Nicholas Perdomo Sr. gab den im Bourbon-Fass herrlich gereiften Connecticut-Deckbl\u00e4ttern den Namen ,Champagne\u2018\u201c, sagt Arthur Kemper von Perdomo Cigars. Das Experiment war so erfolgreich, dass die Manufaktur nun bei all ihren Premiumzigarren fassgereifte Deckbl\u00e4tter verwendet. Perdomo hat auch eine Linie, bei der s\u00e4mtliche Bl\u00e4tter der Zigarre in Bourbon-F\u00e4ssern reifen. Die Perdomo Double Aged 12 Year Vintage tr\u00e4gt die Nummer 12, weil der verwendete Tabak zehn Jahre in Ballen und dann zwei weitere Jahre in F\u00e4ssern reift, was diese Serie zu einer extrem limitierten Auflage macht. Ein \u00e4hnlicher Prozess fand bei La Aurora statt: 2004 wurde mit La Aurora Preferidos Platinum, Emerald und Gold die erste Linie mit fassgereiftem Tabak pr\u00e4sentiert. Das Ergebnis war so positiv, dass man dieses Verfahren zur zus\u00e4tzlichen Reifung auf alle Super-Premium-Linien des Unternehmens ausweitete. Laut Gustavo Velayos, Marketing Director von La Aurora, durchl\u00e4uft nur der erlesenste Tabak diesen zus\u00e4tzlichen Reifeprozess. \u201eMan kann diese Tabake als die besten der besten betrachten, die unsere Qualit\u00e4tsstandards \u00fcbertreffen. Und so k\u00f6nnen wir unseren Zigarren noch mehr Komplexit\u00e4t verleihen\u201c, sagt Velayos.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_61316\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-61316\" class=\"wp-image-61316\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/122-125_cj_3-20_EU_barrel_aged-4-1-500x333.gif\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/122-125_cj_3-20_EU_barrel_aged-4-1-500x333.gif 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/122-125_cj_3-20_EU_barrel_aged-4-1-770x512.gif 770w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-61316\" class=\"wp-caption-text\">Viele Marken verwenden fassgereiften Tabak, um den Zigarren mehr Komplexit\u00e4t zu verleihen und die Aufmerksamkeit von Kunden zu gewinnen, die nach unterschiedlichen Geschmackswahrnehmungen suchen<\/p>\n<\/div>\n<p>Viele m\u00f6gen nun denken, dass man mit dieser Art der Fermentation beabsichtigt, das Tabakblatt mit dem Geschmack der Spirituose zu bereichern, doch es geht darum, s\u00fc\u00dfe und Eichenholznoten hinzuzuf\u00fcgen und die Bittert\u00f6ne des Tabaks noch mehr zu verringern. VegaFina lancierte zwei limitierte Editionen mit in Rum-F\u00e4ssern gereiftem Tabak. Die erste erschien 2016 im Salomones-Format, die zweite 2018 unter dem Namen Galeones. \u201eIch denke, dass Zigarrenliebhaber erwarten, dass die Zigarre, die sie rauchen, Karamell und den s\u00fc\u00dfen Hauch von Rum aufweist, ohne den Tabakgrundgeschmack zu verlieren\u201c, sagt Celia S\u00e1nchez Alarc\u00f3n, International Brand Manager von Tabacalera Premium Cigars.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein weiteres Unternehmen, das fassgereiften Tabak f\u00fcr seine Zigarren verwendet, ist Davidoff. Im Jahr 2016 brachte es seine erste Zigarrenlinie mit in Bourbon-F\u00e4ssern fermentiertem Tabak auf den Markt: die Camacho American Barrel Aged.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span> Es dauerte eine Weile, bis das Unternehmen die richtige Tabaksorte und Fermentierungszeit gefunden hatte. \u201eWir mussten nat\u00fcrlich herumprobieren, da wir nicht genau wussten, welchen Tabak wir verwenden sollen und wie lange wir ihn fermentieren m\u00fcssen. Doch bald stellten wir fest, dass f\u00fcnf bis sechs Monate und eine Tabaksorte mit einer dickeren Struktur optimal waren\u201c, sagt Sam Reuter, Direktor der Oettinger Davidoff AG. \u201eDie Vorteile sind, dass wir uns auf einen nat\u00fcrlichen Prozess konzentrieren und nicht etwa den Tabak mit Bourbon oder Whisky verdampfen. Wir tragen Bourbon oder Whisky auf die Innenseite der F\u00e4sser auf und f\u00fcllen sie dann mit Tabak.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dieser erfolgreiche Auftakt war auch ein Augen\u00f6ffner f\u00fcr das Unternehmen, fassgereiften Tabak in einigen seiner Blends zu verwenden. Es dauerte nicht lange, bis es ein zweites Experiment startete, diesmal unter der Marke Davidoff mit der Winston Churchill Late Hour. Ein weiterer Aspekt, der viele Hersteller motiviert hat, dieses neue Experiment zu wagen, ist die zunehmende Bedeutung des Pairings. Passionados w\u00fcnschen sich einen weichen und harmonischen \u00dcbergang zwischen ihrer Zigarre und Lieblingsspirituose. Dies erkl\u00e4rt die Pr\u00e4ferenz, Rum-, Bourbon- oder Whisky-F\u00e4ssern beim Reifen oder Fermentieren von Tabakbl\u00e4ttern zu verwenden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Drew Estate entschied sich nicht nur f\u00fcr den Einsatz von Bourbon-F\u00e4ssern, sondern brachte auch eine Linie auf den Markt, die nach einer der seltensten und feinsten Bourbon-Marken benannt ist. Seit ihrem Launch wird bei der Pappy Van Winkle das Feuertrocknungsverfahren angewandt und der Tabak daraufhin in den begehrten Bourbon-F\u00e4ssern fermentiert. Trocknung und Fermentation verleihen dieser Linie einen starken Charakter, der es einem leicht macht, beim Pairing die amerikanische Spirituose zu w\u00e4hlen. Auch Getr\u00e4nkehersteller reagieren auf diese Nachfrage. In den letzten Jahren wurden von vielen Unternehmen Produkte lanciert, die das Pairing von Spirituosen und Zigarren promoten, darunter Cohiba Cognac von Martell oder Havana Club Uni\u00f3n. Dieser wurde entwickelt, um ein perfektes Pairing des Rums mit der Cohiba Siglo VI zu bieten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Fermentations- und Reifeprozess und dessen Dauer variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Doch der neue Trend hat sich bei Kritikern und Konsumenten als Erfolg erwiesen und Hersteller scheinen ihm j\u00e4hrlich mehr Platz in ihrem Portfolio einzur\u00e4umen. \u201eWir sind sehr stolz auf unsere beiden Limited Editions, denn sie waren nicht nur ein gro\u00dfer Verkaufserfolg, sondern erhielten auch hervorragende Bewertungen vom Tasting Panel des <i>Cigar Journals: <\/i>92 bzw. 91 Punkte\u201c, sagt Celia S\u00e1nchez Alarc\u00f3n von der Tabacalera Premium Cigars, was den Trend zu best\u00e4tigen scheint.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwendung von Holz, um Getr\u00e4nken neue Geschmacksnoten zu geben, ist kein neues Konzept. \u00dcber die Jahrhunderte haben Hersteller von Wein und anderen Getr\u00e4nken dieses Verfahren genutzt, um so ihre Produkte reifen zu lassen, ihnen Komplexit\u00e4t und neue organoleptische Eigenschaften zu verleihen.<\/p>\n","protected":false},"author":46,"featured_media":61309,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,8639,8638,21,39,2805,15],"tags":[8675],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61314"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/46"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61309"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}