{"id":60542,"date":"2022-10-11T16:07:45","date_gmt":"2022-10-11T14:07:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/bei-aller-anstrengung-ruhe-bewahren\/"},"modified":"2022-10-11T16:18:36","modified_gmt":"2022-10-11T14:18:36","slug":"bei-aller-anstrengung-ruhe-bewahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/bei-aller-anstrengung-ruhe-bewahren\/","title":{"rendered":"Bei aller Anstrengung: Ruhe bewahren!"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"alignleft wp-image-60523\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-11-um-14.17.50-1.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"779\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Abdel Fern\u00e1ndez hat wie niemand anderer bewiesen, wie man mit Beharrlichkeit, harter Arbeit und einer gewissen Anspruchshaltung, die immer bei einem selbst beginnt, triumphieren kann. fast zwanzig Jahre nachdem er sich in Nicaragua niederlie\u00df, kr\u00f6nt sich A.J. Fern\u00e1ndez in seiner Welt mit Erfolg, w\u00e4hrend er gleichzeitig seinen mit festen Vorstellungen und Hartn\u00e4ckigkeit gepflasterten weg folgenderma\u00dfen zusammenfasst: \u201eRuhe bewahren, im Angesicht der m\u00fchen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u201eBei allem, was ich anpacke, lege ich gro\u00dfen pers\u00f6nlichen Einsatz an den Tag\u201c, verr\u00e4t Abdel J. Fern\u00e1ndez, einer der momentan wichtigsten M\u00e4nner in der Zigarrenwelt, wenn man ihn nach dem Rezept seines Erfolges fragt. Er f\u00fcgt hinzu: \u201eDabei geht es mir gut, man muss nur Ruhe bewahren, im Angesicht aller Anstrengungen.\u201c Das ist (im Original: \u201eTranquilo, en la lucha\u201c) ein typisch karibisches Oxymoron, das f\u00fcr eine hartn\u00e4ckige und zielstrebige Person steht, die uns einen essenziellen Teil des Rezepts ihres fulminanten Erfolgs offenbart. Es sind noch keine zwanzig Jahre vergangen, seit A.J. aus seinem Geburtsland Kuba nach Nicaragua kam, und die Zahlen sprechen f\u00fcr sich: drei Manufakturen, zwei gro\u00dfe und eine mittelgro\u00dfe; dreizehn Fincas f\u00fcr den Anbau seines eigenen Tabaks, plus alle Tabakbauern, die exklusiv f\u00fcr A.J. Fern\u00e1ndez arbeiten; 3.500 Mitarbeiter, von denen fast 1.000 Roller und Buncher sind, die t\u00e4glich zwischen 140.000 und 150.000 Zigarren fertigen. Abdel symbolisiert den Triumph durch Beharrlichkeit, die Hauptzutat seines Erfolgs, wie niemand sonst. Dabei legt er aber auch Gelassenheit an den Tag und bleibt mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Er ist direkt und bescheiden, dazu praktisch und realistisch veranlagt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u201eZum Gl\u00fcck scheint es so, als h\u00e4tten wir unsere Sache ganz gut gemacht, was so ein Resultat \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht\u201c, beschreibt er die Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte. \u201eErst mal muss ich sagen, dass ich viel Hilfe hatte, vor allem von meiner Familie, und dazu noch etwas Gl\u00fcck, was unbedingt notwendig ist. Denn wie viele Menschen machen ihre Sache gut, d\u00fcrfen sich aber trotzdem nicht \u00fcber ein solches Resultat freuen?\u201c Und das Resultat spricht eben f\u00fcr sich. A.J. Fern\u00e1ndez hat sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu einem gro\u00dfen Tabakunternehmen mit einer Produktion von \u00fcber 40 Millionen Zigarren pro Jahr gemausert, und auch Abdel selbst ist nicht mehr der knapp zwanzigj\u00e4hrige Jungspund, der in einer Garage mit nur vier Zigarrenrolltischen, ein wenig Hilfe von der Familie und ein bisschen Gl\u00fcck mit der Zigarrenherstellung begann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mit seinen heute 43 Jahren leitet er drei Fabriken, zwei davon in Estel\u00ed, dem Tabakherzen Nicaraguas. In der gr\u00f6\u00dferen der beiden arbeiten 200 Zigarrenrollerp\u00e4rchen; die andere, mittelgro\u00dfe Fabrik liegt im Stadtzentrum und besch\u00e4ftigt 80 Paare. Zu diesen beiden gesellt sich jetzt auch die Fabrik in Totogalpa, einer kleinen Siedlung etwa 70 Kilometer n\u00f6rdlich von Estel\u00ed, zwischen Condega und Jalapa, wo A.J. Fern\u00e1ndez einen ganzen Industriepark angelegt hat. \u201eDie in Totogalpa ist gr\u00f6\u00dfer, gr\u00f6\u00dfer noch als jene in Estel\u00ed\u201c, informiert Abdel. \u201eMein Ziel ist, einen Industriepark entstehen zu lassen, in dem 2023 20 Millionen Zigarren produziert werden. Damit t\u00e4tigen wir eine gro\u00dfe Investition, teils wegen der Verantwortung gegen\u00fcber den Kunden unserer Eigenmarken und teils weil wir uns unseren Angestellten gegen\u00fcber verantwortlich sehen. Wir sind ihnen verpflichtet und d\u00fcrfen das Wachstum nicht begrenzen, nur weil wir nicht mehr Geld investieren wollen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>NEUE HERAUSFORDERUNGEN<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_60525\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-60525\" class=\"wp-image-60525\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-7-500x334.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-7-500x334.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-7-770x514.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-7.jpg 827w\" sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-60525\" class=\"wp-caption-text\">Als Verantwortlicher sieht es Abdel Ferna\u0301ndez als seine Pflicht an, die Zukunft seiner 3.500 Mitarbeiter zu garantieren und ihre Arbeitspla\u0308tze zu sichern<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Abdel ist zweifelsohne ein Mann der Stunde. Etwas, das offensichtlich weder seinen Charakter untergr\u00e4bt noch ver\u00e4ndert, und auch nicht, wie er das Leben oder das Tabakgesch\u00e4ft sieht. \u201eRuhe bewahren\u201c, sagt er, \u201eauch wenn es m\u00fchevoll ist\u201c, und das, obwohl selbst multinationale Konzerne heute gerne mitmischen w\u00fcrden. Sie wollen nicht nur prestigetr\u00e4chtige Marken zusammen mit ihm auf den Markt bringen, sondern auch, und das ist bemerkenswert, den Konsumenten das komplette Bild pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen: hergestellt von A.J. Fern\u00e1ndez. Alle m\u00f6chten sie ein St\u00fcckchen von Abdel abhaben, oder auch das Ganze. \u201eJa, man hat mir Angebote f\u00fcr die Fabriken und die Marken gemacht\u201c, best\u00e4tigt er, \u201eaber wenn ich mein Unternehmen verkaufe, sterbe ich. Ich habe es aufgebaut, ich liebe meine Arbeit auf meinem Land, f\u00fcr meine Leute. Mein Vater sagt, dass es im Leben nicht darauf ankommt, was man hat, sondern was man braucht, und dabei ist Geld nicht alles. Zum Gl\u00fcck habe ich genug, um meinen K\u00fchlschrank zu f\u00fcllen, und sonst brauche ich nichts weiter als Wachstum, und den Respekt meiner Leute. Jener Leute, die um f\u00fcnf Uhr fr\u00fch aufstehen, um zu uns zur Arbeit zu kommen; ihre Achtung will ich mir verdienen. Ich f\u00fchle mich ihnen sehr verpflichtet, sie obliegen meiner Verantwortung.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Pflichtbewusstsein seinen Angestellten gegen\u00fcber, jenen Menschen, mit denen er t\u00e4glich zusammenarbeitet, ist vorbildlich. \u201eWir haben 3.500 Angestellte, viele von ihnen arbeiten schon \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahre f\u00fcr uns. Sie sind loyal, wurden hier ausgebildet, und ich bin ihnen etwas schuldig.\u201c Das ist eine der Herausforderungen nach der Pandemie in Nicaragua: der Personalmangel. Tabakarbeiter emigrieren zuhauf in die USA, was an der Produktivit\u00e4t der Fabriken zu zehren beginnt. Abdel zeigt Verst\u00e4ndnis: \u201eDie Leute gehen weg, weil sie sich ein besseres Leben versprechen. Sie haben W\u00fcnsche und Zielvorstellungen, das ist ganz nat\u00fcrlich. Uns verursacht das Probleme, doch die federn wir ab, indem wir unser eigenes Personal ausbilden, von den Lehrlingen bis zu den Leitern der Galeras. Sie wurden noch nicht in anderen Betrieben ,manipuliert\u2018. Wir bieten ihnen die besten Arbeitsbedingungen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><img class=\"alignleft wp-image-60527\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-11-um-14.17.19.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"720\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>DAS ERFOLGSREZEPT<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Beharrlichkeit, Gelassenheit, Disziplin, Anspruchshaltung &#8230; Schritt f\u00fcr Schritt verr\u00e4t Abdel Fern\u00e1ndez das gesamte Rezept seines Erfolgs, jene Zutaten, die ihn zu einem globalen Ma\u00dfstab f\u00fcr Zigarren aus Nicaragua gemacht haben. Eine Prise Hilfe sowie Gl\u00fcck ist zweifellos wichtig (das betont auch er immer wieder), aber ein Triumph wie der von A.J. Fern\u00e1ndez besteht vor allem aus viel harter Arbeit, einer Anspruchshaltung gegen\u00fcber sich selbst und Weitblick. \u201eBesonders in den letzten f\u00fcnfzehn Jahren laufen die Dinge hier in Nicaragua ziemlich gut\u201c, best\u00e4tigt er. \u201eDie Konkurrenz leistet hervorragende Arbeit, daher m\u00fcssen wir noch mehr lernen, jeden Tag besser werden, uns neue Herausforderungen suchen, neue Ziele stecken und uns daf\u00fcr einsetzen, diese zu erreichen, aber eben auf unsere Art.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Eine Philosophie des langen Atems, die sich nahtlos in das Motto einf\u00fcgt, das den Werdegang des Unternehmens bis jetzt bestimmt hat: \u201eLeidenschaft, Disziplin, gro\u00dfartige Zigarren\u201c, drei Prinzipien mit folgender Priorisierung: \u201eZuallererst steht die Leidenschaft, denn ohne sie kann man keinen Erfolg haben, egal was man tut. Das Wort ist in der Zigarrenwelt in aller Munde, weil man Leidenschaft braucht, um sein Leben dem Tabak widmen zu k\u00f6nnen, das ist eine unumst\u00f6\u00dfliche Wahrheit. Disziplin geh\u00f6rt aber auch dazu.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"> Nach Ansicht von Abdel Fern\u00e1ndez bedenken Konsumenten in den meisten F\u00e4llen nicht, wie schwierig die Fertigung einer Zigarre ist. Sie haben keine Vorstellung davon, wie komplex, kompliziert und m\u00fchevoll der Prozess sein kann und wie viel Arbeit in einer gro\u00dfartigen Zigarre steckt. \u201eDas soll nat\u00fcrlich auch nicht die Sorge der Aficionados sein, aber unsere eben schon. Sie wollen eine gute Zigarre rauchen, das ist alles, und viele wissen gar nichts von den Opfern, der M\u00fche und den vielen H\u00e4nden, durch die eine Zigarre gehen muss, bevor sie bei ihnen ankommt. Diese gro\u00dfe Aufgabe kann man nur mit Leidenschaft und Disziplin bew\u00e4ltigen, dann ist das Endergebnis immer eine gro\u00dfartige Zigarre. So sehe ich das zumindest, aber ich kann mich auch irren.\u201c <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Erfolgsrezept enth\u00e4lt allerdings noch eine weitere wichtige Zutat. Wir haben schon die folgenden Ingredienzen: Leidenschaft und Disziplin, Beharrlichkeit und harte Arbeit (plus ein wenig Hilfe und ein bisschen Gl\u00fcck), Weitblick sowie eine ausgesprochene Zielstrebigkeit. Dazu kommt noch Kontrolle, totale Kontrolle \u00fcber alle Aspekte der Produktion, was sich auch als Anspruchshaltung \u00fcbersetzen l\u00e4sst, die immer bei einem selbst beginnt. Kontrolle bedeutet, das Personal selbst auszubilden, selbst Tabak anzubauen und den gesamten Prozess bis ins kleinste Detail zu kennen. \u201eMan muss immer Anspr\u00fcche stellen. Zuallererst an sich selbst, und dann selbstverst\u00e4ndlich auch an andere\u201c, best\u00e4tigt Abdel. \u201eIch habe immer alles im Auge, s\u00e4mtliche Abl\u00e4ufe. So muss es auch sein, damit alles gut funktioniert, um Fehler beheben und aus anderen lernen zu k\u00f6nnen. Einmal sagte jemand zu mir: \u201aAbdel, du siehst immer nur das Negative.\u2018 Und das stimmt, ich bin mir immer aller Defekte bewusst, aber das ist nun mal meine Aufgabe: zu erkennen, was falsch l\u00e4uft, damit alles perfekt sein kann.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_60533\" style=\"width: 389px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-60533\" class=\"wp-image-60533\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-16-1-500x333.jpg\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-16-1-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-16-1-770x513.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-16-1.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-60533\" class=\"wp-caption-text\">Auf seinen dreizehn Fincas kultiviert A.J. Ferna\u0301ndez den Gro\u00dfteil des Tabaks fu\u0308r seine Zigarrenproduktion<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>NEW WORLD EL DORADO<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Es braucht Disziplin, um nicht zu scheitern und das Vertrauen der Kunden nicht zu entt\u00e4uschen. \u201eWir machen viele Verkostungen, suchen nach neuen Kombinationen und Alternativen, um noch bessere Ergebnisse zu liefern. In einer gute Zigarre steckt sehr viel Arbeit. Danach kommt die Kundenreaktion, ab da kann man nichts mehr \u00e4ndern. Darum ist die Disziplin so wichtig, denn wenn ich mich heute f\u00fcr ein Deckblatt entscheide, morgen f\u00fcr ein anderes, oder das Umblatt bzw. die Einlage \u00e4ndere&#8230;das ist keine Disziplin\u201c, so Abdel. Derzeit ist er gerade im Begriff, die Vorarbeiten zu einer Zigarre abzuschlie\u00dfen, die zwar noch kein Lancierungsdatum, aber schon einen Namen hat: New World El Dorado. \u201eDer Tabak stammt von einer Finca, in die ich mich verliebt habe. Der Boden dort verleiht dem Tabak eine eindrucksvolle S\u00fc\u00dfe. Wir testen noch sehr viel, aber diese Zigarre raucht sich unglaublich.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Doch einen neuen Blend zu kreieren, ist nur der erste Schritt. Danach muss er sich auf den M\u00e4rkten beweisen \u2013 mit gleichbleibendem Geschmack und einer Seriosit\u00e4t, die die Anforderungen des Publikums befriedigt. Daf\u00fcr wiederum braucht man entschiedenen Weitblick, der auf einem soliden Fundament gr\u00fcndet, und muss mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. Disziplin bedeutet auch eine gute Organisation, vor allem was die Prognosen betrifft, die f\u00fcr das so schwierige Gleichgewicht zwischen Kostenkontrolle und Qualit\u00e4tssicherung essenziell sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u201eDas ist das Schwierige daran\u201c, meint auch Abdel auf die Frage, wie man den guten Namen einer Marke bei Konsumenten beh\u00e4lt. \u201eAber mit Disziplin und einer guten Organisation leistet man eine solide Vorarbeit. Angenommen ich stelle dieses Jahr 40 Millionen Puros her, dann muss ich den Tabak daf\u00fcr schon zwei bis drei Jahre im Voraus anbauen, und zwar so viel davon, dass ich, wenn der Moment gekommen ist, auch diese Anzahl fertigen kann. Ich muss mehr pflanzen, mehr Deckbl\u00e4tter anbauen, mehr Tabak in Ballen abpacken, der zumindest drei Jahre reifen muss, um ihn danach verarbeiten zu k\u00f6nnen.\u201c Darin steckt das Geheimnis der Konstanz \u2013 mit den da- zugeh\u00f6rigen Kosten \u2013, \u201edamit Aficionados eine gut verarbeitete, gereifte Zigarre mit viel Geschmack genie\u00dfen k\u00f6nnen, abh\u00e4ngig von der Sorte und ihren Eigenschaften\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><img class=\"alignleft wp-image-60535\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-11-um-14.16.54-1.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"698\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>NACHHALTIGES WACHSTUM<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Erfolg ist gro\u00df, auch im Hinblick auf die enorme Verantwortung, die mit der Leitung eines Unternehmens einhergeht, das in sehr kurzer Zeit zum Ma\u00dfstab in der Branche geworden ist und von dem der Lebensunterhalt vieler Familien abh\u00e4ngt. \u201eWir sind quasi zu Wachstum verpflichtet, aber nicht nur was die Verkaufszahlen betrifft, auch wenn das manche glauben\u201c, erkl\u00e4rt Abdel. \u201eWir haben heute nicht mehr dieselbe Kostenstruktur wie damals, als wir t\u00e4glich 30.000 Puros herstellten. Wir haben seither viel mehr Personal eingestellt, die Bodegas ausgebaut, zus\u00e4tzliche Fabriken er\u00f6ffnet, mehr Fincas erworben &#8230; Au\u00dferdem verlassen sich unsere Angestellten darauf, dass ihre Posten gesichert sind, was uns dazu verpflichtet, ein bestimmtes Ma\u00df an Arbeit und einen gewissen Qualit\u00e4tsanspruch zu garantieren und uns stets neuen Problemen zu stellen, denn jeder Tag in einer Zigarrenfabrik ist ein ganz neuer Tag.\u201c\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Evolution von A.J. Fern\u00e1ndez ist offensichtlich und erweckt in der Zigarrenwelt einen Gutteil Bewunderung, aber Abdel zieht es vor, dass das Wachstum organisch und kontrolliert vonstattengeht. Er glaubt nicht an Zigarren-Booms. Seiner Ansicht nach ist das, was heute auf den M\u00e4rkten vor sich geht, nicht dasselbe, was in den Neunzigern passierte, sondern etwas Stabileres, etwas Strukturelles und nicht nur eine Konjunktur. Um eine Gro\u00dfproduktion mit gleichbleibender Qualit\u00e4t aufrechtzuerhalten, ist es also wichtig, einen gewissen Weitblick an den Tag zu legen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In den USA, dem Hauptabsatzmarkt des Unternehmens, haben sich die Marken von A.J. Fern\u00e1ndez schon vor vielen Jahren einen Namen gemacht. Die USA sind der gr\u00f6\u00dfte Markt der Welt, dort herrscht ein erbitterter Konkurrenzkampf, aber Europa ist eine ganz andere Geschichte. Trotzdem haben sich in der momentanen Mangelsituation an Tabak, Arbeitskr\u00e4ften und anderen Materialien gute Gelegenheiten f\u00fcr all jene ergeben, die Disziplin und Weitblick haben und wissen, wie man seine Sache gut macht. \u201eEuropa ist ein schwieriger Markt\u201c, stellt auch Abdel fest. \u201eDie USA sind viel gr\u00f6\u00dfer, aber auch homogener. In Europa ist das anders. Was in der Schweiz gef\u00e4llt, kann etwas komplett anderes sein als das, was in Spanien gut ankommt; und was in Frankreich funktioniert, muss in Belgien nicht genauso gut funktionieren. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, weil wir in Europa ganz gut wachsen, und zwar Schritt f\u00fcr Schritt auf eine organische Art und Weise. Es ist ein sehr nachhaltiges Wachstum. Wir entwickeln uns langsam, aber konstant, und genau das macht es solide.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>KEINE ABH\u00c4NGIGKEIT VON ANDEREN<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Seinen eigenen Tabak anzubauen, ist nicht nur eine fixe Idee, der Abdel schon seit seiner ersten Produktion folgt, sondern auch jener Teil der Tabakbranche, der ihm am besten gef\u00e4llt. Alles, was auf dem Feld passiert, schmecke man sp\u00e4ter im Tabak, sagen erfahrene Farmer, aber das ist nicht der einzige Grund. \u201eEs ist das Beste, was man tun kann, um die Kontrolle zu behalten und gute Zigarren herzustellen. Und nicht nur, weil man wei\u00df, welche Sorten man f\u00fcr seine jeweiligen Blends anbauen muss, um die Qualit\u00e4t und die Produktion aufrechtzuerhalten\u201c, best\u00e4tigt Fern\u00e1ndez. <span style=\"background-color: transparent; font-size: 16px;\">Es ist au\u00dferdem die beste Art, um eine andere postpandemische Herausforderung zu meistern, der sich die Branche gegen\u00fcbersieht. Die Tabakernte in Nicaragua kann derzeit nicht mit der Nachfrage nach Zigarren auf den M\u00e4rkten Schritt halten. Die Nachfrage nach nicaraguanischem Tabak ist so sehr gestiegen, dass man sich nicht von Dritten abh\u00e4ngig machen kann, um immer die gleiche Einlage, das gleiche Umblatt und das gleiche Deckblatt verf\u00fcgbar zu haben. \u201eIst man im Hinblick auf seinen Tabakbestand von anderen abh\u00e4ngig, geht man ein zu hohes Risiko ein\u201c, sagt Abdel. \u201eDarum wollte ich von Anfang an in Fincas investieren. Als sich mir die Gelegenheit erstmals bot, schlug ich zu, obwohl man mich vor den Schulden warnte. Doch h\u00e4tte ich das damals nicht getan, k\u00f6nnte ich heute keine gleichbleibende Qualit\u00e4t garantieren.\u201c<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_60537\" style=\"width: 444px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-60537\" class=\"wp-image-60537\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-10-500x333.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-10-500x333.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/058-067_cj_2-22_EU_coverstory-10.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-60537\" class=\"wp-caption-text\">Alle Prozesse, denen der Tabak unterzo- gen wird, finden unter der perso\u0308nlichen Aufsicht von A.J. Ferna\u0301ndez statt. Er betrachtet es als seine Aufgabe, sta\u0308ndig zu korrigieren, was falsch la\u0308uft<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mit diesen Zutaten ist A.J. Fern\u00e1ndez \u00fcber die Jahre immer gr\u00f6\u00dfer geworden und hat seinen Marken und vor allem auch seinen Mitarbeitern eine Zukunft gesichert. Es ist kein leichtes Unterfangen, mehr als 40 Millionen Zigarren pro Jahr herzustellen oder das \u00fcber l\u00e4ngere Zeit aufrechtzuerhalten. \u201eWir arbeiten daran, den Kundenstamm von A.J. Fern\u00e1ndez zu erweitern, nicht nur in Sachen Geschmack und St\u00e4rke, sondern auch im Hinblick auf den Preis. Es gibt Leute, die drei Dollar pro Zigarre zahlen k\u00f6nnen, und andere, die auch zehn Dollar daf\u00fcr ausgeben. Wir m\u00f6chten die ganze Welt erreichen, darum ist Bellas Artes eine ganz andere Zigarre als D\u00edas de Gloria, denn wir wollen noch mehr Menschen f\u00fcr Zigarren begeistern und f\u00fcr unterschiedlichste Aficionados und Anl\u00e4sse ein Angebot bereitstellen. Daf\u00fcr bietet uns Nicaragua viele Chancen.\u201c Wachstumschancen, wie sie sich Abdel Fern\u00e1ndez vor beinahe 20 Jahren geboten haben. Damals nahm ein Traum seinen Anfang, der heute \u00fcberw\u00e4ltigende Realit\u00e4t geworden ist, gewachsen aus Disziplin, Leidenschaft, harter Arbeit, Anspruchshaltung, Kontrolle und Weitblick &#8230; sowie ein wenig Hilfe und ein bisschen Gl\u00fcck. \u201eWas mich wohl am meisten mit Zufriedenheit und Stolz in meinem Leben erf\u00fcllt, ist, dass ich mit nichts aus Kuba hierherkam und diesem Land jetzt etwas schuldig bin\u201c, meint Abdel. \u201eIch will heute h\u00e4rter arbeiten denn je, aber den besten Rat, den ich dazu geben kann, ist, was mein Vater immer sagt: ,Verbringe nicht eine Minute deines Lebens mit etwas, das dir nicht gef\u00e4llt.\u2018\u201c Eine gro\u00dfe Wahrheit, aber mit einem Zusatz: \u201eBei aller Anstrengung: Ruhe bewahren!\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abdel Fern\u00e1ndez hat wie niemand anderer bewiesen, wie man mit Beharrlichkeit, harter Arbeit und einer gewissen Anspruchshaltung, die immer bei einem selbst beginnt, triumphieren kann.<\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":60541,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[39],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60542"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60542"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60542\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}