{"id":5554,"date":"2012-12-15T15:05:16","date_gmt":"2012-12-15T14:05:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=5554"},"modified":"2015-04-15T14:30:10","modified_gmt":"2015-04-15T12:30:10","slug":"esteli-die-zigarrenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/esteli-die-zigarrenstadt\/","title":{"rendered":"Estel\u00ed \u2013 Die Zigarrenstadt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine florierende Tabakindustrie hat das einst landwirtschaftlich gepra\u0308gte Estel\u00ed in ein Mekka fu\u0308r Zigarrenraucher verwandelt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf einem Rundgang durch Esteli\u0301 mag man die allgegenwa\u0308rtigen Zigarrenfabriken vorerst gar nicht bemerken, denn sie sind selten gekennzeichnet. Aber nach dem Tabakduft zu urteilen, scheint es, als ko\u0308nne man nirgendwohin einen Stein werfen, ohne eine davon zu treffen. Es ist eine Industrie, die diese no\u0308rdliche Bergstadt reicher als die meisten anderen Sta\u0308dte des Landes gemacht hat.<\/p>\n<p>Die u\u0308berwiegende Mehrheit der heimischen Fabriken befindet sich hier, und Scha\u0308tzungen zufolge lebt ein Viertel der Stadtbevo\u0308lkerung auf irgendeine Weise vom Tabak. Laut nicaraguanischem Zigarrenverband (Asociacio\u0301n Nicaragu\u0308ense del Puro, kurz: ANP), stellt die Tabakindustrie mehr als 20.000 Arbeitspla\u0308tze direkt und im ganzen Land 100.000 Arbeitspla\u0308tze indirekt zur Verfu\u0308gung.<\/p>\n<p>\u201eAls die Fabriken begannen, sich im Zentrum statt am Stadtrand anzusiedeln, gab es anfangs einige Beschwerden u\u0308ber den Geruch und das zunehmende Verkehrsaufkommen, aber nach einer Weile hie\u00dfen die Leute sie willkommen\u201c, meint Harvey Benavides, Inhaber eines Export\/Import-Unternehmens namens Aeromar in Esteli\u0301. \u201eSie wussten, dass es um Jobs und mehr Wohlstand ging. Die Esteli\u0301anos profitieren seither kontinuierlich auf sozialer wie auch wirtschaftlicher Ebene von einer Produktion, die ja\u0308hrlich mehr als 100 Millionen US-Dollar erwirtschaftet.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_5561\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5561\" class=\"size-medium wp-image-5561\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1-500x375.jpg\" alt=\"sergio torres rodriguez lights up a company own cigar plasencia factory\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1-600x449.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/sergio-torres-rodriguez-lights-up-a-company-own-cigar-plasencia-factory1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-5561\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>Bei einem Rundgang durch die Fabrik Plasencia erkla\u0308rt mir Markenbotschafter <strong>Sergio Torres Rodriguez<\/strong>, was dieses vormalig landwirtschaftliche Zentrum in ein zentralamerikanisches Zigarren-Mekka verwandelt hat. \u201eDie schwarze Erde rund um die Stadt und das Klima sind fu\u0308r den Tabakanbau perfekt geeignet. Vor kurzem erza\u0308hlte uns ein Kunde, dass Esteli\u0301 laut einer internationalen Studie das weltweit beste Sonnenlicht fu\u0308r Tabak hat. Die Ho\u0308henlage ist ebenfalls gut und es gibt nicht viel Wind\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Der Gru\u0308nder der Fabrik, Sixto Plasencia, kam aus Kuba, wie so viele andere Tabakbauern in den 1960er-Jahren wa\u0308hrend des US-Handelsembargos. Zigarren werden in der Region seit u\u0308ber 60 Jahren produziert und die erste Zigarrenfabrik Zentralamerikas \u2013 Joya de Nicaragua \u2013 wurde sogar vor der kubanischen Revolution gegru\u0308ndet. Deshalb wa\u0308re es nicht ganz fair zu sagen, dass alles mit dem Handelsembargo begann, doch es war der Beginn von etwas Gro\u0308\u00dferem. \u201ePra\u0308sident Anastasio Somoza wollte die Industrie vorantreiben und lie\u00df kubanische Fachleute ins Land, die in der Tabakindustrie Nicaraguas arbeiten wollten.\u201c<\/p>\n<p>Als die Sandinisten 1979 Somoza stu\u0308rzten und an die Macht kamen, beschlossen Sixto Plasencia und viele seiner Landsleute in Nicaragua zu bleiben. Zumindest vorerst einmal. Aufgrund eines weiteren, dieses Mal u\u0308ber Nicaragua verha\u0308ngten US-Embargos, u\u0308bersiedelten viele voru\u0308bergehend in benachbarte La\u0308nder, doch die Mehrheit kehrte zuru\u0308ck. In den 1990er-Jahren erlebte die Industrie einen Boom.<\/p>\n<div id=\"attachment_5559\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5559\" class=\"size-medium wp-image-5559\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory-500x375.jpg\" alt=\"60 percent female cigar roller plasencia factory\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/60-percent-female-cigar-roller-plasencia-factory.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-5559\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>\u201eDie Gemeinde der Auslandskubaner hielt sich wa\u0308hrend der Sandinisten-Revolution gro\u0308\u00dftenteils aus der Politik heraus, und Pra\u0308sident Daniel Ortega belohnte sie, indem er ihnen erlaubte, ihr Land zu behalten. Aus dieser Gemeinde entsprang die florierende Tabakindustrie, fu\u0308r die die Stadt heute beru\u0308hmt ist\u201c, erza\u0308hlt Erik McDonald, ein amerikanischer Passionado, der seit fast zwei Jahren hier lebt. \u201eEs ist herrlich. Selbst wenn man nur eine Woche hier ist, lernt man schnell die richtigen Leute kennen und bekommt am Ende immer Zigarren geschenkt.\u201c Es ist tatsa\u0308chlich einfach, sich hier anzufreunden. Die Stadt ist klein; sieht man hier jemanden, der Zigarre raucht, dann ist es ho\u0308chstwahrscheinlich ein Ausla\u0308nder.<\/p>\n<p>Um Steuerzahlungen an den Staat zu vermeiden, geho\u0308ren die meisten Fabriken und Produzenten einer Freihandelszone an, und das entsprechende Gesetz verbietet ihnen, Zigarren an nicaraguanische Unternehmen sowie Nicaraguaner zu verkaufen. Die Tatsache, dass praktisch alle Puros exportiert werden, scheint die Bevo\u0308lkerung jedoch nicht sonderlich zu sto\u0308ren.<\/p>\n<p>\u201eEs ist weder billig noch einfach fu\u0308r Esteli\u0301anos, Zigarren zu kaufen, aber es hat deshalb noch nie einen gesellschaftlichen Aufstand gegeben\u201c, so Roberto Blando\u0301n, Direktionsassistent bei Aeromar. \u201eDas liegt schlichtweg daran, dass es in Esteli\u0301 nie eine starke Zigarrenkultur gab.\u201c Trotzdem kommt es bisweilen vor, dass man einen Fu\u00dfballer sieht, der wenige Minuten vor dem Spiel eine lange Puro raucht, oder eine alte Dame mit ihrer Einkaufstasche in der einen Hand und einer angezu\u0308ndete Zigarre in der anderen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Winter-Ausgabe 2012 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Winter-Ausgabe 2012 \u2013 Zigarren &amp; Charity\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/winter-ausgabe-2012-zigarren-charity\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine florierende Tabakindustrie hat das einst landwirtschaftlich gepra\u0308gte Estel\u00ed in ein Mekka fu\u0308r Zigarrenraucher verwandelt. <\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":5555,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,1007,1,39],"tags":[1146,1147,308,371],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5554"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5554"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5554\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}