{"id":484,"date":"2014-09-15T15:05:17","date_gmt":"2014-09-15T13:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=484"},"modified":"2015-05-04T21:18:45","modified_gmt":"2015-05-04T19:18:45","slug":"wie-kalibriere-ich-ein-hygrometer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wie-kalibriere-ich-ein-hygrometer\/","title":{"rendered":"Wie kalibriere ich ein Hygrometer?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beim Kauf eines Hygrometers sollte man darauf achten, dass es u\u0308ber eine Mo\u0308glichkeit der Kalibrierung verfu\u0308gt, sonst ist es relativ wertlos. Die Kalibrierung stellt uns allerdings vor eine nicht gerade einfache Aufgabe. Es gibt verschiedene Kalibriermethoden, die allesamt ihre Tu\u0308cken haben.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grundsa\u0308tzlich ist bei allen Vorgehensweisen darauf zu achten, dass wa\u0308hrend der Kalibrierungsphase die Temperatur mo\u0308glichst konstant gehalten wird. Da die relative Luftfeuchte abha\u0308ngig von der Temperatur ist, wirken sich Temperaturschwankungen schlimm aus. Pro Grad Celsius Temperatura\u0308nderung a\u0308ndert sich die relative Luftfeuchte um bis zu vier Prozent. Je ho\u0308her die Umgebungstemperatur ist, desto sta\u0308rker die Schwankungen. Am besten also im nicht beheizten Keller kalibrieren.<\/p>\n<h3>Feuchte-Lappen-Methode<\/h3>\n<p>Die Standardvariante der Kalibrierung ist in nahezu jeder Anleitung eines Hygrometers zu lesen. Man nimmt ein feuchtes Tuch, wickelt das Hygrometer darin ein und stellt es nach etwa zwei Stunden auf 99 Prozent. Das Problem an dieser Variante: Kein Hygrometer misst u\u0308ber den gesamten Messbereich von 0 bis 100 Prozent relativer Feuchte gleich pra\u0308zise. Meist sind die Gera\u0308te darauf ausgelegt, in einem Bereich zwischen 40 und 60 Prozent am genauesten zu messen. Im Humidor wollen wir mo\u0308glichst explizite Werte zwischen 65 und 75 Prozent messen. Kalibriert man nun ein Hygrometer auf den Maximalwert, so wird die Abweichung umso gro\u0308\u00dfer, je niedriger die relative Feuchte ist.<\/p>\n<h3>Kalibrierung \u00fcber die Feuchtenormale<\/h3>\n<p>Hierbei macht man sich das physikalische Prinzip der so genannten Feuchtenormalen zunutze. In einem geschlossenen Luftvolumen u\u0308ber einer gesa\u0308ttigten Salzlo\u0308sung stellt sich eine bestimmte relative Luftfeuchte ein, genauer gesagt, ein reproduzierbarer Wasserdampfpartialdruck. Je nachdem welches Salz man verwendet, erha\u0308lt man unterschiedliche relative Luftfeuchtewerte. Bei 15 \u00b0C (59 \u00b0F) erha\u0308lt man bei einer Lo\u0308sung aus Lithiumchlorid einen Wert von 12 Prozent, bei Magnesiumchlorid 86 und Natriumchlorid 76 Prozent.<\/p>\n<p>Natriumchlorid ist nichts anderes als Kochsalz. Nehmen Sie also einen Topf mit Glasdeckel, fu\u0308llen Sie 100 ml (3.38 fl oz) lauwarmes Wasser ein und geben Sie mindestens 50 g (1.76 oz) Kochsalz dazu. Ru\u0308hren Sie ein bis zwei Minuten um, bis sich kein Salz mehr lo\u0308st. Sofern sich alles Salz aufgelo\u0308st hat, geben Sie noch Salz hinzu, so lange, bis das Salz sichtbar auf dem Topfboden verbleibt.<\/p>\n<h4>Es gibt verschiedene Kalibriermethoden, die allesamt ihre T\u00fccken haben.<\/h4>\n<p>Lassen Sie den Topf in einer ku\u0308hleren Umgebung einige Stunden stehen, bis das Wasser die Umgebungstemperatur angenommen hat. Stellen Sie nun ein Glas mit der O\u0308ffnung nach unten in den Topf, legen Sie das Hygrometer auf das Glas und schlie\u00dfen Sie den Topf mit dem Deckel. Nach einigen Stunden stellt sich im Topf eine relative Luftfeuchte von 76 Prozent ein. Nehmen Sie den Deckel behutsam ab, sodass mo\u0308glichst wenig Luft aus dem Topf gezogen wird.<\/p>\n<p>Stellen Sie das Hygrometer mo\u0308glichst schnell auf 76 Prozent \u2013 voila\u0300. Das Hygrometer ist perfekt kalibriert. Will man es ganz perfekt machen, dann befestigt man einen Minilu\u0308fter mit einem Klebestreifen im Topf und la\u0308sst diesen die Luft permanent umwa\u0308lzen. Somit ist garantiert an jeder Stelle im Topf die Luftfeuchte identisch.<\/p>\n<h3>Schnapsglas-Methode<\/h3>\n<p>Auch bei dieser Methode macht man sich das Prinzip der Feuchtenormalen zunutze. Es ist zwar etwas einfacher im Handling, birgt aber auch mehr Fehlerquellen. Fu\u0308llen Sie ein Schnapsglas mit Kochsalz und geben Sie etwa 5 ml (0.17 fl oz) Wasser hinzu, sodass ein Salzmatsch entsteht. Packen Sie alles in einen Plastikbeutel und belassen Sie mo\u0308glichst viel Luft im Beutel. Schlie\u00dfen Sie den Beutel dicht ab. Nach einigen Stunden stellt sich auch hier eine relative Luftfeuchte von 76 Prozent ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_978\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/hygrometer-calibrate-small-glass-method.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-978\" class=\"size-medium wp-image-978\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/hygrometer-calibrate-small-glass-method-500x667.jpg\" alt=\"hygrometer calibrate small glass method\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/hygrometer-calibrate-small-glass-method-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/hygrometer-calibrate-small-glass-method.jpg 630w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-978\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Marc Andr\u00e9<\/p>\n<\/div>\n<p>Sie ko\u0308nnen mit einem Schraubendreher durch den Beutel sto\u00dfen und das Hygrometer im Beutel auf 76 Prozent kalibrieren. Die mo\u0308glichen Fehlerquellen bei dieser Methode: Der Beutel legt sich um die O\u0308ffnungen des Hygrometers und die Luft kommt nicht ausreichend an die Hygrometermechanik. Zudem ist der Beutel viel anfa\u0308lliger fu\u0308r Temperaturschwankungen, da seine Masse viel geringer ist als die des Topfes. Wenn man die Temperatur wirklich konstant ha\u0308lt und auf ausreichend Luft im Beutel achtet, ist dies eine recht elegante und einfache Methode.<\/p>\n<p>Auf diversen Webseiten findet man den Hinweis, dass bei dieser Methode der Kalibrierung die Temperatur keine Rolle spiele, da bei 20 \u00b0C (68 \u00b0F) eine Feuchtenormale von 75 Prozent und bei 15 \u00b0C (59 \u00b0F) eine von 76 Prozent entstehe. Diese Aussage ist richtig. Es ist an und fu\u0308r sich egal, bei welcher Temperatur Sie die Kalibrierung vornehmen. Nur schwanken darf die Temperatur nicht, weil sich wa\u0308hrend der Temperatura\u0308nderung die relative Feuchte a\u0308ndert und man einige Stunden warten mu\u0308sste, bis sich die Feuchtenormale wieder einstellt.<\/p>\n<p>Unter der Voraussetzung, dass ein Hygrometer korrekt kalibriert ist und man im Humidor unterschiedliche Feuchtewerte misst, so liegt der \u201eFehler\u201c entweder in der falschen Konstruktion des Humidors oder in der falschen Positionierung des Hygrometers. Aus diesem Grund werden wir im na\u0308chsten Heft auch auf konstruktive Defizite in Humidoren eingehen, die eine pra\u0308zise Messung behindern oder gar unmo\u0308glich machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Herbst-Ausgabe 2013 \u2013 Nestor Plasencia Sr.\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2013-nestor-plasencia-sr\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Kauf eines Hygrometers sollte man darauf achten, dass es u\u0308ber eine Mo\u0308glichkeit der Kalibrierung verfu\u0308gt, sonst ist es relativ wertlos. Die Kalibrierung stellt uns allerdings vor eine nicht gerade einfache Aufgabe. 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