{"id":4727,"date":"2013-07-15T15:05:49","date_gmt":"2013-07-15T13:05:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=4727"},"modified":"2015-05-06T18:48:43","modified_gmt":"2015-05-06T16:48:43","slug":"plaedoyer-fuer-klassiker-gereifte-vs-limitierte-zigarre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/plaedoyer-fuer-klassiker-gereifte-vs-limitierte-zigarre\/","title":{"rendered":"Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Klassiker \u2013 Gereifte klassische vs. limitierte Zigarren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn ich die Wahl zwischen einer gereiften klassischen und einer limitierten Zigarre habe, dann f\u00fchle ich mich zur ersteren hingezogen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt dieser Kolumne stehen oft seltene Zigarren wie limitierte Serien. Ich habe u\u0308ber Davidoffs geschrieben, die nicht mehr hergestellt werden, u\u0308ber die zw\u00f6lfj\u00e4hrige Geschichte von Edici\u00f3n Limitadas und viele andere Rarit\u00e4ten. Woru\u0308ber ich geschrieben habe und was die meisten von uns gerne rauchen, das sind allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe.<\/p>\n<div id=\"attachment_4746\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4746\" class=\"size-medium wp-image-4746\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare-500x375.jpg\" alt=\"dunhill cigars once regulary available now rare\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/dunhill-cigars-once-regulary-available-now-rare.jpg 910w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4746\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Cigar Research<\/p>\n<\/div>\n<p>Es sind eher <strong>Montecristo No. 2<\/strong>, <strong>Cohiba Lancero<\/strong>, <strong>Partag\u00e1s Short<\/strong> und ein paar Dutzend andere Zigarren, die wir gern in unseren Humidoren reifen lassen. Und wenn die Zeit zum Genuss gekommen ist, \u00f6ffnet man den Humidor und fragt sich: Eher eine Limited Edition oder eine klassische Zigarre? Ich m\u00f6chte aufzeigen, wieso Sie fast immer eine alte klassische Zigarre einer limitierten Produktion vorziehen sollten.<\/p>\n<p>Ich bin derzeit auf Besuch im Ferienhaus eines Freundes in Nicaragua. Hoch oben auf einem Berg gelegen, hat man einen traumhaften Ausblick auf die Kaffeeplantagen. Mocha, die schokoladenfarbige Labrador-Hu\u0308ndin, folgt uns auf Schritt und Tritt, geht jedoch auf Distanz, wenn Zigarren angezu\u0308ndet werden.<\/p>\n<p>Das \u00e4lteste Geb\u00e4ude auf diesem Gel\u00e4nde ist aus Stein gebaut. Hier bewahrt man all jene Dinge auf, die ku\u0308hl oder vor der Sonne geschu\u0308tzt bleiben sollen \u2013 auch Zigarren. Vor dem offenen Schrankhumidor stellte sich die Frage: Sollen wir eine zehn Jahre alte Montecristo No. 2 rauchen oder eine ju\u0308ngere Edici\u00f3n Regional?<\/p>\n<h3>Eine Botschaft an Zigarrenhersteller<\/h3>\n<p>Was gibt es Neues? Das ist eine Frage, die wir zu oft in Zigarrengesch\u00e4ften stellen. Natu\u0308rlich bin ich stets neugierig und m\u00f6chte u\u0308ber die ju\u0308ngsten Kreationen Bescheid wissen. Aber wenn ich nach Spanien fahre und dort Zigarrenl\u00e4den besuche, dann gibt es kaum Neues. Und das ist eine Erleichterung, weil ich zur Abwechslung einmal nichts probieren \u201emuss\u201c. Es ist eine Freude, das bekannte Sortiment zu begutachten \u2013 Marken mit Geschichte, Zigarren, die ich vor fu\u0308nf, zehn oder noch mehr Jahren auch schon geraucht hatte.<\/p>\n<div id=\"attachment_4747\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4747\" class=\"size-medium wp-image-4747\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie-500x501.jpg\" alt=\"illustration old magazine  Kopie\" width=\"260\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie-500x501.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie-770x772.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie-600x602.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/illustration-old-magazine-Kopie.jpg 793w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4747\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Cigar Research<\/p>\n<\/div>\n<p>Sch\u00f6ne Erinnerungen werden wach und rein aus Nostalgie k\u00f6nnte ich die Urenkelin der allerersten Zigarre kaufen, die ich je genossen habe, die <strong>Romeo y Julieta Corona<\/strong>. Oder vielleicht einige, die ich bei meinem ersten Besuch in Kuba rauchte?<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit verschwinden immer mehr historische Vitolas und es scheint, als wu\u0308rden Limited Editions zunehmend mehr Platz in den Regalen einnehmen. Bei Habanos sagte man mir, dass man nur Zigarren aus der Produktion streicht, die zu selten gekauft werden. Dagegen ist nichts einzuwenden; wir mu\u0308ssten sie einfach nur kaufen.<\/p>\n<p>Es ist schade, dass wir so viele schlanke Vitolas wie die <strong>Partag\u00e1s Connoisseur Selection<\/strong> verloren haben, doch ich nehme an, wir tragen ebenso Schuld daran, wie die Hersteller. Wir haben es schlichtweg verabs\u00e4umt, ihnen die Botschaft zu u\u0308bermitteln, dass wir selbst Zigarren mit einem ungew\u00f6hnlichen Format, beispielsweise die Ninfa, hin und wieder gerne rauchen m\u00f6chten. Wenn ich also eine Entscheidung f\u00e4lle, welche Zigarre ich rauche oder welche Kiste ich kaufe, um genu\u0308gend Vorrat zu haben, dann stehen Zigarren aus der regul\u00e4ren Produktion ganz oben auf der Liste. Das ist der beste Weg, um Zigarrenherstellern zu kommunizieren, welche Zigarren sie meiner Meinung nach weiterhin produzieren sollen.<\/p>\n<h3>Was ist das Besondere?<\/h3>\n<p>Nehmen Sie zwei Zigarren her, die beide zehn Jahre alt sind. Fu\u0308r gew\u00f6hnlich reifen jene mit Natural-Deckbl\u00e4ttern besser als jene mit du\u0308nnen oder Maduro-Deckbl\u00e4ttern oder jene, deren Tabak schon vor dem Rollen lange gelagert wurde. Standardzigarren mit dickeren Colorado (Natural)-Deckbl\u00e4ttern reifen einfach am besten.<\/p>\n<p>Zigarren in limitierter Auflage sind insofern oft \u201eaufgep\u00e4ppelt\u201c, als der Tabak h\u00e4ufig lange gereift wurde, bevor die Zigarre gerollt wird. Diese Zigarren befinden sich schon auf ihrem H\u00f6hepunkt, sobald sie auf den Markt kommen, verlieren jedoch mit der Zeit oft an Ausgewogenheit und St\u00e4rke.<\/p>\n<p>Andere sind Maduros, die sich durch interessante Aromen und Su\u0308\u00dfe auszeichnen, wenn sie lanciert werden. Doch wenn die Deckbl\u00e4tter zu intensiv verarbeitet wurden, altern sie schnell und ungrazi\u00f6s.<\/p>\n<p>Wie wir wissen, reift eine Montecristo No. 2 langsam und mit Wu\u0308rde. Ihr Geschmacksspektrum entfaltet sich allm\u00e4hlich, w\u00e4hrend sie den Mantel der Jugend fallen l\u00e4sst. Vor kurzem genoss ich eine, die in den 1950er-Jahren gerollt wurde. Sie hatte ihren einzigartigen Charakter von Holz- und Ledernoten behalten, war aber von einem st\u00e4rkeren blumigen Aroma gepr\u00e4gt. Ich bezweifle stark, dass eine der heutigen Maduros in mehr als 50 Jahren so gut schmecken wird.<\/p>\n<h3>Drei Marken<\/h3>\n<p>Lassen Sie uns einen Blick auf drei verschiedene Marken werfen, die es schon seit geraumer Zeit gibt und die uns vermutlich auch noch lange begleiten werden. M\u00f6glicherweise lagern diese Zigarren ohnehin in Ihrem Humidor. Und wenn nicht, dann sollten Sie diese vielleicht kaufen.<\/p>\n<p><strong>Cohiba<\/strong><\/p>\n<p>Diese Marke muss man nicht erst vorstellen. Sie ist jung, aber unglaublich bekannt. Fu\u0308r jene von uns, die reifegelagerte Zigarren m\u00f6gen: Cohibas erreichen ihren H\u00f6hepunkt relativ rasch. Dieses Statement mag u\u0308berraschen. Aber Cohibas schmecken in der Regel am besten zwischen 0 und 15 Jahren. Die dickeren Vitolas wie Siglo VI oder Robusto sind fu\u0308r ihre exzellente Qualit\u00e4t innerhalb der ersten fu\u0308nf Jahre bekannt. Nachdem Cohibas aber aus lange fermentiertem Tabak hergestellt werden, haben sie bei ihrem Launch schon fast ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Sie werden dann gew\u00f6hnlich nur sanfter und milder. Wenn Sie Cohibas m\u00f6chten, die im Alter gewinnen, dann sind jene mit kleinem Ringma\u00df wie die Lanceros oder Panetelas die beste Wahl.<\/p>\n<div id=\"attachment_4748\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/punch-habana-petit-coronation-tubo-aging.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4748\" class=\"size-medium wp-image-4748\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/punch-habana-petit-coronation-tubo-aging-500x666.jpg\" alt=\"punch habana petit coronation tubo aging\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/punch-habana-petit-coronation-tubo-aging-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/punch-habana-petit-coronation-tubo-aging-600x799.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/punch-habana-petit-coronation-tubo-aging.jpg 769w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4748\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Cigar Research<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Partag\u00e1s<\/strong><\/p>\n<p>Seit mehr als einem Jahrhundert ist Partag\u00e1s eine Ikone in Havanna und aller Welt. Diese starke Zigarre beh\u00e4lt ihren Geschmack u\u0308ber Jahrzehnte. Einige Connaisseurs rauchen sie erst, wenn sie eine Dekade gelegen sind. Die wu\u0308rzige Partag\u00e1s erf\u00e4hrt w\u00e4hrend ihrer Reifung eine Verwandlung. Sie beh\u00e4lt ihren starken, scharfen Charakter lange Zeit und wird erst nach langer Lagerung milder. Dies macht einen wesentlichen Aspekt ihrer Identit\u00e4t aus, und so bleiben einige der feineren, aber interessanten Aromen zun\u00e4chst verborgen. Sobald sie ausgereifter ist, entfaltet sie jedoch einen erstaunlich komplexen Geschmack mit einer Vielfalt an floralen Noten, Zitrus-Ankl\u00e4ngen und Teearomen.<\/p>\n<p><strong>H. Upmann<\/strong><\/p>\n<p><strong>Simon Chase<\/strong> hat mich auf das Reifepotenzial der H. Upmann aufmerksam gemacht. Dies wird oft u\u0308bersehen, weil leichtere Zigarren den Ruf haben, nicht aufregender zu werden. Das ist aber ein Irrtum. Wenn eine Zigarre geschmackvollen Tabak beinhaltet, hat sie das Potenzial fu\u0308r eine interessante Reifung \u2013 ganz gleich wie stark sie ist. Das ist der Grund, weshalb H. Upmanns im Alter gewinnen. Die weichen T\u00f6ne von Cerealien werden von anderen leichten Geschmacksnoten abgel\u00f6st. Zedernholz, Kr\u00e4uter der Provence und eine Reihe anderer interessanter Aromen wurden beim Genuss von u\u0308ber 25 Jahre alten Zigarren dieser Marke festgestellt.<\/p>\n<h3>Im Sog der Geschichte<\/h3>\n<p>Zigarrenrauchen verbindet uns mit der Vergangenheit. Es ist eine Leidenschaft, der Menschen schon seit Jahrhunderten nachgehen. Einige der Marken, die wir heute genie\u00dfen, sind in gewisser Weise Teil einer Kette historischer Ereignisse.<\/p>\n<div id=\"attachment_4750\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4750\" class=\"size-medium wp-image-4750\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum-500x375.jpg\" alt=\"classic pairing cigar long aged rum\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/classic-pairing-cigar-long-aged-rum.jpg 904w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4750\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Cigar Research<\/p>\n<\/div>\n<p>JFK rauchte seine Petit Upmanns, und andere Pers\u00f6nlichkeiten wie Winston Churchill, Fidel Castro, Groucho Marx und Ernest Hemingway hatten ebenfalls ihre Lieblingszigarre. Heute k\u00f6nnen wir einige dieser Marken immer noch genie\u00dfen. Die erw\u00e4hnten Pers\u00f6nlichkeiten rauchten keine Special Editions, die gerade beim H\u00e4ndler eingelangt waren. Nur klassische Zigarren k\u00f6nnen eine Verbindung zur Vergangenheit herstellen.<\/p>\n<p>Und so stehe ich nun hier in den Bergen Nicaraguas vor der Frage: Sollen wir eine Limited Edition-Zigarre rauchen oder eine mit Bezug zur Geschichte? Einige der Zigarren in diesem Humidor wurden vom Vater meines Freundes bereits vor mehreren Jahrzehnten, noch vor der nicaraguanischen Revolution, gekauft. Zigarren besitzen die einzigartige F\u00e4higkeit, einen zuru\u0308ck in die Vergangenheit oder in die Lage eines anderen zu versetzen. Fu\u0308r viele von uns stellt der Genuss einer pr\u00e4-revolution\u00e4ren kubanischen Zigarre eine M\u00f6glichkeit dar, in eine Zeit zu reisen, als das Land wirtschaftlich florierte. Und was meinen Freund betrifft: er kann eine der Zigarren seines Vaters rauchen und sich an diesen Helden erinnern, der w\u00e4hrend der nicaraguanischen Revolution sein Leben gab.<\/p>\n<h3>Triumph oder Niederlage?<\/h3>\n<p>Sind Zigarren limitierter Auflagen besser? Meiner Ansicht nach sind sie gew\u00f6hnlich nur anders. Bei diesen speziellen Zigarren wird selten besserer Tabak verwendet als bei hochwertigen regul\u00e4ren Marken.<\/p>\n<p>Was meine Erfahrung mit alten Zigarren betrifft, kann ich keinen Qualit\u00e4tsunterschied zwischen regul\u00e4ren Zigarren und hochwertigen Special Editions feststellen. Wenn u\u0308berhaupt, dann finde ich regul\u00e4re Produktionen nur deshalb besser, weil ich es genie\u00dfe, Notizen u\u0308ber die Charakteristika der gleichen Zigarren zu verschiedenen Phasen ihres Alters zu machen. Meine Aufzeichnungen u\u0308ber die Montecristo No. 2 k\u00f6nnten fast ein Buch fu\u0308llen.<\/p>\n<p>Am Ende fiel uns die Entscheidung leicht. Wir schnappten uns eine paar alte Montecristos No. 2 und machten uns mit der schokoladenfarbenen Labrador-Hu\u0308ndin auf den Weg zu einem Geb\u00e4ude am Rande des Gel\u00e4ndes namens Mirador, was so viel wie Aussicht bedeutet.<\/p>\n<p>Wir genossen den Blick u\u0308ber das Tal mit seinen u\u0308ppigen Kaffeeplantagen, das Jahrzehnte der Familiengeschichte miterlebt hat und Schauplatz heftiger K\u00e4mpfe w\u00e4hrend der Revolution war. Die Zigarren halfen uns, die Geschichte in unmittelbarem Bezug zum Vater meines Freundes und zu einer Handwerkskunst l\u00e4ngst vergangener Tage zu verstehen. Bald ist es an der Zeit, den Humidor aufzustocken und die Botschaft an Zigarrenhersteller zu schicken, dass wir mehr von diesen klassischen Zigarren m\u00f6chten.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Die Reifung verfolgen<\/h3>\n<p>In den letzten sechs Jahren habe ich Aufzeichnungen u\u0308ber eine Kiste <strong>Montecristo No. 2<\/strong> gemacht. Jedes Jahr rauchte ich eine der Zigarren aus dieser Kiste und machte Verkostungsnotizen. Mein Ziel ist es, ihre Entwicklung u\u0308ber l\u00e4ngere Zeit festzustellen. Ich m\u00f6chte wissen, wann diese Zigarren den H\u00f6hepunkt ihres Geschmacks erreicht haben. Hier einige Auszu\u0308ge meiner Notizen:<\/p>\n<p><strong>Erstes Jahr<\/strong><br \/>\nDie Zigarren wurden 2007 hergestellt und ich kaufte sie im selben Jahr. Die erste Zigarre, die ich rauchte, war trotz ihres jugendlichen Alters u\u0308berraschend gut. Sie zeichnete sich durch herrliche Aromen von Kakao, schwarzem Pfeffer und Holz aus.<\/p>\n<p><strong>Zweites Jahr<\/strong><br \/>\n2008 war eine Entt\u00e4uschung fu\u0308r mich, denn die Zigarre schien von allen Merkmalen der Jugend gepr\u00e4gt zu sein. Es war schwierig, die verschiedenen Geschmacksrichtungen auszumachen, denn die Zigarre wurde zu hei\u00df und wirkte ausdrucksloser als zuvor, hatte jedoch ein st\u00e4rkeres Ammoniak-Aroma.<\/p>\n<p><strong>Drittes Jahr<\/strong><br \/>\nObwohl die Ammoniak-Noten im Jahr 2009 zuru\u0308ckgingen, waren sie immer noch stark. Nach wie vor eine Entt\u00e4uschung, aber zumindest begann sich eine cremige Textur hervorzuheben.<\/p>\n<p><strong>Viertes Jahr<\/strong><br \/>\n2010 schienen die Zigarren schlie\u00dflich ihre extremsten jugendlichen Eigenschaften abgelegt zu haben. Der Geschmack war im Vergleich zu dem, was ich erwartet hatte, weiterhin ged\u00e4mpft, aber Eichen- und Zedernaromen sowie Cremigkeit machten sich bemerkbar.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnftes Jahr<\/strong><br \/>\nKeine wesentlichen Ver\u00e4nderungen seit 2010. Nach wie vor Anzeichen der Jugend, aber zugleich auch gut ausgewogene Holzaromen und ein wenig Su\u0308\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Sechstes Jahr<\/strong><br \/>\nDie jugendlichen Eigenschaften sind deutlich weniger spu\u0308rbar. Im Mittelpunkt stehen nun Holznoten, eine leichte Su\u0308\u00dfe und eine cremige Textur mit einem Hauch von schwarzem Pfeffer, Zedernt\u00f6nen und leicht floralen Ankl\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Ich nehme an, dass sich diese Zigarren nach wie vor im Reifestadium befinden und mit der Zeit noch besser werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Sommer-Ausgabe 2013 \u2013 A. J.  Fernandez\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2013-aj-fernandez\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zigarrenreifung. Wenn Colin C. 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