{"id":4368,"date":"2013-07-15T15:05:17","date_gmt":"2013-07-15T13:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=4368"},"modified":"2017-04-06T17:00:50","modified_gmt":"2017-04-06T15:00:50","slug":"zigarren-kuehl-lagern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/zigarren-kuehl-lagern\/","title":{"rendered":"Zigarren k\u00fchl lagern?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf den kleinen Beipackzetteln in vielen Zigarrenkisten findet man die Empfehlung, Zigarren sollten bei 16\u201318 \u00b0C gelagert werden. Was tun, wenn der Sommer naht?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Winterzeit redet man sich gern ein, die Raumtemperatur u\u0308bersteige den empfohlenen Wert zur optimalen Lagerung von Zigarren (16 bis 18 \u00b0C) nicht allzu sehr. Im Sommer sind Temperaturen von 25 \u00b0C und mehr im Wohnbereich kaum zu verhindern.<\/p>\n<div id=\"attachment_4436\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information.jpg\" title=\"Habanos Cigars Inlet\" rel=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4436\" class=\"size-medium wp-image-4436\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information-500x375.jpg\" alt=\"habanos insert cigar box storage information\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/habanos-insert-cigar-box-storage-information.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4436\" class=\"wp-caption-text\">Photo: EuroCave<\/p>\n<\/div>\n<p>Fu\u0308r viele Menschen, die in Regionen wohnen, wo Klimaanlagen nicht zur Standardausstattung geh\u00f6ren, stellt sich dann die Frage, wie man im h\u00e4uslichen Humidor diese Temperaturempfehlung erreichen soll. Bei manch einem Passionado wandern die Zigarren dann in den Keller oder es entsteht der Wunsch nach einem Humidor mit integrierter Ku\u0308hlfunktion.<\/p>\n<p>Seit nunmehr acht Jahren experimentiere ich mit unterschiedlichen Feuchte- und Temperaturwerten und kann aus einem doch recht reichhaltigen Erfahrungsschatz sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>In diesem Artikel werden wir uns kritisch mit den (scheinbaren) Argumenten fu\u0308r eine geku\u0308hlte Zigarrenlagerung auseinandersetzen und uns die damit in der Praxis verbundenen Probleme ansehen. Neben einigen nicht ganz vermeidbaren Exkursen in die Physik sollen auch praktische Handlungsempfehlungen gegeben werden.<\/p>\n<h3>Argument 1 \u2013 Aromenerhalt und Nachreifung<\/h3>\n<p><em>\u201eWerden Zigarren bei 16\u201318 \u00b0C gelagert, so bleibt das Aroma l\u00e4nger erhalten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Beginnen wir mit dieser am schwierigsten zu beantwortenden These. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich in Publikationen (speziell aus dem amerikanischen Sprachraum) lese, dass die ganze Diskussion um die Zigarrenlagerung und Nachreifung im Grunde genommen Humbug sei \u2013 die Zigarren seien mit ihrer Auslieferung auf dem H\u00f6hepunkt und perfekt rauchbar. Das trifft fu\u0308r einige Zigarren gewiss zu.<\/p>\n<div id=\"attachment_4437\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003.jpg\" title=\"Cigar Bloom\" rel=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4437\" class=\"size-medium wp-image-4437\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-500x375.jpg\" alt=\"extreme efflorescence cigars cohiba 2006 boxing date 2003\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4437\" class=\"wp-caption-text\">Photo: EuroCave<\/p>\n<\/div>\n<p>Fu\u0308r andere aber ganz und gar nicht. Das Aroma einer Zigarre ver\u00e4ndert sich u\u0308ber die Jahre zweifellos. Fragt sich nur, ob positiv oder negativ und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit verflu\u0308chtigt sich allenfalls enthaltener Ammoniak, das Frischegefu\u0308hl am Gaumen reduziert sich, da sich im Tabak die Vielfachzucker zu Einfachzuckern umwandeln, und die Gefahr der Bildung eines bitteren Kondensatgeschmacks reduziert sich erheblich. Diese Entwicklung geht in einem Alutubo langsamer vor sich als etwa in einem begehbaren Humidor.<\/p>\n<p>Wenn die Zigarre offen und umgeben von Frischluft lagert, sind die Ammoniaknoten bereits nach wenigen Monaten verflogen und nach zwei bis drei Jahren riecht die Zigarre recht flach. Die Umgebungsluft hat der Zigarre das Bouquet geraubt. Ob Sie dieses Experiment bei 18 \u00b0C oder bei 25 \u00b0C durchfu\u0308hren \u2013 das Ergebnis ist nahezu das gleiche! Hinsichtlich der Aromenentwicklung kann die Temperaturempfehlung also nicht gelten.<\/p>\n<div id=\"attachment_4449\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view.jpg\" title=\"Cigar Bloom\" rel=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4449\" class=\"size-medium wp-image-4449\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view-500x376.jpg\" alt=\"extreme efflorescence cigars cohiba 2006 boxing date 2003 front view\" width=\"260\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view-500x376.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view-770x579.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/extreme-efflorescence-cigars-cohiba-2006-boxing-date-2003-front-view.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4449\" class=\"wp-caption-text\">Photo: EuroCave<\/p>\n<\/div>\n<p>M\u00f6glicherweise ist mit 16\u201318 \u00b0C einfach nur gemeint: \u201eLagere die Zigarren einfach im Haus und stelle sie nicht in die Sonne.\u201c Vielleicht stammt die Empfehlung auch daher, dass die Zigarren nach ihrer Fertigstellung vor dem Verpacken fu\u0308r einige Wochen bei etwa 16 \u00b0C in der Fabrik gelagert werden. Grund dafu\u0308r ist, dass der Wassergehalt des Tabaks nach dem Rollen noch bei etwa 17 bis 18 Prozent liegt.<\/p>\n<p>Die Lagerung bei niedrigerer Temperatur bewirkt ein langsames Verdunsten des u\u0308berschu\u0308ssigen Wassers, bis sich im Tabak eine Feuchte von etwa 12 bis 13 Gewichtsprozent an Wasser eingestellt und die Zigarre so ihren optimalen Feuchtegehalt erreicht hat.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, nicht die Temperatur, sondern die Menge an Frischluft, der die Zigarre ausgesetzt ist, und die relative Luftfeuchte sind die wirklich relevanten Einflu\u0308sse. Daher meine Empfehlung: Lagern Sie, wenn immer m\u00f6glich, Zigarren in Kisten und nicht einzeln. Die Einzellagerung in einem klassischen Tischhumidor ist in Ordnung, wenn die Zigarren innerhalb von ein bis zwei Jahren geraucht werden.<\/p>\n<p>Bei l\u00e4ngeren Aufbewahrungszeiten sollte so wenig Frischluft wie nur m\u00f6glich an die Zigarre kommen. Wenn Sie dies beru\u0308cksichtigen und die relative Luftfeuchte bei etwa 70 Prozent m\u00f6glichst konstant halten, dann sind sommerliche Temperaturen von 28 \u00b0C kein Problem. Bei derart hohen Temperaturen reduziere ich lediglich die Luftfeuchte auf etwa 65 Prozent, sonst sind mir pers\u00f6nlich die Zigarren zu weich.<\/p>\n<h3>Argument 2 \u2013 Schutz vor Schimmel und Zigarrenbl\u00fcte<\/h3>\n<p><em>\u201eEine niedrigere Lagerungstemperatur schu\u0308tzt vor Schimmel und reduziert die Blu\u0308tebildung der Zigarre.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ist das wirklich so? Ein einfaches Experiment: Nehmen Sie ein Stu\u0308ck K\u00e4se und lagern Sie es bei 25 \u00b0C und 70% relativer Luftfeuchte. Es wird langsam aber sicher vertrocknen. Aber nicht verschimmeln. Wo verschimmelt der K\u00e4se am schnellsten? Im kalten, feuchten Ku\u0308hlschrank. Ganz einfach deshalb, weil Schimmel seine optimale Wachstumstemperatur zwischen 5 und 15 \u00b0C hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_4441\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/eurotium-mold-cigar-bloom-microscope-view-cohiba-2006-boxing-date-2003.jpg\" title=\"Cigar Bloom\" rel=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4441\" class=\"size-medium wp-image-4441\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/eurotium-mold-cigar-bloom-microscope-view-cohiba-2006-boxing-date-2003-500x667.jpg\" alt=\"eurotium mold cigar bloom microscope view cohiba 2006 boxing date 2003\" width=\"260\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/eurotium-mold-cigar-bloom-microscope-view-cohiba-2006-boxing-date-2003-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/eurotium-mold-cigar-bloom-microscope-view-cohiba-2006-boxing-date-2003-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/eurotium-mold-cigar-bloom-microscope-view-cohiba-2006-boxing-date-2003.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4441\" class=\"wp-caption-text\">Photo: EuroCave<\/p>\n<\/div>\n<p>Es ist praktisch unm\u00f6glich, bei Temperaturen u\u0308ber 22 \u00b0C Schimmel auf einer Zigarre wachsen zu lassen. Allenfalls dann, wenn die relative Luftfeuchte l\u00e4ngere Zeit auf Werte von u\u0308ber 75% steigt. Ich habe im mehreren Experimenten versucht, den Schimmel von Brot, Erdbeeren, Zitrusfru\u0308chten und K\u00e4se durch Abstriche auf Zigarren zu u\u0308bertragen. Leider (oder glu\u0308cklicherweise) ohne Erfolg. Der geringe Wassergehalt des Tabaks reicht nicht aus, um dem klassischen Lebensmittelschimmel ausreichend Wachstumsgrundlage zu geben.<\/p>\n<p>Sofern tats\u00e4chlich Schimmel auf der Zigarre w\u00e4chst, handelt es sich fast immer um den Erotium.spp, einen nicht Toxin bildenden Pilz, der in jeder Bettmatratze und in jeder Umgebung mit einer relativen Feuchte von mehr als 60 Prozent w\u00e4chst. Auf der Zigarre w\u00e4chst dieser Pilz nur oberfl\u00e4chlich auf dem Deckblatt, ist vollkommen harmlos und kann leicht mit der Zigarrenblu\u0308te verwechselt werden. Tritt dieses Pilzgeflecht auf der Zigarre auf, so wischt man es einfach ab.<\/p>\n<p>Wenn nun Zigarren geku\u0308hlt gelagert werden, so wird man bei 16 \u00b0C Lagerungstemperatur und 65 bis 70 Prozent relativer Luftfeuchte feststellen, dass sich die Zigarren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig trocken anfu\u0308hlen. Das liegt daran, dass ab Temperaturen von weniger als 18 \u00b0C die relative Luftfeuchte sukzessive erh\u00f6ht werden muss, um die 13 Gewichtsprozent an Wasser in der Zigarre zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Also wird man die Luftfeuchte erh\u00f6hen auf Werte zwischen 75 und 80 Prozent. Und da bemerkt der aufmerksame Leser das Problem: Geringe Temperatur und andauernd hohe Luftfeuchte erh\u00f6hen die Schimmelgefahr. So lange es sich nur um den Eurotium handelt, ist das harmlos, wenn aber tats\u00e4chlich ein Aspergillus-flavus auf den Zigarren w\u00e4chst, dann wird es brenzlig. Und diese Gefahr besteht bei Lagerungsbedingungen mit niedriger Temperatur und hoher relativer Luftfeuchte.<\/p>\n<h3>Geringere Neigung zur Bl\u00fctenbildung<\/h3>\n<p>Wer zum ersten Mal \u201eZigarren in Blu\u0308te\u201c erlebt hat und nicht wei\u00df, womit er es zu tun hat, ist schnell dabei, seinen gesamten blu\u0308henden Bestand zu entsorgen, weil die Blu\u0308te f\u00e4lschlicherweise fu\u0308r gef\u00e4hrlichen Schimmel gehalten wird (siehe <a title=\"Fr\u00fchjahrs-Ausgabe 2010 Oliva: Globale Expansion\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/fruehjahrs-ausgabe-2010-oliva-globale-expansion\/\" rel=\"\">Cigar Journal 1\/2010<\/a>). Interessanterweise beginnen Zigarren meist in den Monaten M\u00e4rz, April, Mai und Juni verst\u00e4rkt Ausblu\u0308hungen zu bilden.<\/p>\n<p>Ob das mit der \u201einneren Uhr\u201c des Tabaks zu tun hat vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls findet man Ausblu\u0308hungen auch auf Zigarren, die in einer geku\u0308hlten Umgebung gelagert werden. Hier konnte ich bisher keinen Unterschied feststellen und schon gar nicht eine Reduzierung der Blu\u0308tebildung bei geku\u0308hlter Lagerung.<\/p>\n<h3>Argument 3 \u2013 Schutz vor Sch\u00e4dlingen<\/h3>\n<p><em>\u201eDie geku\u0308hlte Zigarrenlagerung schu\u0308tzt vor Sch\u00e4dlingen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dies ist das h\u00e4ufigste Argument zur Begru\u0308ndung einer ku\u0308hlen Zigarrenlagerung und \u2013 wie ich vermute \u2013 auch der eigentliche Grund fu\u0308r den Hinweis auf den Beipackzettelchen in den Zigarrenkisten. Und doch vollkommen vergeblich, wie wir gleich sehen werden. Die Zigarre hat einen real existierenden Feind, den Lasioderma serricorne, allgemein bekannt als <a title=\"Was tun bei Tabakk\u00e4fer-Befall\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/lasioderma-serricorne-der-tabakkaefer\/\" rel=\"\">Tabakk\u00e4fer<\/a>.<\/p>\n<p>Neben den harmlosen \u201eProblemen\u201c wie Eurotium-Schimmel (geflechtartige, watte\u00e4hnliche Fasern auf der Zigarre), der Pflaumenmilbe (kleine, wei\u00dfe auf der Zigarre umherlaufende Punkte) oder der Zigarrenblu\u0308te (wei\u00dfe, meist punktf\u00f6rmige Ausblu\u0308hungen) ist der Zigarrenk\u00e4fer ein echter Sch\u00e4dling. Wobei nicht der K\u00e4fer an sich das Problem ist, sondern seine Larve. Diese kann im Tabak der Zigarre verborgen sein und entwickelt einen regen Appetit. Mit dem Ergebnis kreisrunder L\u00f6cher im Deckblatt, die bis tief in die Zigarre reichen. Sofern Sie Zigarren mit kreisrunden L\u00f6chern im Deckblatt entdecken, ist kontrollierte Panik durchaus angemessen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4442\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box.jpg\" title=\"Cigar Beetle Damage\" rel=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4442\" class=\"size-medium wp-image-4442\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box-500x375.jpg\" alt=\"beetle infestation holes left by tobacco beetle cigar box\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beetle-infestation-holes-left-by-tobacco-beetle-cigar-box.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4442\" class=\"wp-caption-text\">Photo: EuroCave<\/p>\n<\/div>\n<p>Jeder verantwortungsvolle Zigarrenimporteur frostet seine Zigarren sofort nach Erhalt fu\u0308r einige Tage bei mindestens \u201330 bis \u201340 \u00b0 C. Das schnelle Einfrieren t\u00f6tet die K\u00e4ferlarve zuverl\u00e4ssig ab. Die Betonung liegt auf \u201eschnell\u201c. Die K\u00e4ferlarve hat die unglaubliche Eigenschaft, bei K\u00e4lte eine Glykolverbindung zu produzieren, die als Frostschutzmittel das Erfrieren der Larve verhindert. Nur wenn der Gefrierprozess schnell abl\u00e4uft, hat die Larve keine Chance sich zu schu\u0308tzen.<\/p>\n<p>Ziehen wir nun den Kreis zum Argument der geku\u0308hlten Lagerung. Werden Zigarren unter 20 \u00b0C gelagert, so k\u00f6nne sich der Tabakk\u00e4fer nicht fortpflanzen. Dies schu\u0308tze die Zigarren vor K\u00e4ferbefall, so das oft geh\u00f6rte Argument.<\/p>\n<p>Hierzu muss man feststellen (wie bereits bemerkt), dass nicht der K\u00e4fer die Zigarren zerst\u00f6rt, sondern die K\u00e4ferlarve. Sofern die Zigarre mit der lebenden Larve \u201einfiziert\u201c ist, bringt auch eine Lagerung bei 15 \u00b0C rein gar nichts. Erst bei Temperaturen unter 5 bis 6 \u00b0C wird die Larve inaktiv, h\u00f6rt also auf zu fressen und verhungert. Man mu\u0308sste die Zigarren also mehrere Wochen im Ku\u0308hlschrank bei niedrigen Temperaturen lagern. Dann ist die Larve tot \u2013 und die Zigarren vertrocknet.<\/p>\n<p>Zwar ist die relative Luftfeuchte im Ku\u0308hlschrank an sich sehr hoch, die niedrige Temperatur l\u00e4sst es aber nicht zu, dass die Zigarren ausreichend Wasser einlagern und so vertrocknen sie. Kaum zu glauben, aber so ist es. Es ist zwar korrekt, dass sich der geschlu\u0308pfte K\u00e4fer bei niedrigeren Temperaturen nicht fortpflanzt, die Larve bleibt aber aktiv! Ist das nicht Grund genug fu\u0308r eine geku\u0308hlte Zigarrenlagerung? Nein. Ist die Larve einmal in der Zigarre (und das sehen Sie von au\u00dfen nicht), so hilft nur das Einfrieren und das u\u0308bernimmt der Importeur.<\/p>\n<h3>Ist eine gek\u00fchlte Zigarrenlagerung vollkommen sinnlos?<\/h3>\n<p>Ob nun eine geku\u0308hlte Lagerung tats\u00e4chlich Sinn macht, h\u00e4ngt von der Zielsetzung der Zigarrenlagerung ab. Sollen Zigarren auf lange Zeit im Sinne des Cigar Aging (also mehrere Dekaden mit dem Ziel der Wertsteigerung) eingelagert werden, dann ist die Lagerung bei m\u00f6glichst konstanten Feuchte- und Temperaturbedingungen angebracht. Allerdings ist das in der Praxis nur m\u00f6glich in gro\u00dfen R\u00e4umen, in denen die Zigarren in Kisten gelagert werden.<\/p>\n<p>Fu\u0308r den \u201enormalen\u201c Zigarrenraucher, der in seinem Humidor bzw. in seinem Humidorschrank sowohl Zigarren fu\u0308r den zeitnahen Konsum als auch einige Kisten u\u0308ber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufbewahrt, ist die Lagerung bei Zimmertemperatur eine sinnvolle und vollkommen unproblematische Empfehlung. Ob dann im Sommer das Thermometer einmal fu\u0308r drei Wochen 28 Grad im Humidor anzeigt ist v\u00f6llig irrelevant \u2013 vorausgesetzt, die relative Luftfeuchte weist zum einen den richtigen Wert auf und ist zum anderen m\u00f6glichst konstant.<\/p>\n<p>Temperaturschwankungen in einem Bereich von 15 bis 30 Grad Celsius zerst\u00f6ren eine Zigarre nicht. Bedeutend anders verh\u00e4lt sich das Ganze bei schwankender Luftfeuchtigkeit. Lagert die Zigarre zu feucht, dehnt sie sich aus. Wird dann die Umgebungsluft abrupt trockener, kann das schrumpfende Deckblatt die Spannungen der Einlage nicht mehr halten \u2013 es rei\u00dft.<\/p>\n<p>Da die relative Luftfeuchte temperaturabh\u00e4ngig ist, wird schnell klar, weshalb der Wunsch zum Erhalt einer konstanten Temperatur besteht \u2013 weil es n\u00e4mlich einfacher scheint, eine konstante relative Luftfeuchte herbeizufu\u0308hren. Leider ist das nur in der Theorie der Fall. Die Praxis sieht ganz anders aus \u2026<\/p>\n<p>Erfahren Sie mehr zum Thema in <a title=\"Soll man Zigarren k\u00fchl lagern? Teil 2\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/zigarren-kuehl-lagern-teil-2\/\" rel=\"\">Teil 2 des Artikels<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2013: A. J. Fernandez\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2013-aj-fernandez\/\" rel=\"\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den kleinen Beipackzetteln in vielen Zigarrenkisten findet man die Empfehlung, Zigarren sollten bei 16\u201318 \u00b0C gelagert werden. 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