{"id":42499,"date":"2021-07-27T11:13:41","date_gmt":"2021-07-27T09:13:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=42499"},"modified":"2021-07-27T11:35:08","modified_gmt":"2021-07-27T09:35:08","slug":"tabacalera-de-garcia-wie-ein-gigant-funktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/tabacalera-de-garcia-wie-ein-gigant-funktioniert\/","title":{"rendered":"Tabacalera de Garc\u00eda: Wie ein Gigant Funktioniert"},"content":{"rendered":"<p>F\u00e4hrt man in La Romana am Gel\u00e4nde der Tabacalera de Garc\u00eda vorbei, ahnt man bereits die bombastischen Dimensionen der weltgr\u00f6\u00dften Zigarrenfabrik. Ein endloses Meer aus Mopeds glitzert in der dominikanischen Mittagssonne. Tausende Fachleute produzieren hier t\u00e4glich eine ungeheure Menge an Zigarren. Wir haben die M\u00f6glichkeit, jenen Mann zu treffen, der daf\u00fcr verantwortlich ist, dass die Zahnr\u00e4dchen des Mega-Betriebes reibungslos laufen und niemals stillstehen: Fabrikdirektor Javier Elmudesi.<\/p>\n<p><em>Geht man durch die Fabrik, scheint trotz des gigantischen Ausma\u00dfes alles wie geschmiert zu laufen. Was sind logistisch die Knackpunkte, damit zum Beispiel die korrekte Menge der VegaFina Year oft the Dog Ende des Jahres 2017 auf allen M\u00e4rkten verf\u00fcgbar war?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Es ist ein langer Prozess, eine Zigarre herzustellen. Vom Samen bis zum Verpacken der Zigarre in die Box kann ein Jahr vergehen. Je nach Samen, Fermentierung und Reifeprozess aber auch bis zu sechs Jahre.<\/p>\n<div id=\"attachment_42502\" style=\"width: 348px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-42502\" class=\"wp-image-42502\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/TabacaleraDeGarci\u0301a1_18-2.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"647\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-42502\" class=\"wp-caption-text\">Es ist ein langer Prozess, eine Zigarre herzustellen. &#8211; Javier Elmudesi<\/p>\n<\/div>\n<p><em>Eben. Und Tabacalera de Garc\u00eda produziert j\u00e4hrlich mehr als 40 Millionen Premiumzigarren, die sich insgesamt in 2000 verschiedene Marken, Linien und Formate aufdr\u00f6seln lassen \u2013 wie wickelt man das ab?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Ich w\u00fcrde die logistischen Prozesse in zwei Stufen einteilen: einerseits alles, was auf dem Feld und in der Scheune passiert und dann als zweite Stufe alle Arbeitsschritte in der Fabrik.<\/p>\n<p><em>Uns interessiert vor allem, wie die Zahnr\u00e4dchen w\u00e4hrend des Produktionsprozesses in der Fabrik zusammenlaufen. Aber noch kurz zum Tabakvorrat: Wie gro\u00df ist euer Tabakvorrat und wie wird dieser geplant?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Wir haben immer eine gewisse Menge an gereiftem Tabak im Lager. Der Vorrat muss mindestens f\u00fcr zwei Jahre reichen. Aber wir stellen auch sicher, dass wir spezielle Tabake vorr\u00e4tig haben, die lange reifen k\u00f6nnen und sollen, etwa Vintage-Ligerotabake oder Vintage-Visotabake von verschiedenen Regionen. Die haben wir f\u00fcr Special Editions, wie etwa f\u00fcr die VegaFina 20th Anniversary Gran Reserva, zur\u00fcckgelegt. Diese haben besondere Geschmacksprofile.<\/p>\n<p><em>Was sind die Volumina und wie viele Tabaksorten beinhalten sie?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Unser Tabakvorrat ist riesig. F\u00fcr die Einlagen verf\u00fcgen wir \u00fcber 13 bis 14 Sorten, f\u00fcr Umbl\u00e4tter etwa sieben und f\u00fcr Deckbl\u00e4tter haben wir 12 bis 14 Variet\u00e4ten. Das Blendingteam besucht j\u00e4hrlich verschiedene Plantagen und wir rauchen vor Ort Probe und geben Hinweise, ob der Tabak fertig ist oder noch reifen muss. So finden wir auch heraus, was spezielle Erntejahrg\u00e4nge an Potenzial haben. Das merkt man sofort, und wir haben auch schnell eine Idee, was wir damit tun k\u00f6nnen. Auch wenn die Prozesse zwischen Feld und Fabrik getrennt erscheinen &#8211; es gibt st\u00e4ndig Interaktion.<\/p>\n<p><em>Wie l\u00e4uft die Planung ab? Wenn ihr eine spezielle Edition fertigt wie etwa die VegaFina Anniversary in diesem Jahr, wieviel Vorlaufzeit braucht ihr da?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Wir haben eine Auswahl an Tabaken, die sehr limitiert sind, ausgezeichnete Vintage-Tabake, die wir isoliert lagern und die von verschiedenen Anbaul\u00e4ndern stammen. Das Blending-Team trifft sich mindestens einmal pro Woche, ab und zu auch zweimal. Und wir rauchen st\u00e4ndig verschiedene Blends und suchen andauernd neue Mischungen f\u00fcr die Marketingabteilungen. Diese Blends registrieren wir sehr genau, und bereits w\u00e4hrend wir sie testen, wissen wir: Das kann einer der n\u00e4chsten VegaFina-Blends werden oder f\u00fcr eine andere Marke.<\/p>\n<p><em>Das ganze ist also ein fortlaufender Prozess?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Ja. Wir haben quasi eine Blend-Bibliothek, die wir st\u00e4ndig erweitern und verbessern und wir arbeiten Hand in Hand mit den Marketingleuten. Wenn die mit einem Projekt kommen, dann gehen wir in unsere Bibliothek und finden das Passende. Daher: f\u00fcr ein neues Projekt brauchen wir etwa 6 bis 12 Monate.<\/p>\n<p><em>Wann entscheidet ihr, was ihr am Tag X oder in der Woche Y produziert?<\/em> <br \/>JAVIER ELMUDESI: Das ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Das ist das A und O und wird von einer Planungs- und Logistikabteilung der Fabrik organisiert. Wir legen einen Monats-Produktionsplan fest, der in Wochen unterteilt ist. Ein Netzwerk an Leuten arbeitet daran, dass alles f\u00fcr die t\u00e4gliche Produktion reibungslos l\u00e4uft. Wir haben 23 Sektionen, die Blends erarbeiten \u2013 alles muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.<\/p>\n<p><em>Und wie genau wird das sichergestellt?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Wir erstellen einen monatlichen Produktionsplan, jede Sektion wei\u00df, was genau sie in jeder Woche produzieren wird. Der Supervisor \u00fcberwacht jeden Tag die Produktion, er muss den Ausschuss im Auge behalten und darauf achten, was am n\u00e4chsten Tag mehr produziert wird. Am Ende checken wir gegen, was der Plan war und was tats\u00e4chlich passiert ist. Wir erwarten, dass jede Sektion mindesten 97 Prozent von dem erf\u00fcllt, was auf dem Plan stand. Die meisten Sektionen liegen dr\u00fcber, sie erreichen 102 oder 103 Prozent. Das liegt alles im Verantwortungsbereich der Abteilung, die wir supply chain (Versorgungskette) nennen.<\/p>\n<p><em>Das checkt alles die Planungs- und Logistikabeiteilung?<\/em><br \/>JAVIER ELMUDESI: Genau, sie besteht aus Leuten, die den Bedarf f\u00fcr den US-Markt planen. Dar\u00fcber hinaus gibt es jene, die den Exportmarkt gestalten (Europa und Asien), dann wiederum Leute, die daraufhin festlegen, wie viel Tabak wir brauchen, um die jeweiligen M\u00e4rkte zu f\u00fcttern. Obendrein haben wir Leute im Leaf-Department, die st\u00e4ndig die Logistikabteilung dar\u00fcber unterrichten, wie die Vorr\u00e4te sind. Und dazu kommt die Sektion innerhalb der Logistik, die den genauen t\u00e4glichen Bedarf plant und analysiert. Das Ganze ist ein echtes Netzwerk und eng mit der Produktion verzahnt und in st\u00e4ndigem Austausch. Also: monatliche, w\u00f6chentliche, t\u00e4gliche Planung und immer der Gegencheck &#8230; ein immerw\u00e4hrender Prozess. Es braucht Jahre, bis dieser Ablauf reibungslos funktioniert. Unsere Fabrik wurde 1969 gegr\u00fcndet \u2013 und nach all den Jahren l\u00e4uft sie wie geschmiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00e4hrt man in La Romana am Gel\u00e4nde der Tabacalera de Garc\u00eda vorbei, ahnt man bereits die bombastischen Dimensionen der weltgr\u00f6\u00dften Zigarrenfabrik. Ein endloses Meer aus Mopeds glitzert in der dominikanischen Mittagssonne. Tausende Fachleute produzieren hier t\u00e4glich eine ungeheure Menge an Zigarren. 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