{"id":42192,"date":"2021-07-19T12:42:09","date_gmt":"2021-07-19T10:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=42192"},"modified":"2021-07-21T13:07:31","modified_gmt":"2021-07-21T11:07:31","slug":"1-zigarre-3-geschmaecker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/1-zigarre-3-geschmaecker\/","title":{"rendered":"1 Zigarre, 3 Geschm\u00e4cker"},"content":{"rendered":"<p>Der Habanos Day 2018 in Deutschland bot die M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein unkonventionelles Tasting. Knapp zwei Jahre lang wurden 150 Montecristos Petit No. 2 (Boxing Date April 2014) unter verschiedenen Bedingungen gelagert. Die Zigarren wurden zun\u00e4chst einzeln gewogen, zu schwere und zu leichte Exemplare wurden aussortiert. Im Januar 2016 wurden drei Teilmengen zu je 50 St\u00fcck in grundverschiedenen Umgebungen eingelagert. Vier Wochen vor dem Tasting wurden alle Zigarren wieder in einem professionellen, elektronisch gesteuerten Schrankhumidor auf 70 Prozent relative Luftfeuchte gebracht. Die farblich gekennzeichneten Gruppen (Rot, Blau und Gr\u00fcn) wurden von 50 Testpersonen nach Bouquet, Zugwiderstand, optischem Eindruck, Aroma, Geschmack und Geschmacksentwicklung im Rauchverlauf beurteilt. Die finale Abschlussfrage: \u201eWelche Zigarre w\u00fcrden Sie zu Ende rauchen?\u201c bildete den spannenden H\u00f6hepunkt des Tastings. Den Teilnehmern war nicht bekannt, welche Farbe welcher Lagerungsart zugeordnet war.<\/p>\n<p><img class=\" wp-image-42195 alignleft\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner3_19-1-500x720.jpg\" alt=\"\" width=\"417\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner3_19-1-500x720.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner3_19-1.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 417px) 100vw, 417px\" \/>ERGEBNIS \u201eBOUQUET\u201c (GERUCH DER ZIGARRE IM KALTEN ZUSTAND)<br \/>Das Ergebnis ist keine gro\u00dfe \u00dcberraschung. W\u00e4hrend fast 80 Prozent aller Teilnehmer der im Humidor gelagerten Zigarre ein typisches bis intensives Bouquet attestierten, waren es bei der im Wohnraum gelagerten Zigarre gerade einmal 26 Prozent und bei der im K\u00fchlschrank gelagerten Zigarre 60 Prozent. Die Erkl\u00e4rung dazu: Bei niedrigen Temperaturen wird der Nachreifungsprozess fast g\u00e4nzlich gestoppt. Jedenfalls zieht schwankende Luftfeuchte die gr\u00f6\u00dften Einbu\u00dfen im Bouquet nach sich.<\/p>\n<p>ERGEBNIS \u201eZUGWIDERSTAND\u201c (IM KALTEN ZUSTAND)<br \/>Generell ist der Zugwiderstand der Petit No. 2 als leicht bis mittel einzustufen, die Bewertungen liegen bei allen drei Gruppen \u00e4hnlich. W\u00fcrde man diesen Test erst nach etlichen Jahren Lagerungszeit durchf\u00fchren, so w\u00e4re zu erwarten, dass die Urteile weiter auseinander l\u00e4gen: Der Zugwiderstand der K\u00fchlschrankzigarre w\u00e4re am st\u00e4rksten (durch den sich zusammenziehenden Tabak), jener der im Wohnraum gelagerten (nicht befeuchteten) Zigarre am leichtesten.<\/p>\n<p>ERGEBNIS \u201eOPTISCHER EINDRUCK\u201c (BEURTEILUNG DES DECKBLATTS, MEHRFACHNENNUNGEN M\u00d6GLICH) <br \/>Den w\u00fcnschenswerten Zustand eines seidig-\u00f6ligen Deckblatts weist die K\u00fchlschrankzigarre mit 19 Prozent definitiv nicht auf. Auff\u00e4llig ist die signifikante Beurteilung \u201erau\/stumpf\/vortretende Adern\u201c mit 67 Prozent. Stark schwankende Luftfeuchte (Wohnraum) und niedrige Temperaturen (K\u00fchlschrank) f\u00fchren zu einem schnelleren Abbau der \u00d6le im Tabak und sind verantwortlich f\u00fcr dieses Ergebnis.<\/p>\n<p>ERGEBNIS \u201eAROMA\u201c<br \/>Legen wir die Urteile Gut und Sehr gut zusammen, so kann weder die K\u00fchlschrankzigarre (24%) noch die Wohnraumzigarre (26%) wirklich \u00fcberzeugen, w\u00e4hrend die korrekt gelagerte Zigarre 67 Prozent erreicht. 45 Prozent der Teilnehmer beurteilen die K\u00fchlschrankzigarre als weniger gut bis schlecht. Dass die K\u00fchlschrankzigarre hier nicht gut abschneidet war klar, gespannt war ich aber auf das Ergebnis der Wohnraumzigarre, da sich in der Vergangenheit bei allen Tastings gezeigt hat: Im K\u00fchlschrank gelagert ist hinsichtlich des Aromenerhaltes immer noch besser als die Lagerung bei schwankender Luftfeuchte. Und siehe da, 52 Prozent attestieren erwartungsgem\u00e4\u00df der Wohnraumzigarre schlechte Werte.<\/p>\n<p>ERGEBNIS \u201eGESCHMACK\u201c<br \/>Gewiss ist die Beurteilung des Geschmacks immer subjektiv, doch bei dieser Art Tasting, bei dem die Zigarren relativ zueinander bewertet werden, sind die Ergebnisse doch recht verl\u00e4sslich. Mit 60 Prozent an Beurteilungen wie Gut und Sehr gut gewinnt die Humidorzigarre weit vor den beiden anderen Kandidaten mit jeweils 19 Prozent. 62 Prozent der Nennungen attestieren der K\u00fchlschrankzigarre einen weniger guten bis schlechten Geschmack, wobei fast 29 Prozent die K\u00fchlschrankzigarre als schlecht im Geschmack bezeichnen. Fassen wir die Urteile Zufriedenstellend, Gut und Sehr Gut zusammen, so landet die Humidorzigarre mit 86 Prozent eindeutig auf Platz 1. Danach folgt mit 55 Prozent die Wohnraumzigarre und das St\u00fcck aus dem K\u00fchlschrank erreicht nur 38 Prozent.<\/p>\n<p>ERGEBNIS \u201eGESCHMACKSENTWICKLUNG IM RAUCHVERLAUF\u201c<img class=\" wp-image-42197 alignright\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner4_19-1-500x373.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner4_19-1-500x373.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/HumidorCorner4_19-1.jpg 726w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><br \/>Bei dieser Beurteilung waren Mehrfachnennungen m\u00f6glich. Interessant waren vor allem die Bewertungen, welche eine deutlich wahrnehmbare Geschmacksentwicklung und zugleich eine positive oder negative Einsch\u00e4tzung zeigten. Auch hier weist die Zigarre aus dem Humidor auf, dass eine positive und deutlich wahrnehmbare Ver\u00e4nderung des Geschmacks im Rauchverlauf mit der korrekten Lagerung korreliert.<\/p>\n<p>WELCHE ZIGARRE W\u00dcRDEN SIE ZU ENDE RAUCHEN?<br \/>Auf die letzte Frage sollten die Teilnehmer angeben, welche Zigarre sie zu Ende rauchen w\u00fcrden bzw. welche f\u00fcr sie die beste ist. Das Ergebnis hat mich an sich nicht, aber im recht eindeutigen Ergebnis doch \u00fcberrascht. 70 Prozent aller Testteilnehmer haben die im Humidor gelagerte Zigarre als die beste empfunden.<br \/>Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Lagerung bei Raumtemperatur (selbst wenn diese zwischen Sommer und Winter schwankt) und ca. 70 Prozent relativer Luftfeuchte mit Abstand das beste Ergebnis liefert. Die Lagerung im K\u00fchlschrank zerst\u00f6rt die Zigarre unaufhaltsam und ist definitiv keine Option. Stark schwankende Luftfeuchtigkeitswerte sollten aber ebenso unbedingt vermieden werden, da sie den Nachreifungsprozess empfindlich st\u00f6ren. Das ist \u00fcbrigens ein gro\u00dfes Problem normaler Tischhumidore. \u00d6ffnet man bei trockener Umgebungsluft den Deckel, so sinkt die relative Luftfeuchte stark ab. Bis das Befeuchtungssystem wieder die Zielfeuchte von rund 70 Prozent erreicht hat, kann es viele Stunden dauern. In dieser Zeit geben die Zigarren Feuchtigkeit an die Umgebung ab, weil das Befeuchtungssystem die verloren gegangene Feuchtigkeit nicht schnell genug kompensieren kann. Plant man eine Lagerung auf l\u00e4ngere Zeit, so sollten Zigarren nicht einzeln, sondern immer in der Kiste gelagert werden. Zudem sollte ein Befeuchtungssystem eingesetzt werden, das verloren gegangene Feuchtigkeit in k\u00fcrzester Zeit kompensiert und m\u00f6glichst konstante Lagerungsbedingungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Auswirkung hat die Lagerung auf eine Zigarre? Unser Humidor-Experte Marc Andr\u00e9 hat 50 Testern drei gleiche, allerdings vollkommen unterschiedlich gelagerte Zigarren vorgelegt. <\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":42193,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[6242,25,6165,87,21,2805,15],"tags":[169,6773],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42192"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42192"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42192\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}