{"id":42023,"date":"2021-07-14T13:43:34","date_gmt":"2021-07-14T11:43:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=42023"},"modified":"2021-07-14T13:43:34","modified_gmt":"2021-07-14T11:43:34","slug":"die-geschichte-der-zigarrenkistengitarre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/die-geschichte-der-zigarrenkistengitarre\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Zigarrenkistengitarre"},"content":{"rendered":"<p><img class=\" wp-image-42026 alignleft\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre1_19-3-500x319.jpg\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre1_19-3-500x319.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre1_19-3.jpg 568w\" sizes=\"(max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/>Premium-Zigarren repr\u00e4sentieren etwas rein \u201eZentralamerikanisches\u201c. Tausende Kilometer entfernt liegt der Geburtsort einer amerikanischen Musiktradition: des Blues, der seine Wurzeln im Mississippi-Delta hat. Beim Genuss von Musik und Zigarren gibt es eine wichtige Verbindung, denn beide rufen Emotionen bei Zuh\u00f6rern und Rauchern hervor. Doch es brauchte eine rein amerikanische Erfindung, um Zigarren und Musiktradition zusammenzuf\u00fchren \u2013 die Zigarrenkistengitarre. Die aus dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert stammende Zigarrenkistengitarre und ihr primitiverer, einsaitiger Vorfahre, der Diddley Bow, entstanden aus der Not heraus. Not macht erfinderisch und die \u00c4rmsten des amerikanischen S\u00fcdens waren \u00fcberaus einfallsreich. Suppendosen, Pfannen, Waschbretter, Besenstiele und Eimer dienten ihnen neben anderen Haushaltsgegenst\u00e4nden als Mittel, um sich musikalisch auszudr\u00fccken. Zur Zeit des amerikanischen B\u00fcrgerkriegs f\u00fchrte Abraham Lincoln eine Steuer auf Konsumg\u00fcter ein. Zigarren, die damals in Truhen von 100, 500 und 1000 St\u00fcck verpackt wurden, z\u00e4hlten zu den besteuerten Waren, und jede Kiste musste einen Steuerstempel aufweisen. Bald begannen die Hersteller, Zigarren in 25er-Kisten zu verpacken, die auch als \u201e8-9-8\u201c bekannt waren \u2013 acht Zigarren in der unteren Reihe, neun in der mittleren und acht in der oberen. Diese kleineren, meist aus Zedernholz gefertigten Kisten, die gew\u00f6hnlich weggeworfen wurden, boten Musikern eine bessere \u201eBasis\u201c f\u00fcr den Bau ihrer Gitarren. Zudem hatten diese Ur-Instrumente einen herrlichen h\u00f6lzernen Ton und eine hervorragende Resonanz, wenn die Kiste mit einem Holzstab und ein paar Saiten aus Bindedraht versehen wurde. Zigarrenkistengitarren und -geigen wurden auch noch in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts gespielt und blieben bis zum Zweiten Weltkrieg beliebt. Zeitschriften wie Popular Mechanics ver\u00f6ffentlichten DIY-Anleitungen. Aber in den 1960er-Jahren machten erschwingliche, massengefertigte Gitarren die Zigarrenkistengitarre zu einer archaischen Novit\u00e4t, und sie verschwand schlie\u00dflich. Oder vielleicht doch nicht? Musiker wie Lightnin\u2019 Hopkins, Albert King, Blind Willie Johnson, Little Freddie King und Dutzende andere \u201eBluesmen\u201c, von denen viele im tiefen S\u00fcden der USA aufwuchsen, verfeinerten ihre Gitarrenkunst auf ihren eigenen Zigarrenkisteninstrumenten. Neben ihrer Musik geb\u00fchrt ihnen Anerkennung daf\u00fcr, dass sie die Zigarrenkistengitarre einem weltweiten Publikum vorgestellt haben. Ende des 20. Jahrhunderts entstand erneutes Interesse an der Zigarrenkistengitarre. Daraus entwickelte sich eine internationale Gemeinschaft von Musikern und Handwerkern mit einer Leidenschaft f\u00fcr den Bau und das Spielen dieser Instrumente, die ganz eigene, einzigartige Klangeigenschaften haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_42028\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-42028\" class=\"wp-image-42028\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre2_19-3-500x720.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre2_19-3-500x720.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenkistengitarre2_19-3.jpg 548w\" sizes=\"(max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-42028\" class=\"wp-caption-text\">Shane Speal spielt bei einem Auftritt mit seiner Band Shane Speal and the Snakes auf einer 3-saitigen Zigarrenkistengitarre<\/p>\n<\/div>\n<p>Shane Speal stammt aus York, Pennsylvania, und ist eine der Schl\u00fcsselfiguren, die f\u00fcr die Wiedergeburt der Zigarrenkistengitarre verantwortlich sind. Den Tischler und Musiker fasziniert die \u201eGitarre des armen Mannes\u201c, er baut seit \u00fcber 25 Jahren Zigarrenkistengitarren in dem kleinen Holzschuppen hinter seinem Haus. In seinem Buch Making Poor Man\u2019s Guitars (Fox Chapel Publishing) schreibt er, wie man sie macht. Speals erste Gitarre war eine dreisaitige, die er aus einer Swisher Sweets-Kiste schuf. Als er begann, mehr Gitarren zu bauen, entwickelte er ein Interesse an handgefertigten Premium-Zigarren. \u201eWir benutzen bestimmte Kisten, weil man gro\u00dfartige Gitarren daraus machen kann, und ich fing an, mir Gedanken \u00fcber die Zigarren in diesen Kisten zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Speal. \u201eEs hat etwas Magisches an sich, wenn man eine Zigarrenkistengitarre baut und eine der Zigarren raucht, die sich einmal in der Kiste befand. Ich wei\u00df nicht, was es genau ist; es bringt einfach all die Leidenschaften zusammen.\u201c Aus welchen Kisten kann man also die besten Gitarren machen? \u201eIch liebe Padr\u00f3n-Kisten, weil sie so riesig sind, aber ich arbeite auch mit fast jeder anderen\u201c, meint Speal. So hat er Gitarren aus Kisten von Arturo Fuente Chateau Fuente, La Aroma de Cuba Immensos, Punch Gran Puro, Hoyo de Monterrey Sultans und Partag\u00e1s Black Label Magnifico hergestellt. Seine Lieblingskiste ist jedoch Macanudo Caf\u00e9 Portofino. \u201eIch habe 1996 eine gebaut und spiele immer noch damit, aber sie bekommt langsam ein Loch, so wie Willie Nelsons Gitarre ,Trigger\u2018\u201c, f\u00fcgt er lachend hinzu. Wenn Speal an einer neuen Gitarre arbeitet, raucht er am liebsten eine Macanudo Caf\u00e9; zum Entspannen bevorzugt er eine Tabak Especial von Drew Estate. Obwohl die Zigarrenkistengitarre aus den USA stammt, ist sie dank Internet und Social Media zu einem internationalen Ph\u00e4nomen geworden. \u201eIch bekomme t\u00e4glich E-Mails und Messages von Leuten auf der ganzen Welt, die die Zigarrenkistengitarre entdeckt haben\u201c, sagt Speal. \u201eSie ist nicht nur eine amerikanische Kuriosit\u00e4t, sondern \u00fcberschreitet alle Grenzen und Demografien. Derzeit erleben wir eine Renaissance beim Bau eines Do-it-yourself-Instruments. Aus zwei Gr\u00fcnden: Erstens, weil es keine Regeln gibt, wie man es bauen soll; folge einfach deiner Muse. Zweitens, weil es keine Regeln gibt, wie man es spielen soll. Das ist der Hauptgrund f\u00fcr das Wachstum der Zigarrenkistengitarren-Bewegung. Jedes Mal, wenn man jemanden die Chance gibt, die Musik seines Herzes zu spielen, hat man ein St\u00fcck Magie geschaffen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Genuss von Musik und Zigarren gibt es eine wichtige Verbindung, denn beide rufen Emotionen bei Zuh\u00f6rern und Rauchern hervor. Doch es brauchte eine rein amerikanische Erfindung, um Zigarren und Musiktradition zusammenzuf\u00fchren \u2013 die Zigarrenkistengitarre.<\/p>\n","protected":false},"author":50,"featured_media":42024,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[6242,25,40,6167,87,21,39,2809],"tags":[6771,6770],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42023"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/50"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}