{"id":41920,"date":"2021-07-13T10:48:51","date_gmt":"2021-07-13T08:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=41920"},"modified":"2021-07-13T10:54:10","modified_gmt":"2021-07-13T08:54:10","slug":"davidoff-die-geschichte-einer-legende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/davidoff-die-geschichte-einer-legende\/","title":{"rendered":"Davidoff: Die Geschichte einer Legende"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_41927\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41927\" class=\"wp-image-41927 size-medium\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff1_19-4-500x429.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff1_19-4-500x429.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff1_19-4.jpg 758w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41927\" class=\"wp-caption-text\">Die legend\u00e4re Davidoff Ch\u00e2teau Mouton Rothschild, produziert 1983<\/p>\n<\/div>\n<p>Viele Zigarrenliebhaber und -sammler sind stets auf der Suche nach seltenen, aus der Produktion genommenen Zigarren, mit denen sie ihre Sammlungen und Vorr\u00e4te anreichern k\u00f6nnen. Eine Marke, deren Zigarren \u00fcberaus begehrt sind, ist Davidoff, und hier speziell die Havannazigarren aus der Periode der kubanischen Produktion.<br \/>Zino Davidoff erblickte im Jahre 1906 in einer kleinen Stadt in der Ukraine das Licht der Welt. Seine Familie entschloss sich im Jahr 1911 dazu, in die Schweiz, genauer nach Genf, auszuwandern. Dort er\u00f6ffnete sein Vater, der schon seit einigen Jahren im Tabakbusiness t\u00e4tig war, ein kleines Gesch\u00e4ft f\u00fcr den Verkauf von Zigaretten und Pfeifen. Als Zino Davidoff vollj\u00e4hrig wurde, entschloss er sich dazu, nach S\u00fcdamerika zu gehen, um mehr \u00fcber die ihn magisch anziehende Welt des Tabaks zu erfahren. Nachdem er in kleinen Manufakturen in Argentinien und Brasilien gearbeitet hatte, zog er weiter nach Kuba. Dort befasste er sich intensiv mit der Kultivierung von Tabak und der Herstellung von Zigarren. 1930 kehrte Zino nach Genf zur\u00fcck, wo er schnell bemerkte, dass das Klima, in dem Zigarren auf Kuba hergestellt und gelagert wurden, sich grundlegend von jenem in Europa unterschied. Deswegen baute er nach einigen Jahren in seinem modernisierten Gesch\u00e4ft in Genf in der Rue de la Conf\u00e9d\u00e9ration einen Humidor ein, der ihm nun eine m\u00f6glichst schonende und aromaerhaltende Lagerung der Zigarren erm\u00f6glichte. Es war der erste Humidor \u00fcberhaupt, und Zino Davidoff war damit der Erfinder dieses wichtigen Utensils f\u00fcr den Passionado. Einige Monate nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 bekam Zino Davidoff ein interessantes Angebot von Seita, dem franz\u00f6sischen Tabakmonopol. In Anbetracht der prek\u00e4ren Sicherheitslage in Frankreich bot man ihm zwei Millionen Havannazigarren zum Kauf an. Zino lie\u00df sich diese Gelegenheit nicht entgehen, auch wenn er daf\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung einer Bank erbeten musste. Sein Gesch\u00e4ft, nun in der Rue de March\u00e9, war somit eines der wenigen in ganz Europa, in welchem man w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs kubanische Zigarren kaufen konnte. Nach Kriegsende, im Jahr 1946, arrangierte Davidoff ein Meeting mit einer kubanischen Delegation, um in Erfahrung zu bringen, ob es m\u00f6glich w\u00e4re, eine Exklusivproduktion f\u00fcr ihn und seine Kunden zu starten. So begann die Herstellung der Serie Ch\u00e2teau mit der Marke Hoyo de Monterrey, auch Premier Cru Class\u00e9 genannt. Die Zigarren wurden jedoch nicht mehr in den damals \u00fcblichen sch\u00f6nen bunten Schachteln verkauft, sondern in Kisten aus unbehandeltem Holz.<\/p>\n<div id=\"attachment_41921\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41921\" class=\"wp-image-41921\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff2_19-4-500x666.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff2_19-4-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff2_19-4.jpg 671w\" sizes=\"(max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41921\" class=\"wp-caption-text\">Die Davidoff-Tubos im Format der Laguito No.2. Sie wurden in Tubos auf den Markt gebracht &#8211; eigens von Zino erfunden, um die Zigarren fachgerecht zu lagern<\/p>\n<\/div>\n<p>Insgesamt besteht die Serie aus f\u00fcnf verschiedenen Vitolas, und zwar Ch\u00e2teau-Haut-Brion (Perlas* 102 x 15,9 | 4 x 40), Ch\u00e2teaux Lafite (Franciscanos 116 x 15,9 | 4 5\u20448 x 40), Ch\u00e2teau Margaux (Marevas 129 x 16,7 | 5 1\u20448 x 42), Ch\u00e2teau Latour (Coronas 142 x 16,7 | 5 5\u20448 x 42), Ch\u00e2teau Yquem (152 x 16,7 | 6 x 42). Die Vitola de Galera dieser letzten Zigarre wurde nie offiziell deklariert und ist bis heute unbekannt. Zino Davidoffs Einfall, seinen Zigarren die Namen von gro\u00dfen franz\u00f6sischen Weinen zu geben, erwies sich als eine wichtige Innovation f\u00fcr den Zigarrenmarkt. Alle Zigarren der Serie Ch\u00e2teau wurden in einer Kiste mit Schiebedeckel (SLB) mit 25 oder 50 Zigarren ohne Ring verkauft. Im Jahr 1969, einige Jahre nach dem Treffen zwischen den Verantwortlichen von Cubatabaco und Davidoff, wurden die ersten drei vorgeschlagenen Vitolas der Marke Davidoff pr\u00e4sentiert: die No.1 (Laguito No.1: 192 x 15,1 | 7 1\u20442 x 38), die No.2 (Laguito No.2: 152 x 15,1 | 6 x 38), und die Ambassadrice (Laguito No.3:115&#215;10,3|41\u20442&#215;26). Sie alle wurden in der Fabrik El Laguito hergestellt. Die produzierten Zigarren wurden mit einem wei\u00dfen Ring verziert, auf der die Marke in Goldbuchstaben in der Mitte prangt. Auf der Seite befinden sich die Schriftz\u00fcge \u201eHabana\u201c und \u201eCuba\u201c. 1970 f\u00fchrt Davidoff mit Mille eine neue Serie mit f\u00fcnf Formaten ein: die 1000 (Panetelas 117 x 13,5 | 4 5\u20448 x 34), die 2000 (Marevas 129 x 16,7 | 51\u20448 x 42),die 3000 (Ninfas 178 x 13,1 | 7 x 33), die 4000 (Coronas Grandes 155 x 16,7 | 6 1\u20448 x 42) und schlie\u00dflich die 5000 (Coronas Gordas 153 x 18,3 | 6 x 46). Im Jahr 1977 schrieb eine bestimmte Zigarre Geschichte, sowohl wegen der vorgeschlagenen Ma\u00dfe als auch wegen ihres Namens: die Dom Perignon. Die Zigarre ist eine Julieta No.2 mit den Ma\u00dfen 178 x 18,7 | 7 x 47. Sie wurde in Semi Bo\u00eete Nature (SBN) von 10 bis 25 St\u00fccken und in Petaca mit jeweils vier Zigarren pr\u00e4sentiert. Auch bei dieser Gelegenheit taufte Zino Davidoff seine Zigarre mit dem Namen franz\u00f6sischer Exzellenz, diesmal inspiriert von einem der besten Champagner der Welt. Zino Davidoff f\u00fchrte au\u00dferdem eine innovative Verpackung ein, die an dieser Stelle nicht unerw\u00e4hnt bleiben soll: No.2 wurde auch als Davidoff Tubos vermarktet, da die SBN 20 Tubos aus Aluminium enth\u00e4lt. Die Besonderheit liegt darin, dass dank eines Schlitzes in den Tubos und durch das Drehen dieser besonderen Verpackung eine spezielle Luftzirkulation erm\u00f6glicht und die Zigarren im Inneren so optimal bel\u00fcftet werden.\u00a0 1982 wurde die Serie Ch\u00e2teau Yquem eingestellt und kurz danach, im Jahr 1983, eine andere Zigarre f\u00fcr die Serie Ch\u00e2teau vorgestellt: die Mouton Rothschild (Corona Grandes 155 x 16,7 | 61\u20448 x 42). Mitte der 1980er-Jahre wurde auch der Name einer anderen Zigarre ge\u00e4ndert: die Ch\u00e2teaux Lafite wurde zur Ch\u00e2teau Lafite-Rothschild. Es wurde auch gemunkelt, dass die Namens\u00e4nderung dieser beiden Zigarren auf einen Rechtsstreit \u00fcber die Verwendung der Namen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die gesamte Serie Ch\u00e2teau wird weiterhin in der Fabrik La Corona produziert. Im Jahr 1986, zu Feierlichkeiten des 80. Geburtstages Zino Davidoffs, wurde eine majest\u00e4tische Zigarre pr\u00e4sentiert: die 80 Aniversario (220 x 19,1 | 8 5\u20448 x 48). Auch diese Vitola de Galera wurde nie deklariert und ist heute noch unbekannt.\u00a0<\/p>\n<div id=\"attachment_41923\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41923\" class=\"wp-image-41923 size-medium\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff3_19-4-500x375.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff3_19-4-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/ZinoDavidoff3_19-4.jpg 692w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41923\" class=\"wp-caption-text\">Sehr gesucht unter Zigarrensammlern: die Davidoff Dom P\u00e9rignon &#8211; eine echte Rarit\u00e4t<\/p>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr diese im wahrsten Sinne des Wortes limitierte Edition sind verschiedene Verpackungen vorgesehen. Die erste Schatulle zeichnet sich durch eine elegante \u00d6ffnung wie ein Buch aus und enth\u00e4lt zehn Zigarren, von denen sich zwei in Zederntubos befinden. Die zweite Schatulle, eine Kiste mit Schiebedeckel, enth\u00e4lt ebenfalls zehn Zigarren, aber jene sind alle in Zedernetuis konserviert und aufgereiht in zwei Reihen zu je f\u00fcnf St\u00fcck. Schlie\u00dflich gibt es die Version mit zwanzig Zigarren, ebenfalls mit einer \u00d6ffnung wie ein Buch, und auch hier befinden sich zwei Zigarren in Zederntubos, w\u00e4hrend die anderen in einer einzigen Reihe aufgereiht sind. Davidoff-Zigarren wurden immer beliebter und die Nachfrage steigerte sich dementsprechend. Dennoch war Zino Davidoff nach einigen Jahren zunehmend mit seinen Zigarren unzufrieden, denn es gab Probleme mit dem Luftzug und der Verbrennung, die nicht ideal verlief. Die hohe Qualit\u00e4t, die bis dahin die Manufaktur von Davidoff ausgezeichnet hatte, erlitt somit Einbu\u00dfen. Im Jahr 1989 steckte Zino Davidoff zusammen mit Vertretern von Cubatabaco und Schweizer Zollbeamten ungef\u00e4hr 130.000 Havannazigarren in Brand. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Cubatabaco wurde die Produktion von Davidoff-Zigarren in Kuba im Jahre 1991 eingestellt und die Parteien unterzeichneten eine Vereinbarung dar\u00fcber, den verbleibenden Vorrat bis Ende des Jahres 1992 zu verkaufen. Daraufhin verlegte man die Produktion in die Dominikanische Republik \u2013 aber das ist eine andere Geschichte. Bis heute sind Davidoffs Havannazigarren unter Sammlern aus aller Welt sehr begehrt und erzielen bei Zigarrenversteigerungen \u00e4u\u00dferst hohe Preise. Noch heute sind wir Zino Davidoff, der 1994 von uns gegangen ist, dankbar f\u00fcr sein Lebenswerk, das uns den Genuss von einzigartigen, hochqualitativen Zigarren erm\u00f6glicht. Und zur Ehre dieses gro\u00dfen Mannes, der sein Leben der Welt des Tabaks gewidmet hat, k\u00f6nnen wir hoffentlich auch in Zukunft noch die eine oder andere Davidoff-Havannazigarre anz\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Zigarrenliebhaber und -sammler sind stets auf der Suche nach seltenen, aus der Produktion genommenen Zigarren, mit denen sie ihre Sammlungen und Vorr\u00e4te anreichern k\u00f6nnen. 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