{"id":41726,"date":"2021-07-07T13:53:59","date_gmt":"2021-07-07T11:53:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=41726"},"modified":"2021-07-07T13:53:59","modified_gmt":"2021-07-07T11:53:59","slug":"die-geschichte-der-marke-dunhill","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/die-geschichte-der-marke-dunhill\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Marke Dunhill"},"content":{"rendered":"<p>Alfred Dunhill betrat im fernen Jahr 1907 das internationale Parkett der Zigarrenwelt, als er sein erstes Gesch\u00e4ft in der Londoner Duke Street er\u00f6ffnete. Der Laden war gut best\u00fcckt und hatte neben kubanischen Zigarren auch eine gro\u00dfe Auswahl an Pfeifen und Pfeifentabaken im Sortiment. Angesichts des gro\u00dfen Anklangs, den sein erstes Tabakfachgesch\u00e4ft fand, beschloss er, einen weiteren Laden in London zu er\u00f6ffnen, und zwar im Stadtteil Soho. Dunhills ber\u00fchmteste Kunden waren wohl Sir Winston Churchill und Seine Majest\u00e4t K\u00f6nig George VI., Vater der heutigen Queen Elizabeth II., der ihn zum offiziellen Lieferanten des englischen K\u00f6nigshauses ernannte. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde das Geb\u00e4ude, in dem sich Dunhills Laden befand, zerst\u00f6rt. Nach Kriegsende \u00f6ffnete er allerdings wieder seine Pforten, und der Unternehmer expandierte nun mit der Er\u00f6ffnung neuer Gesch\u00e4fte in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada und Asien rund um die Welt. 1970 lancierte der Brite unter dem Namen Don Alfredo eine Marke kubanischer Puros, die sein Angebot neben den Don Candido, die bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt waren, erweiterten. Die Marke Don Candido wurde 1935 zu Ehren von C\u00e1ndido Vega D\u00edaz ins Leben gerufen: Die Herstellung dieser Zigarren fand sowohl in der Fabrik El Rey del Mundo als auch in der Fabrik der Romeo y Julieta-Zigarren statt. Don Candido-Zigarren, vermarktet unter dem Namen Selecci\u00f3n, waren in neun Vitolas erh\u00e4ltlich, die jeweils mit einer Zahl von 500 bis 508 bezeichnet wurden.<\/p>\n<p>Die Zigarren dieser Serie waren folgende: <br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.500, Vitola de Galera unbekannt:165&#215;19,1|61\u20442&#215;48,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.501 (Cervantes)*: 165&#215;16,7|61\u20442&#215;42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.502 (Marevas): 129&#215;16,7|51\u20448&#215;42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.503: Vitola de Galera und Ma\u00dfe unbekannt, <br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.504 (Campanas): 140&#215;20,6|51\u20442&#215;52,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.505 (Entreactos): 100&#215;11,9|37\u20448&#215;30,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.506 (Coronas Gordas): 143&#215;18,3|55\u20448&#215;46,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.507: Vitola de Galera und Ma\u00dfe unbekannt, <br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.508 (Panetelas Largas): 175&#215;11,1|67\u20448&#215;28.<\/p>\n<p>Es gab noch zwei weitere Produktionen, die keine Nummerierung aufwiesen: die Lonsdales (Cervantes) mit den Ma\u00dfen 165 x16,7|61\u20442&#215;42 und die Short Coronas (Marevas) mit den Ma\u00dfen 129&#215;16,7|51\u20448&#215;42. Der Tabak, der bei der Herstellung dieser fabelhaften Zigarren verwendet wurde, war von allerbester Qualit\u00e4t; Min Ron Nee beschreibt eben diese Zigarren in seinem Buch An Illustrated Encyclopaedia of Post-Revolution Havana Cigars als \u201emonumental\u201c.<br \/>Die Vitolas der Marke Don Alfredo, nummeriert von 51 bis 56, wurden stattdessen in der H. Upmann-Fabrik angefertigt und ebenso unter dem Namen Selecci\u00f3n vermarktet.<\/p>\n<div id=\"attachment_41729\" style=\"width: 323px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41729\" class=\"wp-image-41729\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill2_20-1-500x321.jpg\" alt=\"\" width=\"313\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill2_20-1-500x321.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill2_20-1-770x494.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill2_20-1.jpg 891w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41729\" class=\"wp-caption-text\">Die legend\u00e4re Don Candido Selecci\u00f3n No.506<\/p>\n<\/div>\n<p>Die hergestellten Zigarren waren folgende: <br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.51 (Cervantes): 165&#215;16,7|61\u20442&#215;42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.52 (Pir\u00e1mides): 156&#215;20,6|61\u20448&#215;52,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.53 (Coronas): 142 x 16,7 | 5 5\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.54 (Marevas): 129 x 16,7 | 5 1\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.55 (Perlas): 102 x 15,9 | 4 x 40,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.56 (Coronas Grandes): 155 x 16,7 | 6 1\u20448 x 42.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus besagen unbest\u00e4tigte Ger\u00fcchte, dass die Don Alfredo von Cubatabaco zu Ehren von Alfred Dunhill geschaffen wurden. Mitte der 1970er-Jahre entstand die Serie Flor del Punto. Alle Zigarren wurden in der Real F\u00e1brica de Tabacos Partag\u00e1s gerollt, unter dem Namen Selecci\u00f3n vermarktet und von 301 bis 307 durchnummeriert.<\/p>\n<p>Die hergestellten Zigarren waren folgende: <br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.301 (Cervantes): 165 x 16,7 | 6 1\u20442 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.302 (Coronas): 142 x 16,7 | 5 5\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.303 (Marevas): 129 x 16,7 | 5 1\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.304: Vitola de Galera unbekannt, aber es handelte sich um eine Parejo mit den Ma\u00dfen 160 x 15,9 | 6 3\u20448 x 40,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.305: Vitola de Galera unbekannt, aber es handelte sich um eine Parejo mit den Ma\u00dfen 160 x 16,7 | 6 3\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.306: Vitola de Galera und Ma\u00dfe unbekannt,<br \/>\u2022 Selecci\u00f3n No.307 (Carolinas): 121 x 10,3 | 4 3\u20444 x 26.<\/p>\n<p>Don Candido und Don Alfredo gelten nach Meinung vieler Experten und Passionados als die besten Zigarren, die jemals in Kuba erzeugt wurden. Die Tabake, die f\u00fcr ihre Herstellung Verwendung fanden, waren f\u00fcr lange Reifezeiten geeignet, was f\u00fcr einen unvergesslichen Rauchgenuss sorgte.<br \/>Bevor er seine eigene Marke kreierte, verkaufte Dunhill zun\u00e4chst die besten kubanischen Marken, darunter Partag\u00e1s, H. Upmann, La Corona, Caba\u00f1as, Belinda, Romeo y Julieta, El Rey del Mundo, Ram\u00f3n Allones, Hoyo de Monterrey, Montecristo, Bol\u00edvar, Punch, Por Larra\u00f1aga und La Flor de Cuba. Es handelte sich hierbei zwar um Zigarren aus gew\u00f6hnlichen Produktionen, jedoch hoben sie sich von der breiten Masse ab, weil sie zur Dunhill Selecci\u00f3n Suprema geh\u00f6rten. In die Selecci\u00f3n wurden nur Zigarren aus bestem kubanischen Tabak aufgenommen, wodurch sich die in den Dunhill- L\u00e4den verkauften Kisten und Cabinets von anderen \u00e4hnlichen am Markt erh\u00e4ltlichen Zigarren durch eine noch h\u00f6here Qualit\u00e4t abhoben. Auf den Seiten der Kiste stand nicht nur der Name der Marke, sondern auch eine Nummer, die dazu diente, die in der Box verpackte Vitola auszuweisen.<br \/>Gegen Ende der 1970er-Jahre hatte es sich die Marke Dunhill zum Ziel gesetzt, ausschlie\u00dflich Dunhill-Zigarren zu produzieren. Mit dieser Strategie verfolgte man das Ziel, die drei damals auf dem Markt existierenden Dunhill-Brands Don Alfredo, Don Candido und Flor del Punto durch die Marke Dunhill zu ersetzen.<\/p>\n<p><img class=\"size-medium wp-image-41731 alignleft\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill1_20-1-500x572.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill1_20-1-500x572.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill1_20-1-770x881.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dunhill1_20-1.jpg 830w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p>Zu diesem Zweck wurden acht Vitolas auf den Markt gebracht:<br \/>\u2022 Atado (Panetelas Largas): 178 x 16,7 | 7 x 42,<br \/>\u2022 Varadero (Marevas): 129 x 16,7 | 5 1\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Mojito (Coronas): 142 x 16,7 | 5 5\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Tubos (Coronas Grandes): 155 x 16,7 | 6 1\u20448 x 42,<br \/>\u2022 Malecon (Cervantes): 165 x 16,7 | 6 1\u20442 x 42,<br \/>\u2022 Estupendos (Julieta No.2): 178 x 18,7 | 7 x 47,<br \/>\u2022 Havana Club (Gran Coronas): 235 x 18,7 | 9 1\u20444 x 47,<br \/>\u2022 Cabinetta (Robustos): 124 x 19,8 | 4 7\u20448 x 50.<\/p>\n<p>Die Estupendos wiesen eine Besonderheit auf: Sie wurden ausschlie\u00dflich in mit zehn Aluminium-Tubos best\u00fcckten Boxen vermarktet. Diese Zigarren zierte ein sch\u00f6ner Ring, auf dem ein goldenes \u201ed\u201c vor rotem und cremefarbenem Hintergrund prangte, w\u00e4hrend an den Seiten der Anilla die Worte \u201eDunhill\u201c und \u201eHavana\u201c aufgedruckt waren. Zudem befand sich auf den Kisten auch ein Aluminium-Siegel mit dem Wappen des englischen K\u00f6nigshauses. Die Produktion der Dunhill-Zigarren erwies sich leider nicht als besonders langlebig. Sie wurde 1991 eingestellt, als die Marke diese nach mehreren Meinungsverschiedenheiten mit der kubanischen Regierung auf dominikanischen Boden verlagerte. Wir k\u00f6nnen an dieser Stelle eine sehr wichtige Errungenschaft Alfred Dunhills nicht unerw\u00e4hnt lassen: seinen Cigar Room. Er war davon \u00fcberzeugt, dass Zigarren beim Transport von Kuba nach Gro\u00dfbritannien viel von ihrem Aroma und Geschmack einb\u00fc\u00dften und unweigerlich dazu neigten, Feuchtigkeit zu verlieren. Zur Bek\u00e4mpfung dieses Ph\u00e4nomens schuf Dunhill in seinem Londoner Gesch\u00e4ft drei unterschiedlich klimatisierte R\u00e4ume, um den Zustand der Zigarren gleich nach ihrem Eintreffen zu verbessern.<br \/>Bei dem ersten Raum handelte es sich um den sogenannten Reiferaum, dessen Ziel es war, die Zigarre wieder auf das beste Qualit\u00e4tsniveau zu bringen und einen langsamen Reifungsprozess (Mindestdauer zw\u00f6lf Monate) zu erm\u00f6glichen, der eine konstante Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erforderte, um die h\u00f6chste Qualit\u00e4t jeder einzelnen Zigarre zu gew\u00e4hrleisten. Alfred Dunhill testete die in diesem \u201eMaturing Room\u201c gelagerten Zigarren regelm\u00e4\u00dfig, um festzustellen, ob es an der Zeit war, sie zum Verkauf anzubieten, oder ob die Zigarren doch noch etwas l\u00e4nger heranreifen mussten, um ihre bestm\u00f6gliche Qualit\u00e4t zu erreichen. Der zweite Raum war der sogenannte Reklimatisierungs- und Lagerungsraum: Die Zigarren blieben dort, bis sie das von den Kunden geforderte Qualit\u00e4tsniveau erreichten. Das Zimmer war den privaten Schlie\u00dff\u00e4chern der Kunden gewidmet, die Zigarren kauften, sie f\u00fcr eine optimale Lagerung jedoch im Gesch\u00e4ft aufbewahrten. Schlie\u00dflich gab es noch den Humidor, in dem die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverh\u00e4ltnisse Kubas nachgebildet wurden. Dieser Raum war \u201efrischen\u201c Zigarren vorbehalten.<br \/>Heute haben nur wenige Menschen das Privileg, eine Dunhill-Zigarre verkosten zu k\u00f6nnen, da die Zigarren, die w\u00e4hrend der kubanischen Periode hergestellt wurden, nicht nur schwer zu finden sind \u2013 wenn \u00fcberhaupt dann nur mittels Branchenauktionen oder privater Sammler \u2013, sondern auch exorbitant teuer sind \u2013 insbesondere die Don Candido, die Don Alfredo, die Dunhill Cabinetta und die Dunhill Estupendos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alfred Dunhill betrat im fernen Jahr 1907 das internationale Parkett der Zigarrenwelt, als er sein erstes Gesch\u00e4ft in der Londoner Duke Street er\u00f6ffnete. Der Laden war gut best\u00fcckt und hatte neben kubanischen Zigarren auch eine gro\u00dfe Auswahl an Pfeifen und Pfeifentabaken im Sortiment. 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