{"id":41633,"date":"2021-07-06T15:17:18","date_gmt":"2021-07-06T13:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=41633"},"modified":"2021-07-06T15:17:18","modified_gmt":"2021-07-06T13:17:18","slug":"die-wiedergeburt-der-brasilianischen-zigarrenindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/die-wiedergeburt-der-brasilianischen-zigarrenindustrie\/","title":{"rendered":"Die Wiedergeburt der brasilianischen Zigarrenindustrie"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_41636\" style=\"width: 298px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41636\" class=\"wp-image-41636\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie1_20-2-500x375.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie1_20-2-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie1_20-2-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie1_20-2.jpg 950w\" sizes=\"(max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41636\" class=\"wp-caption-text\">Die nach Jorge Amados Roman Dona Flor e seus dois maridos (Dona Flor und ihre zwei Ehem\u00e4nner) benannte Marke Dona Flor ist eine der meistverkauften in Brasilien<\/p>\n<\/div>\n<p>Die goldenen Jahre des brasilianischen Tabaks scheinen lange vorbei zu sein. Doch eine neue Generation von Zigarrenrauchern und die wachsende Nachfrage geben den gr\u00f6\u00dften Fabriken des Landes einen Grund, zu investieren und mit neuer Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Brasilien spielte jahrhundertelang eine wichtige Rolle im weltweiten Tabakhandel. Der Bundesstaat Bahia war eine der ersten Regionen der Welt, in der Tabak in gro\u00dfem Ausma\u00df angebaut wurde. Die Bedeutung des Tabaks f\u00fcr die brasilianische Wirtschaft war so enorm, dass Tabak- und Kaffeepflanzen zu Kolonialzeiten und auch sp\u00e4ter, als die neue Republik gegr\u00fcndet wurde, im Wappen Brasiliens aufschienen. Im 20. Jahrhundert hatte das Land eine wachsende Zigarrenproduktion, doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Zigaretten immer popul\u00e4rer, und die Nachfrage nach Zigarren sank. Vorschriften, hohe Steuern und die Ver\u00e4nderung der Rauchgewohnheiten trugen wesentlich zum R\u00fcckgang des Marktes bei. Das f\u00fchrte dazu, dass viele Zigarrenmanufakturen von den 1970er-Jahren bis zum Ende des Jahrhunderts geschlossen wurden. Das n\u00e4chste Jahrhundert brachte neue Hoffnung. Nach dem Zigarrenboom der Neunziger nahm die Produktion zu, neue Marken erschienen in den Regalen. Brasilien erlebte eine neue wirtschaftliche Phase, und die Menschen begannen, hochwertigere Produkte zu konsumieren. Das Land verzeichnete einen Anstieg beim Verkauf von Luxusartikeln. Auch Zigarren wurde wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Im Tabaksektor gab es eine Dichotomie zwischen steigender Nachfrage und Steuern sowie Beschr\u00e4nkungen, die von den Gesundheitsbeh\u00f6rden auferlegt wurden. Marken wie Angelina, Caravelas und Le Cigar konnten diesem neuen Trend nicht standhalten. Andere hingegen, darunter Dona Flor, Alonso Menendez und Dannemann, nutzten ihn und investierten in das Premiumzigarrengesch\u00e4ft. Die 2007 geschaffene Marke Monte Pascoal wuchs ebenfalls. So hatte auch Renato Madeiro, Inhaber von Leite &amp; Alves, diese Bewegung im Blick und erwarb Le Cigar. Eine wichtige Rolle spielte das Internet. Communities und Gruppen auf Facebook und in anderen sozialen Medien trugen dazu bei, Informationen \u00fcber Zigarren und deren Konsum zu verbreiten. Nach einigen Verbesserungen konnte der brasilianische Tabak seinen guten Ruf zur\u00fcckgewinnen und wurde bald bei Blends von Premiumzigarren verwendet, die in Nicaragua, Honduras und der Dominikanischen Republik hergestellt werden. Einige dieser Zigarren haben von Branchenexperten ausgezeichnete Bewertungen erhalten.<br \/>Seit 2010 sind die Zigarrengemeinschaft und Zigarrenhersteller in Brasilien st\u00e4rker geworden. Das Interesse an Qualit\u00e4tsprodukten wuchs weiter. Die brasilianischen Manufakturen stellten f\u00fcr neue Kunden einen \u201eEinstieg\u201c dar, weil die heimischen Produkte leichter zug\u00e4nglich waren als importierte Zigarren aus anderen L\u00e4ndern. Aber sie mussten erst einmal als Qualit\u00e4tsalternative f\u00fcr erfahrenere Raucher anerkannt werden.<br \/>2017 erwies sich als Wendepunkt und L\u00f6sung daf\u00fcr. SindiTabaco aus Bahia, eine Organisation, die sich f\u00fcr die Interessen der Zigarrenhersteller Brasiliens einsetzt, gr\u00fcndete das Festival Origens. Dieses f\u00f6rdert die sogenannten vier \u201eCs\u201c von Bahia: Cigars, Chocolate, Coffee und Cacha\u00e7a. Marcos Augusto Souza, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von SindiTabaco, meint: \u201eDas Konzept bestand darin, Kunden eine vollst\u00e4ndige Erfahrung von einigen Produkten zu bieten, die nicht nur f\u00fcr den Bundesstaat Bahia stehen, sondern f\u00fcr ganz Brasilien.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_41638\" style=\"width: 292px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-41638\" class=\"wp-image-41638\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie2_20-2-500x334.jpg\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie2_20-2-500x334.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie2_20-2-770x514.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Zigarrenindustrie2_20-2.jpg 811w\" sizes=\"(max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-41638\" class=\"wp-caption-text\">Die Marke Le Cigar wurde nach ihrer \u00dcbernahme durch Leite &amp; Alves zu neuem Leben erweckt<\/p>\n<\/div>\n<p>Das Festival f\u00f6rdert den engen Kontakt zwischen Zigarrenherstellern und der neuen Generation von Konsumenten. W\u00e4hrend des Events haben die Besucher die Chance, die Tabakfelder und Fabriken der vier wichtigsten Zigarrenproduzenten zu besichtigen: Dannemann, Menendez Amerino (Besitzer von Dona Flor und Alonso Menendez), Monte Pascoal und Leite &amp; Alves (Eigent\u00fcmer von Leite &amp; Alves und Le Cigar). \u201eDer gro\u00dfe Vorteil des Festivals besteht darin, dass die Kunden mit unserer Struktur, den Feldern, der Fabrik, dem Master Blender und den Rollern in Kontakt kommen und es mit einer anderen Vorstellung \u00fcber die Qualit\u00e4t unserer Zigarren verlassen\u201c, sagt Lorenzo Orsi, Inhaber von Monte Pascoal. Die Teilnehmerzahl stieg von rund 25 beim ersten Festival auf etwa 100 bei den n\u00e4chsten beiden Ausgaben. Die Hersteller investierten in Qualit\u00e4t und neue Linien, in den letzten zwei Jahren nutzten alle Marken die Veranstaltung, um regul\u00e4re Produktionen oder Limited Editions zu pr\u00e4sentieren. \u201eDas Festival fand zu einem optimalen Zeitpunkt statt, da die Zahl der Konsumenten wuchs und diese neue Produkte verlangten\u201c, meint Renato Madeiro, dessen Fabrik die Marken Leite &amp; Alves und Le Cigar produziert.<br \/>Das Ergebnis ist, dass brasilianische Zigarren auf dem Markt an Wahrnehmung gewonnen haben und heimische Produkte Jahr f\u00fcr Jahr mehr Platz in den Regalen erhalten. F\u00fcr Geraldo Menezes, Managing Director bei Dannemann, erlebt das Land in Sachen Zigarren einen besonderen Moment. \u201eDie Dannemann-Zigarrenproduktion verzeichnet seit 2016 eine beeindruckende Wachstumsrate von etwa 20 Prozent pro Jahr\u201c,f\u00fcgt er hinzu. Das letzte Jahrzehnt stellte f\u00fcr die Branche tats\u00e4chlich etwas Besonderes dar. Nicht nur in der Metropole S\u00e3o Paulo, in der die meisten Zigarrenraucher leben, sondern auch in zahlreichen anderen St\u00e4dten des Landes werden j\u00e4hrlich viele neue Gesch\u00e4fte er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Neben diesem Wachstum haben viele Produzenten auch den internationalen Markt im Visier. Menendez Amerino, Hersteller von Dona Flor, plant, sich auf Exporte in die USA und nach Europa zu konzentrieren. \u201eFr\u00fcher hatten wir ein gutes Marktvolumen in Amerika, aber wegen Vertriebsproblemen mussten wir vor einigen Jahren einen Schritt zur\u00fcck machen. Wir treten nun wieder in diesen Markt ein und werden uns auch auf Europa konzentrieren, denn die Steuern auf brasilianische Zigarren k\u00f6nnten sinken, da ein neues Handelsabkommen zwischen Brasilien und der Europ\u00e4ischen Union bevorsteht\u201c, informiert Joaquim Menendez. Auch Monte Pascoal hat Expansionspl\u00e4ne in Europa. Das Unternehmen verzeichnet ausgezeichnete Ergebnisse in Duty-free-Shops auf brasilianischen Flugh\u00e4fen und exportiert schon nach Deutschland und Japan. Dannemann ist auf dem europ\u00e4ischen und amerikanischen Markt bereits sehr pr\u00e4sent, konzentriert sich aber mehr auf den Zigarillo-Markt mit bekannten Brands wie Moods und Al Capone. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Brasilien wieder an den Punkt zur\u00fcckkehrt, an dem es einmal war, doch diese neue Welle gibt sowohl Zigarrenherstellern als auch Rauchern einen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zigarrenfestival und Investitionen in Qualit\u00e4t f\u00fchren die Branche in eine neue Richtung. <\/p>\n","protected":false},"author":46,"featured_media":41634,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[6242,25,40,6674,87,21,39,2809],"tags":[756,758,5821],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41633"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/46"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41633"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41633\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}