{"id":41446,"date":"2021-07-01T15:37:40","date_gmt":"2021-07-01T13:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=41446"},"modified":"2021-07-01T15:37:40","modified_gmt":"2021-07-01T13:37:40","slug":"einfluesse-der-verpackungsart-auf-die-zigarrenlagerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/einfluesse-der-verpackungsart-auf-die-zigarrenlagerung\/","title":{"rendered":"Einfl\u00fcsse der Verpackungsart auf die Zigarrenlagerung"},"content":{"rendered":"<p>Vor aufgeplatzten Brandenden und Rissen im Deckblatt graust es jeden Passionado. K\u00fcm\u00admert man sich doch um seine Sch\u00e4tze und dann, nach Jahren, folgt die Ern\u00fcchterung und viele Fragezeichen tauchen auf. Ursache dieser Sch\u00e4den ist, von mechanischen Besch\u00e4digungen einmal abgesehen, nahezu immer ein Einflussfaktor \u2013 schwankende Luftfeuchte im Humidor. Wird im Winter bei trockener Heizungsluft der Humidor ge\u00f6ffnet, so gelangt trockene Luft hinein. Wird der Humi\u00addor wieder geschlossen, dauert es in der Regel viele Stun\u00ad den, bis sich erneut eine angemessene Luftfeuchte von 65 bis 70 Prozent eingestellt hat (es sei denn, man verf\u00fcgt \u00fcber einen leistungsstarken elektronisch geregelten Befeuchter, der die verlorengegangene Feuchtigkeit innerhalb weniger Minuten wieder ersetzt). W\u00e4hrend dieser Zeit zu geringer Luftfeuchte im Humidor \u00fcbernehmen zwangsl\u00e4ufig auch die Zigarren die Funktion des Luftbefeuchters.<br \/>Das Deckblatt ist somit immer wieder von trockener Luft umgeben, zieht sich zusammen, dehnt sich wieder aus, zieht sich zusammen \u2013 das kann auf Dauer nicht gut gehen. Irgendwann ist die Spannung im Deckblatt zu gro\u00df, und es entstehen Risse im Wrapper und die Brandenden platzen auf.<br \/>Die Art der Verpackung einer Zigarre hat entscheidenden Einfluss auf den Erhalt ihrer strukturellen Stabilit\u00e4t und auf die Entwicklung der Aro\u00admen w\u00e4hrend der Einlagerung im Humidor.<\/p>\n<p>SOLL MAN CELLOPHANIERTE ZIGARREN AUSPACKEN?<br \/>Viele Zigarren kommen heute cellopha\u00adniert in den Handel. Die wichtigsten Argu\u00admente f\u00fcr diese Verpackungsvariante sind:<br \/>1. Schutz vor Besch\u00e4digung<br \/>2. Geringerer Einfluss von Feuchte\u00adschwankungen und Reduzierung des Bouquetverlustes bei Einzellagerung im Humidor bzw. in der Auslage des Handels<br \/>3. Hygienische Gr\u00fcnde(vor allem bei der Einzellagerung im Handel)<br \/>4. Rechtliche Gr\u00fcnde(in einigen L\u00e4ndern m\u00fcssen die einzeln angebotenen Zigar\u00adren preislich ausgezeichnet und mit Barcode versehen werden).<br \/>Nun stellt sich die Frage, ob man die Zigar\u00adren f\u00fcr die Lagerung im eigenen Humidor auspacken soll oder nicht. Die Antwort ist abh\u00e4ngig von der Art der Lagerung. Wer\u00ad den die Zigarren in einem gro\u00dfen Schrank oder einem begehbaren Humidor gelagert, so bewirkt die gro\u00dfe Menge Umgebungs\u00adluft eine sukzessive Abgabe von Tabak\u00adaromen an eben diese. Aus diesem Grund w\u00fcrde ich bei dieser Lagerungsart die Zi\u00adgarren im Cellophan belassen. Werden sie hingegen in der originalen Kiste im Humidor eingelagert, so sollte man sie auspacken. Das Luftvolumen in der Kiste ist sehr klein, und die Zigarren reifen umso besser nach, je dichter sie zusammenliegen. Im Grunde gilt diese Empfehlung auch f\u00fcr in Alutubos verpackte Zigarren. M\u00f6chte man den Reifeprozess verl\u00e4ngern, so dreht man die Schraubkappe des Tubos ab und legt die Zigarre im ge\u00f6ffneten Tubo in den Humidor. Im komplett geschlossenen Tubo w\u00fcrde ich Zigarren nur dann aufbewahren, wenn Einzelst\u00fccke f\u00fcr wirklich lange Zeit (acht Jahre und mehr) eingelagert werden sollen, da hier der Nachreifungsprozess extrem verlangsamt wird. Dabei gilt es zu be\u00adachten, dass die Gefahr der Entstehung von Fehlaromen umso gr\u00f6\u00dfer ist, je frischer die Zigarren in den Alutubos verpackt wurden. Sind noch deutlich wahrnehmbare Ammo\u00adniaknoten bei frischen Zigarren bemerkbar, so w\u00fcrde ich den Tubo zun\u00e4chst noch einige Monate ge\u00f6ffnet lassen.<\/p>\n<p>KLEINVERPACKUNGEN AUS KARTON<br \/>Kartonagenverpackungen sollten generell nicht im Humidor gelagert werden, da de\u00adren Innenseiten meist nicht versiegelt sind und durch die erh\u00f6hte Luftfeuchte die Ge\u00adfahr von Muffgeruch im Humidor droht.<\/p>\n<p>LAGERUNG IN DER KISTE<br \/>Wer die M\u00f6glichkeit zur Lagerung ganzer Zigarrenkisten hat, sollte dies auch tun und die Zigarren nicht einzeln in Trays lagern oder die Kiste ge\u00f6ffnet in den Humidor stellen. Das sieht zwar h\u00fcbsch aus (und in der Gastronomie ist das auch kaum anders machbar), ist aber f\u00fcr den Aromenerhalt kontraproduktiv. In der geschlossenen Kis\u00adte reifen sie am besten nach und kurzfristi\u00adge Feuchteschwankungen, etwa beim \u00d6ff\u00adnen des Humidors, haben faktisch keinen negativen Einfluss auf das Deckblatt. Selbst wenn die Kiste zur Entnahme ge\u00f6ffnet und dann wieder geschlossen wird, ist das Luftvolumen darin so gering, dass hier keine negativen Effekte zu erwarten sind.\u00ad<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im folgenden besch\u00e4ftigen wir uns mit der frage, welchen Einfluss die Verpackungsart (Cellophan, Tubo, Zigarrenkiste, Kartonage) auf den Reifeprozess der Zigarre hat und welche Empfehlungen f\u00fcr die praxis sich daraus ableiten lassen.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":41447,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[6242,25,6676,21,39,2805,15],"tags":[169,6683,1002],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41446"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41446"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41446\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}