{"id":4090,"date":"2013-12-15T15:05:33","date_gmt":"2013-12-15T14:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=4090"},"modified":"2015-04-24T16:49:06","modified_gmt":"2015-04-24T14:49:06","slug":"empresa-jose-marti-wiege-der-montecristo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/empresa-jose-marti-wiege-der-montecristo\/","title":{"rendered":"Die Wiege der Montecristo"},"content":{"rendered":"<p>Den meisten Kennern ist die Fabrik heute unter dem Namen H. Upmann-Manufaktur bekannt, denn im Jahr 2004 (nach langer Sanierung) verlegte man die Produktion der Marke H. Upmann von der Calle Amistad offiziell hierher. 2011 kam dann das pl\u00f6tzliche Aus; seitdem steht das Geb\u00e4ude leer. Doch H. Upmann war l\u00e4ngst nicht die erste Zigarrenmarke in diesem Haus. Deshalb besch\u00e4ftigen wir uns mit der Geschichte dieses Geb\u00e4udes.<\/p>\n<h3>Im Vedado<\/h3>\n<p>Im Gegensatz zu vielen \u00e4lteren Manufakturen befindet sich diese Fabrik in einem neueren Stadtteil von Havanna \u2013 im Vedado. Am einfachsten findet man die Manufaktur, wenn man die Suche beim legend\u00e4ren Hotel Nacional startet. Auf dem Malec\u00f3n stehend, das Meer im Ru\u0308cken und das Hotel im Blick, befindet sich links davon die Calle Rampa, deren Verl\u00e4ngerung wenig sp\u00e4ter Calle 23 hei\u00dft.<\/p>\n<div id=\"attachment_4099\" style=\"width: 215px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/h-upmann-fabrica-de-tabacos-jose-marti-logo-entrance.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4099\" class=\"wp-image-4099 \" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/h-upmann-fabrica-de-tabacos-jose-marti-logo-entrance-500x666.jpg\" alt=\"h upmann fabrica de tabacos jose marti logo entrance\" width=\"205\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/h-upmann-fabrica-de-tabacos-jose-marti-logo-entrance-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/h-upmann-fabrica-de-tabacos-jose-marti-logo-entrance-600x799.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/h-upmann-fabrica-de-tabacos-jose-marti-logo-entrance.jpg 769w\" sizes=\"(max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4099\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>In den neueren Stadtteilen Havannas tragen die Stra\u00dfen n\u00e4mlich keine Namen mehr, sondern Nummern. Diese sind als Ecksteine an jeder Stra\u00dfe postiert und meist gut zu finden.<\/p>\n<p>Die Manufaktur befindet sich auf der Calle 23, zwischen der 14. und der 16. Stra\u00dfe. Erbaut wurde das Geb\u00e4ude wahrscheinlich im Jahr 1927. So jedenfalls lautet die Aufschrift hoch oben am Giebel des Hauses.<\/p>\n<p>Es ist anzunehmen, dass es von Anfang an als Fabrik genutzt wurde und dass hier Zigarren und\/oder Zigaretten der Marken Particulares und Byron hergestellt wurden.<\/p>\n<p>Leider ist u\u0308ber diese beiden Marken, deren Geschichte oder deren Besitzer nichts bekannt. Es k\u00f6nnte sogar sein, dass es sich lediglich um Zigarettenmarken handelte.<\/p>\n<h3>Die Wiege der Montecristo<\/h3>\n<p>Alonso Menendez und Jos\u00e9 Garcia, die Gru\u0308nder der Marke Montecristo, erwarben die Marken Byron und Particulares bereits Anfang der 1930er-Jahre. 1935 meldeten sie die Marke Montecristo an. Es ist deshalb sicher, dass die ersten Zigarren der heute weltberu\u0308hmten Marke Montecristo noch in dieser Manufaktur gefertigt wurden. Es existiert beispielsweise eine Vista der Marke Montecristo aus dem Jahr 1936 mit der Adresse Calle 23 y 16.<\/p>\n<p>Erst 1937 erhielten Menendez und Garcia von der britischen Firma Frankau S. A. die Lizenz fu\u0308r die Produktion der Marke H. Upmann. Ab dieser Zeit fertigte man sowohl die H. Upmann als auch Montecristo zun\u00e4chst auf der Calle Virtudes 609; ab 1944 dann in der Manufaktur auf der Calle Amistad 407 (direkt hinter der Partag\u00e1s-Manufaktur). Die Calle Amistad war von 1944 bis 2003 Heimst\u00e4tte der Marken H. Upmann und Montecristo. Im Jahr 2004, etwas mehr als 60 Jahre sp\u00e4ter, fand die Marke H. Upmann dann ihren Weg in die Calle 23.<\/p>\n<h3>Jos\u00e9 Mart\u00ed \u2013 Poet und Freiheitsk\u00e4mpfer<\/h3>\n<div id=\"attachment_4117\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/jose-marti-portrait-bw-cuban-poet-freedom-fighter-national-hero.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4117\" class=\" wp-image-4117\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/jose-marti-portrait-bw-cuban-poet-freedom-fighter-national-hero-500x669.jpg\" alt=\"jose marti portrait bw cuban poet freedom fighter national hero\" width=\"196\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/jose-marti-portrait-bw-cuban-poet-freedom-fighter-national-hero-500x669.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/jose-marti-portrait-bw-cuban-poet-freedom-fighter-national-hero-600x803.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/jose-marti-portrait-bw-cuban-poet-freedom-fighter-national-hero.jpg 758w\" sizes=\"(max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4117\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>Benannt ist die Manufaktur nach dem legend\u00e4ren kubanischen Freiheitsk\u00e4mpfer, Schriftsteller und Poeten Jos\u00e9 Mart\u00ed (1853\u20131895). Kuba bemu\u0308hte sich Ende des 19. Jahrhunderts als eine der letzten gro\u00dfen Kolonien um die schon seit langem angestrebte Unabh\u00e4ngigkeit von Spanien.<\/p>\n<p>Die insgesamt drei Kriege, die sich daraufhin u\u0308ber drei\u00dfig Jahre erstreckten, brachten weitreichende gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ver\u00e4nderungen mit sich.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Mart\u00ed wurde zu einer Leitfigur im Kampf um die Unabh\u00e4ngigkeit Kubas und Lateinamerikas. Ihm gelang es, die seit vielen Jahren gespaltenen Revolutionskr\u00e4fte wieder zu vereinen. Am 19. Mai des Jahres 1895 fiel er im Kampf bei Dos Rios in der Provinz Oriente. 1902 erlangte Kuba formal die Unabh\u00e4ngigkeit und wurde zur Republik erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Zigarettenproduktion auf der Calle 23<\/h3>\n<p>Doch zuru\u0308ck zur Manufaktur. 1936 oder 1937 kaufte die Firma Cifuentes (Besitzer der Partag\u00e1s-Manufaktur) die Marken Byron und Particulares. Und damit gelangten sie wohl auch in den Besitz der Manufaktur auf der Calle 23. Mindestens bis 1959, vielleicht auch l\u00e4nger, produzierte man dort Zigaretten der Marke Partag\u00e1s.<\/p>\n<p>Denn einige Einheimische nennen die Fabrik auf der Calle 23 auch heute noch die Partag\u00e1s-Zigarettenfabrik. Partag\u00e1s hatte, was heute weniger bekannt ist, u\u0308ber viele Jahre hinweg eine ausgedehnte Zigarettenproduktion, die zu dieser Zeit sehr rentabel war. Und Partag\u00e1s war selbstverst\u00e4ndlich nicht die einzige Zigarrenmarke, die nebenher auch noch Zigaretten herstellte.<\/p>\n<h3>In neuem Gewand<\/h3>\n<p>Die Zeit hinterlie\u00df, wie an allen Geb\u00e4uden Havannas, ihre Spuren, was eine Renovierung unbedingt notwendig machte. Mit dieser begann man um die Jahrtausendwende. Die Arbeiten waren langwierig, denn das Geb\u00e4ude hat stattliche Ausma\u00dfe. Mit der Wiederherstellung der Fassade gab man sich gr\u00f6\u00dfte Mu\u0308he.<\/p>\n<div id=\"attachment_4101\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4101\" class=\"size-medium wp-image-4101\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view-500x375.jpg\" alt=\"tabacuba h upmann empresa tabaco tocido jose marti street view\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tabacuba-h-upmann-empresa-tabaco-tocido-jose-marti-street-view.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4101\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>Jede noch so kleine Stuckarbeit wurde mit viel Sorgfalt und Liebe ausgefu\u0308hrt. Die Innenr\u00e4ume sind heute sehr modern gestaltet und den Bedu\u0308rfnissen der mehr als 600 Torcedores, die in der Fabrik arbeiten k\u00f6nnen, optimal angepasst. Die Renovierung der Manufaktur dauerte bis 2004. Mit externer Unterstu\u0308tzung war es sogar m\u00f6glich, einen Schulungsraum fu\u0308r die Mitarbeiter einzurichten und mit modernster Technik auszustatten.<\/p>\n<p>Doch dann, im Jahr 2011, hie\u00df es pl\u00f6tzlich, dass die Belegschaft der H. Upmann-Fabrik in das Geb\u00e4ude auf der Calle Belascoain 852 (in die Romeo y Julieta-Fabrik) umgezogen ist. Die Begru\u0308ndung lautete: das Dach sei undicht, Reparaturen notwendig. Viele waren verwundert, dass das Geb\u00e4ude, das erst vor wenigen Jahren so aufw\u00e4ndig saniert worden war, schon wieder repariert werden musste. Dann wurde es ruhig in der Fabrik auf der Calle 23. Seit 2011 hat sich nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Fabrik steht leer. Es wird nicht darin gearbeitet. Offiziell wird das Dach immer noch repariert. Bauarbeiten sind allerdings nicht ersichtlich. Es ist schwer vorstellbar, dass ein so sch\u00f6nes Geb\u00e4ude so lange ungenutzt bleibt. Man darf also gespannt sein, was aus diesem historisch so bedeutenden und vor allem sehr gut erhaltenen Geb\u00e4ude einmal werden wird.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p><strong>NAME DER MANUFAKTUR<\/strong><br \/>\nEmpresa de Tabaco Torcido Jos\u00e9 Mart\u00ed<\/p>\n<p><strong>ERBAUER<br \/>\n<\/strong>Unbekannt<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>GRU\u0308NDER<\/strong><br \/>\nUnbekannt<\/p>\n<p><strong>JAHR DER EINWEIHUNG<\/strong><br \/>\n1927<\/p>\n<p><strong>ADRESSE<\/strong><br \/>\nCalle 23, entre 14 y 16<\/p>\n<p><strong>LAGE<\/strong><br \/>\n10 Min. mit dem Taxi vom Hotel Nacional entfernt, im Stadtteil Vedado;<\/p>\n<p><strong>MARKEN<\/strong><br \/>\nByron, Particulares, Montecristo, Partag\u00e1s (Zigaretten);<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Winter-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Winter-Ausgabe 2013 \u2013 Daniel Marshall ist Mr. Golden Cigar\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/winter-ausgabe-2013-daniel-marshall-ist-mr-golden-cigar\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Steine reden k\u00f6nnten \u2026 wu\u0308rden uns die Mauern dieser Manufaktur sicher einiges erz\u00e4hlen. 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