{"id":39332,"date":"2021-03-30T10:01:16","date_gmt":"2021-03-30T08:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=39332"},"modified":"2021-03-30T10:24:06","modified_gmt":"2021-03-30T08:24:06","slug":"lorscher-tabakprojekt-gute-und-schlechte-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/lorscher-tabakprojekt-gute-und-schlechte-news\/","title":{"rendered":"Lorscher Tabakprojekt: Gute und schlechte News"},"content":{"rendered":"<p>Zum Beginn des neuen Tabakjahres zuerst die gute Nachricht: Die Natur l\u00e4sst sich von Corona nicht beeinflussen. Es w\u00e4chst und gedeiht, wie es sich im Fr\u00fchling geh\u00f6rt. Dementsprechend haben die Aktiven des Lorscher Tabakprojektes erstmal alles wie immer gemacht: Am 19. M\u00e4rz wurde der Tabaksamen angefeuchtet und mit dem Vorkeimen des Saatgutes begonnen. Nach f\u00fcnf, sechs Tagen im feucht-warmen Milieu war das Saatgut soweit, dass es ins Fr\u00fchbeet ges\u00e4t werden konnte. Nun beginnt bis Mitte Mai die m\u00fchevolle Zeit der Fr\u00fchbeet-Pflege, wo Temperatur und Feuchtigkeit genau reguliert werden m\u00fcssen, damit die Saat aufgeht.<\/p>\n<p>\u201eIn dem Jahr haben wir diese Aufgabe in die H\u00e4nde von Frauen gelegt, die den Prozess aus eigener Anschauung kennen\u201c, so Projektleiter Bernhard Stroick. Denn mit dem Vorkeimen des Samens gab es immer wieder Probleme. \u201eEs ist ein Teil der Faszination und auch der tiefere Sinn dieses Projektes, dass es immer wieder Arbeitsschritte gibt, die man nicht wirklich erkl\u00e4ren oder beschreiben kann\u201c, ist dazu aus dem st\u00e4dtischen Kultur- und Tourismusamt zu h\u00f6ren, das das Tabakprojekt 2012 ins Leben rief. \u201eVielmehr muss das richtige Handeln und die richtigen Handgriffe aus Erfahrung lernen. Und diese kommt nur aus dem wiederholten praktischen Tun. \u00dcbt man diese T\u00e4tigkeiten nicht mehr aus, geht damit das durch Jahrhunderte gewachsene und bewahrte Wissen verloren.\u201c<\/p>\n<p>Die Bewahrung und Sicherung dieses Wissens hatte auch den Ausschlag gegeben, den Tabakanbau und die Tabakverarbeitung als Immaterielles Kulturgut von der UNESCO sch\u00fctzen zu lassen. Das Hessische Ministerium hatte den Antrag an die Kulturministerkonferenz zur finalen Entscheidung weitergereicht. Doch nun kam die Nachricht, dass dieser durch die dort tagende Jury abgelehnt worden ist. \u201eWir sind nat\u00fcrlich sehr entt\u00e4uscht\u201c, gibt die Leiterin des Kultur- und Tourismusamtes, Gabi Dewald unumwunden zu. Gemeinsam mit Heddesheim, Hockenheim, Schwetzingen und Hatzenb\u00fchl war diese Initiative auf den Weg gebracht worden. \u201eIn der Metropolregion stellt der Anbau und die Verarbeitung von Tabak einen bis heute sp\u00fcrbar wichtigen wirtschaftlichen und identit\u00e4tspr\u00e4genden Faktor dar,\u201c sind sich die f\u00fcnf einstigen Tabak-Kommunen einig. Noch immer werden am Oberrhein 1000 Hektar Tabak gebaut. Nun stellen sie sich die Frage, ob sie den Antrag noch einmal einreichen.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr das Lorscher Tabakprojekt jedoch \u2013 und daran gab es nie einen Zweifel \u2013 ist und bleibt das gemeinsame Tun vor Ort. \u201eNoch haben wir welche unter uns, die das alles aus Zeiten kennen, wo man sein Brot mit dem \u201aDouwagg\u2018 verdient hat und die jeden Handgriff noch im Blut haben. Hoffen wir, dass es uns gelingt, dieses gef\u00e4hrdete Wissen weiterzugeben, bevor alles Geschichte ist\u201c, bleiben die Projektler bei dem, was sie antreibt: Sie wollen das immaterielle Kulturgut Tabakanbau und Tabakverarbeitung lebendig halten und f\u00fcr kommende Generationen bewahren. \u201eSchade, dass uns die Kulturministerkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission bislang hierin nicht anerkennend unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Beginn des neuen Tabakjahres zuerst die gute Nachricht: Die Natur l\u00e4sst sich von Corona nicht beeinflussen. 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