{"id":3682,"date":"2014-07-15T15:05:23","date_gmt":"2014-07-15T13:05:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=3682"},"modified":"2015-05-06T20:52:54","modified_gmt":"2015-05-06T18:52:54","slug":"ein-tag-im-leben-von-ramon-emilio-cruz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/ein-tag-im-leben-von-ramon-emilio-cruz\/","title":{"rendered":"Ein Tag im Leben von Ram\u00f3n Emilio Cruz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das tru\u0308be Licht der einzigen zwei funktionierenden Glu\u0308hbirnen drinnen im Haus vermag nicht das rasch dahinschwindende Sonnenlicht auf der \u201eGaleria\u201c, wie die Dominikaner die von Gittern umgebene Veranda ihrer H\u00e4user nennen, zu ersetzen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier ist es, wo Ram\u00f3n Emilio Cruz Entspannung sucht nach seinem Arbeitstag als Qualit\u00e4tspru\u0308fer in der Davidoff-Fabrik in Villa Gonz\u00e1lez, au\u00dferhalb der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes, der Zigarrenhauptstadt Santiago de Los Caballeros.<\/p>\n<p>\u201eKein schlechter Ort zum Entspannen, nicht wahr?\u201c fragt er mich. \u201eIch fu\u0308hre ein ruhiges Leben und genie\u00dfe es wirklich sehr. Ich trinke nicht, abgesehen von einem kleinen Gl\u00e4schen ab und zu. Ich rauche Zigarren und trinke Cola.\u201c Wie sich herausstellt, hat Ram\u00f3n auch noch andere Hobbys, aber dazu kommen wir sp\u00e4ter. Er holt zwei Davidoff Nicaragua Toros aus dem Haus und wir zu\u0308nden sie an, w\u00e4hrend seine Enkelkinder um uns herumschwirren.<\/p>\n<h4>Ich f\u00fchre ein ruhiges Leben und genie\u00dfe es wirklich sehr.<\/h4>\n<p>Trotz der Gitter an den Fenstern und der Veranda ist die Gegend, in der er lebt, keine schlechte. In manchen Teilen Lateinamerikas k\u00f6nnte man nachts nicht die Tu\u0308ren offen lassen, wie Ram\u00f3n es tut, aber der Vorort Tamboril, wo er aufgewachsen ist und sein ganzes Leben verbracht hat, wirkt wie ein ziemlich ruhiger und sicherer Ort. Er und seine Familie haben ein sehr enges Verh\u00e4ltnis zu ihren Nachbarn. \u201eVielleicht haben sie einen anderen Nachnamen, aber sie geh\u00f6ren trotzdem alle zur Familie\u201c, sagt er, w\u00e4hrend er auf die Dame im Haus nebenan blickt, die gerade ihre Blumen pflegt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3700\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3700\" class=\"wp-image-3700 size-medium\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz torcedor controlling  cigars davidoff villa gonzalez dominican republic\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-controlling-cigars-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3700\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>\u201eWas?\u201c fragt sie, als sie Ram\u00f3ns Stimme h\u00f6rt und merkt, dass er in ihre Richtung schaut. \u201eSie machen ein Interview u\u0308ber mein Leben\u201c, erkl\u00e4rt er ihr, \u201eund ich habe eben gesagt, dass wir zwar verschiedene Nachnamen haben, aber alle eine Familie sind\u201c. \u201eOkay, ja, sicher\u201c, antwortet sie mit einem L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Trotz des unaufh\u00f6rlichen L\u00e4rms von Motorr\u00e4dern drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe ist der Verkehr nicht so stark wie auf vielen anderen Stra\u00dfen in den St\u00e4dten der Dominikanischen Republik. Jenseits der asphaltierten Stra\u00dfe verl\u00e4uft ein fast ausgetrockneter Bach, der zu dieser Jahreszeit mehr Plastikabfall als Wasser fu\u0308hrt.<\/p>\n<h3>15 Jahre Reisen um die Welt, 15 Jahre im selben Haus.<\/h3>\n<p>Ram\u00f3n sieht mich an und l\u00e4chelt, etwas, was dieser bescheidene Mittfu\u0308nfziger w\u00e4hrend meines Aufenthalts oft tut. Er ist ganz offensichtlich glu\u0308cklich, wo er ist. In den vergangenen 15 Jahren war er einer von vier Davidoff-Repr\u00e4sentanten, die um die Welt reisen, um Besuchern bei verschiedenen Davidoff-Veranstaltungen zu zeigen, wie Zigarren gemacht werden. \u201eIch wei\u00df nicht, wie viele L\u00e4nder ich besucht habe, aber ich war fast u\u0308berall in Europa, in den USA, China, Russland, Malaysia, Dubai, Macao und vielen anderen.<\/p>\n<h4>Im Alter von 16 oder 17 begann ich Zigarren zu rauchen.<\/h4>\n<p>Ich liebe es, andere Kulturen erleben zu k\u00f6nnen. Das seltsamste Erlebnis war wohl die Ukraine, wo die Frauen in Kleidern herumgehen, die kleine Taschen oder so was an den Schultern haben. Es ist auch in Japan so, da tragen die Leute Smoking mit kleinen Rucks\u00e4cken dran. Und in China sind so viele Menschen auf den Stra\u00dfen unterwegs, dass du immer bei deiner Gruppe bleiben musst, damit du nicht verloren gehst. Denn wenn du verloren gehst, ku\u0308mmert es keinen. Macao dagegen mag ich wegen der Kasinos und der Frauen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_3694\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3694\" class=\"size-medium wp-image-3694\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz inspector going home by bus davidoff villa gonzalez dominican republic\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-770x579.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-going-home-by-bus-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3694\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>W\u00e4hrend dieser fu\u0308nfzehn Jahre beruflicher Reiset\u00e4tigkeit lebte Ram\u00f3n im selben Haus; er wohnte sein ganzes Leben lang in der gleichen Nachbarschaft. Als er das Haus seiner Mutter verlie\u00df, zog er nur 200 Meter die Stra\u00dfe hinunter; alle bis auf eines seiner Geschwister leben in Tamboril. Ram\u00f3n hat sechs Kinder im Alter zwischen 21 und 32.<\/p>\n<p>Fu\u0308nf seiner Kinder, samt einem Enkelkind, leben immer noch mit ihm und seiner Frau, mit der er seit 32 Jahren verheiratet ist, in ihrem 3-Zimmer Haus. Eine seiner T\u00f6chter lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Haus hinten im Garten, wo einer seiner S\u00f6hne ebenfalls eine kleine Wohnung hat.<\/p>\n<p>\u201eMeine Frau war mehr oder weniger zehn Jahre lang durchgehend schwanger\u201c, sagt Ram\u00f3n mit einem L\u00e4cheln. \u201eIch habe ein sehr soziales Leben. Ich sehe meine Verwandtschaft zwar nicht jedes Wochenende, aber doch sehr h\u00e4ufig.\u201c Vier oder fu\u0308nf Mal im Jahr, wenn er reist, ist Ram\u00f3n drei Wochen weg und seine Frau manchmal mit sechs Kindern allein zu Hause. Das bedeutet eine Belastung fu\u0308r die beste Beziehung. \u201eNatu\u0308rlich ist es anstrengend fu\u0308r sie\u201c, meint Ram\u00f3n, \u201eaber sie versteht, dass das Einkommen fu\u0308r unsere Familie sehr wichtig ist. Alle unsere Kinder sind in die Schule gegangen, deshalb ist es fu\u0308r sie in Ordnung.\u201c<\/p>\n<h3>Tabak im Blut<\/h3>\n<p>Tamboril ist eine vom Tabak gepr\u00e4gte Stadt, seit jeher. Laut Ram\u00f3n arbeiten 80 Prozent der arbeitsf\u00e4higen Bewohner in der Tabakindustrie. Firmen wie La Aurora und La Flor Dominicana er\u00f6ffneten hier ihre Fabriken aus gutem Grund: das Geschick der Leute von Tamboril ist weithin bekannt. Tabak ist im Blut der Einwohner, im Blut von Ram\u00f3n. Als Tabakarbeiter in dritter Generation war er sein ganzes Leben hindurch von Tabak umgeben.<\/p>\n<p>\u201eMein Gro\u00dfvater hat Zigarren von minderer Qualit\u00e4t verkauft\u201c, sagt Ramon. \u201eDie Zeiten waren damals andere. Er besa\u00df ein kleines Stu\u0308ck Land, wo er Tabak kultivierte und erntete, und als Kind habe ich ihm bei der Ernte geholfen. Ich schnitt und sammelte die gru\u0308nen Bl\u00e4tter. Er rauchte immer. Er nahm oft den getrockneten Tabak und rollte einen Zigarillo. Allerdings hat er mir nicht erlaubt, selbst zu rauchen, weil ich zu jung war, aber im Alter von 16 oder 17 begann ich Zigarren zu rauchen. Sind Sie hungrig?\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_3690\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-inspector-lighting-up-cigar-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3690\" class=\"size-medium wp-image-3690\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-inspector-lighting-up-cigar-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x665.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz torcedor inspector lighting up cigar davidoff villa gonzalez dominican republic\" width=\"260\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-inspector-lighting-up-cigar-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x665.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-inspector-lighting-up-cigar-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-600x798.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-torcedor-inspector-lighting-up-cigar-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg 769w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3690\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>W\u00e4hrend wir uns unterhielten, hatte Ram\u00f3ns Frau das Abendessen zubereitet. Wir gehen ins schwach beleuchtete Haus und essen gebratene Eier, Yuca, Reis, Bohnen, gebratene Kochbananen und hausgemachte Wu\u0308rste aus Schweinefleisch. Der Essbereich ist mit dem Wohnzimmer verbunden, das durch ein Regal voll mit Stofftieren und verschiedenen anderen Gegenst\u00e4nden in einen Fernseh- und Sitzbereich geteilt wird.<\/p>\n<p>An der Wand u\u0308ber der Ku\u0308chenzeile h\u00e4ngt ein Foto von Ram\u00f3n mit Bill Clinton. \u201eEr besuchte eine unserer Veranstaltungen in Deutschland\u201c, erinnert sich Ram\u00f3n. \u201eLeider habe ich nicht viel mit ihm gesprochen. Er konnte nur ein paar Worte Spanisch. Trotzdem wu\u0308rde ich wetten, dass nicht viele Zigarrenarbeiter das Privileg hatten, in ihrem Arbeitsleben einen ehemaligen Pr\u00e4sidenten der USA zu treffen.\u201c \u201eEs ist mir peinlich\u201c, sagt Ram\u00f3n pl\u00f6tzlich, als wir uns hinsetzen. \u201eWarum?\u201c frage ich ihn. \u201eDass ich Ihnen nichts Besseres anbieten kann.\u201c<\/p>\n<p>Er blickt auf seinen Teller, w\u00e4hrend ich das Geschirr betrachte, das sich in der Ku\u0308che aufstapelt, und einen Bissen von der Schweinswurst nehme, einer der besten u\u0308brigens, die ich je probiert habe. Ich erkl\u00e4re ihm mehrmals, dass dies l\u00e4cherlich sei. Obwohl ich kein gro\u00dfer Anh\u00e4nger der dominikanischen Ku\u0308che bin \u2013 normalerweise wird mir Fleisch mit Reis und Kochbanane nach zirka zwei Tagen langweilig \u2013 meine ich es ganz ernst mit meinem Kompliment zu der Wurst, und das heitert Ram\u00f3n auf. \u201eEin Fleischhauer der Nachbarschaft hier in Tamboril macht sie\u201c, erkl\u00e4rt er stolz. Jeden Abend setzt sich die gesamte Familie zusammen, um gemeinsam zu essen. \u201eEine meiner T\u00f6chter ist \u00c4rztin. Sie hat unterschiedliche Dienstzeiten und kann nicht immer mit uns essen, aber sonst ist es die ganze Familie.\u201c<\/p>\n<h3>Ein Hobby aus Kindertagen<\/h3>\n<p>Ehe Ram\u00f3n abends seine Schuhe ausziehen und es sich in seiner \u201eGaleria\u201c gemu\u0308tlich machen kann, gibt es da noch etwas zu tun. Er fu\u0308hrt mich durch das Haus in einen naturbelassenen Hinterhof. Unsere Ankunft erregt einige Aufregung unter den Tieren, die hier hinten leben. In einem Zwinger neben dem Schweinestall, in dem sich zwei Schweine befinden, bellt ein Hund, w\u00e4hrend Hu\u0308hner und H\u00e4hne sich hinter den Bananenstauden in Sicherheit bringen, entweder durch Rennen oder durch ungelenke Flugversuche.<\/p>\n<h4>Dieser Hahn hier ist der Champion. Er hat zwei K\u00e4mpfe hintereinander gewonnen.<\/h4>\n<p>In einer Ecke des Gartens befindet sich eine Reihe von K\u00e4figen und Hu\u0308hnerk\u00f6rben, teilweise in einem Schuppen, teilweise au\u00dferhalb. Er geht in den unglaublich stickigen Schuppen und holt einen seiner insgesamt zw\u00f6lf Kampfh\u00e4hne heraus. Ram\u00f3ns Hobby seit Kindertagen ist der Hahnenkampf. \u201eDieser hier ist der Champion\u201c, sagt er und l\u00e4chelt stolz. \u201eEr hat zwei K\u00e4mpfe hintereinander gewonnen.\u201c W\u00e4hrend viele seiner Landsleute, seine eigene Familie mit eingeschlossen, sonntags die Kirche besuchen, verbringt Ram\u00f3n seine Wochenenden h\u00e4ufig in den Hahnenkampfarenen. \u201eIch glaube an Gott, aber nicht an den der Katholiken oder Mormonen zum Beispiel. Es ist schwer zu erkl\u00e4ren, aber ich bete nicht und nehme nicht an religi\u00f6sen Veranstaltungen teil.<\/p>\n<div id=\"attachment_3691\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-davidoff-villa-gonzalez-with-rooster-champion-cock-fighting.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3691\" class=\"size-medium wp-image-3691\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-davidoff-villa-gonzalez-with-rooster-champion-cock-fighting-500x754.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz  inspector davidoff villa gonzalez with rooster champion cock fighting\" width=\"260\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-davidoff-villa-gonzalez-with-rooster-champion-cock-fighting-500x754.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-davidoff-villa-gonzalez-with-rooster-champion-cock-fighting-600x904.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-davidoff-villa-gonzalez-with-rooster-champion-cock-fighting.jpg 679w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3691\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>Meine Frau und meine Kinder sind Katholiken und ich habe kein Problem damit, aber das ist nicht, was ich bin. Wenn sie in der Kirche sind, entspanne ich mich, gehe zu Hahnenk\u00e4mpfen oder spiele Domino.\u201c Er setzt sich auf ein Sofa ohne Kissen und beginnt, den Hahn unter den Flu\u0308geln zu streicheln. \u201eDas muss ich jeden Tag mit jedem Hahn machen. Ich streiche ihre Haut mit einer bestimmten Art von Tabak namens Andullo ein. Davon nehmen die V\u00f6gel Kalorien auf, so dass sie sich kampfbereit fu\u0308hlen.\u201c<\/p>\n<p>Als ich ihm erkl\u00e4re, was Leute in Europa oder den USA vom Hahnenkampf halten, l\u00e4chelt er wieder. \u201eSie werden trotzdem k\u00e4mpfen. Es ist ein grausamer Sport und nur hier, in Puerto Rico und Mexiko erlaubt, und ich wei\u00df, dass es in den zivilisierten L\u00e4ndern verp\u00f6nt ist, aber es ist auch gute Unterhaltung\u201c, schlie\u00dft er seine Betrachtungen ab.<\/p>\n<p>Er h\u00e4lt seinen Champion hoch und zeigt mir seine hintere Kralle, die aus tiergerechten Gru\u0308nden abgeschnitten wird. \u201eMan befestigt eine ku\u0308nstliche Kralle, damit die H\u00e4hne nicht verletzt werden und dann muss man warten, bis die Kralle nachw\u00e4chst, ehe man sie wieder abschneidet, also nach einem Kampf kann ein Vogel mehrere Wochen lang nicht k\u00e4mpfen.\u201c<\/p>\n<h3>Langer Weg zur Arbeit, aber bessere Arbeitsbedingungen<\/h3>\n<p>Jeden Morgen steht Ram\u00f3n um fu\u0308nf Uhr auf. Eine Stunde sp\u00e4ter nimmt er den firmeneigenen Bus zur Fabrik in Villa Gonz\u00e1lez. Er arbeitet seit 26 Jahren bei Davidoff, davor war er einige Jahre bei zwei verschiedenen Firmen in Tamboril t\u00e4tig gewesen. Obwohl es andere Firmen g\u00e4be, die n\u00e4her gelegen sind, hat Ram\u00f3n eine t\u00e4gliche Pendelzeit von einer Stunde und zwanzig Minuten in jeder Richtung gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h4>Die Bedingungen hier sind so gut, dass es mir nie in den Sinn kommt, von hier wegzugehen.<\/h4>\n<p>\u201eWenn ich ehrlich sein soll, hatte ich Matasa, wo ich vor meiner Zeit bei Davidoff arbeitete, nicht verlassen wollen\u201c, erkl\u00e4rt er, \u201eaber mir wurden hier bessere Arbeitsbedingungen angeboten, wie etwa bessere Bezahlung und mehr Rechte. Au\u00dferdem wollte ich fu\u0308r die beste Firma arbeiten, und die ist einfach Davidoff.\u201c Bis vor einem Jahr war er Zigarrenmacher und arbeitete als Buncher und Zigarrenroller, aber jetzt ist er, offenbar etwas gegen seinen Willen, als Qualit\u00e4tspru\u0308fer t\u00e4tig. \u201eIch wollte niemals ein Pru\u0308fer sein, weil ich es gewohnt war, bis zum Ende des Arbeitstages zu arbeiten und nicht l\u00e4nger. Sobald die Uhr fu\u0308nf zeigte, ging man nach Hause, aber die Firma brauchte mich, so nahm ich die Arbeit als Pru\u0308fer an, und ich verdiene auch mehr. Ich bin eigentlich sowohl Aufseher als auch Qualit\u00e4tspru\u0308fer, und ich bin au\u00dferdem dafu\u0308r zust\u00e4ndig, die Textur der Zigarren zu pru\u0308fen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_3697\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3697\" class=\"size-medium wp-image-3697\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz inspector at work cigar factory davidoff villa gonzalez dominican republic\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-at-work-cigar-factory-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3697\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>In der Fabrik sitzt er ganz vorne, wo er den ganzen Arbeitsbereich der Zigarrenroller u\u0308berblicken kann. Der Raum ist hell, die Leute plaudern und l\u00e4cheln, und u\u0308ber einem der Arbeitspl\u00e4tze h\u00e4ngt ein Transparent mit der Aufschrift \u201eHappy Birthday\u201c. Dank seiner Anstellung bei Davidoff braucht sich Ramo\u0301n auch weniger Sorgen zu machen u\u0308ber etwas, das dem ansonsten sorglosen Mann am meisten Sorgen macht \u2013 seine Gesundheit.<\/p>\n<p>Als er zehn Jahre war, fand er heraus, dass er an Diabetes litt; seine Anstellung macht es leichter und erschwinglicher fu\u0308r ihn, Medikamente und Behandlung zu bekommen. \u201eAlle Angestellten sind versichert, und es gibt ein Gesundheitszentrum am Werksgela\u0308nde mit einem fix angestellten Arzt und verschiedenen Spezialisten, die wo\u0308chentlich vorbeikommen\u201c, erkla\u0308rt er. \u201eDas bedeutet, ich kann den Arzt jede Woche aufsuchen, wenn es notwendig ist. Wenn du versichert bist, kannst du auch jedes Krankenhaus im Land aufsuchen, und die Firma wird fu\u0308r 80 Prozent der Kosten aufkommen.\u201c<\/p>\n<h3>Tradition der Familie<\/h3>\n<p>In zehn Jahren ko\u0308nnte Ramo\u0301n bereits in Pension sein, aber die Familientradition wird sich fortsetzen. Alle seine Geschwister sind Tabakarbeiter, und zwei von Ramo\u0301ns So\u0308hnen haben auch diesen Beruf gewa\u0308hlt. \u201eMein a\u0308ltester Sohn arbeitet ebenfalls bei Davidoff, und der andere arbeitet in einer Fabrik hier in Tamboril. Dadurch sind wir jetzt schon vier Generationen von Zigarrenarbeitern.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_3698\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3698\" class=\"size-medium wp-image-3698\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg\" alt=\"ramon emilio cruz inspector with his family davidoff villa gonzalez dominican republic\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/ramon-emilio-cruz-inspector-with-his-family-davidoff-villa-gonzalez-dominican-republic.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-3698\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Simon Lundh<\/p>\n<\/div>\n<p>Der Arbeitstag geht zu Ende und der Raum leert sich, als Ramo\u0301n seine letzten Stapel za\u0308hlt. Er wird heute Abend nicht um fu\u0308nf Uhr heimgehen. Die Angestellten verlassen einer nach dem anderen den Arbeitsplatz, wa\u0308hrend das Geburtstagstransparent u\u0308ber einem anderen Arbeitsplatz aufgeha\u0308ngt wird.<\/p>\n<p>Morgen ist der Geburtstag eines anderen, und das Leben in der Fabrik geht weiter. Genau wie Ramo\u0301n es mag.<\/p>\n<p>\u201eDie Bedingungen hier sind so gut\u201c, wiederholt er, \u201edass es mir nie in den Sinn kommt, von hier wegzugehen. Wahrscheinlich werde ich hier sterben.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Sommer-Ausgabe 2014 \u2013 Drew Estate\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2014-drew-estate\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ram\u00f3n Emilio Cruz ist stolz, dass seine Familie schon in vierter Generation in der Zigarrenindustrie t\u00e4tig ist \u2013 und am Wochenende, abseits der Arbeit, geht er einem Hobby aus seiner Kindheit nach: dem Hahnenkampf.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":3689,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,42,39,12],"tags":[645,894,891,264,460,893],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3682"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3682\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}