{"id":27179,"date":"2010-02-27T12:08:13","date_gmt":"2010-02-27T11:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=27179"},"modified":"2019-02-27T12:08:26","modified_gmt":"2019-02-27T11:08:26","slug":"hendrik-kelner-und-die-entstehung-seiner-zigarrenmanufaktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/hendrik-kelner-und-die-entstehung-seiner-zigarrenmanufaktur\/","title":{"rendered":"Hendrik Kelner und die Entstehung seiner Zigarrenmanufaktur"},"content":{"rendered":"<p>Vater und Sohn haben uns herzlich empfangen. Doch nun f\u00fchrt nur der Sohn das Wort, w\u00e4hrend Kelner Sen. abzuwarten scheint, wie sich das Gespr\u00e4ch entwickelt. Als wir Zwischenfragen stellen, schaltet sich Hendrik \u201eHenke\u201c Kelner immer \u00f6fter ein und \u00fcbernimmt schlie\u00dflich zur G\u00e4nze den Gespr\u00e4chspart. Beinahe spitzbubenhaft schildert Hendrik seine Lebensgeschichte und den Werdegang seiner Zigarrenmanufaktur. Schon sein Vater Klaas Kelner besch\u00e4ftigte sich mit dem Anbau, der Fermentierung und dem Export von Tabak. Er wanderte 1937 von Holland in die Dominikanische Republik aus, wo er heiratete.<\/p>\n<p>In Santiago de los Caballeros gebar ihm seine Frau am 16. Dezember 1945 einen Sohn Hendrik. Vater Klaas sah f\u00fcr Hendrik urspr\u00fcnglich einen anderen Lebenslauf vor und sandte ihn nach Mexiko an das Institut von Monterrey, wo er zum Industrieingenieur ausgebildet wurde. Doch der Umgang mit Tabak lag Hendrik im Blut, und die Liebe zu diesem erlesenen Produkt war bei weitem st\u00e4rker als die Vorgabe des Vaters Dementsprechend begann Hendrik 1969 bei der staatseigenen Tabacalera in Santiago zu arbeiten, die Zigaretten und so manche Zigarren herstellte. Bald arbeitete er sich zum Produktionsdirektor f\u00fcr die Marke Carlo und einige andere Zigarrenmarken hoch; 1978 war er Generalmanager.<\/p>\n<p>Nach 14 Jahren wollte Hendrik Kelner die Zigarrenproduktion reformieren, was aber in einer staatlichen Fabrik nur schwer zu bewerkstelligen war. Dementsprechend k\u00fcndigte er seine sichere Anstellung, um sich in das Abenteuer einer eigenen Zigarrenproduktion zu st\u00fcrzen. Engagement, Phantasie, Unternehmergeist und Instinkt, gepaart mit Fachwissen \u00fcber erlesenen Tabak waren jene Merkmale, die es\u00a0Hendrik Kelner erm\u00f6glichten, die ,,Tabacos Dominicanos&#8220;(heute \u201eTabadom Holding\u201c) zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<div id=\"attachment_27210\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-27210\" class=\"wp-image-27210 size-full\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Hendrik-Kelner-ind-der-Cidav-Fabrik.jpg\" alt=\"Hendrik Kelner in der Cidav Fabrik\" width=\"770\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Hendrik-Kelner-ind-der-Cidav-Fabrik.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Hendrik-Kelner-ind-der-Cidav-Fabrik-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Hendrik-Kelner-ind-der-Cidav-Fabrik-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-27210\" class=\"wp-caption-text\">Hendrik Kelner vor Ort in der Cidav-Farik | Photo: Christian Schuhb\u00f6ck<\/p>\n<\/div>\n<h3>Enthusiasmus und Fachwissen<\/h3>\n<p>Nun war Hendrik in Fahrt; voller Enthusiasmus schildert er den Beginn seiner Zigarrenproduktion. Das Interview entwickelt sich zu einer lebhaften, herzlichen Diskussion, und man hat den Eindruck, dass sich Hendrik in die damalige Zeit zur\u00fcckversetzt f\u00fchlt und voller Begeisterung den Werdegang seiner ,,Tabacos Dominicanos\u201c schildert. Seine Worte, aber auch seine lebhafte K\u00f6rpersprache bringen seine Liebe zum Tabak voll zum Ausdruck. Durch jeden Zug an seiner Zigarre wird das soeben Gesagte noch unterstrichen: \u201eIn meinem ganzen Leben habe ich Tabak geliebt, bin mit ihm aufgewachsen und habe mit ihm gearbeitet.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem kleinen Startkapital von 15.000 US-Dollar gri\u00fcndete er seine erste Fabrik mit sechs Zigarrenrollern. 1985 stellte Kelner 900.000 Zigarren her, 1997 waren es 22 Millionen St\u00fcck. Kelners Zigarrenfabrik stie\u00df an ihre Kapazit\u00e4tsgrenze; es mussten weitere Produktionsst\u00e4tten errichtet werden. So entschloss er sich,drei Fabriken zu f\u00fchren: Cidav Corp. produziert ausschlie\u00dflich Zigarren namens Davidoff. Die Marken Avo, Griffin\u2019s, Zino sowie andere Longfiller-Zigarren werden in der O.K. Cigars Corp. erzeugt. Und die dritte im Bunde ist die Occidental Cigars Corp. Alle Manufakturen sind nun in der Tabadom Holding\u201c zusammengefasst; die Geb\u00e4ude befinden sich in Jicom\u00e9, Villa Gonz\u00e1lez und in Santiago. Der Tabak f\u00fcr alle Zigarren stammt weitgehend aus den besten Plantagen des Cibao -Tales. W\u00e4hrend seiner Ausf\u00fchrungen, die er mit sichtlichem Stolz zum Ausdruck bringt, erl\u00e4utert Hendrik uns auch, wie es zur Bezeichnung O.K. gekommen ist:<\/p>\n<p>\u201eDer Name sollte einfach und leicht zu merken sein. O.K. ist das meistverwendete K\u00fcrzel weltweit\u00a0und das K steht f\u00fcr Kelner\u201c, f\u00fcgt schmunzelnd er hinzu. Mit all seinen Gesten bringt Hendrik seine Freude an der Arbeit, sein Feingesp\u00fcr f\u00fcr Tabak und seine Liebe zu Zigarren zum Ausdruck. Es gibt kaum einen Moment, in dem Hendrik keine Zigarre in der Hand h\u00e4lt. Auf die Frage,wie viele Zigarren er pro Tag raucht, z\u00f6gert er. Denn er rauche die Zigarren\u00a0nicht vollst\u00e4ndig (deshalb auch die halbgerauchten Zigarren auf seinem Schreibtisch). Daf\u00fcr wechsle er sie \u00f6fter und rauche einmal diese und einmal jene Zigarre.<\/p>\n<p>Auf diese Art\u00a0und Weise kann er die Zigarren am besten beurteilen und zur Qualit\u00e4tssteigerung f\u00fchren. Aber k\u00f6nne er sagen, wie viele Zigarren es in Summe w\u00e4ren, w\u00fcrde man die von ihm gerauchten Zigarrenabschnitte zusammenz\u00e4hlen? Nach kurzem \u00dcberlegen gibt Hendrik zur Antwort: \u201eCa. 20 inch pro Tag&#8220; (1 inch 2,5 cm).\u00a0Raucht er t\u00e4glich? Ja, au\u00dfer am Wochenende, der Familie zuliebe und damit sich Haut, Mund und Zunge erholen k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Hendrik mit einem L\u00e4cheln.<\/p>\n<h3>Herzlich und auf h\u00f6chste Qualit\u00e4t bedacht<\/h3>\n<div id=\"attachment_27212\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-27212\" class=\"size-medium wp-image-27212\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Cidav-CORP-INC-500x667.jpg\" alt=\"Cidav CORP INC\" width=\"260\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Cidav-CORP-INC-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Cidav-CORP-INC.jpg 577w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-27212\" class=\"wp-caption-text\">Die Tafel besiegelt die die geniale Davidoff\/Kelner-Gesh\u00e4ftsverbindung | \u00a0Photo: Christian Schuhb\u00f6ck<\/p>\n<\/div>\n<p>Bevor wirzu einem Rundgang durch die Davidoff-Zigarrenmanufaktur aufbrechen, l\u00e4sst mich Hendrik eine Zigarre ausw\u00e4hlen und z\u00fcndet sie mir fachgerecht an. In riesigen Hallen werden die Tabakbl\u00e4tter, die auf 360 Hektar Plantagen geerntet werden, aufbereitet und fachm\u00e4nnisch zu Zigarren gerollt. 70 Prozent der 530 Roller sind M\u00e4nner. An 235 Tagen pro Jahr wird gearbeitet. Ein Roller fertigt durchschnittlich 212 Zigarren pro Tag an. Das hat im Jahr 2006 eine Produktion von 26,4 Mio. Zigarren ergeben. 2007 wird er 600 Roller haben, insgesamt 1450 Mitarbeiter. Auch Frauen sind als Rollerinnen im Einsatz, doch der Gro\u00dfteil des weiblichen Personals ist in speziellen Bereichen Bearbeitung der Zigarrenbl\u00e4tter, Auswahl der Zigarren nach Farbe, Sortierung, Verpackung) besch\u00e4ftigt. W\u00e4hrend des Rundgangs positioniert sich Hendrik meinen W\u00fcnschen gem\u00e4\u00df geduldig zu den Rollern-f\u00fcr die Fotos.<\/p>\n<p>Dabei wechselt er auch gern ein paar Worte mit den Einheimischen, und man erkennt, dass er ein recht herzliches Verh\u00e4ltnis zu den Mitarbeitern hat. Im Gegensatz zu seinem Sohn ist er zwar nicht jeden Tag im Produktionsbereich, legt aber viel Wert darauf, m\u00f6glichst oft die einzelnen Produktionsschritte in Augenschein zu nehmen. Nur dann kann man noch Qualit\u00e4tssteigerungen erreichen. Als wir wiederum in der Chefetage angelangt sind, z\u00fcndet sich Hendrik eine frische Zigarre an, zieht einige Male daran und pr\u00fcft ihren Brand. Nachdem er seiner Sekret\u00e4rin einige Anweisungen erteilt hat, bespricht er mit seinem Sohn die Qualit\u00e4t der Zigarren, die er gerade raucht. Nach ein paar weiteren Z\u00fcgen reicht mir Hendrik die Zigarre und befragt mich nach meiner Meinung. Exzellent \u2013 nicht umsonst z\u00e4hlen die Zigarren aus dem Hause Davidoff zu den besten der Welt. Und mit sichtlichem Stolz schmaucht Hendrik seine Zigarre, als er uns als Pr\u00e4sident der dominikanischen Vereinigung, \u201eProCigar\u201c noch den Weg zu anderen Tabakfabriken schildert und uns wie alte Freunde verabschiedet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel schildert uns Hendrik Kelner seine Lebensgeschichte und Werdegang seiner Zigarrenmanufaktur.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":27208,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,21,1,39,12,2809],"tags":[5702,101,373,375,882],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27179"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27179\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27208"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}