{"id":263,"date":"2014-09-15T15:05:45","date_gmt":"2014-09-15T13:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=263"},"modified":"2015-05-11T18:47:49","modified_gmt":"2015-05-11T16:47:49","slug":"tabak-ist-kulturgut-1250-jahre-lorsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/tabak-ist-kulturgut-1250-jahre-lorsch\/","title":{"rendered":"Tabak ist Kulturgut! 1250 Jahre Tabakanbau in Lorsch."},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Jahre 764 gr\u00fcndeten Benediktiner-M\u00f6nche ein Kloster und schufen damit die Basis f\u00fcr die Stadt Lorsch. Es folgte eine glanzvolle Zeit unter den karolingischen K\u00f6nigen und Kaisern, wovon die karolingische Torhalle noch Zeugnis ablegt. Heute ist die s\u00fcdhessische Stadt im Kreis Bergstra\u00dfe Unesco-Weltkulturerbe und feiert das ganze Jahr \u00fcber nicht nur die 1250 Jahre alte Geschichte, sondern auch 300 Jahre Tabakanbau.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Tabakpflanze spielte nicht nur eine wirtschaftliche Rolle, sondern pr\u00e4gte auch zahlreiche d\u00f6rfliche Rituale. Um dies zu w\u00fcrdigen, pachtete die Stadt in Vorbereitung auf das Jubil\u00e4umsjahr 2014 bereits vorher ein 800 Quadratmeter gro\u00dfes Feld, um dort wieder Tabak anzubauen und diesen dann \u2013 verarbeitet zur Zigarre \u2013 im Jubil\u00e4umsjahr zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Das Feld liegt \u00fcbrigens genau vor der letzten verbliebenen Tabakscheune, die heute ein Industriedenkmal ist. Die Wahl fiel auf den klassischen Geudersheimer Tabak. Dabei st\u00f6rten sich die Organisatoren nicht an dem schlechten Image, das dem Tabak weit verbreitet anhaftet. Wichtig war, den sozialen, gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Faktor zu beleuchten, den diese Pflanze in der Region \u00fcber lange Zeit hatte. An der Geschichte Lorschs und dem Tabak l\u00e4sst sich au\u00dferdem nachvollziehen, wie sich die Agrargesellschaft langsam in eine Industriegesellschaft verwandelte. Aspekte, die der Besucher sich im gr\u00f6\u00dften deutschen Tabakmuseum n\u00e4her anschauen kann.<\/p>\n<p>30 freiwillige Helfer begleiteten das Projekt vom Samen bis zur Ernte. Projektleiter Bernhard Stroick und Thomas Schumacher koordinierten das Vorhaben. \u201eRauchen tut von uns fast keiner\u201c, l\u00e4chelt Stroick, \u201ees geht um ein St\u00fcck lebendige Kultur und regionales Brauchtum.\u201c Und Kulturamtsleiterin Gabi Dewald f\u00fcgt hinzu: \u201eWenn man als Tabakpflanzer ein Jahr lang den Tabak vom winzigen Samen bis zum Bandelier betreut hat und wie er in der Scheune zum Trocknen aufgeh\u00e4ngt wird, wei\u00df man, wie pr\u00e4gend dieser Anbau f\u00fcr das Leben einer Dorfgemeinschaft einst gewesen ist.\u201c<\/p>\n<p>Besonders freute sich Gabi Dewald \u00fcber eine Einladung des Club de Fumadores aus Berlin, den der Zigarrenfachh\u00e4ndler Dr. Maximilian Herzog vor Jahren ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Die Zigarre soll nationen\u00fcbergreifend zum Unesco-Kulturerbe werden. Und so durfte die Lorscherin Gabi Dewald w\u00e4hrend eines parlamentarischen Abends im edlen Hotel Adlon die Botschafter von Kuba, Brasilien, Nicaragua und Vertreter der Unesco kennenlernen.<\/p>\n<p>Im Mai dieses Jahres war es dann soweit. Das Tabak-Team rund um Bernhard Stroick und Thomas Schumacher freute sich nach einem Jahr intensiver Arbeit im Feld und bei der Fermentierung \u00fcber die \u201eLorsa Brasil\u201c: Eine Corona, die zu 50 Prozent den angebauten Geudersheimer Tabak enth\u00e4lt. Naturgem\u00e4\u00df wurden auch andere Tabake verwendet, aber dieser Anteil Lorscher Tabaks war laut Fachleuten sehr hoch und sprach f\u00fcr die Qualit\u00e4t des selbst angebauten Tabaks.<\/p>\n<p>Der Name \u201eLorsa Brasil\u201c hat Tradition, denn diese Zigarrenmarke wurde fr\u00fcher sehr erfolgreich in Lorsch produziert. Die Auflage von 3000 Kisten d\u00fcrfte mittlerweile komplett ausverkauft sein. Den H\u00f6hepunkt des Jahres bildet Mitte September die Lorscher Tabak-Kerb, ein Volksfest, das fr\u00fcher lange den Endpunkt der Tabakernte bildete. Tabakball mit Schirmherr Heinrich Villiger,Tabakflohmarkt,Tabakausstellungen, alte Fotografien und Filme vom Tabakanbau und ein \u201eZigarrenkontor\u201c mit Rauchsalon lassen die alte Tradition wieder aufleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde im Country Report Deutschland 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Country Report Deutschland 2014\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/country-report-deutschland-2014\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tabakpflanze spielte im deutschen Lorsch nicht nur eine wirtschaftliche Rolle, sondern pr\u00e4gte auch zahlreiche d\u00f6rfliche Rituale. 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