{"id":26214,"date":"2010-02-27T12:06:49","date_gmt":"2010-02-27T11:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=26214"},"modified":"2019-02-27T12:07:02","modified_gmt":"2019-02-27T11:07:02","slug":"partagas-eine-weltmarke-zwei-gesichter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/partagas-eine-weltmarke-zwei-gesichter\/","title":{"rendered":"Partag\u00e1s: Eine Weltmarke, zwei Gesichter"},"content":{"rendered":"<p>Die weltber\u00fchmte Fabrik Partagas (Adresse: Industria No. 520 in Havanna) wurde im Zuge der kubanischen Revolution vor 46 Jahren verstaatlicht. Die Eigent\u00fcmer-Familie namens Cifuentes musste alles in ihrer Heimat zur\u00fcck lassen und emigrierte mit nichts als den oft zitierten Kleidern auf dem Leib in die USA. Hier schaffte sie einen Neuanfang, produzierte ihre Zigarren zun\u00e4chst in Jamaika, dann in der Dominikanischen Republik und verkaufte die Markenrechte schlie\u00dflich an amerikanische Zigarrenproduzenten. Die Geschichte von Partag\u00e1s hatsich mit Fidel Castros Revolution also gegabelt.<\/p>\n<div id=\"attachment_26219\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-26219\" class=\"size-medium wp-image-26219\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Partagas-Reserva-Cuba-500x666.jpg\" alt=\"Partagas Reserva Cuba\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Partagas-Reserva-Cuba-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Partagas-Reserva-Cuba.jpg 578w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-26219\" class=\"wp-caption-text\">Photo: General Cigar | Eine dunkle Sch\u00f6nheit zeigt die kubanische Partag\u00e1s Reserva<\/p>\n<\/div>\n<p>Nicht einmal allen eingefleischten Fans der Marke ist es gel\u00e4ufig, dass Partag\u00e1s seither sowohl inKuba als auch in der Dominikanischen Republik produziert werden. Wie erw\u00e4hnt: Kuba reklamierte nach der Revolution alle auf der Insel angestammten Zigarrenfabriken und -marken als Staatsbesitz. Auf Grund internationaler Vereinbarungen werden ihre Markenrechte heute nahezu weltweit dem Inselstaat zuerkannt.<\/p>\n<p>Nur die Rechtsprechung in den USA hat diese Regelung nicht anerkannt; bis heute nicht. Das Handelsembargo der Vereinigten Staaten gegen Kuba schafft eine f\u00fcr den Konsumenten \u00e4u\u00dferst undurchsichtige Situation: Einerseits d\u00fcrfen Partag\u00e1s-Zigarren aus Kuba nicht in die USA importiert werden (Nebenbemerkung: Gerade hier erfreuen sich die Havannas allerdings gro\u00dfer Beliebtheit, obwohl ihr Besitz unter Strafe steht). Andererseits d\u00fcrfen Partag\u00e1s-Zigarren, die in der Dominikanischen Republik gerollt<\/p>\n<p>werden und in den USA gro\u00dfe Erfolge feiern, aufgrund der erw\u00e4hnten internationalen Vereinbarungen nicht im Rest der Welt vertrieben werden\u2026 eine politisches Wirrwarr wie es im Buche steht.<\/p>\n<p><b>DER LEGENDARE DON JAIME<\/b><\/p>\n<p>Die Real F\u00e1brica de Tabaco Partag\u00e1s (Partag\u00e1s Royal Tobacco Factory) wurde 1845 von Don Jaime Partag\u00e1s in Havanna gegr\u00fcndet und ist damit eine der \u00e4ltesten in Kuba. Don Jaime nannte seine Zigarren ,Flor de Tabacos de Partag\u00e1s\u201c. Die Fabrik ist heute noch eines der Wahrzeichen der Stadt.<\/p>\n<p>Jaime Partag\u00e1s schrieb Zigarren-Geschichte: Er war einer der ersten, der neue Fermentationsmethoden f\u00fcr den Tabak einf\u00fchrte. Er war es auch, der den ersten Vorleser zur Unterhaltung der Torcedores in seiner Fabrik einstellte. Seine Zigarren gewannen Preise bei internationalen Ausstellungen und somit auch weltweites Prestige. Nach dem gewaltsamen Tod von Jaime, 1868, entschloss sich die Familie Partag\u00e1s, das Unternehmen an einen Banker namens Jos\u00e9 A. Bance zu verkaufen, der die Fabrik im Jahre 1900 seinerseits an Ram\u00f3n Cifuentes Llano und Jos\u00e9 Fern\u00e1ndez ver\u00e4u\u00dferte.<\/p>\n<div id=\"attachment_26221\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-26221\" class=\"size-medium wp-image-26221\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ramon-Cifuentes-Partagas-500x667.jpg\" alt=\"Ramon Cifuentes Partagas\" width=\"260\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ramon-Cifuentes-Partagas-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Ramon-Cifuentes-Partagas.jpg 577w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-26221\" class=\"wp-caption-text\">Photo: General Cigar | Ramon Cifuentes, urspr\u00fcnglicher Besitzer der Marke<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Familie Cifuentes begr\u00fcndete ein beachtliches Zigarrenimperium mit Handelsmarken wie La Intimidad, Ram\u00f3n Allones, Bolivar und La Gloria Cubana &#8211; alles Marken, die sich bis zur Verstaatlichung, 1961, in ihrem Besitz befanden Ram\u00f3n Cifuentes\u2019 Sohn, mit Vornamen ebenfalls Ram\u00f3n, \u00fcbernahm 1938 die Leitung des Unternehmens. Unter seiner F\u00fchrung wurde das Geschmacksprofil der kubanischen Partag\u00e1s-Zigarren, wie wir sie heute kennen, entwickelt: kr\u00e4ftige, erdig-ledrige und w\u00fcrzige Zigarren in einer breiten Palette von Formaten. 1959, zum Beginn der Revolution in Kuba, war seine Fabrik der zweitgr\u00f6\u00dfte Exportproduzent von Havanna-Zigarren. Dann kam die Flucht ins Exil.<\/p>\n<p><b>DER DOMINIKANISCHE ZWEIG<\/b><\/p>\n<p>In den USA lernte Ram\u00f3n Cifuentes Edgar M. Cullman kennen, den Eigent\u00fcmer der General Cigar Company. Cifuentes f\u00fchrte ihn in die Welt handgerollter Zigarren \u00e0 la Partag\u00e1s ein und war auch bei der Qualit\u00e4tsverbesserung der Connecticut-Deckbl\u00e4tter aus kubanischem Saatgut hilfreich, die von der Familie Cullman seit 1906 gezogen wurden. Als Ergebnis brachten die beiden 1971 die Marke Macanudo auf den Markt &#8211; die erste Premiumzigarre von General Cigar, die auch sehr bald zur Nummer Eins unter den amerikanischen Zigarren aufstieg.<\/p>\n<p>1978 war es dann so weit, dass Ram\u00f3n Cifuentes mit General Cigar die ersten Partag\u00e1s-Zigarren, gerollt in der Dominikanischen Republik, auf den Markt brachte. Sie wurden ebenso wie Macanudo zu einer national verbreiteten Zigarrenmarke. Cifuentes hatte sich dabei f\u00fcr Deckbl\u00e4tter aus Cameroon entschieden, die ihm gegen\u00fcber jenen aus Kuba noch geeigneter erschienen. 1991 kam, Partag\u00e1s Limited Reserve\u201c dazu, die Cifuentes zusammen mit dem Master-Blender bei General Cigar, Daniel Nu\u00f1ez, entwickelte. 1995, zum einhundertf\u00fcnfzigsten Jubil\u00e4um von Partagis, entwickelte Cifuentes mit Zigarrenmeister Daniel Nuiez die Limited Edition Partag\u00e1s 150\u201c und die ,,Signature Series\u201c<\/p>\n<p>Im Jahre 2000 \u00fcbermahm der Tabakkonzen Swedish Match, heute die Nummer Zwei weltweit, das erfolgreiche Unternehmen General Cigar: Im selben Jahr starb Ram\u00f3n Cifuentes 91-j\u00e4hrig, Bis ins hohe Alter hat er die Produktion der Partag\u00e1s-Zigarren \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>2005 brachte Daniel Nu\u00f1ez als letzten Schrei der Partag\u00e1s-Zigarren evolution die ,Partagis Limited Reserve Decadas\u201c mit einem zehnj\u00e4hrigen Cameroon-Deckblatt, mit dominikanischen und nicaraguanischen Filler-Tabaken und einem Umblatt aus Honduras, heraus.<\/p>\n<p><b>DER KUBANISCHE ZWEIG<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_26217\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-26217\" class=\"wp-image-26217 size-medium\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/PARTAGAS-Logo-500x375.jpg\" alt=\"PARTAGAS Logo\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/PARTAGAS-Logo-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/PARTAGAS-Logo.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/PARTAGAS-Logo-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-26217\" class=\"wp-caption-text\">Photo: General Cigar | Jaime Partag\u00e1s schrieb Ziegarren-Geschichte: Er war einer der ersten, der neue Fermentationsmethoden f\u00fcr den Tabak einf\u00fchrte<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Entwicklung der Partag\u00e1s auf kubanischer Seite kennen Sie aufgrund unserer kontinuierlichen Berichterstattung allzu gut. Zum 150. bzw. zum 15S. Bestandsjahr erschienen Jubil\u00e4umszigarren in limitierten Humidoren. 1995 wurde die bemerkenswerte Salomones aus dem Dornr\u00f6schenschlaf erweckt. 200S folgten die Serie D No. 4 Reserva und die mittlerweile sehr beliebte Serie PNo. 2. In kurzen Intervallen scheint der Markenname auch im Reigen der Edici\u00f3nes Limitadas auf seit dem Jahr 2000 erschienen eine Pir\u00e1mides, die Serie D No.3,2 und 1 sowie neuerlich die No. 3 (im Vorjahr).<\/p>\n<p>Hand in Hand damit ging und geht eine Bereinigung des umfangreichen Portfolios an Vitolas. Von den 40 verschiedenen Formaten im Jahr 2002 gibe es heute gerade ein mal die H\u00e4lfte. Was der Markt nicht (mehr) annimmt, wird aus dem Programm gestrichen. In den vergangenen 10+ Jahren hat die kubanische Partag\u00e1s auch einige geschmackliche Anderungen durchgemacht. Die einhellige Meinung der Aficionados ist, dass die Zigarren abgerundeter und weniger robust sind als fr\u00fcher. Ebenso einig ist man sich aber auch in der Einsch\u00e4tzung, dass die Marke Partag\u00e1s ihr eigenst\u00e4ndigesGeschmacksprofil im Reigen der Kuba-Zigarren weitgehend bewahrt hat.<\/p>\n<p><b>EINE MARKE-ZWEI PHILOSOPHIEN<\/b><\/p>\n<p>Die beiden Partag\u00e1s-Herkunftsl\u00e4nder Kuba und Dominikanische Republik sind miteinander nicht vergleichbar. Auch deshalb, weil B\u00f6den, Klima und Saatgut unterschiedliche<\/p>\n<p>Geschmacksausdrucksformen ergeben. Wir vom European Cigar Cult Journal wollten die beiden Marken mit demselben Namen gerade deshalb gegen\u00fcber stellen.<\/p>\n<p>Unser Fazit: Die dominikanischen Zigarren sind von gro\u00dfer Qualit\u00e4t in ihrer Verarbeitung, Aromatik und Gesamtharmonie. Die Limited Reserve sind in ihrem Aromareichtum und<\/p>\n<p>geschmacklichen Tiefgang sogar eine Klasse f\u00fcr sich. Und auch die kubanischen Partag\u00e1s haben ihr ausdrucksstarkes Geschmacksprofil, das uns Europ\u00e4ern wahrscheinlich gel\u00e4ufiger ist. Im Test waren sich unsere Juroren bei den Kuba-Versionen jedenfalls \u00f6fter als bei der dominikanischen Partag\u00e1s einig im Gesamteindruck, wenn es hie\u00df: \u201eTypisch<\/p>\n<p>Partag\u00e1s.\u201c Wie man es auch dreht und wendet: Die Authentizit\u00e4t der Partag\u00e1s-Zigarren bleibt (f\u00fcr uns Europ\u00e4er) wohl immer eine kubanische.<\/p>\n<p>Die kubanischen Partag\u00e1s-Zigarren wurden von der Sth Avenue Products Trading-GmbH, autorisierter Importeur von Habanos-Zigarren, zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA geh\u00f6rt Partag\u00e1s &#8211; Wie andere Marken kubanischen Ursprungs auch &#8211; dem amerikanischen Unternehmen General Cigar, das wiederum Swedish Match zum Eigent\u00fcmer hat. Wir stellen die beiden unterschiedlichen Marken mit demselben Namen erstmals einander gegen\u00fcber.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":26215,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,21,1,39,12,2809],"tags":[824,957,4568],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26214"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}