{"id":2590,"date":"2014-04-15T15:05:57","date_gmt":"2014-04-15T13:05:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=2590"},"modified":"2015-05-11T16:06:47","modified_gmt":"2015-05-11T14:06:47","slug":"museo-del-tabaco-ein-lebendiges-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/museo-del-tabaco-ein-lebendiges-museum\/","title":{"rendered":"Museo del Tabaco: Ein lebendiges Museum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eigentlich ist ja ganz Kuba ein lebendiges Museum &#8230; die kolonialen Fassaden aus der ersten Ha\u0308lfte des letzten Jahrhunderts pra\u0308gen das Stadtbild von Havanna, die amerikanischen Oldtimer sind eine Touristenattraktion. Auch die kubanische Zigarrenindustrie setzt bewusst auf Tradition.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Havannas werden im gro\u00dfen und ganzen immer noch so hergestellt wie vor hundert Jahren. Doch das Wissen will gepflegt sein, damit es mit der Zeit nicht vergessen wird. Dieser Aufgabe widmet sich das Museo del Tabaco in der Altstadt von Havanna.<\/p>\n<h5>Das Museo del Tabaco in Havanna pflegt das Erbe der kubanischen Tabakbranche und gibt es an die na\u0308chste Generation weiter.<\/h5>\n<p>Untergebracht ist das Museum in einem Reihenhaus in der Calle Mercaderes, zur der man gelangt, wenn man der Einkaufsstra\u00dfe Calle Opispo bis fast an ihr Ende folgt. Vielen Zigarrengenie\u00dfern ist das benachbarte Hotel Conde de Villanueva bekannt, in welchem die Casa del Habano von Reynaldo Gonza\u0301lez untergebracht ist. Ein unscheinbares Schild in der Tu\u0308re weist den Weg zu einer kleinen Treppe, die zum Museum auf der ersten und zweiten Etage fu\u0308hrt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2650\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/museo-del-tabaco-director-zoe-nocedo-primo-portrait.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2650\" class=\"size-medium wp-image-2650\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/museo-del-tabaco-director-zoe-nocedo-primo-portrait-500x666.jpg\" alt=\"museo del tabaco director zoe nocedo primo portrait\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/museo-del-tabaco-director-zoe-nocedo-primo-portrait-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/museo-del-tabaco-director-zoe-nocedo-primo-portrait.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-2650\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Manuel Fr\u00f6hlich<\/p>\n<\/div>\n<p>\u201eDie Habano ist ein Symbol der Kultur und Identita\u0308t Kubas, das wir fo\u0308rdern wollen\u201c, erkla\u0308rt die Direktorin Zoe Nocedo Primo ihre Mission. Sie will mir das Angebot des Museums zeigen. Die Fu\u0308hrung beginnt aber nicht mit einem Rundgang von Exponat zu Exponat, wie ich es erwartet habe; stattdessen setzen wir uns und bald wird klar: Es gibt viel zu erza\u0308hlen.<\/p>\n<p>Die \u201eTertulias de Habano\u201c sind das erste Beispiel der Kulturfo\u0308rderung, wie sie das Tabak-Museum betreibt. An diesen Treffen ehren Intellektuelle, Vertreter der Industrie und Freunde des Hauses jeweils eine herausragende Perso\u0308nlichkeit der Tabakwelt \u2013 immer abwechselnd eine noch lebende oder eine historische. Heinrich Villiger war beispielsweise schon Ehrengast einer Tertulia.<\/p>\n<p>Auch Ernesto Che Guevara oder Gaucho Marx standen schon im Rampenlicht. Bei der Veranstaltung zu Ehren Winston Churchills nahmen dessen Nichte sowie der britische Botschafter teil.<\/p>\n<p>Fu\u0308r die Lectores, die Vorleser der Tabakfabriken, bietet das Museum Ausbildungskurse an. \u201eIn diesen Kursen unterrichten wir die Vorleser in den Bereichen Literatur, Journalismus und Kommunikation\u201c, erkla\u0308rt Zoe Nocedo Primo diese Initiative. Mit Erfolg. Es ist wiederholt vorgekommen, dass Lectores vom Fernsehen abgeworben wurden. Fu\u0308r die insgesamt u\u0308ber 200 Vorleser pflegt das Museum eine Bibliothek.<\/p>\n<p>Das Museum habe sich dadurch zu einem regelrechten Zentrum fu\u0308r die Vorleser aus dem ganzen Land entwickelt, erza\u0308hlt die Direktorin stolz. Das neueste Projekt in diesem Zusammenhang hei\u00dft \u201eDialogocon&#8230;\u201cEs bringt zeitgeno\u0308ssische Schriftsteller mit Vorlesern und Arbeitern der Tabakfabriken zusammen. Das Museum hat au\u00dferdem einen Club fu\u0308r die \u201eFreundinnen der Habano\u201c gegru\u0308ndet. Mitarbeiterinnen von \u201eLa Casa del Habano\u201c-Gescha\u0308ften, Fabrikdirektorinnen, Schriftstellerinnen und Journalistinnen aus dem In- und Ausland treffen sich und networken in diesem Rahmen. Alle zwei Monate findet ein Treffen mit einem neuen Thema statt. Es gibt Musik und eine Zigarren-Degustation.<\/p>\n<h4>Die Habano ist ein Symbol der Kultur und Identit\u00e4t Kubas.<\/h4>\n<p>Immer am internationalen Tag der Frau organisiert das Museo del Tabaco eine Diskussionsrunde, und einmal ja\u0308hrlich ist eine Veranstaltung den Frauen in einem bestimmten Beruf der Tabakbranche gewidmet. Alle zwei Jahre organisiert das Museo del Tabaco das \u201eSymposio Habana Habanos\u201c. Diese Treffen mit dem Charakter einer wissenschaftlichen Konferenz dient dem Austausch zwischen Experten aus dem In- und Ausland zu allen Themen rund um die kubanische Zigarrenkultur.<\/p>\n<p>Zuletzt zog das Symposio u\u0308ber 100 Forscher, Sammler und Journalisten an. \u201eAm popula\u0308rsten sind jedoch die \u201eCursos Habanos Cultura y Maridaje\u201c, erza\u0308hlt die Direktorin weiter. Bei diesen Kursen vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen u\u0308ber die kubanischen Zigarren, im Speziellen in Verbindung mit Getra\u0308nken. Thema ist etwa die Verbindung von Rum mit Habanos. Die Kurse sind beliebt bei Sommeliers, Ha\u0308ndlern und auch bei privaten Genie\u00dfern.<\/p>\n<h3>Kaderschmiede von Habanos<\/h3>\n<p>Seit 17 Jahren arbeitet Zoe Nocedo Primo im Museum und seit 15 Jahren leitet sie die Institution als Direktorin. Zuvor unterrichtete sie als Professorin fu\u0308r Philosophie und Geschichte an der Universita\u0308t Havanna. Vielleicht erkla\u0308rt dies, wie es dazu gekommen ist, dass das Museo del Tabaco auch den wichtigsten Ausbildungslehrgang fu\u0308r Habanos-Kader auf die Beine gestellt hat.<\/p>\n<p>Seit 1999 finden diese Lehrga\u0308nge jedes Jahr statt. Unterrichtet werden fu\u0308nf Fa\u0308cher: Geschichte, Kunst und Kultur, Tabakanbau in Kuba, Preindustria (damit sind die Vorstufen der Tabakverarbeitung bis zum Zeitpunkt des Rollens gemeint) und das Modul \u201eEl Habano para el mundo\u201c, das Themen wie Handel und Marketing umfasst. Die Absolventen der sechsmonatigen Ausbildung erhalten ein Diplom, das in der kubanischen Tabakbranche ho\u0308chste Anerkennung genie\u00dft und als Voraussetzung fu\u0308r den Aufstieg in ho\u0308here Positionen gilt. Alle Mitglieder des heutigen Direktoriums von Habanos SA haben bei Zoe Nocedo Primo die Schulbank gedru\u0308ckt.<\/p>\n<h4>Es gibt die Idee, aus der alten Partaga\u0301s-Manufaktur ein Museum zu machen.<\/h4>\n<p>Neben all diesen Aktivita\u0308ten, die fu\u0308r den Besucher auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, ist das Museo del Tabaco aber auch ein ganz normales Museum, das jedem offen steht. Die Ausstellung zeigt alte Raucher-Accessoires und Kunstwerke, historische Ausru\u0308stungsgegensta\u0308nde aus den Fabriken, eine komplette Arbeitskleidung von Alejandro Robaina und einen alten Pflug seiner Vega. Interessant sind auch die historischen Lithographien.<\/p>\n<p>Doch das Platzangebot ist eingeschra\u0308nkt. \u201eEs ist nur ein provisorischer Standort\u201c, entschuldigt die Direktorin. \u201eDas heutige Museum wird der Bedeutung, welche die Habano fu\u0308r Kuba hat, nicht gerecht.\u201c Allerdings hat das Provisorium schon einige Jahre Bestand. Das Museum wurde 1993 hier gegru\u0308ndet und feiert dieses Jahr das 20-ja\u0308hrige Bestehen. Neuerdings gibt es wieder Hoffnung auf einen baldigen Umzug. \u201eEs gibt die Idee, aus der alten Partaga\u0301s-Manufaktur ein Museum zu machen.\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p><strong>Adresse<\/strong><br \/>\nEl Museo del Tabaco<br \/>\nMecaderes nu\u0301m. 120<br \/>\ne\/ Obispo y Obrapi\u0301a Habana Vieja<br \/>\nT: (537) 8615795<\/p>\n<p><strong>Eventkalender<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/habanacultural.ohc.cu\" target=\"_blank\">www.habanacultural.ohc.cu<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ohch.cu\" target=\"_blank\">www.ohch.cu<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Fr\u00fchjahres-Ausgabe 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Fr\u00fchjahrs-Ausgabe 2014 \u2013 Rocky Patel Premium Cigars\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/fruehjahrs-ausgabe-2014-rocky-patel-premium-cigars\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist ja ganz Kuba ein lebendiges Museum und Havannas werden im Gro\u00dfen und Ganzen immer noch so hergestellt wie vor hundert Jahren. 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