{"id":2540,"date":"2014-04-15T15:05:10","date_gmt":"2014-04-15T13:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=2540"},"modified":"2015-05-11T16:06:22","modified_gmt":"2015-05-11T14:06:22","slug":"ringmasse-eine-frage-der-generationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/ringmasse-eine-frage-der-generationen\/","title":{"rendered":"Ringma\u00dfe: Eine Frage der Generationen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Oft sind es zuf\u00e4llige Begegnungen, die einem die gr\u00f6\u00dfte Freude bereiten. Am Freitag nach Weihnachten, einem jener besonderen Tage, an denen London so gut wie ausgestorben ist, aber alle Gesch\u00e4fte geo\u0308ffnet sind, fand ich mich in der Jermyn Street wieder, um einen Hut umzutauschen, den ich geschenkt bekommen hatte. Nachdem ich ein passendes St\u00fcck gefunden hatte, spazierte ich Richtung St. James\u2019s Street, wo sich an der Ecke Davidoff of London befindet, ein Gesch\u00e4ft, das mir seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 1980 bestens vertraut ist.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Normalerweise rufe ich vorher an, um zu sehen, wer gerade im Gescha\u0308ft ist, doch wa\u0308hrend der Weihnachtszeit ist das eine reine Glu\u0308ckssache und so ging ich aufs Geratewohl hinein. Sie ko\u0308nnen sich wohl vorstellen, wie erfreut ich war, als mich nicht nur der Inhaber Edward Sahakia, sondern auch sein Sohn Eddie begru\u0308\u00dften. In den na\u0308chsten eineinhalb Stunden fu\u0308hrten wir ein lebhaftes Gespra\u0308ch u\u0308ber den aktuellen Stand der Zigarrenwelt, das ich noch lange in Erinnerung behalten werde.<\/p>\n<h4>Die Beliebtheit von schlanken Vitolas hielt mit Zigarren wie der Davidoff 3000 und der Dunhill Atado bis in die 1980er-Jahre an.<\/h4>\n<p>Ganz oben auf der Tagesordnung standen Zigarren zur Begleitung unserer U\u0308berlegungen. Obwohl uns der gesamte Inhalt des Humidors zur Verfu\u0308gung stand, wurde bald klar, dass Edward vor kurzem in der Vielzahl der pra\u0308sentierten Kisten etwas Besonderes entdeckt hatte.<\/p>\n<p>Er griff in eine ungewo\u0308hnlich schmale Cabinet Selection-Kiste und brachte zwei lange, du\u0308nne, ausgesprochen elegante Zigarren zum Vorschein. Es handelte sich um Hoyo de Monterrey Le Hoyo du Gourmet mit einer La\u0308nge von 170 mm bei einem Ringma\u00df von 33.<\/p>\n<p>Er meinte, das sei zwar wahrscheinlich nicht das, was ich dieser Tage gewohnt bin, beharrte jedoch darauf, dass es sich lohnen wu\u0308rde, sie zu rauchen. Unser Gespra\u0308ch drehte sich daraufhin um den relativ neuen Trend, der zu immer dicker werdenden Vitolas tendiert. Edward und ich sind ungefa\u0308hr gleich alt, genauer gesagt liegen unsere Geburtstage nur drei Monate auseinander. Eddie hingegen stammt aus einer anderen Generation. Er konnte es kaum glauben, dass jemand ein Format wa\u0308hlen wu\u0308rde, das eher einem Trinkhalm in einem Cocktail-Glas glich, als einer tatsa\u0308chlichen Zigarre, und zu\u0308ndete sich prompt eine Romeo Wide Churchill mit Ringma\u00df 55 an.<\/p>\n<div id=\"attachment_2544\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/chase-edward-eddie-sahakian-davidoff-of-london-ring-gauges.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2544\" class=\"size-medium wp-image-2544\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/chase-edward-eddie-sahakian-davidoff-of-london-ring-gauges-500x375.jpg\" alt=\"chase edward eddie sahakian davidoff of london ring gauges\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/chase-edward-eddie-sahakian-davidoff-of-london-ring-gauges-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/chase-edward-eddie-sahakian-davidoff-of-london-ring-gauges-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/chase-edward-eddie-sahakian-davidoff-of-london-ring-gauges.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-2544\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Edward Sahakian\/Simon Chase<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Senioren-Generation dachte indes an die 1970er-Jahre zuru\u0308ck (ich stieg 1977 ins Havanna-Gescha\u0308ft ein), als es keine Havanna-Marke, die etwas auf sich hielt, verabsa\u0308umte, ein langes, schlankes Format in ihr Portfolio aufzunehmen.<\/p>\n<p>Namen wie Punch Ninfas (178 mm \/ Ringma\u00df 33) und Romeo y Julieta Shakespeare (175 mm \/ Ringma\u00df 28) kamen uns in Erinnerung. Die Beliebtheit von schlanken Vitolas hielt mit Zigarren wie der Davidoff 3000 und der Dunhill Atado bis in die 1980er-Jahre an, bevor diese dann bei Zigarrenrauchern in Ungnade fielen.<\/p>\n<p>Eddie war wirklich u\u0308berrascht, als wir ihm erkla\u0308rten, dass damals das Wort \u201eRobusto\u201c im Zigarrenvokabular nicht existierte. Was allerdings nicht hei\u00dft, dass Zigarren im Robusto-Format (124 mm \/ Ringma\u00df 50) nicht erha\u0308ltlich waren. Klassiker wie die Partagas Serie D No. 4 und Hoyo Epicure No. 2 gab es schon seit den fru\u0308hen 1960er-Jahren, aber sie waren nicht popula\u0308r. Erst 1989, als Cohiba ihre Robusto vorstellte, wurde das bislang nur innerhalb von Kubas Fabriken verwendete Wort o\u0308ffentlich preisgegeben. Und lo\u0308ste die Robusto-Revolution aus.<\/p>\n<p>Der Absatz von Robustos stieg in den 1990er-Jahren \u2013 nicht nur unter europa\u0308ischen Rauchern von kubanischen Zigarren, sondern auch unter amerikanischen Rauchern von nichtkubanischen Premiumzigarren. Vor dem Zigarrenboom in Amerika (1994 bis 1997) galt Lonsdale (Ringma\u00df 42) als das beliebteste Format, wurde jedoch bald von der Robusto von der Spitze verdra\u0308ngt.<\/p>\n<h4>Der Absatz von Robustos stieg in den 1990er-Jahren<\/h4>\n<p>Seither haben Zigarren auf beiden Seiten enorm an Umfang zugelegt. Ein Besuch der Websites von fu\u0308hrenden amerikanischen Zigarrenherstellern verra\u0308t, dass deren Portfolios heute mit Ringma\u00dfen von 55 oder mehr nur so u\u0308bersa\u0308t sind.<\/p>\n<p>Ringma\u00dfe von 60 sind nahezu allgegenwa\u0308rtig und 64 sowie 66 absolut keine Seltenheit. Kuba ist zwar etwas zuru\u0308ckhaltender, doch das 56er-Ringma\u00df der Cohiba BHK 56 zeigt, in welche Richtung es geht.<\/p>\n<p>Um die Debatte anzufachen, berichtete ich von einem Gespra\u0308ch zwischen Zigarrenliebhabern, das ich im Vorjahr zufa\u0308llig geho\u0308rt hatte. Einer davon meinte, dass sich seiner Ansicht nach Leute, die Zigarren mit traditionellem Umfang rauchen, also bis zu einem Ringma\u00df von 49, besser benehmen als jene, die zu Formaten mit einem Ringma\u00df von 50 oder mehr greifen. Der Gegensatz, meinte er, sei mit dem Unterschied zwischen dem Besitzer eines hochfrisierten Porsche Carrera und jenem eines Rolls Royce Phantom vergleichbar.<\/p>\n<p>Edward la\u0308chelte milde, Eddie runzelte die Stirn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Fr\u00fchjahres-Ausgabe 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Fr\u00fchjahrs-Ausgabe 2014 \u2013 Rocky Patel Premium Cigars\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/fruehjahrs-ausgabe-2014-rocky-patel-premium-cigars\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>London \u2013 Freitag nach Weihnachten. Simon Chase spaziert Richtung St. James\u2019s Street, wo sich an der Ecke Davidoff of London befindet. Normalerweise ruft er vorher an, um zu sehen, wer gerade im Gescha\u0308ft ist und freut sich umso mehr, als ihn dort Inhaber Edward Sahakia und sein Sohn Eddie begru\u0308\u00dfen. Es folgt ein lebhaftes Gespra\u0308ch u\u0308ber den aktuellen Stand der Zigarrenwelt, das er noch lange in Erinnerung behalten wird.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":2541,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,40,43,21,1,39],"tags":[683,684,682,302,632],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2540"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2540"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2540\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}