{"id":21907,"date":"2019-01-30T10:30:25","date_gmt":"2019-01-30T09:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=21907"},"modified":"2019-01-28T14:09:45","modified_gmt":"2019-01-28T13:09:45","slug":"mark-twain-und-die-zigarren-leidenschaft-eines-humoristen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/mark-twain-und-die-zigarren-leidenschaft-eines-humoristen\/","title":{"rendered":"Mark Twain und die Zigarren: Leidenschaft eines Humoristen"},"content":{"rendered":"<p><i>Samuel Langhorne Clemens, <\/i>alias <i>Mark Twain, <\/i>hat in seinem Leben viele Karrieren begonnen und wieder aufgegeben: Mississippi-Lotse, Soldat, Goldgr\u00e4ber &#8230; Zwei Leidenschaften blieb er aber treu: dem Schreiben und dem Rauchen. Glaubt man dem Autor, so kam er mit der Frage auf die Welt: \u201eHat jemand Feuer?\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>Anekdoten aus dem Wilden Westen<\/h3>\n<p>Eine denkw\u00fcrdige Begebenheit schildert Twain in seinem Buch \u201eRoughing It\u201c, einer Zusammenfassung seines f\u00fcnfj\u00e4hrigen Aufenthalts als Goldgr\u00e4ber und Journalist im \u201eWilden Westen\u201c: Gemeinsam mit anderen Goldsuchern streift er durchs Land, die Gruppe verirrt sich in einem Schneesturm. Als der Abend hereinbricht und das letzte Streichholz verlischt, bevor sie ein Feuer entz\u00fcnden konnten, schlie\u00dfen sie mit dem Leben ab.<\/p>\n<p>Um wenigstens guten Gewissens sterben zu k\u00f6nnen, schw\u00f6rt jeder Einzelne noch seinem Laster ab. Einer wirft seine Whiskeyflasche in den Schnee, ein anderer seine Spielkarten und Twain seine Pfeife. Als der Morgen heraufd\u00e4mmert und das Schneetreiben sich gelegt hat, bemerken die Abenteurer, dass sie die Nacht nur wenige Schritte entfernt von einer Herberge verbracht haben \u2013 sie sind gerettet. Und das Verlangen ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Es dauert nicht lange, da stiehlt sich Twain davon, um im Schnee nach seiner Pfeife zu suchen. Er schleicht hinter den Schuppen, um in Ruhe zu qualmen \u2013 und begegnet dort prompt seinen beiden Kameraden. Der eine hat die Whiskey-Flasche am Mund, der andere ist in eine Patience vertieft &#8230;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_21908\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-21908\" class=\"size-medium wp-image-21908\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Twain-Cigarre-500x667.jpg\" alt=\"Mark Twain\" width=\"260\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Twain-Cigarre-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Twain-Cigarre.jpg 577w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-21908\" class=\"wp-caption-text\">Trotz aller guten Vors\u00e4tze: Ohne Zigarre brachte Mark Twain keine Zeile zu Papier\u00a0| Photo: Ullstein Bild<\/p>\n<\/div>\n<h3>Nur eine Zigarre am Tag?<\/h3>\n<p>Mark Twain rauchte viel, manchmal zu viel. Oft versuchte er, sich vom Tabak g\u00e4nzlich zu l\u00f6sen: \u201eMit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren ist kinderleicht. Ich muss es wissen \u2013 schlie\u00dflich habe ich es schon tausende Male getan.\u201c Sein guter Vorsatz, den Konsum auf eine Zigarre pro Tag zu beschr\u00e4nken, l\u00e4uft darauf hinaus, dass er immer gr\u00f6\u00dfere Zigarren pafft. \u201eInnerhalb eines Monats hatten meine Zigarren solche Ausma\u00dfe angenommen\u201c, berichtet er, \u201edass ich sie als Kr\u00fccke verwenden h\u00e4tte k\u00f6nnen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Twain kommt fr\u00fch mit dem Tabak in Ber\u00fchrung. Nach eigenen Angaben raucht er die erste Zigarre im zarten Alter von acht Jahren. In seiner Heimat, dem US-Bundesstaat Missouri, gibt es zu jener Zeit riesige Tabakpflanzungen, Zigarren werden allerorts gerollt und sind spottbillig \u2013 so muss er seinen hei\u00df geliebten Tabak nie entbehren. Nach eigenen Angaben erreicht er schnell ein monatliches Pensum von 100 St\u00fcck. Kritik von Gesundheitsfanatikern kommentiert Twain gelassen mit dem Hinweis, dass sein Konsum doch recht moderat sei: \u201eIch habe es mir zur Regel gemacht, nie mehr als eine Zigarre gleichzeitig zu rauchen.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>Blo\u00df keine Havannas!<\/h3>\n<p>Zwar wird Twain oft mit der Havanna assoziiert, doch tats\u00e4chlich sagte er selbst einmal: \u201eMich stellt fast jede Zigarre zufrieden, au\u00dfer einer Havanna.\u201c Stattdessen kauft er meist die billigsten Zigarren, die auf dem Markt zu haben sind. Teure Zigarren n\u00e4mlich seien \u201eaus Hundehaaren, und noch nicht einmal aus besonders guten\u201c. F\u00fcr seine Freunde sind Twains Zigarren eine Quelle des Abscheus. Seine G\u00e4ste bringen ihre eigenen Zigarren mit, um nicht seine Marke rauchen zu m\u00fcssen. Dabei sei es Aberglaube, so Twain, Zigarren nach ihrem Geschmack unterscheiden zu k\u00f6nnen: \u201eMan glaubt, den Geschmack zu beurteilen, richtet sich aber nur nach der Marke.\u201c<\/p>\n<p>Da die Zigarre Twain in allen Lebenslagen begleitete, liegt es nahe, dass er mit der Zeit gewisse Parallelen zwischen Mensch und dem aromatischen Glimmst\u00e4ngel zog: \u201eBeide werden am Anfang gewickelt, lassen sich sp\u00e4ter entflammen und enden als Asche\u201c, bemerkte er beinahe philosophisch. Nun, er hat jedenfalls einer Menge Zigarren zu ihrem Schicksal verholfen, bevor er es ihnen gleich tat. Mark Twain starb am 21. April 1910. Wo auch immer er in diesem Jahr seinen runden Todestag feierte \u2013 er tat es bestimmt nicht ohne Rauch. Ohnehin nie ein Mann der Religion, setzte Twain n\u00e4mlich auch f\u00fcr seinen posthumen Aufenthaltsort klare Priorit\u00e4ten: \u201eWenn ich im Himmel nicht rauchen darf, gehe ich nicht hin.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2010 ver\u00f6ffentlicht. <\/i><a title=\"Cigar Journal Sommer Ausgabe 2018: Rocky Patel\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2010-rocky-patel-auf-zu-neuen-ufern\/\"><i>Mehr<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Leidenschaften blieb Mark Twain zeit seines Lebens treu: dem Schreiben und dem Rauchen. 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