{"id":21361,"date":"2018-08-16T10:30:20","date_gmt":"2018-08-16T08:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=21361"},"modified":"2018-11-05T09:52:10","modified_gmt":"2018-11-05T08:52:10","slug":"villigers-unbekannte-fabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/villigers-unbekannte-fabrik\/","title":{"rendered":"Villiger\u2019s unbekannte Fabrik"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_21364\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-21364\" class=\"size-medium wp-image-21364\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/F\u00fchrungsteam-von-ABAM-Cigars-500x375.jpg\" alt=\"F\u00fchrunsteam von Abam Cigars\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/F\u00fchrungsteam-von-ABAM-Cigars-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/F\u00fchrungsteam-von-ABAM-Cigars.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/F\u00fchrungsteam-von-ABAM-Cigars-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-21364\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Pedro Genaro | Mat\u00edas, Jos\u00e8, und Aidee Maragoto stellen das F\u00fchrungsteam von ABAM Cigars<\/p>\n<\/div>\n<p>Um zur Fabrik zu gelangen, machen wir uns nicht etwa zur Zigarrenhauptstadt Santiago de los Caballeros im Norden des Landes auf \u2013 wir finden sie in einem Randbezirk der Hauptstadt Santo Domingo. Hierhin hat es Mat\u00edas Maragoto nach seiner Ausreise aus Kuba verschlagen. In nur zwanzig Jahren schaffte es die Familie eine Fabrik zu etablieren, die heute 170 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt und best\u00e4ndig w\u00e4chst. Dabei war den Maragotos der Weg zum Tabak keineswegs vorgezeichnet. Maragotos Onkel Adalberto Ruizcalder\u00f3n trat mit dem Vorschlag an sie heran, ins Zigarrengesch\u00e4ft einzusteigen. Er stellte auch die ersten Tabake zur Verf\u00fcgung \u2013 w\u00e4hrend des Zigarren- booms kein leichtes Unterfangen \u2013 und stand der Familie beratend zur Seite. Das war 1996.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Wir machen eine Runde durch die ger\u00e4umige Anlage. In der Galera gehen achzig Torcedores ihrer Arbeit nach \u2013 unser Blick f\u00e4llt auf frisch gerollte Zigarren wie Flor de Ynclan, 1888 und La Libertad. In manchen R\u00e4umen sind Mitarbeiter mit der Herstellung der klassischen Villiger-Kisten besch\u00e4ftigt, in anderen beringen Mitarbeiterinnen Corrida-Zigarren und sortieren sie in Kisten. In Mat\u00edas&#8216; Fabrik entstehen mittlerweile alle dominikanischen Zigarren des Schweizer Familienunternehmens \u2013 er selbst ist f\u00fcr die Entwicklung der Blends verantwortlich. Es klingt erstaunlich, dass Villiger, der Grand Seigneur der europ\u00e4ischen Zigarrenbranche und selbst ein umfassend gebildeter Meister seines Faches, bei der Entwicklung neuer Zigarren so sehr auf Matias&#8216; Fertigkeiten vertraut. Mit den Maragotos verbindet ihn ein fast famili\u00e4res Verh\u00e4ltnis \u2013 seit Beginn der Zusammenarbeit arbeiten die beiden Unternehmer per Handschlag zusammen.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Das Tabaklager finden wir in einer der neuen Anbauten. Hier lagern Bl\u00e4tter aus allen m\u00f6glichen Provenienzen, die f\u00fcr etablierte und neue Blends ben\u00f6tigt werden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon stammt aus den Lagern der renommierten Familie Maruschke, mit der die Maragotos eng zusammenarbeiten. Sie kennen einander bereits seit den Anfangsjahren der Fabrik.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_21368\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-21368\" class=\"size-medium wp-image-21368\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Heinrich-Villiger-500x375.jpg\" alt=\"Heinrich Villiger\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Heinrich-Villiger-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Heinrich-Villiger.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Heinrich-Villiger-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-21368\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Pedro Genaro | Heinrich Villiger arbeitet seit den 90er-Jahren eng mit Meisterblender Mat\u00edas zusamen<\/p>\n<\/div>\n<p>Als sich 1998 die Wege von Villiger und Maragoto kreuzten, war die ABAM-Fabrik erst auf ein neues Gel\u00e4nde inmitten einer Gegend umgesiedelt, in der Autowerkst\u00e4tten die Stra\u00dfen s\u00e4umen. Der Schritt zur Anmietung der ungleich gr\u00f6\u00dferen Anlage war damals nicht unbedingt dem raschen Wachstum der Produktion geschuldet, doch in den Wohngegenden, in denen die Familie davor die Fabrik betrieben hatte, erzwangen missbilligende Anrainer den Auszug. Die mutige Entscheidung sollte sich bald als richtig erweisen: Ein Bekann- ter Maragotos trat an Villiger mit der Bitte heran, dem jungen Zigarrenfabrikanten aus Santo Domingo eine Chance zu geben. Die Muster jenes Blends, der sp\u00e4ter als Bock y Ca. auf den Markt kommen sollte, schickte Mat\u00edas zusammen mit einer Preisliste nach Europa, doch die verhoffte R\u00fcckmeldung blieb aus. Auf Nachfrage traf der Kubaner auf Schweizer Verhandlungsgeschick: Villiger mochte die Zigarren, bestand jedoch auf einen niedrigeren Preis, den Mat\u00edas ihm anfangs nicht einr\u00e4umen wollte. Er meint, es w\u00e4re wohl auch eine Frage des Stolzes gewesen. Schlussendlich nachzugeben hat er jedoch nie bereut, und heute gibt er Villiger Recht. \u201eDamals waren die Zigarrenpreise \u00fcberteuert, aber es war ein guter Deal f\u00fcr Villiger\u201c, meint er und schmunzelt verschmitzt: \u201eEr ist sehr taff.\u201c Erst zwei Jahre sp\u00e4ter sollten die beiden M\u00e4nner sich n\u00e4her kennenlernen und das Fundament f\u00fcr eine bis heute enge Freundschaft legen. Beide Besucher des Festivals del Habano, fand Mat\u00edas Heinrich Villiger eines Tages gem\u00fctlich plaudernd und Kaffee trinkend im Elternhaus seiner Frau Aidee vor. Villiger hatte sich auf die Suche nach seinem in Kuba verwurzelten Fabrikanten gemacht.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_21362\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-21362\" class=\"size-medium wp-image-21362\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Flor.de-Ynclan-Cigars-500x375.jpg\" alt=\"Flor de Ynclan Cigars\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Flor.de-Ynclan-Cigars-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Flor.de-Ynclan-Cigars.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Flor.de-Ynclan-Cigars-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-21362\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Pedro Genaro | Mat\u00edas Maragotos aktuellstes Werk ist die neu herausgebrachte La Flor de Ynclan<\/p>\n<\/div>\n<p>Wenn man ihn heute fragt, wie man das Vertrauen einer Branchengr\u00f6\u00dfe wie Heinrich Villiger erwirbt, meint Mat\u00edas, es w\u00e4re wohl mitunter auch daran gelegen, dass sie ihn nicht blo\u00df wie einen Klienten behandelt h\u00e4tten \u2013 die Chemie mit der Familie<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>h\u00e4tte einfach gestimmt, und noch heute w\u00fcrde Villiger das Haus der Familie einem Hotel vorziehen. Klar muss jedoch sein, dass ein tabakversierter Mann wie Villiger eine so fundierte Kooperation wie mit ABAM nicht auf reine Sympathie begr\u00fcndet. Wir h\u00f6ren sogar, dass Villiger von der dominikanischen Fabrik spricht, als w\u00e4re sie Teil seines eigenen Konzerns, obwohl sie zur G\u00e4nze in der Hand der Maragoto-Familie liegt.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>Was beim Gang durch die Fabrik immer wieder ins Auge springt ist das st\u00e4ndige Bestreben der Maragotos, Herausforderungen anzunehmen und an ihnen zu wachsen. Das Geschick Jos\u00e9s, Mat\u00edas Bruder, bessere L\u00f6sungen f\u00fcr die Arbeitsabl\u00e4ufe in der Fabrik zu finden, etwa die Entwicklung pneumatischer Pressen f\u00fcr die Roller, findet ihr \u00c4quivalent in Mat\u00edas T\u00fcftelei an neuen Blends, die sich oft \u00fcber Monate hinzieht, bevor er bereit ist, sie mit Heinrich Villiger zu teilen. F\u00fcr Gladys Rodr\u00edguez&#8216; R\u00fcckmeldung, die lange in Kubas H. Upmann-Fabrik gearbeitet hat und nun die Qualit\u00e4tskontrolle bei ABAM leitet, hat er dabei immer ein offenes Ohr. Als Vertraute Villigers kennt sie nicht nur dessen Pr\u00e4ferenzen genau \u2013 auch sie ist eine Meisterin ihres Fachs. Und der grundlegende Konsens jedes Tabakmeisters ist, dass man bei Tabak nie auslernt.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><i>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2017 ver\u00f6ffentlicht. <\/i><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2017-jose-o-padron\/\" title=\"Villiger&#039;s Fabrik\" rel=\"\"><i>Mehr<\/i><\/a><i>&nbsp;<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABAM, ein Name, der wenigen Genie\u00dfern ein Begriff ist, macht nun mit der Lancierung von Flor de Ynclan \u00f6ffentlich die Runde. Hinter dem Namen steckt Mat\u00edas Maragoto, ein Exilkubaner, der seit den 90er-Jahren f\u00fcr Villigers dominikanische Zigarren verantwortlich zeichnet.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21364,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,5098,21,1,39,12,2809],"tags":[5236,5237,117,5238,2432],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21361"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21361"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21361\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}