{"id":19296,"date":"2018-04-23T11:25:27","date_gmt":"2018-04-23T09:25:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=19296"},"modified":"2018-04-23T11:28:38","modified_gmt":"2018-04-23T09:28:38","slug":"leidenschaft-fuer-cognac-und-sherry-wecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/leidenschaft-fuer-cognac-und-sherry-wecken\/","title":{"rendered":"Leidenschaft f\u00fcr Cognac und Sherry wecken"},"content":{"rendered":"<p>Reinhard Pohorec h\u00e4lt ein Pl\u00e4doyer, Cognac und Sherry neu zu entdecken.<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Reinhard, Du bist der j\u00fcngste Cognac Educator auf der Welt und anerkannter Fachmann f\u00fcr Spirituosen und Wein. Als solcher warst Du Teil des Genussevents \u201eMountain on fire\u201c in Hochs\u00f6lden, drei Tage, die sich ausschlie\u00dflich um das Genie\u00dfen drehten. Was genau war Dein Part?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Als weltj\u00fcngster Cognac und Sherry Educator durfte ich die Genie\u00dfer in die so besonderen, sensorischen Welten dieser wunderbaren Produkte entf\u00fchren. Also Solisten sowie Begleiter zu den feinsten Zigarren, bestechen Cognac und Sherry durch ihre Komplexit\u00e4t, einzigartigen D\u00fcfte und Geschm\u00e4cker. Da beide Kategorien aktuell nicht die beste Reputation genie\u00dfen und eher altv\u00e4terisch und angestaubt daherkommen, ist meine gro\u00dfe Leidenschaft, meine Berufung und mein Bestreben die Menschen zu begeistern und Ihnen neue, unverkrampfte Zug\u00e4nge zu verst\u00e4rkten Weinen und Weinbr\u00e4nden zu bieten. Das Rad nicht neu erfinden, nur wieder einen neuen Blick darauf werfen. Wenn es mir gelingt diese Leidenschaft und das jugendliche Feuer f\u00fcr die Produkte weiter zu geben, dann bin ich gl\u00fccklich und dankbar.<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Cognac hat ja immer noch den Ruf des Altherrengetr\u00e4nks. Dabei denken viele an gut situierte \u00e4ltere M\u00e4nner, die im bequemen Sessel sitzen und ihr Getr\u00e4nk in einem angew\u00e4rmten Schwenker kreisen lassen. Stimmt diese Einsch\u00e4tzung noch?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Leider ist in der Tat die Reputation, wie oben schon beschrieben, eine schlechte. Schlimmer noch: teils ist es gar nicht mehr das Vorurteil des Altherrengetr\u00e4nks, viele junge Menschen haben einfach \u00fcberhaupt keinen Bezug mehr zu dieser Spirituose. Sehr schade. Wer w\u00fcrde schon im Club einen erfrischenden Longdrink mit Cognac bestellen oder l\u00e4ssig an seinem Horse\u2019s Neck mit VSOP nuckeln?<\/p>\n<h3><strong>Unverkrampfter Zugang<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Redaktion<\/strong>: <strong>Du empfiehlst, Cognac auch in v\u00f6llig ungewohnten Kombinationen zu genie\u00dfen, zum Beispiel mit Ginger Ale. Geht das nicht zu weit? Wird man dem Cognac damit noch gerecht?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Was es braucht sind Zug\u00e4nglichkeit, ein unverkrampfter neuer Weg hin zu diesen wunderbaren Spirituosen, sei es pur, auf Eis, mit Ginger Ale oder in einem Cocktail. Wenn ich beste Grundzutaten f\u00fcr einen Drink verwende, kommt hoffentlich am Ende auch ein tolles Erlebnis heraus. Jakobsmuscheln oder Hummer isst man auch nicht immer nur g\u00e4nzlich nackt und roh &#8211; da schreit niemand Zeter und Mordeo. Wenngleich ich als Professionist und aktivster Botschafter\/Experte f\u00fcr Cognac weltweit unterwegs bin, mit vielen Produzenten, Gastronomen und Endverbrauchern spreche, so w\u00fcrde ich mich nie als Purist oder stocksteifen, verkopften Hardliner verstehen. Jedes Produkt und die Menschen dahinter geh\u00f6ren wertgesch\u00e4tzt und in ihrer Qualit\u00e4t gew\u00fcrdigt. Ich kann also auch empfehlen, einen hochkomplexen XO vielleicht nicht mit Cola zu genie\u00dfen. Es darf aber nie um ein Erziehen-wollen oder eine Bevormundung gehen. Jeder soll trinken was und wie er Spa\u00df daran hat. Nur so kann ein nachhaltig positives Momentum generiert werden. (PS: ich spreche bewusst auch nicht von Trend, da es mir stets um Nachhaltigkeit und konstant erfolgreiche Entwicklung\/Implementierung geht &#8211; no fads, no trends, lieber Best\u00e4ndigkeit und Konsistenz.)<\/p>\n<h3><strong>Nicht nur ein Lady-Drink<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Redaktion: Eine andere Leidenschaft von Dir hast du beim \u201eMountain on fire\u201c zelebriert \u2013 den Sherry. Was f\u00fcr den Cognac f\u00fcr M\u00e4nner gilt, schreibt man dem Sherry bei Frauen zu. Das Bild der \u00e4lteren, vermutlich englischen Lady erscheint vor dem geistigen Auge. Etwas steif und gut situiert. Weshalb sollten j\u00fcngere Menschen zum Sherry greifen, wenn nicht ausnahmsweise als Aperitif bei einem guten Essen?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Gerade in UK oder den USA sehen wir eine Entwicklung hin zu einem frischen, jugendlichen Zugang zu Sherry. Der Guardian sprach unl\u00e4ngst sogar einmal vom \u201eHipster\u201c-Getr\u00e4nk. Da interessieren sich junge Menschen f\u00fcr Sherry &#8211; besonders die h\u00f6heren Qualit\u00e4ten. Weg von der Masse, hin zur Klasse. Die nackten Zahlen sehen zwar nicht so rosig aus, daf\u00fcr besinnt sich der Sherry wieder vermehrt seiner St\u00e4rken und baut auf nachhaltig positive Entwicklungen. Sherry ist \u00fcbrigens ob seiner Vielfalt der perfekte Begleiter durch einen ganzen Abend (oder Lunch oder Nachmittag). Ich kann vom Aperitif \u00fcber die gesamte Men\u00fcfolge bis hin zu Dessert, Kaffee, Zigarre und Nightcap alles abdecken. Kaum ein anderes Getr\u00e4nk vermag so mannigfaltig zu \u00fcberzeugen und einen Genussrahmen zu bilden. Auch der Umami-verst\u00e4rkende Effekt spielt eine ganz zentrale Rolle. Und dann w\u00e4re da noch das besondere Talent des Sherrys in Cocktails zu brillieren. Alte Klassiker wie der Adonis Cocktail oder neuere Interpretationen mit Oloroso, Pedro Ximenez oder einer knochentrockenen Manzanilla werden wiederentdeckt, neu interpretiert und zelebriert.<\/p>\n<h3><strong>Wunderbare Partner zur neuen Rocky Patel Grand Reserve<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Redaktion: F\u00fcr Dich, wie f\u00fcr viele andere Genussmenschen, geh\u00f6rt eine Zigarre in die Reihe der guten Dinge, die man degustieren sollte. Du hattest jetzt beim \u201eMountain on Fire\u201c die M\u00f6glichkeit, als einer der ersten die brandneue Grand Reserve Premium Zigarre von Rocky Patel zu probieren. Wie ist Dein Eindruck?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Eine fantastische Zigarre, gepr\u00e4gt von Harmonie, Finesse und einer vollmundig, dunkel-w\u00fcrzigen Signatur, die aber nie \u00fcberbordend oder sehr straff wirkt. Eleganz zeichnet die Zigarre aus, untermalt von kompakter Struktur, komplexen Aromen und einem wundersch\u00f6nen Rauch-Genuss-Erlebnis. (Ein toller Blend aus Schokolade, zimtigen Akzenten, etwas gr\u00fcnliche W\u00fcrze von Kardamom, Zitronengras und Sandelholz, k\u00fchl vollmundiger Geschmack von ausladender Grandesse, expressionistischer Individualit\u00e4t, perfekter Verarbeitungsqualit\u00e4t und toller, exklusiver Aufmachung).<\/p>\n<p>Spannenderweise ist die Grande Reserve f\u00fcr mich eine perfekte Analogie &#8211; und somit nat\u00fcrlich auch ein wunderbarer Partner &#8211; zu Sherry und Cognac. Es geht um die subtile Komplexit\u00e4t, die Souver\u00e4nit\u00e4t im Auftritt, welche aber nicht durch schiere Kraft sondern durch Finesse, Eleganz und Harmonie erzeugt wird. Oft glaubt man ein \u00fcppiger Single Malt m\u00fcsse zur Zigarre genossen werden, oder schenkt einen kr\u00e4ftig rauchig-torfigen Islay Malt ein. F\u00fcr mich geht es bei der Kombination mit Zigarre viel mehr um ein perfekt ausbalanciertes Miteinander, einen zarten Tanz der Sinne, die elegant umeinander kreisen. (Hoher Alkohol, \u00fcberbordende Tannine, ruppige Noten oder Kraftprotze finde ich zu Zigarre schwierig. Deswegen sind der Sherry als verst\u00e4rkter Wein, wenn gew\u00fcnscht mit s\u00fc\u00dflicher Untermalung sowie der stets auf Eleganz hingetrimmte Cognac sensationelle Sparring Partner.<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Wenn Du ein Getr\u00e4nk als Partner zu dieser Zigarre ausw\u00e4hlen solltest, was w\u00fcrdest Du empfehlen?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Ein Oloroso mit zart unterlegter S\u00fc\u00dfe (beispielsweise Dry Sack 15 von Williams &amp; Humbert), Equipo Navazos Palo Cortado Sherry, VIP XO Cognac von Frapin ist ein fantastisches Match, allenfalls k\u00f6nnte ich mir auch ein Chocolate Stout gut vorstellen oder einen Pineau des Charentes oder eine reife Beerenauslese von Velich oder Kracher. Viel Vergn\u00fcgen!<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Du hast die drei Tage des Events sehr bewusst erlebt. Wie war die Resonanz der Genie\u00dfer f\u00fcr Dich?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: Das Feedback war sensationell &#8211; ich war begeistert, wie sich \u00fcber die Tage ein famili\u00e4res Miteinander eingestellt hat, wie schnell sich eine Vertrautheit unter den Genie\u00dfern ergeben konnte und wie sehr doch die verbindende Leidenschaft und wohlmeinende Wertsch\u00e4tzung alle begleitet, getragen und zueinander gef\u00fchrt hat. Die au\u00dfergew\u00f6hnliche Qualit\u00e4t der Partner, Vortragenden und pr\u00e4sentierten Produkte hat zu dem insgesamt einzigartigen Level dieser Veranstaltung beigetragen und eine Dynamik sowie Exzellenz geschaffen, die ihres gleichen sucht.<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Sollte \u201eMountain on Fire\u201c f\u00fcr das kommende Jahr noch einmal organisiert werden? Siehst Du M\u00f6glichkeiten, es noch besser zu machen?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhard Pohorec: There\u2019s always room for improvement, gerade wenn ein solches Event erstmalig \u00fcber die B\u00fchne geht. Insgesamt aber kann man nur ein h\u00f6chstes Lob f\u00fcr die Veranstaltung aussprechen und es bleibt zu hoffen, dass die Qualit\u00e4t von Produkten, Botschaftern, F\u00fcrsprechern und Beteiligten unbedingt so hoch gehalten wird. Dann kann sich \u201eMountain on Fire\u201c als solch au\u00dfergew\u00f6hnliche Genussmarke etablieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reinhard Pohorec h\u00e4lt ein Pl\u00e4doyer, Cognac und Sherry neu zu entdecken.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":19297,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[13,1,39,2809],"tags":[4477,4755,4849,4834,832],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19296"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19296\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}