{"id":1803,"date":"2014-07-15T15:05:19","date_gmt":"2014-07-15T13:05:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=1803"},"modified":"2015-05-11T14:07:15","modified_gmt":"2015-05-11T12:07:15","slug":"es-war-einmal-ein-lagerhaus-auf-der-calle-san-carlos-no-816","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/es-war-einmal-ein-lagerhaus-auf-der-calle-san-carlos-no-816\/","title":{"rendered":"Es war einmal &#8230; ein Lagerhaus auf der Calle San Carlos No. 816"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das pra\u0308chtige Haus befindet sich auf der Calle San Carlos No. 816, an der Ecke zur Calle Penalver und war fru\u0308her ein Tabaklagerhaus im Besitz des Tabakspezialisten Mark A. Pollack. Nicht nur mit der Herstellung von Zigarren konnte man im Havanna der damaligen Zeit gutes Geld verdienen, auch im Tabakhandel \u201espielte die Musik\u201c. Der von Pollack angebotene Tabak war bekannt fu\u0308r ho\u0308chste Qualita\u0308t.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu finden ist die Manufaktur fu\u0308r Havanna-Kenner ziemlich einfach. Sie befindet sich hinter der Romeo-Manufaktur <a title=\"Viele Namen, ein Haus \u2013 die Manufaktur Antonio Briones Montoto\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/viele-namen-ein-haus-die-manufaktur-antonio-briones-montoto\/\">Briones Montoto<\/a> und ist die neue Wirkungssta\u0308tte der Belegschaft von Partaga\u0301s.<\/p>\n<h4>\u00dcber dem Eingang prangt der Name des urspr\u00fcnglichen Besitzers dieses Palastes: Pollack<\/h4>\n<p>Das Geba\u0308ude wurde in den vergangenen Jahren aufwa\u0308ndig saniert, die Mauern strahlen in hellem Wei\u00df. Eine Treppe mit wenigen Stufen, links und rechts flankiert von ma\u0308chtigen Sa\u0308ulen, fu\u0308hrt in den Empfangsbereich und in einen lichtdurchfluteten Patio.<\/p>\n<p>U\u0308ber eine Treppe gelangt man in die oberen Etagen zu den Galeras. Diese haben nicht nur Fenster zur Au\u00dfenseite, sondern auch zum Patio hin, wo in jeder Etage ein umlaufender Balkon mit wundervoll gearbeiteten Gittern zu finden ist. Von hier aus du\u0308rfen Besucher den Torcedores bei der Arbeit zuschauen.<\/p>\n<h3>Einst ein Lagerhaus<\/h3>\n<p>Erbaut wurde das Geba\u0308ude wahrscheinlich 1902, so die Aufschrift oberhalb des Eingangs, von einem Architekten namens A. Padial. Anhand eines Stadtplans von Havanna aus dem Jahre 1849 kann man ersehen, dass sich die Stadt damals bis zur Calle Belascoain ausgebreitet hatte. Dahinter befand sich freies Feld, Campo de Penalver genannt.<\/p>\n<div id=\"attachment_1849\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-entrance-columns-pollack-.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1849\" class=\"size-medium wp-image-1849\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-entrance-columns-pollack--500x665.jpg\" alt=\"partagas factory entrance columns pollack\" width=\"260\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-entrance-columns-pollack--500x665.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-entrance-columns-pollack-.jpg 769w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1849\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>Ha\u0308user waren auf der Calle Belascoain nur auf einer Stra\u00dfenseite gebaut. Die andere Seite, wo heute beispielsweise die Manufaktur Briones Montoto steht oder wo sich die alte Romeo-Manufaktur des Don Pepin befand, wurde auf jeden Fall erst nach 1849 bebaut. Tatsa\u0308chlich lie\u00df der Tabaklagerist Mark A. Pollack dieses Haus als Lagerhaus fu\u0308r seinen ausgezeichneten Tabak errichten. Wie erwa\u0308hnt war der Tabakhandel ein lohnendes Gescha\u0308ft, die Lagerha\u0308user glichen damals Pala\u0308sten.<\/p>\n<p>Mark A. Pollack stammte urspru\u0308nglich aus England, zumindest laut den Angaben im Eigentu\u0308merverzeichnis der Insel von Guillermo Jimene\u0301z. Unterlagen im Museo Municipal de Centro Habana weisen Pollack jedoch als Amerikaner aus. Wie dem auch sei, seine Unternehmung baute er aus eigenen Kra\u0308ften auf. Wann Pollack nach Kuba kam, ist nicht u\u0308berliefert.<\/p>\n<p>Das Geba\u0308ude hat aufgrund seiner leichten Hanglage vorn vier Etagen, hinten dagegen fu\u0308nf. In der obersten, fu\u0308nften Etage und mit dem Blick nach hinten hinaus befand sich Pollacks Apartment. Dieses bewohnte er gemeinsam mit seiner Frau Carmen Casuso Olloa. Der Blick u\u0308ber den Campo de Penalver, der zu dieser Zeit vielleicht langsam als Bauland erschlossen wurde, musste noch ziemlich frei gewesen sein. Pollack lebte hier bis zu seinem Tode am 8. November 1946; seine Frau war nur wenige Monate zuvor von ihm gegangen.<\/p>\n<p>Sein Sohn Roberto Pollack u\u0308bernahm nun das Gescha\u0308ft. Genau wie sein Vater war auch er ein sehr erfolgreicher Gescha\u0308ftsmann. Anders als dieser beta\u0308tigte er sich jedoch in verschiedenen Bereichen. Neben dem Tabaklager unterhielt er einen Handel mit Ku\u0308chengera\u0308ten, Fernsehern und Radios, und er heiratete gewinnbringend.<\/p>\n<h4>Einst lagerten hier ausschlie\u00dflich beste Tabake. Heute beherbergen die m\u00e4chtigen Mauern die Partaga\u0301s-Manufaktur.<\/h4>\n<p>Er ging die Ehe mit Chita Diehl ein, der Tochter eines urspru\u0308nglich aus Deutschland stammenden Tabakha\u0308ndlers Hermann Diehl. So vereinigten sich mit dieser Heirat zwei bedeutende Tabaklager mit deren hervorragendem Material, den u\u0308beraus guten Beziehungen zu den Vegueros (den Tabakbauern) und zu den Zigarrenherstellern. Chita Diehl war au\u00dferdem Inhaberin ihrer eigenen, damals sehr bekannten Modekette, Chita\u2019s Moda. Ihre Familie war sehr einflussreich, nicht zuletzt wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen zum spanischen Adel.<\/p>\n<h3>Vom Lagerhaus zur Manufaktur<\/h3>\n<p>Bis 1958 befand sich das Haus auf jeden Fall im Besitz der Familie Pollack. Nach dem Sieg der Revolution verlie\u00df die Familie die Insel sicherlich genauso wie viele andere auch. Spa\u0308ter zog in dieses Haus die Manufaktur El Rey del Mundo; sie befand sich ja zuna\u0308chst auf der Calle Belascoain 852. Wann genau das passierte, konnte bisher nicht recherchiert werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1865\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-pollack-havana-inside.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1865\" class=\"size-medium wp-image-1865\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-pollack-havana-inside-500x666.jpg\" alt=\"partagas factory pollack havana inside\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-pollack-havana-inside-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/partagas-factory-pollack-havana-inside.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1865\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>Einige Habanesen bezeichnen die Manufaktur auf der San Carlos heute noch als El Rey del Mundo-Fabrik. Einige Jahre hat das Geba\u0308ude dann wahrscheinlich leer gestanden.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren waren Geru\u0308chte im Umlauf, dass in dieser Fabrik vor allem Spezialita\u0308ten, also ganz besondere, limitierte Zigarren gefertigt werden sollten. Doch dann, 2012, zog die Belegschaft der Marke Partaga\u0301s auf die Calle San Carlos.<\/p>\n<p>Das sehr bekannte Partaga\u0301s-Fabrikgeba\u0308ude hinter dem Capitol musste aufgrund seines schlechten Zustandes geschlossen werden und die legenda\u0308re Marke brauchte ein neues, repra\u0308sentatives Haus. Dies hat die Marke Partaga\u0301s nun auf der Calle San Carlos gefunden.<\/p>\n<p>Viele Touristen haben die Fabrik, in der fu\u0308r Gruppen offiziell Besichtigungen angeboten werden, bereits besucht. Busse bringen die Besucher direkt zur Manufaktur. Au\u00dferdem lohnt sich die Fahrt dahin natu\u0308rlich auch deshalb, weil viele gern in der Casa del Tabaco der benachbarten Manufaktur Briones Montoto eine Stippvisite machen.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p><strong>NAME DER MANUFAKTUR<\/strong><br \/>\nAktuell: Manufaktur Partaga\u0301s<\/p>\n<p><strong>ERBAUER<\/strong><br \/>\nMark A. Pollack<\/p>\n<p><strong>JAHR DER ERO\u0308FFNUNG<\/strong><br \/>\nWahrscheinlich 1902<\/p>\n<p><strong>ADRESSE<\/strong><br \/>\nCalle San Carlos No. 816<\/p>\n<p><strong>LAGE<\/strong><br \/>\nVom Capitol etwa 10 Minuten per Taxi<\/p>\n<p><strong>MARKEN<\/strong><br \/>\nFru\u0308her: El Rey del Mundo, heute: Partaga\u0301s<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Sommer-Ausgabe 2014 \u2013 Drew Estate\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2014-drew-estate\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der N\u00e4he der heutigen Romeo-Manufaktur Briones Montoto lie\u00df Mark A. Pollack 1902 ein Lagerhaus fu\u0308r seinen ausgezeichneten Tabak errichten, spa\u0308ter zog in dieses Haus die Manufaktur El Rey del Mundo. Nun, in den vergangenen Jahren aufwa\u0308ndig saniert, strahlen die Mauern in hellem Wei\u00df und es ist die neue Wirkungssta\u0308tte der Belegschaft von Partaga\u0301s.<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":1842,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,42,16,39],"tags":[310,239,471,308],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1803"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1803"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1803\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}