{"id":17823,"date":"2017-10-24T14:42:56","date_gmt":"2017-10-24T12:42:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=17823\/"},"modified":"2017-10-24T15:03:27","modified_gmt":"2017-10-24T13:03:27","slug":"wieso-bestimmte-tabake-teurer-sind-als-andere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wieso-bestimmte-tabake-teurer-sind-als-andere\/","title":{"rendered":"Wieso bestimmte Tabake teurer sind als andere"},"content":{"rendered":"<p>In der O\u0308konomie rund um die Zigarre geht es um weitaus mehr als nur um Angebot und Nachfrage. Wie wir bereits wissen, gibt es beim Tabakanbau bedeutende Faktoren, die die Kosten in die Ho\u0308he treiben, darunter Prozess, Arbeit und spezielle Gera\u0308te. Aber was noch? Ich habe das Wissen von Larry Palombo, vormals Vice President of Tobacco bei Altadis USA und Veteran mit u\u0308ber 45 Jahren Erfahrung im Premiumtabak-Gescha\u0308ft, angezapft, um die Wertbestimmung von Tabak besser zu verstehen.<\/p>\n<h3>Kultivierung h\u00f6chster Klasse<\/h3>\n<p>\u201eDeckbla\u0308tter stellen bei weitem die teuersten Komponenten einer Premiumzigarre dar\u201c, erza\u0308hlt mir Larry. Von Bla\u0308ttern mit Deckblatt-Qualita\u0308t, die in Connecticut, Nicaragua und Indonesien unter Stoffbahnen angebaut werden, um sie vor der Sonne zu schu\u0308tzen, wird erwartet, dass sie optisch ansprechend, konsistent und makellos sind. Der Prozess ist langsam, arbeitsintensiv und teuer. Im Fall von Connecticut Shade wird dieser nur fu\u0308r Deckbla\u0308tter eingesetzt, die unter Anwendung spezifischer Methoden kultiviert werden, um die ho\u0308chste Qualita\u0308tsstufe zu erzielen.<\/p>\n<p>Hersteller rechnen damit, zwischen USD 25,- und 45,- pro Pfund (EUR 23,- bis 41,- pro 0,45 kg) fu\u0308r ihre Deckbla\u0308tter zu bezahlen. Je nach Sta\u0308rke des Deckblatts werden zwischen sechs und zehn Pfund (2,7 bis 4,5 kg) pro 1000 Zigarren beno\u0308tigt.<\/p>\n<div id=\"attachment_17821\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-17821\" class=\"wp-image-17821 size-medium\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/broadleaf-tobacco-harvest-connecticut-500x667.jpg\" alt=\"Broadleaf Tobacco Harvest in Connecticut\" width=\"260\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/broadleaf-tobacco-harvest-connecticut-500x667.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/broadleaf-tobacco-harvest-connecticut.jpg 577w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-17821\" class=\"wp-caption-text\">Connecticut Broadleaf stellt einen der teuersten Tabake fu\u0308r Hersteller dar, wenn er fu\u0308r Deckbla\u0308tter verwendet wird<\/p>\n<\/div>\n<h3>Faktoren f\u00fcr den Preis von Tabaken<\/h3>\n<p>Fu\u0308nf weitere Faktoren ko\u0308nnen die Kosten von Tabak in die Ho\u0308he schnellen lassen:<\/p>\n<p>DIE LAGE &#8211; Sonnengereifte Bla\u0308tter aus Afrika sind hervorragend, aber allein der Transport des Tabaks von entlegenen Farmen in Kamerun zu seinen Abnehmern ist eine kostspielige Herausforderung.<br \/>\nDIE ERNTE &#8211; \u201eDer Kaufpreis von Connecticut Broadleaf bei den Tabakbauern ist zwar nicht sonderlich hoch, aber die Verarbeitungskosten und schlechte Ernten machen ihn zu einem der teuersten Tabake, die bei der Herstellung von Premiumzigarren verwendet werden\u201c, informiert Larry.<br \/>\nDIE NACHFRAGE &#8211; Sehr gefragt sind die ho\u0308heren Primings von Ecuador Habano, besonders das kubanische Saatgut. Es ist kra\u0308ftig, stark und wu\u0308rzig \u2013 und sehr beliebt.<br \/>\nDIE BESCHAFFUNG &#8211; Es gibt zwei Mo\u0308glichkeiten, Tabak zu beziehen: Entweder man kauft den Tabak, den man gerade mo\u0308chte, was die teurere Variante darstellt. Oder man finanziert eine Plantage ein Jahr im voraus und verwendet nach der Ernte den Tabak, den man braucht. Der Tabakbauer verkauft das, was u\u0308brig bleibt, an eine andere Tabacalera.<br \/>\nDIE ZEIT &#8211; Zigarren mo\u0308gen aus gro\u00dfartigen Tabaken bestehen, doch die Investition dafu\u0308r kann im Zuge des Prozesses oft jahrelang auf Lager liegen, bevor sie geraucht werden. Bei Drew Estate wird Liga Privada-Tabak u\u0308ber 18 Monate \u2013 oder la\u0308nger \u2013 in Pilo\u0301nes (Stapeln) fermentiert, womit Tabak im Wert von USD 250.000,- bis 400.000,- (EUR 228.000,- bis 364.000,-) gebunden ist.<\/p>\n<p>Ganz oben auf der Preisliste stehen Connecticut Shade- und Connecticut Broadleaf-Deckbla\u0308tter. Und erstaunlicherweise auch der in Ecuador aus Connecticut-Samen gezogene Tabek, vom dem ich gedacht ha\u0308tte, dass er billiger wa\u0308re. \u201eDas sollte es auch sein\u201c, meint Larry, \u201edenn es wird nicht unter Stoffbahnen angebaut. Au\u00dferdem sind die Kosten fu\u0308r Arbeit und Anbaufla\u0308chen wesentlich geringer. Zudem beinhaltet ein Pfund Ecuador Connecticut mehr Tabakbla\u0308tter als echter Connecticut, der bei der Produktion von Zigarren somit kostspieliger ist.\u201c<\/p>\n<h3>Rausgeworfenes Geld<\/h3>\n<p>Lo\u0308cher und Bru\u0308che fu\u0308hren zu einer drastischen Wertminderung jedes Tabakblatts. Nachdem die Farmer bei Shade-Grown-Pflanzen versuchen, nur Tabak mit Deckblattqualita\u0308t zu gewinnen, ist jede \u2013 von der Natur oder vom Menschen verursachte \u2013 Bescha\u0308digung fatal fu\u0308r die Zukunftsaussichten dieser Bla\u0308tter. Deutlich bescha\u0308digter Deckblatt-Tabak wird einfach auf den Feldern liegen gelassen. Denn, wie mir gesagt wird, \u201emacht es finanziell keinen Sinn, diesen Tabak zu trocknen, zu fermentieren und zu sortieren\u201c.<\/p>\n<p>Mit sechs bis sieben Pfund (2,7 bis 3,2 kg) Connecticut Shade kann man 1000 Zigarren produzieren, wa\u0308hrend fu\u0308r die selbe Stu\u0308ckzahl etwa 20 Pfund (rund 9 kg) guter Broadleaf-Deckbla\u0308tter beno\u0308tigt werden \u2013 drei Mal so viel Gewicht und drei Mal so teuer.<\/p>\n<p>Obwohl der Kaufpreis von Broadleaf relativ gering ist \u2013 je nach Qualita\u0308t und Nachfrage zwischen USD 6,- und 8,- pro Pfund (EUR 5,50 bis 7,30 Euro pro 0,45 kg) \u2013, kommt es bei der Verarbeitung zu einer wahren Kostenexplosion. Im Zuge einer Sortierung und Klassifizierung werden die Bla\u0308tter mit Deckblatt-Qualita\u0308t ausgewa\u0308hlt und daraufhin fu\u0308r eine einheitliche Farbgebung und einen einwandfreien Abbrand bis zu einem Jahr fermentiert. Wie mir Larry erza\u0308hlt, geht dabei viel der Investition verloren, weil die vollsta\u0308ndig fermentierten Deckbla\u0308tter in der Fabrik nur sehr geringe Ertra\u0308ge einbringen: \u201eTeile davon werden fu\u0308r Bundle-Zigarren oder als Umbla\u0308tter verwendet. Da die Bla\u0308tter so gro\u00df und adrig sind, gibt es ungeheuer viel Abfall. Mit einem gleichma\u0308\u00dfigen Blatt kann man nur zwei Premiumzigarren machen &#8230; es ist unglaublich, wie viel weggeworfen wird.\u201c<\/p>\n<p>Der Markt wird wohl immer die Preise diktieren, und wa\u0308hrend sich Trends abzeichnen, Vorlieben entwickeln und die Geschma\u0308cker sich a\u0308ndern, mu\u0308ssen die Tabakbauern weiterhin die Fixkosten tragen, um uns mit den Zigarren zu versorgen, die wir lieben.<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2017 ver\u00f6ffentlicht. Mehr<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was kostet Geschmack? Je nach Ihrer Zigarre etwa 40 Euro pro 0,45 kg. Wir haben mit einem Experten gesprochen, um die Wertbestimmung von Tabak besser zu verstehen.<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":17820,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,21,1,39,2805,15],"tags":[89,4575,4576,1404,2984],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17823"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17823\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17820"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}