{"id":15058,"date":"2017-09-11T14:00:36","date_gmt":"2017-09-11T12:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=15058\/"},"modified":"2018-11-21T10:40:07","modified_gmt":"2018-11-21T09:40:07","slug":"die-persoenliche-zigarre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/die-persoenliche-zigarre\/","title":{"rendered":"Die pers\u00f6nliche Zigarre"},"content":{"rendered":"<p>Viele Zigarrenliebhaber tr\u00e4umen davon, mit einem Master Blender zusammenzuarbeiten, um eine einzigartige, pers\u00f6nliche Zigarre zu machen. Jene, die dieses Ziel verfolgt haben, und die Leute in den Fabriken, die diese privaten Blends zum Leben erwecken, teilen ihre Erfahrungen mit uns und weisen darauf hin, was man bei einem solchen Projekt beachten sollte.<\/p>\n<h3>The Oak<\/h3>\n<p>Es war die Erinnerung an den verstorbenen Anders Ek, fr\u00fcherer Besitzer von Schwedens Brother of the Leaf, die die neuen Inhaber Yelitze Echenique und ihren Mann Carl Lokrantz dazu inspirierte, einen pers\u00f6nlichen Blend zu schaffen. \u201eAnders\u2019 Werte entsprachen unseren eigenen. Wir waren neu im Zigarrengesch\u00e4ft und wollten auf diese Weise Fu\u00df fassen und uns daran erinnern, die Dinge langsam anzugehen, das Leben in vollen Z\u00fcgen zu genie\u00dfen und nie zu vergessen, dass wir das Recht auf pers\u00f6nliche Freiheit und Freude haben\u201c, sagt Echenique.<\/p>\n<p>Die Kreation des Blends erwies sich als langwieriger Prozess, vorwiegend deshalb, weil die beiden keine Kompromisse in Sachen Qualit\u00e4t und Geschmacksprofil eingehen wollten und die Modifizierung von Blends zeitaufwendig ist. \u201eWir haben etwa drei Monate zwischen den jeweiligen Feinabstimmungen des Blends gewartet, um zu sehen, wie sich der Tabak vom Zeitpunkt des Versands bis zu ein paar Wochen nach der Lagerung im Humidor ver\u00e4ndern w\u00fcrde.\u201c Die wichtigste Lektion, die Yelitze und Carl gelernt haben, war, dass Ring und Verpackung teurer sein k\u00f6nnen als urspr\u00fcnglich angenommen, und wie sehr eine kleine \u00c4nderung des Blends das gesamte Resultat beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Sollte Echenique das Ganze noch einmal machen, dann w\u00fcrde sie angesichts der vielen Arbeit, die sie in das Projekt gesteckt hat, eine gr\u00f6\u00dfere Menge bestellen. Zudem r\u00e4t sie: \u201eMan sollte \u00fcber die Fabrik, mit der man zusammenarbeitet und die Tabakeinfuhrgesetze und Steuervorschriften in seinem Land oder Staat gut informiert sein, denn das erleichtert die Abwicklung bis zur Lieferung des Endprodukts.\u201c<\/p>\n<h3>The Dalay Limitada<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dalay-Limitada-002.jpg\"><img class=\"size-medium wp-image-15059 alignright\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dalay-Limitada-002-500x392.jpg\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dalay-Limitada-002-500x392.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dalay-Limitada-002.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dalay-Limitada-002-600x470.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a>Die Herausforderung, eine extrem limitierte Menge von 34,5 Kilo eines bestimmten Tabaks zu verarbeiten, verleitete Michael Grossklos dazu, The Dalay Limitada 2016 zu schaffen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit G\u00fcnther Schichl und Thomas Rammer in der Tabacalera Altagracia im Cibao-Tal (Dominikanische Republik) hergestellt.<\/p>\n<p>Laut Grossklos wird die Fertigung einer ma\u00dfgeschneiderten Zigarre nicht durch die Einhaltung von Deadlines bestimmt. \u201eIch musste mich nicht beeilen, denn die Ligero-Bl\u00e4tter, die ich verwenden wollte, brauchten ohnehin noch eine Weile. Die zus\u00e4tzlichen drei Monate haben den Terminplan nicht beeintr\u00e4chtigt, den Blend aber enorm verbessert.\u201c Er empfiehlt jedem, der seinen eigenen Blend machen m\u00f6chte, sich die Frage nach dem \u201eWarum\u201c zu stellen. Das sei extrem wichtig und ausschlaggebend f\u00fcr ihn gewesen, meint Grossklos, der sich von Winzern inspirieren lie\u00df. \u201eDie Hauptrebsorte, die f\u00fcr eine erstklassige Cuv\u00e9e verwendet wird, ist mit dem dominanten Tabak in einem Blend vergleichbar. Normalerweise handelt es sich dabei um Ligero-Einlagetabak, den ich so gut finde, dass ich ganz verr\u00fcckt werde \u2013 aber auf eine gute Art und Weise. Daraufhin arrangiere ich alles rund um ihn. Die anderen Tabake r\u00fccken diesen in den Vordergrund und unterst\u00fctzen ihn statt ihn zu verf\u00e4lschen.\u201c<\/p>\n<p>Grossklos fand den Prozess der Herstellung seiner eigenen Zigarre \u00fcberw\u00e4ltigend \u2013 jedes Mal, wenn er dachte, er w\u00e4re fertig, kam ein weiteres Detail hinzu. \u201eSo bin ich zum Beispiel auf einen Tabak gesto\u00dfen, der mich faszinierte, oder fand heraus, dass sich ein anderer, den ich gerne verwendet h\u00e4tte, ver\u00e4ndert hatte. Manchmal funktionierte das dann in Kombination mit den anderen Tabaken nicht\u201c, erkl\u00e4rt er und gibt zu: \u201eDie F\u00fclle an Details, die ich beachten musste, war wirklich enorm.\u201c<\/p>\n<h3>Henk Maori Haka<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Heiko-Poerz.jpg\"><img class=\"wp-image-15061 alignleft\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Heiko-Poerz-500x732.jpg\" alt=\"\" width=\"146\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Heiko-Poerz-500x732.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Heiko-Poerz.jpg 526w\" sizes=\"(max-width: 146px) 100vw, 146px\" \/><\/a>Heiko Poerz, Inhaber von Club Cigarren und Gewinner der Cigar Trophy 2016 in der Kategorie \u201eOutstanding Art\u201c, hegt seit 39 Jahren eine Leidenschaft f\u00fcr Zigarren. Nach seiner 15-j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit in der Branche und der Verkostung von zigtausend Zigarren fand er, dass es an der Zeit war, ein ganz pers\u00f6nliches St\u00fcck zu gestalten \u2013 die Henk Maori Haka.<\/p>\n<p>\u201eAufgrund meiner Liebe f\u00fcr Zigarren wollte ich eine mit einem spezifischen Format, Blend und Erscheinungsbild schaffen, vor allem aber eine, die meinem Geschmack entspricht.\u201c Die Tatsache, dass er gute Verbindungen hat, erleichterte den Prozess: Poerz wandte sich an A. J. Fernandez und Didier Houvenaghel, die ihn bei der Kreation seiner eigenen Zigarre unterst\u00fctzten. Obwohl der Blend urspr\u00fcnglich als ein rein pers\u00f6nlicher gedacht war, \u00fcberlegt er nun angesichts des gro\u00dfartigen Feedbacks von Freunden und Partnern, zwei weitere Formate herauszubringen und im Einzelhandel zu verkaufen.<\/p>\n<h3>Nicoya<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Gerard-Hayes-Nicoya.jpg\"><img class=\"alignright wp-image-15060\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Gerard-Hayes-Nicoya-500x611.jpg\"  width=\"218\" height=\"266\"  alt=\"Gerard Hayes Nicoya\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Gerard-Hayes-Nicoya-500x611.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Gerard-Hayes-Nicoya-600x733.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Gerard-Hayes-Nicoya.jpg 630w\" sizes=\"(max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a>Gerard Hayes besuchte Nicaragua urspr\u00fcnglich, weil er sich in die Zigarrenkultur vertiefen wollte. Zur\u00fcck kam er mit zwei ma\u00dfgefertigten Blends \u2013 Nicoya Medios und Nicoya Fuertes \u2013 und 2017 wird er einen dritten willkommen hei\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Gerard spielt die Beziehung zum Produzenten eine entscheidende Rolle. \u201eIch hatte ein wirklich gutes Gef\u00fchl, was die A. J. Fernandez-Fabrik betrifft, und so setzten wir uns eines Morgens zusammen, um die Anforderungen f\u00fcr den Blend zu diskutieren\u201c, erz\u00e4hlt Hayes. \u201eDer Prozess war mit viel Feedback zu den verschiedenen Kombinationen sowie dem Eliminieren von Blends verbunden, bis ich mich schlie\u00dflich f\u00fcr zwei entschieden habe, um diese f\u00fcr weiteres Sampling nach Australien zu bringen.\u201c Als \u201eZigarren- Au\u00dfenseiter\u201c empfiehlt er Neueinsteigern ganz besonders, sich mit allen Involvierten pers\u00f6nlich zu treffen und die Kisten von lokalen Herstellern zu beziehen. \u201eEin weiteres Thema, mit dem man sich auseinandersetzen muss, ist der Preis des Tabaks und wie zuverl\u00e4ssig dieser geliefert werden kann, um sicherzugehen, dass der Blend auch in Zukunft best\u00e4ndig bleibt.\u201c<\/p>\n<h3>Erfahrungen von Leuten aus der Branche<\/h3>\n<p>Als die beiden langj\u00e4hrigen Freunde Sean Kremenetski und Mitul Shah Fable Cigars gr\u00fcndeten und begannen, ihre Gesch\u00e4ftsziele zu verfolgen, lernten sie auf die harte Tour, wie schwierig die Herstellung eines Blends ist. \u201eWir haben im Laufe von eineinhalb Jahren vier Gesch\u00e4ftsreisen unternommen und fast 50 Blends verworfen, bevor wir mit dem Ergebnis der Fourth Prime, unserem Erstling, zufrieden waren\u201c, erinnert sich Kremenetski. Au\u00dferdem merkt er an, dass eine coole k\u00fcnstlerische Gestaltung nichts ohne einen guten Blend ist. \u201eEs braucht Zeit, sich mit dem Geschmack, der Struktur und den Aromen von Tabak vertraut zu machen\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eSie sollten davon ausgehen, dass der Prozess mindestens ein Jahr dauert, wenn nicht sogar l\u00e4nger.\u201c<\/p>\n<h3>Tabacos Costa<\/h3>\n<p>Marilu Zetina, Leiterin des internationalen Vertriebs bei Tabacos Costa, informiert, dass die meisten Privatkunden mittel- kr\u00e4ftige Blends w\u00fcnschen und das Team innerhalb von ein paar Monaten zwei bis drei Blends basierend auf den Vorlieben der Kunden kreiert. \u201eNormalerweise bekommen wir Privatauftr\u00e4ge, wenn wir Tastings veranstalten, wo Zigarrenfans oder H\u00e4ndler unsere Blends rauchen und daraufhin beschlie\u00dfen, dass sie gerne ihre pers\u00f6nliche Zigarre h\u00e4tten.\u201c Zu den eher ungew\u00f6hnlichen W\u00fcnschen, die Tabacos Costa bislang erhalten hat, z\u00e4hlen eine Zigarre mit einem Loch im Kopf, eine mit einem doppelten Deckblatt und spezielle Formate wie etwa Exemplare mit einem 80er-Ringma\u00df.<br \/>\nEin wichtiger Aspekt sei, so Zetina, dass die Kosten eines pers\u00f6nliches Blends stark variieren k\u00f6nnen. \u201eDas kommt ganz auf den ausgew\u00e4hlten Tabak, die Zigarrengr\u00f6\u00dfe und das Format an. Hin und wieder sind wir auch bei der Herstellung von Kisten und Banderolen involviert und liefern dann das gesamte Produkt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kelner Boutique Factory<\/strong><\/p>\n<p>Hendrik Kelner junior kann ebenfalls einiges \u00fcber Privatanfragen erz\u00e4hlen. \u201eDie gew\u00fcnschten Blends sind sehr unterschiedlich und h\u00e4ngen vom jeweiligen Kunden und dessen Geschmacksprofil ab\u201c, sagt der Chef der Kelner Boutique Factory in der Dominikanischen Republik. \u201eUns ist schon alles untergekommen \u2013 von extrem milden \u00fcber mittelstarke, komplexe Zigarren bis hin zu extrastarken Blends.\u201c<\/p>\n<p>Bei seinen Klienten handelt es sich um Leute aus aller Welt, die im Zigarrengesch\u00e4ft mitmischen m\u00f6chten. \u201eManche kommen aus der Branche, andere sind Neueinsteiger, die gerne Zigarre rauchen und in diesem Gesch\u00e4ft aktiv werden wollen\u201c, informiert er. \u201eIch versuche, ihnen zu erkl\u00e4ren, was das alles beinhaltet, denn manche haben nur sehr vage Vorstellung bez\u00fcglich all der notwendigen Genehmigungen.\u201c Hendrik weist au\u00dferdem darauf hin, dass sich Kunden \u00fcber die zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fcr Kisten, Ringe, Verpackungsmaterial und Logo-Design bewusst sein sollten, bevor sie in die Herstellung von Zigarren in der Fabrik investieren. \u201eDer Preis der Zigarren selbst ist nat\u00fcrlich vom gew\u00e4hlten Blend, Deckblatt und der Bestellmenge abh\u00e4ngig.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Privatkunden ma\u00dfgefertigte Blends sind kein neues Ph\u00e4nomen, und w\u00e4hrend manche nur von ihren \u201eSch\u00f6pfern\u201c selbst geraucht werden, landen andere oft bald in den Regalen von H\u00e4ndlern. Nichtkubanische Zigarrenhersteller sind sehr offen, was pers\u00f6nliche Blends betrifft. Kuba kann diese auch liefern, aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Zigarrenliebhaber tr\u00e4umen davon, mit einem Master Blender zusammenzuarbeiten, um eine einzigartige, pers\u00f6nliche Zigarre zu machen. 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